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Deutschland hat's verschlafen

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  1. Deutschland hat's verschlafen

    Autor /mecki78 28.01.10 - 15:42

    Immer wieder das Gleiche, wir haben einfach die Zeichen der Zeit verschlafen. Schon früh hätte die Bundesregierung dieses Chaos (nicht nur auf dem Telekommarkt, auch auf anderen Märkten) voraussehen müssen und eine faire Regelung finden müssen. Ich hätte das so geregelt:

    1. Infrastruktur wird vom Saat gestellt, nicht auf Bundes-, sondern auf Landesebene (damit lässt es sich besser lokal organisieren).

    2. Infrastruktur umfasst:
    a) Telefonleitungen
    b) Stromleitungen
    c) Leitungen für Kabelfernsehen
    d) Gasrohre
    e) Alle notwendigen Komponenten dieser Infrastruktur (z.B. Vermittlungsstellen, Umspannungswerke, Kabelfernsehverteiler und Verstärker, usw.)

    3. Alle Infrastruktur gehört dem jeweiligen Land. Service Anbieter dürfen sie benutzen, müssen sie aber vom jeweiligen Land anmieten. Das Land darf keinen Anbieter vom Zugang ausschließen, jeder muss das Recht haben die Infrastruktur anzumieten, jedem muss sie zum gleichen Mietpreis überlassen werden.

    4. Jedes Land muss pro "Infrastruktur-Art" eine private Firma damit beauftragen, diese Infrastruktur zu warten und ggf. zu reparieren. Beide Parteien schließen hierbei einen Vertrag auf eine feste Laufzeit ab, danach kann das Land jeweils die Firma wechseln, muss es aber nicht. Der Vertragspartner wird durch öffentliche Ausschreibung gesucht.

    5. Jedes Land muss den Ausbau von vorhandener Infrastruktur öffentlich ausschreiben und versuchen das beste Angebot zu finden (das kann die selbe Firma machen, die auch die Wartung übernimmt, muss sie aber nicht). Das beste ist nicht immer das günstigste Angebot, Qualität und geschätzte Bauzeit spielt auch eine Rolle, aber natürlich sollte die Wahl zu den günstigeren Angeboten hin tendieren, wenn es keine begründeten Bedenken gegen ein solches Angebot gibt.

    6. Das Land darf nur kostendeckend arbeiten (Wartungs- und Betriebskosten), d.h. es darf keinen Gewinn durch die Mieteinnahmen machen. Wenn es Gewinn macht, dann muss es im nächsten Jahr die Mietpreise senken; nur wenn es Verlust gemacht hat darf es die Preise anheben. Neuinvestitionen auf Kredit muss das Land auf mehrere Jahre abschreiben, wobei hier die Tilgung der Investitionskosten natürlich auch Teil der Kosten sind, die über Mieteinnahmen wieder hereingeholt werden dürfen (plus alle angefallenden Zinsen versteht sich). Außerdem muss das Land einen festgelegten Betrag pro Jahr zur Seite legen (prozentual zu den gesamten Kosten die gedeckt werden müssen), um damit zukünftige Investitionen vorzufinanizieren, damit der Ausbau nicht immer zu 100% aus Krediten finanziert werden muss. Diese Gelder müssen in Neuinvestitionen fließen und dürfen nicht anderweitig verwendet werden. D.h. früher oder später ist das Land mal gezwungen die Gelder irgendwo in den Ausbau zu stecken.

    7. Da jeder Anbieter die Infrastruktur zum gleichen Preis anmieten kann und muss, kann ein Kunde theoretisch jeden privaten Anbieter in Deutschland wählen, sobald er an das jeweilige Netz angeschlossen wurde. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Anbieter es schafft bis zu einem vordefinierten Übergabepunkt zu "liefern". Wie der Anbieter bis dorthin kommt ist Problem des Anbieters. Das Land garantiert nur die "Auslieferung" von diesem Übergabepunkt bis zum Endkunden. Da es pro Bundesland aber nur eine begrenzte Anzahl solcher Punkte geben wird ist es relativ einfach für einen Anbieter durch sehr wenig private Infrastruktur alle diese Punkte zu erreichen und somit schnell ein ganzes Bundesland zu versorgen. Das hält die Investitionskosten für Firmen in Grenzen und verhindert unnötige Infrastruktur (statt 5 Kabel von 5 unterschiedlichen Anbieter zum gleichen Kunden zu ziehen, zieht der Staat ein Kabel, dass jeder der 5 Anbieter aber nutzen kann). Dennoch hat jeder Anbieter noch ein privates Netz zwischen den Übergabepunkten, was aber akzeptabel ist.

    Hätte Dtl. (als Volkswirtschaft) Mrd an Geldern gespart und jegliche Regulierung komplett überflüssig gemacht (und damit sogar eine ganze Behörde überflüssig gemacht); und dazu noch die dt. Gerichte deutlich entlastet.

    /Mecki

  2. Re: Deutschland hat's verschlafen

    Autor email informiert 28.01.10 - 19:30

    Land ist auch schon zu korrupt.
    Jede Gemeinde als Genossenschaft der Bürger.

    Und zwar alles separat.
    400 Euro-Geschäftsführer.
    Keine Bonzos. Keine Boni-Macaroni. Nur Tarif-Sekretärinnen.
    Offene Ausschreibung: "Wir brauchen eine UMTS-Antenne" und dann reissen sich Huawai, Ericsson, Siemens gegenseitig den A****sch auf und unterbieten sich. Natürlich voll öffentlich per Internet. Preistransparenz "Hey Hueiwei. Wieso hat Berlin die UMTS-Antenne für die Hälfte bekommen ? Wollen wir auch so billig."
    Usw.
    Eigentümer nur die Bürger die dort wohnen.
    usw.

    Dann sind die Ampeln ratz fatz mit Free-Net versorgt.

  3. Re: Deutschland hat's verschlafen

    Autor kifferkiller 28.01.10 - 22:30

    am besten verbieten wir dann ab morgen alle Parteien ausser der Linkspartei, schaffen das Geld ab, und jeder muss zum Arbeitsamt, um sich seinen neuen Job abzuholen. Dann Brauchen wir noch ein Ministerium, das die bevölkerung bespitzelt - man kann ja einfach das BKA in Ministerium für Staatssicherheit umbenennen - und schon haben wir sie wieder, die schöne alte DDR, in der jeder ossi doch ach so glücklich war.

  4. Re: Deutschland hat's verschlafen

    Autor abcdeefg 28.01.10 - 23:05

    Gleichpreisprinzip.
    Dafür muss nicht notwendig das Eigentum wechseln.

    Aber die Preise müssen öffentlich sein. Aber schon Preistransparenz fürchten diese Pseudo-Kapitalisten hier im Forum so wie der Teufel das Weihwasser. Die werden sicher bezahlt für Desinformation :-(

    Und Rabatte müssen sinnvoll sein. Sonst bezahlen Klein-Anbieter (zu Recht) mehr als die Groß-Anbieter, aber (zu Unrecht) VIEL VIEL VIEL mehr als das böse Atomkraftwerk.
    Uhd Vattenfall, RWE usw. geben sich 99% Mengenrabatte (also 1% vom Endpreis) für ihre Giganto-Strom-Mengen und die Windanbieter sollen das 50-fache bezahlen um dieselben Strecken im RWE-Netz zurückzulegen. Sowas geht natürlich nicht.

    Bei der T-Com muss die Festnetz-Abteilung mit der letzten Meile von T-DSL dasselbe kriegen als wie 1&1 oder Arcor bezahlen sollen. Echte Überweisung. Echte Konten. Echtes Geld. Öffentlich. Dann hat T-Netz zu viel oder zu wenig. Nicht unser Problem. Denn interne Subventionierung wird verboten. Also wird T-DSL schauen, nicht zu viel zu zahlen damit die T-Netz-Sekretärinnen nicht im Ferrari herumfahren.
    Aber auch nicht zu wenig, weil sonst das Netz plattgeht.
    Aber 1&1 usw. bezahlen exakt dasselbe.

    Die kleinen Gasanbieter wollen auch keine Sonderbehandlung. Die wollen nur gleiche Konditionen für alle.
    Schlauer wäre allerdings eine Genossenschaft um Überschüsse loszuwerden. oder eine Einkaufsgemeinschaft. Irgendeine deutsche Gas-Firma soll fette Vertrags-Strafen an Russland zahlen, weil sie letztes Jahr weniger abgenommen haben als vereinbart war. Sowas würde man mit so "ich hab was übrig"-Gesellschaften verhindern oder verringern. Das bezahlen alle Kunden ja im Folgejahr mit.
    Bei Gas gibt es "größere" Lager die im Sommer gefüllt werden, weil man bei Frost nicht mal eben große Mengen aus Russland beziehen kann.

    usw.

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