Es ist Ihnen einen Artikel wert, wenn Blogger XY gegen das Urheberrecht einen Kommentar verfasst, es ist Ihnen aber keinen Artikel wert, wenn sich ein Politiker oder sonstwer FÜR Urheberrechte ausspricht.
Andere wirtschaftliche und politische Dimensionen von z.B. Acta wurden von Ihnen in keinem Artikel nennenswert erwähnt, wobei diese aber unweigerlich dazugehören.
Ich spreche mich dabei nicht für Acta aus, betrachte solch schwierige Fragestellungen jedoch gerne aus so vielen Perspektiven wie nur möglich und dass ich dabei bei diesem (im IT-Sektor ja sehr relevanten) Thema lieber auf Tageszeitungen zurückgreife, als auf Ihr Magazin, sollte Ihnen zu denken geben, denn ich nehme an, ich bin dabei kein Einzelfall.
In Berichten über eine positive Wertung des Urheberrechts oder Acta, lässt sich stets durch einen sarkastischen Unterton die Meinung Ihrer Journalisten herauslesen.
Journalismus heist eigentlich, die Dinge von allen Seiten her zu beleuchten und nicht sie ins rechte Licht zu rücken, auch wenn dies bedeutet, den eigenen Reportern dabei mehr auf die Finger schauen zu müssen.
Ich schätze Ihr Magazin wirklich sehr und ich würde es schade finden, wenn Sie Ihre sonst so hohe Qualität verlieren würden.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.05.12 04:05 durch Mr. Banana.
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Hallo Herr Banana,
wissen Sie was Polemik ist.
Schlagen Sie es nach und sie wissen, was sie gerade über Politik gelernt haben.
Wenn ein IT'ler behauptet: "Das mit dem Urheberrecht in den neuen Medien(kanälen) ist anders, als noch mit Büchern und Schallplatten" - dann verhallt das ungehört.
Wenn ein Politiker in Gremien jedoch himmerlschreienden Blödsinn in üblicher Polemik dem "dummen Volke" verkaufen, dann steht das morgen in jeder Tageszeitung - die Sie sich dann auch noch kaufen müssen (gutes Beispiel. Golem: Für Lau, "Die Welt" für Geld).
Wir sind heute in der Situation, in der wir sind, eben weil vor gut 20 Jahren keiner auf die dummen ITler gehört hat, weil sie kein populäres Podium hatten auf dem ein Politiker oder auch ein "Urheber" ihnen zugehört hätte.
Damals wie heute wird nämlich in der Lobbyarbeit nur bearbeitet, was populär ist, nicht was problematisch werden könnte.
Das ist wie damals bei der Titanic. Ein IT'ler schrie: Fahr nich so schnell, hier ist Eis!
Und Captain Smith meinte: Lass mich in ruh, ich schipper seit 30 Jahren durch die politische See.
Und heute, wo die ersten 5 Abteilungen vollgelaufen sind, da sagen die Schiffseigner: Die ITler sind mit schuld, die haben ja die Schiffahrt erfunden. Die IT'ler wiederum schimpfen auf den Kapitän und seine Mannschaft, während der sich sinnlose Befehle seitens der First-Class-Passagiere zusäuseln lässt. Ins Gras beist am Ende der Großteil der dritten Klasse, während die First-ies Bücher über die Katastrophe schreiben.
Cpt. Smith wollte schnell über den Ozean, nicht weil es sinnvoll ist, sondern um das blaue Band zu kassieren, was ihn und seine Part... sorry, ... Reederei sehr populär gemacht hätten.
Auch typisch politisch: Am Ende wurde Cpt. Smith am Sinken die Alleinschuld gegeben. Praktisch niemand von der White-Star-Line war mit dran. Davor ist danach, bis auf ein Paar Dritte-Klasse-Passagiere....
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Herr Orthmann, ich muss Ihnen völlig zustimmen.
Das Urheberrecht im IT-Bereich ist eine der größten Herausforderungen die die Gesetzgeber weltweit momentan zu meistern haben. Auf der einen Seite wollen die Geldgeber für ihr investiertes Kapital soviel Gewinn, wie er in anderen boomenden Branchen abfällt (sonst wechselt man halt Branche), auf der anderen Seite machen diese Regelungen schon längst keinen Sinn mehr.
Die Absurdität wird auf die Spitze getrieben, indem man jederzeit und überall die Möglichkeit hat, das Urheberrecht ohne großen Aufwand und Risiko erwischt zu werden zu umgehen.
Die Thematik wurzelt jedoch noch tiefer. IT ist heutzutage in quasi jedem dritten Produkt zu finden, welches auf den Markt kommt und hat dabei Wünsche und Nutzen kreiert, die vorher so garnicht existierten, was weltweit wiederum einen Wirtschaftsboom auslöste, aufgrund den wir heute alle Arbeit, Wohnung, Essen und dann noch jede Menge Luxus haben. Dies war jedoch nur möglich, indem soviel Geld in diesen Sektor gepumpt wurde, was wiederum nur in Erwartung hoher Renditen passiert ist und passieren wird. Offene Software ist nämlich nicht immer im Interesse der Geldgeber und Großunternehmen, wie man z.B. auf Android-Mobiltelefonen sehen kann. Doch leider sind genau die es, welche zum Großteil Innovation generieren, wie man widerum bei Android gut beobachten kann - vorher kommt (normalerweise!) das proprietäre Programm und erst im Anschluss kommt der Open Source "Nachbau", den es ohne die proprietäre Variante wohl erst einige Jahre später gegeben hätte.
Dies was ich eben erläutert habe, ist eine Gedankenlinie in einer vieldimensionalen Fragestellung über das Urheberrecht, die natürlich meistens kaum zusammenpassen.
Mit der Polemik haben sie recht und es ist auch sinnvoll als Sektor zusammen auf den Gesetzgeber Druck auszuüben, doch weiß ich leider nicht, ob gerade ein sonst so unparteisches Nachrichtenmagazin dafür verwendet werden sollte, oder ob man bei den Piraten und in sozialen Netzwerken wohl nicht besser bedient wäre.
Ich würde mich einfach freuen auch einmal eine Stellungnahme eines Geschäftsführers von z.B. EA, Samsung, Google usw. zum Thema Urheberrecht zu lesen.
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