Ich erzähle den Kiddies immer: "Die Welt teilt sich auf in Menschen, die was machen und viel Geld dabei verdienen, und die doofen, die immer nur konsumieren und viel Geld loswerden dabei.
Was kostet denn eine Filmkamera in HD-TV Auflösung? 100¤? Was kostet ein Schneid Programm unter Linux? 0¤? Was kostet Blender oder Crytek SDK, um selber Games zu machen? 0¤?
Man kann heutzutage von Eltern erwarten, daß sie ihre Kinder dazu befähigen und zum selber machen animieren. Die Zeiten des Konsums von Nintendo ... Playstation - Games sind ja nun wohl wirklich vorbei, oder?
Squeak, Snap, Scratcb, BYOB z.B. sind kostenlose Lernprogramme, wo Kinder mittels Logikkacheln, die sie mit der Maus umherschubsen, programmieren lernen... Ideal auch für Schulen.
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Schön. Aber was hat das mit dem Thema zu tun?
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Was ist daran schwer zu verstehen? Die sollen keine Filme raubkopieren, sondern selber welche machen, sie sollen keine Musik illegal downloaden, sondern selber komponieren, keine Games kaufen, sondern selber welche produzieren!!!!
Daraufhin müssen Eltern einwirken!!!
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Scratch kannte ich noch gar nicht, bin erst durch deinen Thread (den ich übrigens gut finde) drauf aufmerksam geworden. Mit sowas sollten Kinder sich tatsächlich beschäftigen. Nicht nur, dass sie heutzutage sog. "Digital Natives" sein müssen, sondern sie lernen dabei sicherlich auch Sachen, die nicht nur mit Programmierung zu tun haben, sondern mit Logik im Allgemeinen.
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Ist ja nicht so, als ob man entweder nur produzieren oder konsumieren kann...
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Guido Stepken schrieb:
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> Was ist daran schwer zu verstehen? Die sollen keine Filme raubkopieren,
> sondern selber welche machen, sie sollen keine Musik illegal downloaden,
> sondern selber komponieren, keine Games kaufen, sondern selber welche
> produzieren!!!!
>
> Daraufhin müssen Eltern einwirken!!!
Aha, soweit so gut, dann müssen die Eltern aber auch paar Mio ¤ Kredit aufnehmen, um den nächsten Blockbuster des Filius finanzieren zu können, denn die Tricktechnik, Weltstars und paar 100 Leute Filmteam sind nicht lau zu haben :-)
Spaß beiseite, der Beitrag ist mehr als blauäugig. Genausogut könnte man Erwachsenen raten, keine Bücher von Fremden zu lesen, sondern ihre eigenen zu schreiben. Klar sollten Kinder ihren Kindern Kreativität etc. beibringen, keine Frage, aber ihnen mehr oder weniger zu verbieten, Hollywoodfilme daheim oder im Kino zu schauen, stattdessen lieber mit der Handycam im Garten rumrennen lassen ist mehr als albern :-)
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Kann daran nichts aber es finden, wenn Kinder durch den Garten laufend ihre langweilige Family filmen und sich beim Schneiden dann viele Gedanken darüber machen müssen, wie man interessant und "dramatisch" schneidet, mit aufregender Musik alles hinterlegt und alsbald machen die sich dann auch eigene Gedanken zur Dramaturgie und Wahl interessanterer Blickperspektiven... So ist es passiert bei den Kiddies einer Freundin.
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Aber ich denke schon, dass man als Produzent sensibler für den Wert solcher Produkte ist.
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Erinnert mich an "Angry Dad" bei den Simpsons :-)
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Da hast du sicher recht.
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Guido Stepken schrieb:
> Was kostet denn eine Filmkamera in HD-TV Auflösung? 100¤? Was kostet ein
> Schneid Programm unter Linux? 0¤? Was kostet Blender oder Crytek SDK, um
> selber Games zu machen? 0¤?
Aber die Meinungsfreiheit. Was ist mit der? Der gemeine Lausauger legt doch Wert darauf, dass er weiterhin frei seine "Meinung sagen" kann, indem er so viele fremde Werke wie möglich illegal saugt und danach die Produzenten dieser Werke, die er für lau konsumiert hat, im Internet noch verhöhnt, weil ihm das Werk 3 Euro zu teuer war oder er seinen Leihfilm nicht für alle Zeiten auf die Festplatte kopieren darf.
> Man kann heutzutage von Eltern erwarten, daß sie ihre Kinder dazu befähigen
> und zum selber machen animieren.
Ich setze die Erwartung sogar noch viel niedriger an als Du.
Man kann von Eltern erwarten, dass sie ihren Kinder erklären, warum schon alleine die Nutzung illegaler Angebote schädlich ist. Für die Kultur, für den Handel, für die Produzenten und somit auch für den Arbeitsmarkt an sich.
Das Problem dabei ist, dass "Eltern" das noch nicht mal selbst begreifen und damit auch die Kinder nicht. Siehe dazu auch die vielen bornierten Kommentare in allen möglichen Internetforen.
Wenn "Eltern" das also noch nicht mal selbst begreifen, wie kann man dann erwarten, dass sie ihre Sprösslinge dazu befähigen, Dinge selbst zu machen statt nur zu konsumieren und andere zu verhöhnen? Richtig: Das kann man nicht erwarten. Man kann es sich nur gerne wünschen.
Deshalb kann ich Deiner fast schon naiven Vorstellung zwar nur zustimmen, aber sie bleibt trotzdem nur ein schöner Traum.
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Guido Stepken schrieb:
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> Kann daran nichts aber es finden, wenn Kinder durch den Garten laufend ihre
> langweilige Family filmen und sich beim Schneiden dann viele Gedanken
> darüber machen müssen, wie man interessant und "dramatisch" schneidet, mit
> aufregender Musik alles hinterlegt und alsbald machen die sich dann auch
> eigene Gedanken zur Dramaturgie und Wahl interessanterer
> Blickperspektiven... So ist es passiert bei den Kiddies einer Freundin.
Und die Kinder haben sowohl selbst gefilmt, selbst geschnitten und selbst die Musik komponiert, arrangiert und eingespielt?
Respekt. Das ist wirklich eine Leistung
--
Ein Posaunist, der einen bläst, ist auch nicht immer schön anzuhören.
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> Man kann von Eltern erwarten, dass sie ihren Kinder erklären, warum schon
> alleine die Nutzung illegaler Angebote schädlich ist. Für die Kultur, für
> den Handel, für die Produzenten und somit auch für den Arbeitsmarkt an
> sich.
Na, dann bin ich mal gespannt, warum ist denn die Nutzung illegaler Angebote schädlich bsp. für die Kultur ?
Ich meine mich zu erinnern das es bsp. Musik als Kulturgut auch schon vor der ersten Tauschbörse gab .. ich glaube sogar noch vor Copyright & Musikindustrie ... :)
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Kopieren und Vervielfältigen ist nicht schädlich für die Kultur, sondern für die Geldbörsen der Musik-Dealer.
Und Kinder werden immer weniger zum Selbstmachen animiert, weil konsumieren für die Medienindustrie viel ertragreicher ist - sie verdienen daran sehr viel mehr. Dabei nutzen sie Faulheit der Menschen aus - und setzen sogenannte "Trends", bei denen selbst Kinder mithalten müssen, um "in" zu sein. Dies resultiert eben in noch mehr Merchandising - und folglich in noch mehr Umsatz und Gewinn.
Die Medienindustrie ist quasi wie die Drogenindustrie - nur haben sie das Gesetz eben gepachtet und rechtzeitig an ihre Bedürfnisse mittels Geldkoffer angepasst.
Ich finde auch, dass Kinder und auch Jugendliche viel mehr selbst tun sollten - aber das ist aufwendig und erfordert Wissen und Geduld. Die Medienindustrie gibt sich aber größte Mühe ersteres nicht zu vermitteln und beizubringen, dass man beim konsumieren letzteres nicht braucht.
Wenn nach mir ginge, würde ich sagen, dass Jugendliche bis 18 Filme und Musik grundsätzlich kostenlos bekommen sollten, weil sie gar kein eigenes Geld haben, um es zu kaufen - bzw. sie zahlen pro Monat einen Anteil aus dem des gesetzlich festgeschriebenen Taschengeld für Musik und kriegen alles darüber hinaus für Lau. Erst ab 18 müssen sie alle Filme, Lieder usw. selbstständig kaufen. Das würde solche sinnfreien Diskussionen wer nun wann wofür haftet - entbehren und die Medienindustrie würde sich nicht unnötig blamieren.
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wogi schrieb:
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> > Man kann von Eltern erwarten, dass sie ihren Kinder erklären, warum
> schon
> > alleine die Nutzung illegaler Angebote schädlich ist. Für die Kultur,
> für
> > den Handel, für die Produzenten und somit auch für den Arbeitsmarkt an
> > sich.
>
> Na, dann bin ich mal gespannt, warum ist denn die Nutzung illegaler
> Angebote schädlich bsp. für die Kultur ?
Ich finde es gut, dass Du Dich das fragst.
Viel Erfolg beim Nachdenken!
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Guido Stepken schrieb:
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> mit
> aufregender Musik alles hinterlegt
Musik, die sie natürlich völlig legal verwenden dürfen, da ihnen der Rechteinhaber die Nutzung der von irgendjemandem (von den Kindern selbst ja nicht, denn dazu wurden sie ja nicht erzogen) erworbenen Stücken rechtlich zugestanden hat.
Ein bisschen sarkastisch vielleicht, aber evtl. verstehst du dadurch, dass es nicht an der Erziehung der Eltern, verschobenen Wertesystemen oder ähnlichem liegt, dass wir uns über so etwas überhaupt unterhalten müssen, sondern an den perfiden Machenschaften der Content-Mafia, die demnächst auch wieder die Hand bei deinen Kindern im Kindergarten aufhält, wenn diese fröhlich Kinderlieder trällern, ohne dafür die nötigen Lizenzkosten bezahlt zu haben.
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Ich bin viel eher der Meinung, dass man seinen Kindern beibringen muss, dass man nicht immer alles haben kann, muss und braucht. Vor allem nicht, wenn das eigene Budget unter dem Marktpreisen der Wunschgüter liegt und vor allem erst recht dann nicht, wenn die Marktpreise quasi diktiert und nicht an sich verändernde Marktbedingungen angepasst werden. Dann sollte man auf derartige Güter einfach mal verzichten. Vor allem, wenn es genügend Alternativen im Bereich Freizeitbeschäftigung gibt.
Das sollte man den Kindern von heute (und so manchem Jugendlichen und Erwachsenen) mal beibringen. Evtl. löst sich dann auch das Problem, dass wir mit unseren nicht geschäftsfähigen Kindern Quasi-Verträge zur Absicherung vor übertriebenen Abmahnungen oder Klagen seitens der Content-Industrie aufsetzen müssen. Evtl. löst sich dann auch das Problem, dass für Geburtstags- oder Kinderlieder im Kindergarten Gebühren gezahlt werden sollen, wenn die lieben Kinder selbst musizieren sollen und wollen. Evtl. löst sich dann auch das zugrundeliegende Problem: Die Content-Industrie und ihre widerlicher Lobby sowie die Polit-Marionetten, die von diesen profitieren.
Deinen Aufruf an die Erziehung hin zum kreativen Schaffen des Nachwuchses in allen Ehren, aber wenn dieser zu einem Bericht verfasst wird, in dem die Perversität des Systems geradezu hervorgehoben wird, dann scheint mir, dass du das eigentliche Problem nicht erkannt hast. Ich erzähle Kindern immer, dass man für Geld arbeiten muss. Die Content-Lobby würde diese Gesetzmäßigkeit in einer Marktwirtschaft jedoch nur allzu gerne umgedreht sehen. Und da muss ich die Verantwortung haben, dem Nachwuchs zu sagen, dass man diesem Handeln Einhalt gebieten sollte und einfach mal Verzicht üben muss, so dass es eine Chance auf Veränderung gibt.
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