"Wenn das nicht nicht aufhört, dann mach ich irgend etwas!"
Das gibt mir als aufmerksammer Zuhörer/Leser den Eindruck, dass jemamand mit dem was ihm gerade passiert nicht einverstanden ist, die Androhung einer Konsequenz soll dieses Unbehagen unterstreichen, impliziert aber nicht einen schon geplanten Vollzug einer Handlung (das kann schon Strafbar sein).
So verstehe ich mitunter auch schreiben von Ämtern und Anwälten, die bitten mich auch nicht sondern versuchen mich mit ihrer Meinung und zusätzlich mit Nennung von möglichen Konsequenen zu verunsichern und so mich dazu zu bewegen ihrer Aufforderung nachzukommen.
Es scheint also legitim _mögliche_ Konsequenzen anzukündigen, warum sollte man diese Freiheit irgend jemandem verwehren?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.05.12 07:10 durch Moe479.
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Moe479 schrieb:
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> Es scheint also legitim _mögliche_ Konsequenzen anzukündigen, warum sollte
> man diese Freiheit irgend jemandem verwehren?
Weil die angekündigten Konsequenzen ihrerseits legitim sein müssen?
Wenn Dir Ämter Konsequenzen ankündigen, stehen diese idR nicht im Widerspruch zu einschlägigen Gesetzen, d.h. es wird Dir kaum ein Amt androhen, daß jemand bei Dir mit ner Axt die Inneneinrichtung (und Dich) zerlegt.
Die Ankündigung einer Straftat (worunter ein Amoklauf ja wohl fällt) ist was anderes - und es gab ja schon genügend Amokläufe von Schülern, daß man da heutzutage doch ein wenig genauer hinsieht. Man stelle sich das Gejaule vor, wenn so was ignoriert wird und tatsächlich was passiert ...
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Natürlich sollte man genauer hinsehen, keine Frage. Die Frage ist, ob ein Richterspruch und die Verurteilung zu Sozialstunden in diesem Fall als sinnvoller zu bewerten ist, als ein klärendes Gespräch mit dem Schüler. Hier wird das Mobbing eigentlich nur noch zur Perfektion getrieben. Der Gedanke, wirklich einen Amoklauf zu begehen, wird so noch eher genährt, anstatt ihn zu bekämpfen, denn jetzt sitzt der Kerl erst recht in der Sch**** und das kann doch nicht das erklärte Ziel gewesen sein.
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Flying Circus schrieb:
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> Die Ankündigung einer Straftat (worunter ein Amoklauf ja wohl fällt) ist
> was anderes -
Hmmm... AFAIK muss eine solche Ankündigung, damit sie strafrechtlich relevant wird, schon sehr konkret sein. Unter "Amok laufen" kann man recht viel verstehen, vom Massaker an der Plüschtiersammlung der kleinen Schwester bis zum Massenmord an der Schule, eine konkrete Straftat wird hier also keinesfalls angekündigt.
> und es gab ja schon genügend Amokläufe von Schülern, daß man
> da heutzutage doch ein wenig genauer hinsieht.
Und dieses "genauer hinsehen" bedeutet dann, den gemobbten auch noch zu verknacken? Tolle Idee.
> Man stelle sich das Gejaule
> vor, wenn so was ignoriert wird und tatsächlich was passiert ...
Wer redet denn von ignorieren? Nur die Reaktion darauf war grottenfalsch. Ein kurzes Gespräch mit dem Vertrauenslehrer wäre sehr viel sinnvoller gewesen.
Gruß
Tantalus
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Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.
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Flying Circus schrieb:
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> Moe479 schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
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> > Es scheint also legitim _mögliche_ Konsequenzen anzukündigen, warum
> sollte
> > man diese Freiheit irgend jemandem verwehren?
>
> Weil die angekündigten Konsequenzen ihrerseits legitim sein müssen?
> Wenn Dir Ämter Konsequenzen ankündigen, stehen diese idR nicht im
> Widerspruch zu einschlägigen Gesetzen, d.h. es wird Dir kaum ein Amt
> androhen, daß jemand bei Dir mit ner Axt die Inneneinrichtung (und Dich)
> zerlegt.
Richtig. Und wenn jede Todesdrohung, die jemals geäußert worden ist, auch zu einem Tod geführt hätte, gäbe es keine Menschen mehr. Man sollte auch so etwas berüchsichtigen.
> Die Ankündigung einer Straftat (worunter ein Amoklauf ja wohl fällt) ist
> was anderes - und es gab ja schon genügend Amokläufe von Schülern, daß man
> da heutzutage doch ein wenig genauer hinsieht. Man stelle sich das Gejaule
> vor, wenn so was ignoriert wird und tatsächlich was passiert ...
Davon war nicht die Rede. So etwas sollte man nicht ignorieren, aber ein Mobbingopfer auf diese Weise öffentlich vorzuführen ist natürlich der richtige Weg. Erstens wurde der Junge jetzt vom Richter fertig gemacht und zweitens kannst Du davon ausgehen, dass der Richter den Mobbern damit erst richtig Munition geliefert hat. Die Gefahr, dass der Junge tatsächlich Amok läuft, wurde von diesem Richter massiv erhöht.
Tut mir leid, aber manch Richter hierzulande gehört nicht auf den Richterstuhl sondern auf den Platz des Angeklagten.
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Bassa schrieb:
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> Richtig. Und wenn jede Todesdrohung, die jemals geäußert worden ist, auch
> zu einem Tod geführt hätte, gäbe es keine Menschen mehr. Man sollte auch so
> etwas berüchsichtigen.
Das Rechtssystem hat aber nichts mit "gesundem Menschenverstand" zu tun. Nur mit Buchstaben und Satzzeichen des Gesetzestextes.
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Irgendwie muss da doch manchmal sowas aufblitzen, sonst wären schon viel mehr Leute wegen sowas verurteilt worden... andererseits... vielleicht gibt es da auch nicht so viele Anzeigen zu. Man weiß es nicht.
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