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Was ist das für ein "Experte"?

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  1. Was ist das für ein "Experte"?

    Autor Bassa 03.05.12 - 19:36

    Ja, die Frage, die sich mir stellt, steht schon im Topic.
    Was ist das denn für ein "Experte"?

    Um mal zu zitieren, was die Leipziger Volkszeitung zitiert (und Golem hier über Presseportal verlinkt):
    # "Weil Frau Schavan ein Durchschnittsfall der älteren Generation zu sein scheint, [...]" #
    Sie scheint zu sein?

    # Bestätigten sich alle Vorwürfe, so Weber, dann "hat Frau Schavan methodisch plagiiert, das heißt systematisch immer wieder ab- und umgeschrieben". #
    Bestätigten? Konjunktiv?

    # [...] sagte Weber nach einem ersten "akribisch durchgeführten" Textvergleich anhand der im Internet offen gelegten Quellen. #
    Akribisch?

    # [...] "denn im vergangenen Jahr hatte sie sich für Guttenberg geschämt und nun ist sie mutmaßlich selbst dran". #
    Mutmaßlich?

    Dieser "Experte" sagt also, er habe die Arbeit akribisch geprüft. Dennoch kann er nur sagen, dass Frau Schavan ein Durchschnittsfall zu sein scheint. (Interessant, so etwas nach Lesen EINER EINZIGEN Arbeit zu behaupten, und sowas hat einen Doktor? Vielleicht sollte man mal SEINE Arbeit überprüfen...) Dennoch kann er nur sagen, dass sich die Vorwürfe bestätigen müssen, denn er benennt diese Bestätigung im Konjunktiv. Das heißt, er hat sie nicht erbracht und offenbar hat sie auch niemand anderes bisher erbracht. Dennoch kann er nur sagen, dass sie mutmaßlich jetzt selbst erwischt wurde.
    Anders gesagt.. seine akribische Prüfung hat gar nichts erbracht, er sieht sich nicht in der Lage, eine Aussage zu treffen, aber dennoch wollte er einfach mal ihren Rücktritt fordern, weil sie nicht mehr haltbar ist. DA verwendet er nicht den Konjunktiv und das ist auch nicht mutmaßlich der Fall, das ist gesetzt. Egal, ob sie nun wirklich hat oder nicht.

    Wenn dieser "Experte" ein Hinweis auf das wissenschaftliche Arbeiten in Deutschland ist, dann ist es kein Wunder, dass so viele Plagiatoren gefunden werden. Die Leute, die das "professionell" prüfen sind offenkundig nicht in der Lage, klare Antworten aus ihren Prüfungen zu ziehen, aber dafür durchaus in der Lage, sich in die Öffentlichkeit zu drängen und irgendwelche Forderungen zu stellen, ohne dabei Fakten auf den Tisch zu legen.

    -----

    Ob Frau Schavan nun eine Plagiatorin ist oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Aber von jemandem, der für Gerichte prüft, ob jemand ein Plagiator ist, erwarte ich ein bisschen mehr als den Mist, den Herr Weber hier abgeliefert hat.
    FALLS sich zeigt, dass die Vorwürfe gerechtfertigt sind, dann ist sie definitiv im falschen Amt bzw. dann ist das wirklich doppelt bitter. Aber dafür sollte man erst einmal Beweise liefern und nicht Mutmaßungen äußern. Nein, mutmaßlich ist kein Grund für einen Rücktritt, ansonsten kann man ja jeden Politiker mit falschen Anschuldigungen aus dem Amt kegeln.

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  2. Re: Was ist das für ein "Experte"?

    Autor dossi 03.05.12 - 19:57

    +1

    Ein schöner kritischer und fundierter Beitrag.

    Unvollständig, zwar, aber das ist dem Ausgangsmaterial (und Ihrem Zeiteinsatz) geschuldet (und nicht Ihre Baustelle, vermute ich :D) ...

    Respekt,

    danke.

    /dossi

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  3. Re: Was ist das für ein "Experte"?

    Autor samy 04.05.12 - 00:06

    Ihr beiden seid die besten.. Ich glaub das ist ein und die selbe Person....

    Nebenbei gab es noch einen anderen Sachverständigen, der sich ähnlich geäußert hat.. Aber klar die wurden alle bestochen...

    -------------------------------------------------
    Für offene Standards
    -------------------------------------------------



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.05.12 00:07 durch samy.

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  4. Re: Was ist das für ein "Experte"?

    Autor 1st1 04.05.12 - 07:25

    Der "Experte" hat genau nichts selbst geprüft, er hat nur mal die Plag-Wikis angesehen, gesehen, dass es dort Fundstücke gibt, und dass das so ähnlich aussieht wie bei Guttenberg, und daraus hat er seine eigenen konjunktiven Schlüsse gezogen. Es wäre besser, solche Pseudoexperten würden sich zurückhalten, bis eine Prüfungskommission der entsprechenden Uni sich die Vorwürfe und die Arbeit angesehen haben, und die Vorwürfe bestätigen, oder nicht. Alles andere ist "Populismus".

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  5. Re: Was ist das für ein "Experte"?

    Autor VirtualInsanity 04.05.12 - 09:09

    Experte kann halt jeder sein, dafür muss man nichts lernen. Sieht man ja immer wieder, welche "Experten" uns die Medien präsentieren.

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  6. Re: Was ist das für ein "Experte"?

    Autor Bassa 04.05.12 - 09:27

    Davon hat keiner gesprochen.
    Aber Deine Lesekompetenz ist wohl eher gering, also dichtest Du Dir das, was Du liest, sowieso zu etwas anderem zusammen.

    Ich habe nur gesagt, dass dieser selbst ernannte (?) "Experte" seine Arbeit ordentlich machen soll und FAKTEN liefern soll, keine Mutmaßungen.
    Wenn eine Bildungs(!)-Ministerin bei ihrer akademischen Arbeit geschummelt hat, dann sollte die nie wieder auch nur Putzfrau im Ministerium werden dürfen. Aber das muss erst einmal klar sein.

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  7. Re: Was ist das für ein "Experte"?

    Autor bstea 04.05.12 - 11:33

    Es werden doch Fakten geliefert wo abschrieben, umformuliert, getrickst wurden ist.
    Die Frage ist, ob Vorsatz vorhanden war und ob es reicht eine Meldung an der Uni abzugeben.

    --
    http://www.heise.de/open/meldung/Linux-auf-dem-Desktop-Europa-fuehrt-1243708.html
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-Linux-auf-dem-Desktop-1404775.html

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