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Zu spät.

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  1. Zu spät.

    Autor Charles Marlow 03.05.12 - 13:42

    Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen, weil sich diese Form des "offenen Aktionismus" auch problemlos von der Gegenseite und allerlei Idioten kapern lässt.

    Entweder engagiert man sich richtig, dann muss man eben auch mit der "verringerten" Privatsphäre umgehen, oder man lässt es bleiben.

    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Debatte, wo einer doch tatsächlich das "Modell" des Widerstandes von O'Brian aus dem Roman 1984 als Vorlage für Anonymous angeführt hat. Der hatte anscheinend nicht begriffen, dass O'Brian FÜR das System arbeitet und diese Art von "Widerstand" EXAKT das Gegenteil erreicht - die Auflösung jeglicher konzertierter Aktion und völlige Isolierung einzelner Opposition.

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  2. Re: Zu spät.

    Autor divStar 04.05.12 - 04:56

    Engagement innerhalb des existierenden Systems ist mühsam und schwer, weil zum einen andere (bereits bestehende Politiker) in jederlei Hinsicht überlegen sind - und zum anderen man so in diesen ewigen Kreislauf von Politiker werden -> repräsentieren etc. gerät und am Ende die Meinung anderer (sei es nun Fraktion, Partei, Bürger) repräsentiert bzw. repräsentieren muss (sofern man wiedergewählt werden will), statt eben für seine eigene Meinung zu stehen, die sagen wir oftmals von anderen unterstützt wird bzw. werden könnte.

    Wenn aber jemand aus irgendeinem Grund nicht mehr gewählt werden kann - dann wird er schlicht ersetzt (und jene, die das Geld haben, können dies auch sehr einfach "bewerkstelligen"). Außerdem ist man durchaus Tabus im Bezug auf Redefreiheit unterstellt - da oftmals nicht der Sinn von Aussagen bewertet und hochgespielt wird (von anderen Politikern wie auch von Medien), sondern die Wortwahl, bei der jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird.

    Ich sehe für das politische System in dieser Art und Weise wie es derzeit existiert - keine Zukunft. Politiker, die nicht ihre Meinung repräsentieren (von denen, die die Meinung der Lobby gegen Geld repräsentieren will ich gar nicht erst anfangen), sondern die von anderen, werden dieses zaghafte Gestrüpp aus Ungerechtigkeit (gegenüber beliebigen Gruppen) nicht entflechten können.
    Ich bin zwar nicht der Meinung, dass es irgendetwas bringt mal eben ein paar Server lahm zu legen - aber ich denke, dass die Idee einer Alternative schon mal gar nicht schlecht ist. Während nämlich zum Beispiel Firmen Gesetzeslücken ausnutzen und eventuell entsprechende Richter und/oder Politiker schmieren, damit diese auch offen bleiben und sie auch weiterhin ihre "Kunden" gängeln können - ist gegen sie so gut wie kein Kraut gewachsen.

    Ich glaube, dass das ganze politische System reformbedürftig ist - und dass Politiker wie Lobbyisten sich mit Händen und Füßen dagegen wehren (und das Geld, um dies zu tun haben sie ja). Klar, dass es immer Interessenskonflikte geben wird - aber wenn A Vorstandschef von sowieso ist, dann liegt es auf der Hand, dass Gesetze, auf die A direkt oder indirekt Einfluss nehmen kann (und wird), zumindest auf lange Sicht diese Firma (oder die ganze Branche) zumindest nicht benachteiligen, meist eher bevorzugen werden. Hier ist auch der Knackpunkt. Das Volk kann die Politiker nämlich nicht mit ihrer Steuer erpressen (also von wegen: mache das oder du siehst kein Gehalt) - Lobbyisten schon (wenn du das und das machst - dann gibt es das und das dafür). Da Politiker unsere Steuern sowieso bekommen, wollen sie halt noch ein bisschen Zusatzgeld (wäre ich Politiker würde ich vermutlich in so einem System, welches so eine Ausbeutung zulässt, genau das gleiche machen - weil ich nämlich an mein Wohl zuerst denke).

    dS.

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