Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › iPhone-Zukunft: Zweitdisplay…

Unsinnige Patent-Kaffeesatzleserei

Anzeige
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Unsinnige Patent-Kaffeesatzleserei

    Autor: MentalFloss 08.04.11 - 11:39

    Diese andauernden Versuche, aus Patenten irgendwelche Entwicklungen für die Zukunft herauslesen zu wollen, können nur von Leuten stammen, die noch nie in einer Firma gearbeitet haben, die selbst Patente entwickelt.

    In großen Firmen deuten Patente nur in den seltensten Fällen auf eine reale Entwicklung hin. In den meisten Fällen sind Patente "Abfall-Produkte" von Entwicklungsarbeit. Wie das in dem Fall aussehen könnte:

    Die UI-Abteilung bei Apple kommt mal wieder zum Brainstorming zusammen. Am Ende stehen die folgenden Ideen auf der Tafel:
    1. Zweiter Touchscreen mit veränderbaren Bedienelementen.
    2. Zweiter Touchscreen auf der Rückseite.
    3. Ausziehbare Tastatur.

    Der Leiter der UI-Abteilung beschließt, daß keine der Ideen wirklich für Apple interessant sind. Idee 1 und 2 wird aber zumindest patentiert. Idee 3 wird schnell weggewischt, bevor Steve Jobs ins Zimmer kommt.

    Warum patentiert man Idee 1 und 2? Weil man davon ausgehen kann, daß _andere_ Firmen ähnliche Ideen haben können. Es geht bei Patenten nicht nur um den Schutz eigener Produkte sondern auch um die Erweiterung des Portfolios. Das ist sehr wichtig, wenn man mit anderen Firmen in Lizenzverhandelungen geht, wo man dann kein Geld für die Lizenzen bezahlt sondern das "gegnerische" Portfolio durch das eigene neutralisiert - nach dem Motto "Du verklagst mich nicht, ich verklag dich nicht!"

    Insofern bedeutet ein Patent nicht, daß eine Firma ernsthaft über die Implementierung nachdenkt. Es bedeutet noch nicht einmal, daß man damit experimentiert hat. Es bedeutet nur, daß ein Mitarbeiter eine Idee hatte.

    Ich möchte mal gerne sehen, wieviele Artikel dieser Art es in den letzten 5 Jahren bei Golem, Engadget & Co. gab und wieviele davon in Apple-Produkten resultierten. Ich denke, die Quote dürfte irgendwo bei 5% liegen.

  2. Re: Unsinnige Patent-Kaffeesatzleserei

    Autor: Agnostiker 08.04.11 - 11:46

    Danke für den schönen Post! Genau so ist es!

  3. Re: Unsinnige Patent-Kaffeesatzleserei

    Autor: tomatende2001 08.04.11 - 12:13

    MentalFloss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diese andauernden Versuche, aus Patenten irgendwelche Entwicklungen für die
    > Zukunft herauslesen zu wollen, können nur von Leuten stammen, die noch nie
    > in einer Firma gearbeitet haben, die selbst Patente entwickelt.

    Man kann Patente entwickeln? Ich dachte man reicht irgendwann eine Entwicklung zum Patent ein?

  4. Re: Unsinnige Patent-Kaffeesatzleserei

    Autor: MentalFloss 08.04.11 - 13:06

    tomatende2001 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man kann Patente entwickeln? Ich dachte man reicht irgendwann eine
    > Entwicklung zum Patent ein?

    Ja, das war die Grundidee eines Patents, aber das hat die Industrie schon längst hinter sich gelassen. Heutzutage ist bei den meisten Firmen die Entwicklung von Patenten zum Selbstzweck geworden.

  5. Re: Unsinnige Patent-Kaffeesatzleserei

    Autor: Anonymer Nutzer 08.04.11 - 22:36

    Das mag alles oder fast alles richtig sein, macht aber Trivial- und Softwarepatente auch nicht besser bzw. gerechtfertigter. Vielmehr zeigt es, wie absurd es ist, das Patentsystem auf derartige Dinge anzuwenden (ergo solche Trivialideen ueberhaupt anzuerkennen). Entweder haelt also die Patentgesetzgebung mit der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr mit oder - wahrscheinlicher - die Verantwortlichen bei der Patentvergabe sind derart ueberlastet und technisch ahnungslos, dass sie ihren Job gar nicht besser machen koennten. Genau deswegen ist es wichtig, dass Patente im Zeitraum X in einem Produkt muenden muessen, damit sie nicht geloescht werden. Das Patentsystem behindert heute nur den Wettbewerb im Namen von Firmen, die ihre eigenen Patente nicht verwirklichen koennen.

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Anzeige
Stellenmarkt
  1. Automotive Safety Technologies GmbH, Wolfsburg
  2. über Hays AG, Oberhausen
  3. Klinikum Stuttgart über Dr. Heimeier & Partner, Management- und Personalberatung GmbH, Stuttgart
  4. Allianz Deutschland AG, Unterföhring

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 94,90€ statt 109,90€
  2. 34,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Interview mit Insider: Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
Interview mit Insider
Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
  1. Systemüberwachung Facebook veröffentlicht Osquery für Windows
  2. Facebook 100.000 Hassinhalte in einem Monat gelöscht
  3. Nach Whatsapp-Datentausch Facebook und Oculus werden enger zusammengeführt

Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
Recruiting
Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
  1. Friends Conrad vermittelt Studenten für Serviceleistungen
  2. IT-Jobs Bayerische Firmen finden nicht genügend Programmierer
  3. Fest angestellt Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt

X1D ausprobiert: Die Hasselblad für Einsteiger
X1D ausprobiert
Die Hasselblad für Einsteiger
  1. Modulares Smartphone Lenovo bringt Moto Z mit Moto Z Play nach Deutschland
  2. Hasselblad DJI hebt mit 50-Megapixel-Luftbildkamera ab

  1. Iana-Transition: US-Staaten wollen neue Internetaufsicht stoppen
    Iana-Transition
    US-Staaten wollen neue Internetaufsicht stoppen

    Wer bestimmt künftig über die Regeln des Internets? Vier US-Bundesstaaten wollen einen über Jahre hinweg ausgehandelten Kompromiss für eine internationale Aufsicht in letzter Minute stoppen.

  2. Tintenpatronensperre: HP hält dem Druck nicht stand
    Tintenpatronensperre
    HP hält dem Druck nicht stand

    HP ist eingeknickt: Die Blockade von Fremdtinte gibt der Druckerhersteller vorerst auf. Es ist ein Firmware-Update geplant, mit dem alle Tintenpatronen von Drittanbietern wieder funktionieren sollen. Langfristig sind allerdings neue Probleme zu erwarten.

  3. Generation EQ: Mercedes stellt Elektro-SUV mit 500 km Reichweite vor
    Generation EQ
    Mercedes stellt Elektro-SUV mit 500 km Reichweite vor

    Mercedes hat auf dem Mondial de l'Automobile 2016 in Paris ein Elektroauto in Form eines SUV-Coupés vorgestellt. Der Generation EQ soll mit einer Akkuladung 500 km weit kommen und ist mit zwei Elektromotoren mit 400 PS ausgerüstet.


  1. 09:55

  2. 09:36

  3. 09:27

  4. 09:00

  5. 08:43

  6. 07:57

  7. 07:39

  8. 18:17