Mein lieber Herr Gesnagsverein, da fließt es aber gewaltig!
Ok, die Rentner trifft nicht soviel Schuld, deren Rentenkasse wurde ja durch die Wiedervereinigung geplündert.
Hartz IV ist auch schlimm. Deutschland braucht eine strengere Bildungspolitik. Wir brauchen mehr Bildungs-Drill und ein anderes Selbstverständnis für ältere Beschäftigte.
Die die dann als unverschuldet arbeitslos übrigbleiben, kann die Gesellschaft ja gerne tragen. Aber bitte nicht Hart IV als Lebensperspektive zulassen.
Da müssen gaaanz früh Weichen gestellt werden, auf das man aufs richtige Gleis gerät und nicht aufs Abstellgleis.
Bundesbürger schrieb:
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> Ok, die Rentner trifft nicht soviel Schuld, deren Rentenkasse wurde ja
> durch die Wiedervereinigung geplündert.
Nein, deren Rentenkasse wurde dadurch geplündert, dass der Bund hat von 12 Monaten Rücklage erst auf 6 und danach auf 3 Monate verkürzen lassen.
Diese 9 Monate Rücklagen hätte man z.B. verzinsen lassen können. Rechne dir selbst aus, was man an "Gewinn" an diesen 9 Monaten weniger Rücklage (also 0,75*Jahresausgabe für Renten) an Zinsen bekommt.
> Hartz IV ist auch schlimm. Deutschland braucht eine strengere
> Bildungspolitik. Wir brauchen mehr Bildungs-Drill und ein anderes
> Selbstverständnis für ältere Beschäftigte.
Wir brauchen weniger Bildungs-Drill. Wir brauchen Eltern, die ihre Kinder erziehen können! Dann lernen die kleinen nämlich auch von alleine. Das verstehen die meisten "Bundesbürger" aber nicht, weil das nämlich mehr Arbeit für sie, statt für den Staat bedeuten würde.
Sorry, aber da mich das Thema aktuell voll trifft, muss ich hier einfach meinen Unmut ablassen:
Bundesbürger schrieb:
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> Hartz IV ist auch schlimm. Deutschland braucht eine strengere
> Bildungspolitik. Wir brauchen mehr Bildungs-Drill und ein anderes
> Selbstverständnis für ältere Beschäftigte.
Pardon, heutzutage ist es durch Studiengebühren etc. schonmal bedeutend schwerer geworden, sich finanziell über Wasser zu halten, wenn einem die eigenen Eltern nicht unterstützen können. Mich betrifft das Problem aktuell - ich würde liebend gerne studieren, habe allerdings (trotz Bafög und 350 €-Nebenjob - mehr Geld darfs nicht sein, sonst wird das Bafög gekürzt) nicht den blassesten Schimmer, wie ich das mit meinen Miet- und Nebenkosten in Einklang bringen soll - zumal ich auch mit absolut Nix dastehe, falls ich das Studium nicht packe und das Bafög natürlich trotzdem zurückzahlen muss - psychisch packt das auch nicht jeder...
> Die die dann als unverschuldet arbeitslos übrigbleiben, kann die
> Gesellschaft ja gerne tragen. Aber bitte nicht Hart IV als
> Lebensperspektive zulassen.
Besonders in diesem Punkt könnte ich einen meterdicken Hals kriegen: Das Arbeitsamt schickt Leute, die "nur" eine Übergangsfrist benötigen, in völlig sinnlose und völlig überteuerte Kurse. Hatte ich z.B. den Fall: Bin ausgelernter Fachinformatiker, Betrieb konnte mich nicht übernehmen (stand schon vor Ausbildungsbeginn fest) und bekam ca. drei Wochen vor Ausbildungsabschluss den Einberufungsbescheid von der Bundeswehr, dass ich in einem Monat meinen Grundwehrdienst leisten soll. Pardon, aber ich denke dass man mir das nicht verübeln kann, dass ich in den drei Wochen zwischen Ausbildungsabschluss und Grundwehrdienst etwas Ruhe haben möchte - aber nein, stattdessen schickt mich das Arbeitsamt in einen Computergrundkurs (nochmal, als ausgelernter Fachinformatiker, kein Witz!), der satte 3.000 € pro Person kostet. Dafür bin ich in der Statistik der Arbeitslosen raus - unnötig zu sagen, dass das ganze für mich völlig unnötig war (haben z.B. auch Bäcker, Köche und Metzger auch gesagt)... Woanders möchte jemand liebend gerne eine 2-jährige Umschulung starten, die allerdings insgesamt 14.000 € kostet, und die werden nicht bewilligt, weil das Amt ja angeblich kein Geld hat.
(Nur als Nebeninfo: Wegen körperlichen Problemen (Herz-/Kreislaufprobleme) konnte ich im Bund auch nicht bleiben, sonst wärs finanziell wieder um Welten besser - ich rate hier jedem von euch, wer einberufen wird: Bleibt so lange wie möglich in der Bundeswehr. Hinterher zahlen die Vergünstigungen für eventuelle Wohnungsumzüge und sogar das Studium, dass einem schwindlig wird)
Sorry, aber warum landen ITler, Metzger etc. (die von einem PC-Kurs nix beruflich anfangen können, sagen die selbst - korrigiert mich bitte, falls ich falschliege) quasi keine 2 Tage nach Arbeitslosigkeit in so einem Kurs? Damit die von der offiziellen Arbeitslosenstatistik raus sind! Da kann dann die Bild-Zeitung schreiben, dass die Arbeitslosenquote um 10.000 Leute gesunken ist...
> Da müssen gaaanz früh Weichen gestellt werden, auf das man aufs richtige
> Gleis gerät und nicht aufs Abstellgleis.
Genau diese frühe Weichenstellung wird in Deutschland extrem kritisiert. Woanders werden die Klassen viel später voneinander getrennt - hierzulande machen (lt. Wikipedia) gerademal ca. 30% der jungen Bevölkerung ihr Abi, während der EU-Durchschnitt das Doppelte beträgt! PISA & Co. halten schon seit Jahren fest, dass in Deutschland primär immer noch das Geld (der Eltern) bestimmt, welchen Bildungsabschluss Junge Menschen bekommen werden. Hierzulande ist die Zahl der Arbeiterkinder (also Kinder, bei denen kein Elternteil auf einer Akademie war), die Abi machen, quasi nicht existent...
In Sachen Bildung ist in Deutschland mittlerweile schon sehr viel kaputtgegangen...
0o9i8u7z schrieb:
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> Sorry, aber da mich das Thema aktuell voll trifft, muss ich hier einfach
> meinen Unmut ablassen:
>
> - ich würde liebend gerne studieren, habe allerdings (trotz Bafög und 350
> €-Nebenjob - mehr Geld darfs nicht sein, sonst wird das Bafög gekürzt)
Wo hast du den Quatsch her? Als richtiger Student würdest du wissen, dass man vor 2 Jahren ca. diese 350€ auf 400€ im Monat aufgestockt hat.
Bitte erst informieren, dann schreiben.
asdyxvcvadfads schrieb:
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> Wo hast du den Quatsch her? Als richtiger Student würdest du wissen, dass
> man vor 2 Jahren ca. diese 350€ auf 400€ im Monat aufgestockt hat.
Dann wurde ich falsch informiert; in vielen Quellen wird noch auf 350 € hingewiesen... Davon abgesehen, habe ich ausdrücklich geschrieben, dass ich studieren möchte (was ich nicht dazugeschrieben habe, aber das konntest du nicht wissen: Ich bin gerade dabei, die BOS zu durchlaufen, ich studiere also frühestens in einem Jahr - selbst jetzt schon weiß ich nicht, wo das Geld stehen soll, und wie ich das in den nächsten Jahren so machen werde, steht noch völlig in den Sternen...)
> Bitte erst informieren, dann schreiben.
Meine anderen Kritikpunkte stehen nach wie vor... Aber natürlich Danke für die weitere Info...
asdyxvcvadfads schrieb:
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> 0o9i8u7z schrieb:
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> > Sorry, aber da mich das Thema aktuell voll trifft, muss ich hier einfach
> > meinen Unmut ablassen:
> >
> > - ich würde liebend gerne studieren, habe allerdings (trotz Bafög und
> 350
> > €-Nebenjob - mehr Geld darfs nicht sein, sonst wird das Bafög gekürzt)
>
> Wo hast du den Quatsch her? Als richtiger Student würdest du wissen, dass
> man vor 2 Jahren ca. diese 350€ auf 400€ im Monat aufgestockt hat.
> Bitte erst informieren, dann schreiben.
Glaubst Du, mit den 50 € mehr kann er es jetzt so richtig krachen lassen? Ob 350 € oder 400 € ist doch völlig egal.
Bundesbürger schrieb:
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> Hartz IV ist auch schlimm. Deutschland braucht eine strengere
> Bildungspolitik. Wir brauchen mehr Bildungs-Drill und ein anderes
> Selbstverständnis für ältere Beschäftigte.
Alles schön und richtig. Aber das größte Dilemma wird bei dieser Diskussion immer vergessen: Es gibt nicht genug Jobs.
Mehrere Millionen arbeitsfähige Hartz4-Bezieher. Einige von denen haben keinen Bock zu arbeiten, ja. Der Großteil aber will gerne, hat irgendwelche beruflichen Qualifikationen und weiss auch wie man Bewerbungen schreibt.
Auch durch etwas verbesserte Bildung kriegen wir leider kein Arbeitsplatzwunder.
Davon abgesehen werden studierte gesucht, wo fachinformatiker oder Fachhochschüler viel sinnvoller wären.
Leider kümmert sowas keine Bildungsminister.
Und die Opfer von Überstudierung bilden keine Statistik wie das Durchschnittsgehalt von Germanisten, Journalisten u.ä. ist, damit 2-3 Jahre keine mehr sowas studieren dürfen, sondern die Langzeitarbeitslosen Journalisten, Germanisten usw. so lange kostenlos in ihre Ex-Universitäten gehen dürfen, bis sie einen akzeptabel bezahlten Job haben.
Es muss glasklar gemacht werden, welche Jobs übervölkert sind.
Keiner darf gezwungen werden, sich auf sowas zu bewerben.
Das schöne ist sogar, das man diese "wertlosen" Jobnummern vom Arbeitsamt dafür benutzen kann. Dann schreibt man an diese Nummern dran, wie viele dort arbeiten und wie viele dort in der warteschlange stehen und die Durchschnittsgehälter und median-gehälter. Die Betriebsräte sind dann gezwungen, die Effizienz für alle Job-Sorten im Betrieb zu steigern, die zu wenig verdienen.
Sowas geht simpel und hat schöne selbstverstärkende Patterns.
Auch die Krankenkassen und Rentenkassen sollten an mehr Einnahmen interessiert sein.
Märkte funktionieren, weil sie Transparenz haben. Keine Transparenz => Kein Markt => Miswirtschaft. Sonst wäre es ja "Markt"-Wirtschaft.
> das größte Dilemma wird bei dieser Diskussion immer vergessen: Es gibt nicht genug Jobs.
Haben wir der Automatisierung zu verdanken. Eigentlich ganz gut so. Denn würden wir die Schrauben zurückdrehen, wären die Arbeitsbedingungen und die Produkte schlechter.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
> Es muss glasklar gemacht werden, welche Jobs übervölkert sind.
ACK!
> Keiner darf gezwungen werden, sich auf sowas zu bewerben.
Keiner SOLLTE sich auf sowas bewerben! Wers tut, selber schuld!
Unterbevölkert - Wo der Markt noch Leute sucht:
*Altenpfleger
*Lehrer
*Ärzte
*Krankenpfleger
*Programmierer
Das sind die Jobs die keiner machen will UND/ODER schlecht bezahlt sind. Oder wo die Ausbildung teuer ist, und aus eigener Tasche bezahlt werden muss.
Überbevölkert - Wovon der Markt gesättigt ist:
*Tischler
*Mediengestalter
*BWLer
*Rechtsanwälte
*Apotheker
*PTA/MTA
Das sind die Jobs die keine Zukunft mehr haben. Oder wo die Konkurrenz riesig ist. Die Bezahlung ist meist überdurchschnittlich.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.09.10 17:29 durch Der Kaiser!.
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