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Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

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  1. Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor Earlchaos 15.05.12 - 18:21

    Zum Beispiel suboptimale Lehrer, uninteressante Fächer, langweilige Unterrichtsstunden oder einfach keinen Bock auf die Scheiße und das eine oder andere Mal sicher auch Gruppenzwang.

    Wenn man den Eltern jetzt sofort damit auf den Sack geht, ist der Sache sicher geholfen.

    Wenn ich nie die Schule geschwänzt hätte, hätte ich mich sicher auch irgendwann mit dem vorzeitigen Entfernen meiner Gene aus dem Genpool beschäftigt (so wie jedes Jahr 1-2 an meiner Schule). Den Mist KANN man nicht jeden Tag 9-13 Jahre lang ertragen ohne Unterbrechung.

    Immer schön den Kids auf den Sack gehen und Druck machen hilft sicher! Mehr Hartz-4-24h-RTL-Konsumenten zu produzieren nämlich...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.05.12 18:23 durch Earlchaos.

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  2. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor bstea 15.05.12 - 18:36

    Auf was für eine Schule bist du denn gegangen?
    Wenn du damals nicht den Nerv hattest 4h zu ertragen, dass bist du sicherlich auch noch heute nicht ausbildungs-/arbeitsreif.

    --
    http://www.heise.de/open/meldung/Linux-auf-dem-Desktop-Europa-fuehrt-1243708.html
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-Linux-auf-dem-Desktop-1404775.html

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  3. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor d2kx 15.05.12 - 18:41

    Also in Fächern wie Religion, Kunst, Sport (je nach Lehrer) habe ich auch später regelmäßig geschwänzt. Die waren auch kaum auszuhalten. Habe trotzdem mein Abi und Studium.

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  4. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor lalale 15.05.12 - 19:06

    zum thema uninteressante fächer... für manche kinder ist so ziemlich ALLES uninteressant... oder wie ein schüler bei bearbeiten eines arbeitsblattes zur richtigen verwendung von s - ss- ß heute zu mir sagte... "wozu brach ich den scheiß?" oder ein anderer schüler bei übungen zum kleinen 1x1 " so nen kack brauch ich eh nie!"
    wenn man den schüler entscheiden lässt welcher stoff wichtig ist und welcher nicht bekommen wir ganz schnell probleme... das so mancher lehrplan überarbeitungsbedürftig ist... kein thema... aber dass ist doch eher im bereich der "höheren" schulen zu finden... im bereich der haupt- und förderschulen wird ja eh nur versucht absolute grundkenntnisse zu vermitteln... was schwer genug ist...
    und sich mal ne auszeit nehmen... kein thema... hab ich absolutes verständniss... aber dann doch bitte simulieren und zu hause bleiben...
    von automatischen erfassungs-und mitteilungssystemen wie hier angesprochen halte ich gar nichts...
    bei uns läuft das so: wenn ein fehlender schüler nicht bis halb 9 von seinen erziehungsberechtigten entschuldigt wurde wird versucht diese zu erreichen. falls das nicht möglich ist wird die polizei eingeschaltet... was dem mädchen das vor 2 jahren bei und mit dem fahhrad gestürtzt war und bewußtlos im straßengraben lag eventuell das leben gerettet hat...

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  5. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor motzerator 15.05.12 - 20:18

    > oder wie ein schüler bei bearbeiten eines arbeitsblattes
    > zur richtigen verwendung von s - ss- ß heute zu mir sagte...
    > "wozu brach ich den scheiß?"

    Ja die Frage ist doch berechtigt. Wenn das Kind nicht begreift,
    wozu es etwas lernt, wird der Lernerfolg ausbleiben. Ich hätte
    ihm gesagt:

    "Das brauchst Du, damit du Worte wie "Scheiß" in Facebook
    richtig schreiben kannst und nicht wie ein Depp da stehst."

    > oder ein anderer schüler bei übungen zum kleinen 1x1 "
    > so nen kack brauch ich eh nie!"

    Antwort: "Wenn dir der Typ im Kiosk für deine 7 Kaugummis
    für 5 ct das Stück immer 55 Cent kassiert und du nicht mal
    merken willst das er dich jedes mal um 20 Cent bescheißt,
    dann brauchst Du das nicht. Ansonsten ist das sehr nützlich."

    > wenn man den schüler entscheiden lässt welcher stoff
    > wichtig ist und welcher nicht bekommen wir ganz schnell
    > probleme...

    Bei den Basics sollte es keine Diskussion geben, dazu gehören für
    mich Rechtschreibung, Lesen, Grammatik, Grundrechenarten bis
    hin zum Dreisatz.

    Aber auch die Basics sind eben nur Basics, weil man sie im Leben
    ständig braucht.

    So gesehen passen deine Beispiele nicht, weil sie nur Basics zeigen.

    Aber schon beim Lesen geht es los: Warum müssen da die Kids
    durch die ganzen alten Klassiker geqält werden? Wen das nicht
    interessiert, der wird dort eh nichts lernen und ich wette, auch in
    den lustlosesten Kindern wird man viele Dinge finden, um sie zu
    motivieren.

    Wetten das dein kleiner Mathemuffel keinen Bock hat, jedes mal
    von Kumpels übers Ohr gehauen zu werden?

    Ich erzähl dir mal eine Sache, die ich in vielen Schuljahren nicht
    gelernt habe:

    Lernen habe ich nie gelernt. Wie motiviere ich mich, einen Mist
    zu lernen, den ich vielleicht brauche. Wetten das soetwas immer
    noch nicht auf dem Lehrplan steht?


    > das so mancher lehrplan überarbeitungsbedürftig ist... kein
    > thema... aber dass ist doch eher im bereich der "höheren"
    > schulen zu finden...

    Ich denke hier schreibt jeder mit seinem Background und die
    meisten kommen wohl eher von Realschulen und Gymnasien,
    die hier diskutieren.

    > im bereich der haupt- und förderschulen wird ja eh nur
    > versucht absolute grundkenntnisse zu vermitteln... was
    > schwer genug ist...

    Was meiner Meinung auch daran liegt, das absolut sinnvolle
    Fragen nicht beantwortet werden.

    Es gibt keine wichtigere Frage eines Schülers als:

    "Warum soll ich den Quatsch lernen".

    Und wenn die Lehrkraft dafür keine guten Antworten und
    Argumente hat, kann das nichts werden.

    Sich in ein neues Thema rein zu arbeiten, ist nicht leicht,
    wenn man dann nicht mal weis, was es dafür für einen
    Lohn gibt, warum sollte man das tun?

    In der Schule habe ich in Englisch lange Zeit Fünfen und
    Sechsen geschrieben. Weil ich keinen Grund hatte, diese
    Sprache zu lernen und es mir keinen Spass machte.
    Erst durch mein privates Interesse an Rockmusik, später
    an Pen & Paper Rollenspielen und Computertechnik habe
    ich Englisch gebraucht und gelernt.

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  6. +1

    Autor Satan 15.05.12 - 20:46

    Sehr gut geschrieben und volle Zustimmung!

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  7. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor __destruct() 15.05.12 - 22:03

    Ack. Und jetzt soll mir mal jemand erzählen, wozu ich diese beschissene Gedichts-, Kurzgeschichten- und Was-sonst-noch-alles-Interpretation lernen soll. Ich bin in der 11. Klasse und habe in Deutsch zuletzt in der siebten Klasse etwas Sinnvolles gelernt. Am Anfang der achten war vll. auch noch was, das nützlich sein kann, das weiß ich aber nicht mehr so genau. Danach auf keinen Fall.

    Es klingt vielleicht komisch, aber ich will tatsächlich Rechtschreibung, Grammatik und den ganzen Mist lernen und damit bin ich in meiner Klasse nicht allein. Das würde ich wenigstens nach der Schule noch mal anwenden können.

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  8. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor Mingfu 15.05.12 - 22:44

    __destruct() schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ack. Und jetzt soll mir mal jemand erzählen, wozu ich diese beschissene
    > Gedichts-, Kurzgeschichten- und Was-sonst-noch-alles-Interpretation lernen
    > soll. Ich bin in der 11. Klasse und habe in Deutsch zuletzt in der siebten
    > Klasse etwas Sinnvolles gelernt. Am Anfang der achten war vll. auch noch
    > was, das nützlich sein kann, das weiß ich aber nicht mehr so genau. Danach
    > auf keinen Fall.

    Was ich jetzt sage, glaubst du mir zwar sowieso nicht, aber ich mache es trotzdem einfach mal: Ich dachte damals genauso. Gerade in Deutsch - dieser ganze Mist und was dort zusätzlich noch alles an todlangweiligen Sachen gelesen werden musste...

    Heute sehe ich das etwas anders. Gerade die Interpretationen stärken die Aufmerksamkeit für Sprache. Wie werden bestimmte Dinge sprachlich erreicht? Warum wirken sie? Wenn du dazu mal einen - wenn auch nicht ganz unpolemischen - Zugang finden willst, schaue dir mal den Vortrag von Martin Haase auf dem 28C3 an:

    > http://www.youtube.com/watch?v=baU3o4LQ3Uw

    Der zeigt, warum es sich lohnen kann, auf Sprache zu achten.

    Die konkreten Untersuchungsgegenstände in der Schule in Form der Gedichte, Romane, Kurzgeschichten, ... sind da erstmal nur Mittel zum Zweck. Aber auch darüber kann man im Nachhinein nur froh sein: Denn ganz ehrlich - freiwillig hätte man das alles nach der Schule nicht mehr gelesen. Das klingt zwar merkwürdig: Wenn man es nicht freiwillig lesen würde, warum soll man dann froh sein, es zwangsweise zu lesen? Weil einfach ein Stück Allgemeinwissen fehlen würde und das meine ich ernst - es würde wirklich fehlen! Man verstünde Anspielungen nicht, man könnte selbst nicht ab und an ein paar entsprechende Einstreuungen vornehmen, man könnte sich nicht erinnern, wie schön das teilweise ausgedrückt oder gedacht ist - man wäre geistig wirklich ärmer.

    Das alles kannst du gern abstreiten und als Unsinn zurückweisen - ich hätte es damals auch getan und gesagt, dass es einem selbst überhaupt nichts gibt. Die Erkenntnis kommt erst später (bei einigen vielleicht auch nie, kann sein) - und leider, oder auch zum Glück, bekommen sie unsere damaligen Lehrer oft nicht mit.

    Sicher, es gibt auch einfach Mist dabei, was in der Schule eingetrichtert wird (ich möchte lieber auch nicht mehr wissen, was ich damals inhaltlich an Interpretationen abgeliefert habe, weil der Lehrer das so erwartete...). Aber im Nachhinein, und mit einigem Abstand betrachtet, ist das doch erstaunlich wenig völlig Unbrauchbares. Nicht selten erwischt man sich, wie man sagt, man hätte sogar mehr gebraucht...

    Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen, dass das damals Perlen vor die Säue geworfen waren. Man kann es zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht erkennen, weil ein Stück Lebenserfahrung fehlt. Das klingt total abgedroschen, aber es ist einfach so. Das Schönste ist aber, wenn dann mit der Zeit die Erfahrung kommt und man in der Lage ist, es so zu erkennen. Das ist großartig, aber man kann es nicht vor der Zeit erzwingen. Und so freue ich mich auch schon auf Dinge, die ich heute als Mist betrachte - mal schauen, wie ich das dann in 10 oder 20 Jahren sehen werde...

    Aber schimpfe nur weiter über das, was du im Moment in der Schule lernst! Das ist vollkommen in Ordnung. Lehrer müssen damit leben, dass ihre Saat erst spät, manchmal nie aufgeht. Falls überhaupt Anerkennung kommt, dann erst später - viel später. Und komischerweise ändern sich sogar die Ansichten über die damaligen Lehrer selbst - die, die man als Schüler ganz OK und lässig fand, werden vielleicht auf einmal nur noch zu Dünnbrettbohrern, während man erst jetzt die Leistung derer erkennt, die man als total ätzend empfunden hat (gut, in vielen Fällen bleiben die auch nachher noch ätzend).

    Das ist das Tolle am Leben - neue Erfahrungen eröffnen völlig neue Zugänge und Ansichten...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.05.12 22:49 durch Mingfu.

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  9. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor murphystyle 15.05.12 - 22:56

    Zitat:
    >Ack. Und jetzt soll mir mal jemand erzählen, wozu ich diese beschissene Gedichts-,
    >Kurzgeschichten- und Was-sonst-noch-alles-Interpretation lernen soll. Ich bin in der
    >11. Klasse und habe in Deutsch zuletzt in der siebten Klasse etwas Sinnvolles gelernt.
    >Am Anfang der achten war vll. auch noch was, das nützlich sein kann, das weiß ich aber
    >nicht mehr so genau. Danach auf keinen Fall.

    Also eine Interpretation von Texten z.b. Gedichten kurzgeschichten sind sinvoll für ein gutes Textverständnis. Je nachdem was dein werdegang sein wird, ist es sinvoll ein gutes Textverständnis zu haben, um zu wissen, wie ein text von anderen Interpretiert werden kann. Das könnte nützlich sein wenn du in einer PR agentur, inner politik, werbeagentur arbeitest.

    Durch die Interpretationen kann man eine neue Sichtweise auf ein geschriebenen text bekommen. Falls man Jura studieren möchte, muss man sich durch paragraphen lesen die so komplex geschrieben sind, das man einige wörter interpretieren muss um herauszufinden was dieses gesetz alles befasst.

    Wenn man dies gut drauf hat, hat man es ein wenig einfacher im studium.

    Also vieles was man in der schule lernt ist sinnvoll, es kommt aber auf das anwendungsgebiet an, dass man ausführen möchte. Dadurch sind einige Inhalte die man in der Schule lernt sinvoller als andere

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  10. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor Born2win 16.05.12 - 02:04

    Wie in meinem Fall, ich habe aus Protest gegen die nicht vorhandene Trennung von Staat und Kirche, den Religionsunterricht der 9. und 10. Klasse nur so lange besucht, bis ich die Anwesenheitsquote erreicht hatte, dies galt auch für den Ethik Unterricht, welcher immernoch als "Ersatz" für den Religionsunterricht definiert ist, somit in Abhängigkeit vom Wunsch der Glaubensausübung einer kleinen, nicht repräsentativen Gruppe steht.
    Mein Abi habe ich trotzdem gemacht (1,6) und das gute Gefühl für meine Sache ein gestanden zu haben.
    Ein Ort des Wissens und die Kirche, passen nun einfach einmal nicht zusammen.
    Heute würde ich mich nicht anders entscheiden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.05.12 02:07 durch Born2win.

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  11. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor Mingfu 16.05.12 - 07:52

    Du magst dir damit zwar schön rebellisch vorkommen, das ist sogar nachvollziehbar. Ja, damals dachte man nicht selten selbst, dass man diesen "Ethik-Mist" nur machen muss, weil es diesen dummen Religionsunterricht gibt - aber auch dazu kann man eine andere Meinung gewinnen.

    Ich bin auch kein Fan des Religionsunterrichts. Der ist ein Relikt der Vergangenheit, passt nicht zur Trennung von Kirche und Staat und privilegiert nur wenige Religionen, weil nur diese Zugang bekommen. Das kann man in meinen Augen zu Gunsten eines verpflichtenden Ethik-Unterrichts abschaffen (ich habe mir erzählen lassen, dass der Religionsunterricht gar nicht so weit vom Ethikunterricht weg liegt - nur ggf. etwas religiöser eingefärbt - viel verlieren also selbst Religionsunterrichtsbefüworter nicht).

    Denn das Potential, welches im Ethikunterricht liegt, ist einfach Wahnsinn. Die Kernbestandteile mit einer Übersicht über die Weltreligionen und einem historischen philosophischen Abriss (zumindest laut unserem damaligen Lehrplan) sind unglaublich wichtig und hilfreich, auch wenn man selbst nicht religiös ist oder Religion komplett ablehnt.

    Den einzigen Vorwurf, den ich machen muss, ist, dass meine damalige Lehrerin diesen Schatz so unglaublich schlecht genutzt hat: Es wurde sich in Details verrannt, weil nur so faktenprüfbarer Klausurstoff zu gewinnen war. Dabei käme es doch gerade bei diesen Themen so sehr auf sogar fächerübergreifende Zusammenhänge an...

    Auch wenn aber die Präsentation nicht stimmte und auch wenn Ethik im Moment oft nur als Anhängsel des Religionsunterrichts betrachtet werden kann - die dort vermittelten Inhalte sind später wirklich nutzbar und hilfreich. Für das Verstehen geschichtlicher, teilweise sogar aktueller politischer Ereignisse, spielt Religion oftmals eine Schlüsselrolle. Und Philosophie ist als Grundlage vieler anderer Wissenschaften dermaßen von Bedeutung - ich fürchte, dass damit der durchschnittliche Ethiklehrer meilenweit überfordert ist. Da bräuchte es dann wohl pro Schule einen Harald Lesch (wobei der auch nur einen Teilaspekt der Philosophie abdecken kann)... ;-)

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  12. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor cry88 16.05.12 - 08:50

    also bei uns im religionsunterricht sind wir eigendlich nur die hauptreligionen durchgegangen und haben uns auch über hintergründe unterhalten (z.B. warum schweinefleisch bei einigen verboten ist). Der Rest war sonst identisch zum ethik unterricht

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  13. [ + + ]

    Autor fratze123 16.05.12 - 09:29

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Aber schon beim Lesen geht es los: Warum müssen da die Kids
    > durch die ganzen alten Klassiker geqält werden?

    Die große Frage ist: wer bestimmt denn, was ein "Klassiker" ist? In der Regel irgendwelche selbstverliebten pseudointellektuellen "Kultur ist wichtig"-Spinner.
    Mal ganz davon abgesehen, dass Shakespeare, Goethe, Schiller und Co. Bühnenwerke geschrieben haben, die gar nicht zum Lesen und Auswerten gedacht sind. Niemand würde auf die Idee kommen, dass das Drehbuch zu einem Film das eigentliche Werk wäre. Es ist nur Mittel zum Zweck.
    Wenn diese tolle Dramen wenigstens eine spannende Handlung hätten... Bei den meisten muss man ja schon froh sein, wenn sich zwischen dem endlosen Gelaber überhaupt eine nennenswerte Handlung versteckt.
    Ein noch schlimmeres Verbrechen war "Effi Briest". Mir erschließt sich schon nicht, was man für Probleme haben muss, um so einen Dreck auf Papier zu bringen - noch weniger verstehe ich, wieso es Leute gibt, die sowas lesen wollen. Das ist unter Groschenheft-Niveau.

    > "Warum soll ich den Quatsch lernen".

    Das muss man mal beim Thema Integralrechnung fragen. :)
    Unsere Lehrerin hat sich ein paar Tage Bedenkzeit erbeten und uns tatsächlich Anwendungsbeispiele liefern können. Hat zwar nur ansatzweise überzeugt, aber immerhin. :)

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  14. [ + + ]

    Autor fratze123 16.05.12 - 09:30

    so sieht's aus.

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  15. Bist du Deutschlehrer? Streber? Oder was ist deine Motivation?

    Autor fratze123 16.05.12 - 09:49

    Wenn an deinen Behauptungen irgendwas dran ist, stellt sich die Frage, wie die Menscheit Millionen Jahre Evolution ohne Interpretationswahnsinn im Deutsch-Unterricht überstehen konnte.
    Allgemeinwissen wird überbewertet.
    "Anspielungen" muss man nicht verstehen. Wenn jemand etwas will, soll er es sagen. Niemand mag Sprücheklopfer.

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  16. Bei Interpretationen im Deutschunterricht geht es nicht um Textverständnis.

    Autor fratze123 16.05.12 - 09:53

    Es geht darum, die Meinung des Deutschlehrers möglichst genau zu erahnen und sich entsprechend einzuschleimen.
    Im Zweifelsfall erreicht man das schon, wenn man den Autor des behandelten Werkes über alle Maßen lobt und dafür irgendwelche Belege aus dem Hut zaubert, denn die meisten Deutschlehrer behandeln keine Werke, die sie nicht mögen.

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  17. [ + + ]

    Autor fratze123 16.05.12 - 09:55

    Das ist ja beinahe sowas wie "Zivilcourage".

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  18. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor Earlchaos 16.05.12 - 10:02

    lalale schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > zum thema uninteressante fächer... für manche kinder ist so ziemlich ALLES
    > uninteressant...

    Ist ja auch klar. Wenn ich die Kids nicht abhole dort wo sie sind und sie nicht begeistern kann oder will, weil ich denke, ich mach das eh nur bis zur Frührente und die doofen Blagen haben zuzuhören, können die sich für nichts interessieren!

    Ich werde den Religionsunterricht in der Berufsschule 2. Klasse nie vergessen. Kam der Lehrer rein "Hallo, ich will zum Ende des Halbjahres von euch einen Aufsatz über irgendwas". Wie kann ich so einen Menschen ernst nehmen? Den Rest der Zeit wollte der scheinbar mit uns reden, über alles mögliche, ich habe mich der Teilnahme an dem Quatsch schlicht entzogen.

    Was ich sagen will - Lehrer ist eigentlich ein toller Beruf - man hat viel unnützes Wissen in 18 Jahren Lebenszeit (12-13 Jahre Gymnasium, 4-6 Jahren Oxydation an der Unität) gesammelt und da sitzen Kids, die gerne was lernen würden. Weil Kinder von Geburt an neugierig sind. Und was gibts in der Schule? Nix mit Neugier befriedigen. Frontalunterricht, die Fragen gibts vom Lehrer und die Antworten gleich dazu. Kreativität ist nicht gefordert, meist nicht mal im "Kunst"-Unterricht (da hatte ich in 11 Jahren Schule 1mal eine interessante Lehrerin...). Das Beste war immer noch mein "Kunstlehrer" in der 9. und 10. Klasse. Malt eine Sonne, die soll Gelb sein, ungefähr halb so groß wie das Blatt und der Hintergrund blau. Wer dem Idioten dann einen gelben Kreis auf blauem Hintergrund gemalt hat und die Proportionen stimmten ODER ein Mädchen war, bekam eine 1. Interpretationsspielraum gabs nicht. ER bestimmte, wie eine Sonne aussieht. Dabei ist er in seinem Leben kaum aus seinem Kuhkaff rausgekommen.


    Schule bietet große Chancen für Lehrer und Schüler aber dann muss so mancher Lehrer erst mal lernen, die Kids abzuholen und mitzunehmen/sie zu begeistern. Das ist in meiner gesamten Schulzeit nur ein paar Mal passiert.

    Gott sei Dank ist das alles schon 30 Jahre her. Nach dem erfolgreichen Abschluß meiner Ausbildung sagte ich mir "Nie wieder Schule" - inzwischen bin ich angestellter Softwarearchitekt - einfach weil ich mich schon immer mit dem befaßt habe, was mich interessiert.

    Gruß

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  19. Re: Wenn die Kids die Schule schwänzen, wird das seine Gründe haben!

    Autor Freepascal 16.05.12 - 10:21

    > In der Schule habe ich in Englisch lange Zeit Fünfen und
    > Sechsen geschrieben. Weil ich keinen Grund hatte, diese
    > Sprache zu lernen und es mir keinen Spass machte.
    > Erst durch mein privates Interesse an Rockmusik, später
    > an Pen & Paper Rollenspielen und Computertechnik habe
    > ich Englisch gebraucht und gelernt.

    Da hast du das Problem erkannt. Als du klein warst, dachtest du, dass du nie Englisch brauchst. Ich verwette Haus und Hof darauf, dass, wenn du das formuliert hast, deine Eltern eine Antwort gegeben haben wie: "Damit kannst du dich auf der ganzen Welt verständigen" oder "Englisch ist die Computersprache". Was sagt das Kind darauf? "Ich bleibe aber in Deutschland und auf meinem PC ist alles auf deutsch!!!" Erst als du selbst einen weiteren Blick auf die Welt hattest, hast du gemerkt, dass deine Eltern und Lehrer doch Recht hatten und Englisch zu lernen eine wichtige Sache ist. Hättest du einfach deinen Eltern oder Lehrern geglaubt, hättest du die Chance gehabt, von ihnen zu lernen, leider hast du sie nicht genutzt.

    Solche Beispiele sind vielfältig. Ob es der Klavierschüler ist, der keine Tonleitern üben möchte, der Grundschüler, der keine Gedichte auswendig lernen möchte, oder der Erstsemesterstudent, der keine Integrale oder Differentialgleichungen lösen möchte. Ich selbst merke teilweise erst Jahre nach dem Studium, wofür gewisse Vorlesungen gut waren, die mir damals wie Beschäftigungstherapie vorkamen.

    Ob Grundschüler, Musikschüler, Student oder Karateschüler, es gilt: Ein Schüler kann nicht von Beginn an beurteilen, welches Wissen er benötigt, da er einen geringeren Horizont als der Lehrer in einem Fachgebiet hat. Sucht er sich selbst aus, was sinnvoll zu lernen ist und was nicht, bleibt er innerhalb seiner Grenzen, da er nur innerhalb ihrer Entscheidungen fällen kann. Und er entwickelt sich nur in seinen Grenzen, da er darüber hinausgehende Wege nie gezeigt bekommt. Notwendig ist eine gewisse Selbstrücknahme, um das anzunehmen, was ein Lehrer anbietet. In einer immer egozentrischeren Gesellschaft fällt soetwas natürlich schwer.

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  20. Re: Bist du Deutschlehrer? Streber? Oder was ist deine Motivation?

    Autor Mingfu 16.05.12 - 10:27

    Ich habe mal die Reihenfolge etwas verändert:

    fratze123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Allgemeinwissen wird überbewertet.
    > "Anspielungen" muss man nicht verstehen. Wenn jemand etwas will, soll er es
    > sagen. Niemand mag Sprücheklopfer.

    Das ist ja gerade das Schöne an Anspielungen: nicht jeder versteht sie (sofort). Man kann damit auf einer Metaebene eine ganz andere Botschaft transportieren, die Außenstehenden verborgen bleibt - und das kann durchaus beabsichtigt sein und gezielt eingesetzt werden. Es kann deshalb sein, dass wichtige Informationen an einem vorbei gehen, weil einem selbst das Wissen fehlt, gewisse Dinge richtig zu deuten.

    Um mal ein Beispiel zu nennen: In der DDR hatte das eine ganz praktische Relevanz. Politisches Kabarett in der DDR arbeitete fast nur mit Anspielungen, da jede direkte und offene Kritik zensiert worden wäre - ggf. auch zu Berufsverbot oder Schlimmeren für den Autor geführt hätte.

    Aber auch heute bedient sich z. B. die Politik gern solcher Mittel. Das hängt damit zusammen, dass man manche Dinge aus taktischen Gründen nicht direkt offen sagen kann ohne z. B. die eigene Verhandlungsposition hinterher zu schwächen. Das magst du, ganz im Einklang mit den Piraten, als unerwünschtes "Politikersprech" abtun, was wirklich keiner braucht - aber Politik oder auch Wirtschaft funktioniert nun mal so und man selbst sieht schnell alt aus, wenn man es selbst nicht zu deuten und zu nutzen weiß.

    > Wenn an deinen Behauptungen irgendwas dran ist, stellt sich die Frage, wie
    > die Menscheit Millionen Jahre Evolution ohne Interpretationswahnsinn im
    > Deutsch-Unterricht überstehen konnte.

    Die Menschheit konnte auch zehntausende von Jahren ohne elektrischen Strom, ohne fließendes Leitungswasser und ohne Kanalisation auskommen. Ich wette, du hättest schon nach wenigen Tagen Probleme...

    Wenn du mit dem Wissen eines Höhlenmenschen durch die Welt laufen willst, dann ist das deine Entscheidung. Allerdings wäre das an die momentanen Lebensumstände nicht sonderlich angepasst. Dir würde vieles an Wissen fehlen, während sich das, was du eventuell weißt, als vollkommen nutzlos herausstellt: Das Wissen eines erfahrenen Mammutjägers erübrigt sich heute mangels Mammuts.

    Wissen ist also immer etwas, was der jeweiligen Zeit angepasst sein muss. Demzufolge sind Argumentationen a la "es ging Jahrtausende ohne" ziemlich sinnlos.

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