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Liebe Jugendschützer: Verbote schützen niemanden!

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  1. Liebe Jugendschützer: Verbote schützen niemanden!

    Autor LX 28.01.11 - 17:32

    Bitte begreift es endlich: Verbote sorgen nur dafür, dass das Verbotene an Attraktivität gewinnt und die Betroffenen in die Illegalität gedrängt werden. Geschützt wird damit niemand. Verantwortungsvoller Umgang mit Medien braucht keine Verbote, sondern Vorwissen, Einfühlungsvermögen und Eigenverantwortung. Das gilt fürs Internet genau wie für jegliche andere Medien.

    Gruß, LX

  2. Re: Liebe Jugendschützer: Verbote schützen niemanden!

    Autor redwolf 28.01.11 - 18:24

    In einem Experiment mit Vorschulkindern wurden diese zunächst aufgefordert, Spielsachen zu nennen, mit denen sie am liebsten spielen würde. Dann verbot der Versuchsleiter, mit einem der attraktivsten zu spielen und verließ den Raum. Er beobachtete, dass alle Kinder das Verbot beachteten. Anschließend wurden die Spielsachen erneut bewertet. Für die Kinder, denen eine harte Strafe angedroht worden war, hatte das verbotene Spielzeug nach wie vor dieselbe Attraktivität; ihr Verhalten war ausreichend extrinsisch motiviert. Diejenigen Kinder, denen nur eine milde Strafe angedroht worden war, erlebten kognitive Dissonanz und änderten zu ihrer Reduktion ihre Überzeugung: bei der zweiten Befragung stuften sie das verbotene Spielzeug als weniger begehrenswert ein (Aronson und Carlsmith, 1963).[21] Auch mehrere Wochen nach diesem Experiment hielt die Wirkung der milden Strafandrohung an: Diese Kinder spielten nach wie vor viel weniger mit dem einst so begehrten Spielzeug (Freedman, 1965).

    Es kommt also auf die Stärke der Sanktionierung an. Das funktioniert nicht nur beim Konsumenten, sondern auch beim Produzenten, welcher ja ebenfalls seiner Selbstzensur unterliegt.

  3. Re: Liebe Jugendschützer: Verbote schützen niemanden!

    Autor elgooG 28.01.11 - 23:02

    redwolf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es kommt also auf die Stärke der Sanktionierung an. Das funktioniert nicht
    > nur beim Konsumenten, sondern auch beim Produzenten, welcher ja ebenfalls
    > seiner Selbstzensur unterliegt.

    Du redest hier von einem vereinzelten Experiment, dessen Ausgang von zahlreichen Bedingungen abhängig ist. Es ist zwar interessant, aber keine allgemeingültige Aussage.


    Die Frage ist eher: Wie gehen wir mit unseren Kindern um? Filtersoftware, die lokal auf dem Rechner für ein Kind installiert ist, ist ja schön und gut, aber lengt völlig von der Tatsache ab, dass es erst gar nicht dazu kommen sollte, dass ein Kind am PC abgestellt wird.
    Bei Jugendlichen dagegen sollte man auf Filtersoftware verzichten. Sie kommen sowieso an einschlägiges Material, allen vorran Pornographie. Wer glaubt, man könne einen Menschen bis zum 18. Lebensjahr davon abhalten muss schon sehr naiv sein. Diese Entwicklung aufzuhalten ist nicht nur unmöglich sondern auch unnötig und führt dazu dass Jugendliche sich ihre eigenen Dinge zusammenreimen, oder sogar eine abwägige Sexualität entwickeln, weil sie nur Pornos aus dem Netz kennen und das für die Realität halten. Auch hier würde eine gesunde Aufklärung helfen....und das heißt nicht, dass die Eltern darauf warten sollen, dass ihr Sohn/ihre Tocher "schon alles herausfinden" bzw. im Sexualunterricht verklickert bekommen.

  4. Re: Liebe Jugendschützer: Verbote schützen niemanden!

    Autor N17 01.12.11 - 01:41

    Ja, so sind Kinder in diesem Alter (5-6 Jahre), aber das ändert sich in den darauffolgenden Jahren.

    -

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