Eine kleine Geschichte.
Wir schreiben das Jahr 2012. Anna ist ein aktive Facebook-Nutzerin. Sie tauscht sich mit Freunden über eine Online-Community über die neusten Nachrichten und Aktionen aus. Sie ist eine engagierte Aktivistin und tritt für Tierschutz und Menschenrechte ein. Seid der letzten Vertrauensfrage ist die Zustimmung für die etablierten dt. Parteien im Keller. Die nächste Bundestagswahl steht an. Eine hier namentlich nicht genannte radikale Partei kommt an die Macht. Sie will zunächst einmal ihre Gegner identifizieren. Dazu erinnert sie sich an die vorbildlicherweise installierte Infrastruktur zur Überwachung des Austausches von Bildern. Sie erweitert den gut gemeinten Index um Signaturen von Bildern von Menschrechtsverletzungen, die von ihren ausländischen Partnern begangen worden sind. Gleichzeitig setzt die Regierung die Infrastruktur zur Internet-Zensur dazu ein, Internetseiten von ausländischen Menschrechtsaktivisten zu sperren. Nun ist Anna sehr aufgebracht über ein erschreckendes Foto von misshandelten Kriegsgefangenen und schickt dieses Foto an all ihre Menschenrechtsaktivisten-Kollegen. Doch dummerweise steht dieses besagte Foto auf dem Index und Anna wird einer gesonderten Datei zugeordnet. Aber nicht nur sie, sondern auch alle ihre Freunde bekommen in den nächsten Tagen und Wochen einen (un)heimlichen Besuch der Internetpolizei im Rahmen einer nicht meldungspflichtigen Online-Durchsuchung.
Kommentar der alten Regierung: "Wir hatten doch nur Gutes im Sinn".
Die neue Regierung gibt eine Erklärung ab, in dem sie den Initiatoren der Internet-Sperre, Fr. von der Leyen, der Online-Durchsuchung, dem Herrn Schäuble und auch dem Initiator der Bildzensur-Infrastruktur, dem Herrn Cuomo ausdrücklich für ihre sehr konstruktive und effiziente Arbeit im Kampf gegen politisch fehlgeleitete Personen dankt.
ENDE
Das ist ja das fatale.
Ein anderes Beispiel:
Du lernst in facebook oder wo auch immer eine Hausfrau aus Oberbayern kennen. Um mit ihr überhaupt chatten zu können, müssen beide den Kontakt bestätigen. Jetzt stehst du in ihrer Liste.
Später stellt sich heraus, dass das Profil von einer Frau erstellt worden war, aber nach einer Beziehungskrise übernahm der Mann ihr Profil und änderte das Passwort, so dass sie nicht mehr auf ihr Profil kam. Irgendwie schlief der Kontakt dann ein, blieb aber formal bestehen.
Er hat neue Kontakte, bei denen er seine grenzwertigen "Phantasien als einsame Hausfrau" austauscht. "Er" tauscht gerne Bilder von seiner freizügigen Tochter. Die Bilder stammen aber alle aus dem Internet, weil "er" gar keine Tochter hat.
In einer Rasterfahndung wird nun auch dein Nick erfasst und schon stehst du als möglicher Triebtäter in einer Datei.
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