Die angeblichen Vorteile des Smart Grid sind bislang doch hauptsächlich Theorie. Die Versorger sind jetzt schon in der Lage den Verbrauch ausreichend genau zu ermitteln, und selbst wenn die Stromerzeugung künftig dezentraler wird liegen die Probleme doch eher in den nicht vorhandenen Leitungen als darin zu wissen wann die Leute den Strom brauchen und wann nicht. Jedes Stadtwerk muss das doch heute auch schon leisten.
Einige "Argumente" wie die Einbeziehung von Elektroautos wollen mir überhaupt nicht einleuchten, denn dass das Auto nachts laden soll weil der Strom billiger ist kann man auch durch eine einfache Zeitschaltuhr regeln. Die immer wieder angeführte Benutzung der Batterien all dieser Fahrzeuge als Puffer für Spitzenzeiten scheint mir angesichts der Kosten der Batterien und der beschränkten Anzahl von Ladezyklen gelinde gesagt hirnrissig.
Auf der anderen Seite sollte man sich auch mal anschauen welche Unternehmen hier Ihre Produkte loswerden wollen: Alles alte Bekannte, von Cisco über IBM bis T-Systems. Sind auch einige Dotcom-Firmen dabei.
Ein handelsüblicher "analoger" Stromzähler kostet übrigens 10 Euro und hat eine quasi unendliche Lebensdauer, die Ablesung kann der Hausherr einmal im Jahr selbst machen und via Post/Telefon/Internet an den Betreiber durchgeben. Wird ja bereits gemacht.
Ein digitaler Stromzähler kostet ein Vielfaches, verbraucht Strom, hat eine geringere Lebensdauer und benötigt in vielen Fällen auch noch einen DSL-Anschluss beim Kunden oder Aufrüstung des Netzes für eine Powerline-Übertragung.
Wer das alles zahlen soll ist klar, aber was wir Verbraucher am Ende davon haben nicht.
Vielleicht geht es darum, das vorhandene (marode) Netz einfach weiter benutzen zu können. Z.B. wenn Autos nachts geladen werden statt auf dem Parkplatz tagsüber.
Modem ginge auch. Häuser haben ja oft auch Strom. In kalten Regionen zieht eine Elektroheizung dann mehr strom als wo es gerade wärmer ist, weil Wolken sind.
Das läppert sich halt zusammen, so das man theoretisch durch gezieltere Messungen auch präziser Strom verteilen/produzieren kann.
Interessanter klang das Gleichstromnetz mit Millionen oder so Volt als "oberstes/höchstes" Netz. Das soll wohl effizienter sein.
In Deutschland kennt man das nicht so, aber in (Süd)afrika usw. über die großen Strecken sind Verluste von x Prozent oder Promille schon nicht so toll.
Angeblich soll alles besser werden.
Fördergeldabgreifen.
...
Von Internetausdruckern und Leute, die erst dieses (letztes?) Jahr Führerscheinprüfungen per Computer ablegen lassen, was schon mit C64 gegangen wäre, braucht man nichts erwarten.
Wenn ich minister wäre, könnte ich die hälfte der Beamten durch php/perl/python/... und Selfservice-Scripte austauschen und an andere Dienste vermieten. Ich könnte stolz sein, keinen während meiner Amtszeit eingestellt zu haben weil ich der erste bin, der Computer auch zweckmößig einsetzt.
(Dampf)Maschinen ersetzten Handarbeit, Computer ersetzen Kopfarbeit. Leider nicht was überall Sesselpupser herumsitzen l-ässt die man als Kunde,als Eigentümer und als Kollege mit durchfüttern muss :-(
Speziell im Herbst/Frühjahr müsste man Sonnenwärme (Wintergarten, Kollektoren) sammeln und gezielt im Haus verbreiten um nachts auf Heizung (fast immer) verzichten zu können.
So schlau ist auch keiner.
Sturmflut schrieb:
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> Die Versorger sind jetzt schon in der Lage den Verbrauch
> ausreichend genau zu ermitteln, ...
Nein, leider nicht. Die Verbrauchsabschätzung ist eines der schwierigsten und gleichzeitig aber auch wichtigsten Themen der Versorger. Schon eine geringe Optimierung kann Millionen sparen. Es wird sehr viel Arbeit in diesen Bereich gesteckt, da hier im schlimmsten Fall höhere Kosten entstehen können als für die Energie, Strom oder Gas. Eine schlechte Abschätzung (Bedarf zu gering oder zu groß geschätzt) führt schnell zu Vertragsstrafen, die eine oder mehrere Millionen PRO TAG betragen können. Es gibt dabei sogar Pläne welche Versorgungsstränge man unterbrechen kann, wenn die Kosten explodieren. Der Verbrauch muss dabei sehr genau vorherbestimmt werden. Es gibt von der Bundesregierung ermittelte Standardlastprofile, die möglichst gut den Verbrauch abschätzen sollen. Diese sind nicht nur auf den Typ des Verbrauchers, die Uhrzeit und den Wochentag, sondern z. B. auch auf die Temperatur abgestimmt. Schon eine Absenkung von 1-2 Grad kann den Verbrauch mehr als verdoppeln.
Energie wird mit Stundenpreisen an den Börsen gehandelt. Neben den den sehr hohen Strafen für Nichteinhalten der Stunden- oder Tagesverträge sind hier auch gewaltige Kostenschwankungen versteckt. Siehe http://eex.com/de/Marktdaten
Viele Länder investieren große Summen in das Smart Metering / Smart Grid, weil hier riesige Summen eingespart werden können. Deutschland ist in diesem Punkt leider sehr rückständig, was wohl auch an der weitgehenden Monopolisierung hier liegt.
http://www.energy20.net/pi/index.php?StoryID=317&articleID=153505
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