Wie unter anderem sich an die eigenen Fahrpläne halten. Ich hab in einem Monat Bahnfahrt in Deutschland und zwar nur mit der DB, mehr Verspätungen als mit 9 Monaten ÖBB und SBB zusammen. Das ist ein Armutszeugnis und dann auch noch verhindern wollen das diese Fahrpläne für die unter anderem auch der Steuerzahler sein Geld hingelegt hat, indirekt noch zukünftig Geld zu verlangen finde ich schon dreist. Aber so sind die Manager von heute nur noch $ auch wenn es Allgemeingut ist. Ich hoffe nur das endlich mal Konkurrenz auf und neben die Schiene kommt, damit diese ehem. BeamtenSpielzeugBahn Sesselfurzer kapieren das sie nicht alleine sind.
Schade das keiner Interesse hat langfristig 100 Millionen in ein paar Fernverkehrzüge zu investieren, einfach um der Bahn Konkurrenz zu machen.
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johnmcwho schrieb:
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> Schade das keiner Interesse hat langfristig 100 Millionen in ein paar
> Fernverkehrzüge zu investieren, einfach um der Bahn Konkurrenz zu machen.
Wenn man sich etwas mit der Materie auskennt, dann verwundert das kein Stück. Der Fernverkehr ist die Sparte, die kaum Gewinne einfährt. Denn im Gegensatz zum Regionalverkehr gibt es dort keine staatlichen Zuschüsse, der Fernverkehr muss sich also selbst tragen. Die Cash-Cow des Konzerns ist ganz klar der Regionalverkehr und deshalb gibt es auch nur dort nennenswerte Konkurrenz.
Wer soll also so blöd sein "mal eben 100 Millionen Euro zu investieren", wenn diese Investition vermutlich über Jahrzehnte nicht wieder reinzuholen ist (ganz im Gegenteil dann auf Grund veralteten Materials schon wieder neuer Investitionsbedarf besteht)? Da gibt es tausende attraktivere Geldanlageformen.
Grundsätzlich bringt eine Zersplitterung auch für den Kunden mehr Nachteile: Fahrpläne werden nicht aufeinander abgestimmt, Fahrkarten gelten nur noch stückweise, eventuell gibt es keine zusammenhängende Fahrplanauskunft mehr (wenn jeder seinen Fahrplan unter Urheberrechtsschutz sieht und eine Verwendung außerhalb der eigenen Website verbietet, so wie hier diskutiert) usw.
Nebenbei liegst du mit deinem marktwirtschaftlichen Ansatz auch komplett daneben. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut (man denke z. B. an die S-Bahn in Berlin), dann sieht man, dass es genau dieses Gewinnstreben um jeden Preis ist, welches letztlich zu immer mehr Nachteilen für den Kunden trotz steigender Preise führt. Die Bahn sollte fit für einen Börsengang werden, sollte glänzende Bilanzen haben und pralle Gewinne einfahren. Aber genau das ist das Problem: Diese Gewinne zahlt nämlich der Kunde und erhält sie nicht in Form einer adäquaten Gegenleistung zurück. Die Bahn spart sich auch an vielen weiteren Stellen auf Kundenkosten schick. So ist z. B. fast ständig das gesamte Rollmaterial im Einsatz, es gibt kaum noch Ersatz für Defekte oder unerwartete Ereignisse. Das ist bei der Konkurrenz nicht anders. Wenn man sich z. B. mal die Tarifverträge privater Bahnunternehmen anschaut, dann sieht man, dass man auch dort weiß, wie man maximalen Gewinn aus dem Unternehmen rauspresst (wobei auch da die Bahn mit ihren Regio-Gesellschaften inzwischen nachzieht).
Viel wünschenswerter wäre eigentlich ein staatliches Unternehmen, welches an maximaler Dienstleistung orientiert ist und keinen Gewinn erwirtschaften muss. Wenn eine schwarze Null am Ende des Jahres steht, wäre das ja ausreichend. Das für die Gewinne eingesparte Geld könnte man entweder in einen besseren Service (z. B. auch in Schaffung von Redundanz, so dass im Falle eines unvermeidlichen Ausfalls oder Defekts schnell Ersatz gestellt werden kann) bzw. niedrigere Fahrpreise investieren. Dagegen trimmt man die Bahn im Moment immer noch auf Börsengang bzw. zum Stopfen von Haushaltslöchern des Staates und fährt sie auf Verschleiß. Dringend nötige Investitionen erfolgen nicht, die Anzahl der Langsamfahrstellen wächst schneller als an deren Beseitigung gearbeitet wird, damit man dort kein Geld ausgeben muss. Ebenso wird an der Fahrzeugwartung und anderen Dingen gespart. Das, was wir bei der Bahn sehen, ist deshalb kein Zufall. Es ist stattdessen der Versuch, Infrastruktur zu privatisieren und dafür das Maximum an Gewinnen rauszupressen.
Deshalb ist der Weg, den du vorschlägst - nämlich noch weiter in diese Richtung - eine Sackgasse. Privatwirtschaftlich orientierte Konkurrenz wird es nicht richten, ganz im Gegenteil sollte man überlegen, wie eine dem Gemeinwohl verpflichtete Bahn in Zukunft aussehen könnte.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.09.12 10:26 durch Mingfu.
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Der Fernverkehr lohnt schon mit Attraktiven Preisen und vor allem Service. Das Problem ist nur wenn ich mit überteuerten Zügen fahre, die nicht mal zu 70% ausfallsicher sind. Dann kriege ich die CashCow nicht zum laufen. Ich brauche nicht von A nach B mit Tempo 300 es reichen 200-230 aber eben mit vernünftig ausgestatteten Preisen.
Nicht umsonst sieht sich nach dem Wechsel von Mehdorn zur neuen Führungsriege nach preiswerteren Zuglieferanten um.
Und nun zum Thema auskennen, ich bitte zu beachten da der Regionalverkehr bezuschusst wird und nur wer diesen Zuschuss auch kriegt im Plus fährt. Daher ist derzeit lohnenste Alternative der Güterverkehr der leider schon auseichend besetzt ist. Daher die Alternative auf wenigen jetzt schon in der Fahrgastzahl überlasteten Strecken z.B. Stadler Kiss laufen lassen und zwar die Ausführung Tempo 200. Diese Kosten nur einen Bruchteil und sind wesentlich ausfallsicherer als ICE 3.
Bitte aber bedenken die Investition wäre verteilt über mehrere Jahre und basieren auf den Erfahrungen der Westbahn in Österreich. Also soviel zum Thema auskennen.
PS: man sollte nicht immer nur Wikipedia als Informationquelle nehmen, sondern auch mal selber recherchieren.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.09.12 10:41 durch johnmcwho.
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@Mingfu: Danke, alles völlig richtig. Zumal die Bahn insgesamt ihre "Gewinne" überhaupt nur erwirtschaften kann, weil der Bund, also der Steuerzahler, jährlich MILLIARDEN zuschießt.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.09.12 10:56 durch demon driver.
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Dann lies doch bitte zunächst die Bilanzen der DB! Der Fernverkehr ist DAS Sorgenkind, welches pro Jahr lediglich um die 100 Millionen Euro Gewinn einfährt, dafür aber Geld im Milliardenbereich bindet. Die Rendite, die man dort erwirtschaften kann, ist also äußerst gering. Es ist deshalb überhaupt nicht verwunderlich, dass praktisch niemand dort in Konkurrenz treten will (von einzelnen Experimenten wie dem Hamburg-Köln-Express bzw. ein paar Connex-Strecken abgesehen), es lohnt einfach nicht. Wenn es so simpel wäre, wie du in deiner Naivität annimmst, dann wären sicher schon viele auf die Idee gekommen.
Im Gegensatz zu kleineren Ländern, wie der Schweiz oder Österreich, kommt hinzu, dass Deutschland ausreichend groß ist, um auf einer ganzen Reihe von Fernstrecken das Flugzeug als Alternative attraktiv zu machen (demzufolge sind deine Erfahrungen aus Österreich hier nicht sinnvoll anwendbar). Auch wenn die Billigfliegerzeiten langsam vorbei zu gehen scheinen, so hat das in den vergangenen Jahren für erhebliche Konkurrenz gesorgt. Insbesondere hat es die Bahn hier schwer, weil Deutschland nicht zentralisiert ist - man also nicht wie in Frankreich ein Hochgeschwindigkeitsnetz mit nur wenigen Linien aufziehen kann und trotzdem einen Großteil der Menschen erreicht. Demzufolge schafft man es nicht, die Schwelle ab der das Flugzeug attraktiver ist, ausreichend weit nach oben zu drücken. Und wenn du jetzt sogar für noch langsamere Züge plädierst, dann verliert man hier weiter an Boden, den die Bahn in den vergangenen Jahren mit viel Geld für Neubaustrecken mühsam erarbeitet hat.
Nach dem Fall des Fernbuslinienverbots könnten in Zukunft auch noch Fernbusse im unteren Preissegment für Konkurrenz sorgen, einfacher wird es dort also vermutlich kaum werden (allerdings kann man die leichter bezüglich Geschwindigkeit und Service angehen).
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