Meine Wahrnehmung der Piraten (seit der letzten Wahl, welches bei mir die Landtagswahl NRW war):
Komische Vögel der Piratenpartei äussern sich mit äusserst fragwürdigen Statements in der Öffentlichkeit. Die Presse und andere Parteien greifen das natürlich auf und diese Aussagen bleiben hängen. Eine Ausarbeitung der politischen Ziele der Partei hingegen ist nicht wahrnehmbar.
Der anfängliche Sympathiebonus, trotz aller Unbeholfenheit, ist verflogen.
Marina Weisband und Christopher Lang hatten die Piraten gut in er Öffentlichkeit vertreten. Sie sind aber inzwischen zurückgetreten oder tauchen kaum noch öffetlich für die Piraten auf.
Stattdessen stoßen Leute wie Schlömer, Ponader, Schramm, Delius mit Aussagen in Erscheinung die viele verwirren, verärgern, provozieren.
'Komische Vögel' sollen natürlich in der Piratenpartei sein. Und eine Partei darf auch abseitige Thesen vertreten. Aber irgendwie erzeugt die Piratenpartei in letzter Zeit ein eher negatives Bild von sich, während gleichzeitig der Vorwurf der Planlosigkeit Bestand hat. Dadurch haben vermutlich viele wieder das Interesse an den Piraten verloren.
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1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.12 15:08 durch Keridalspidialose.
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was ich seit der NRW-Wahl von den Piraten noch wahrnehme, sind im Grunde nur Sachen, warum ich die gerade nicht mehr wählen würde.
Das sind interne Diskussionen und Streitereien, irgentwelche merkwürddigen Dinge, die im Vorstand abgehen, egal ob in NRW oder auf Bundesebene, missglückte Parteitage, usw. usw. - aber von politischen Themen ist da weit und breit keine Spur zu sehen.
Wenn sich die Partei nicht schnellstens um 180Grad dreht und ihre eigensten internen Richtlinien auf dne Prüfstand stellt, werden die den Bundestag nur dann von innen sehen, wenn die sich einer öffentlichen Besichtigung anschliessen.
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Faktisch ist das fast alles korrekt, aber:
1. Nicht die Piratenpartei erzeugt ein negatives Bild von sich selbst, sondern vorrangig die Medien, welche regelrecht hetzend aus jeder Kleinigkeit eine Sensation machen. Richtig ist, dass diverse Piraten - auch in "hohen" Ämtern Fehler gemacht haben. Aber das heißt erst mal nur, dass sie auch keine Übermenschen sind. Wer hätte das gedacht?
2. Fast alles, was du schreibst, hat rein gar nichts mit Politik zu tun. Genau das ist das Problem dieser Gesellschaft. Denn wenn die breite Masse sich weniger von den reißerischen Pressemeldungen verwirren lassen würde und stattdessen einmal ernsthaft die Hauptziele der Piraten heraussuchen würde und selbst Stellung dazu nehmen würde, würden viele den Irrsinn der Medien und der heutigen "Politik" begreifen und den Handlungsbedarf verstehen.
* Richtig, nicht alle Piraten sind sich einig - aber wann sind sich denn bitte in einer Demokratie alle einig???
* Richtig, die Piraten haben nicht zu allen eventuellen politischen Problemstellungen eine Patentlösung im Parteiprogramm stehen, aber genau deshalb soll das Volk entscheiden und das darf auch ruhig Wochen dauern, statt in einem Ad-Hoc-Interview mit einem Pressevertreter von einer Einzelperson beantwortet werden zu müssen.
* Und auch richtig - die allermeisten Piraten sind politisch völlig unerfahren und nicht alle Ideen der Piraten mögen eine perfekte Lösung aller Probleme darstellen. Das hat aber auch niemand behauptet. Aber lieber etwas neues probieren (was evtl. scheitern kann), als die alten Frickler weiterhin hoch zu bezahlen, damit sie den Mist, den sie seit Jahren verzapfen, noch schlimmer machen...
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P.S. Ich finde es übrigens sehr interessant, wie - allen voran die SPD - viele etablierte Parteien aktuell die Ideen der Piraten aufgreifen und angeblich realisieren oder zumindest testen wollen. Das betrifft u.a. das transparente Offenlegen der Nebeneinkünfte von Politikern (was im übrigen die Piraten allesamt freiwillig bereits tun - von wegen, "man liefere nicht"...) sowie diverse Tests von Liquid Feedback. Unter diesem Blickwinkel ist es mir als Pirat sogar ein Stück weit zweitrangig, ob die Piraten in den Bundestag einziehen. Denn im Gegensatz zur bislang etablierten Politik geht es den Piraten eben nicht um Köpfe oder Sitze, sondern um Politik. Und letzteres heißt nunmal die Realisierung richtiger Entscheidungen. Da kann es doch wirklich vollkommen egal sein, wer diese Entscheidungen trifft... DAS ist der Unterschied der Piraten zu anderen Parteien!
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Der Kommunist schrieb:
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> Faktisch ist das fast alles korrekt, aber:
> 1. Nicht die Piratenpartei erzeugt ein negatives Bild von sich selbst,
> sondern vorrangig die Medien, welche regelrecht hetzend aus jeder
> Kleinigkeit eine Sensation machen. Richtig ist, dass diverse Piraten - auch
> in "hohen" Ämtern Fehler gemacht haben. Aber das heißt erst mal nur, dass
> sie auch keine Übermenschen sind. Wer hätte das gedacht?
Wenn ich mich mal einmischen darf, das habe ich bisher nicht so wahrgenommen. Die meisten negativen Berichterstattungen waren mMn durchaus objektiv und in den Fakten begründet.
> 2. Fast alles, was du schreibst, hat rein gar nichts mit Politik zu tun.
> Genau das ist das Problem dieser Gesellschaft. Denn wenn die breite Masse
> sich weniger von den reißerischen Pressemeldungen verwirren lassen würde
> und stattdessen einmal ernsthaft die Hauptziele der Piraten heraussuchen
> würde und selbst Stellung dazu nehmen würde, würden viele den Irrsinn der
> Medien und der heutigen "Politik" begreifen und den Handlungsbedarf
> verstehen.
Was weiss ich denn über die Politik der Piraten, mal sehen, sie sind für Netzfreiheit und gegen Netzsperren. Das wärs dann auch schon. Oh ja, das Urheberrecht soll irgendwann auch mal irgendwie verändert werden.
Bei mir hatten sie anfänglich auch einen Sympathiebonus, aber spätestens seit ich mal einen Vertreter kennengelernt habe uiuiuiui...
> * Richtig, nicht alle Piraten sind sich einig - aber wann sind sich denn
> bitte in einer Demokratie alle einig???
> * Richtig, die Piraten haben nicht zu allen eventuellen politischen
> Problemstellungen eine Patentlösung im Parteiprogramm stehen, aber genau
> deshalb soll das Volk entscheiden und das darf auch ruhig Wochen dauern,
> statt in einem Ad-Hoc-Interview mit einem Pressevertreter von einer
> Einzelperson beantwortet werden zu müssen.
> * Und auch richtig - die allermeisten Piraten sind politisch völlig
> unerfahren und nicht alle Ideen der Piraten mögen eine perfekte Lösung
> aller Probleme darstellen. Das hat aber auch niemand behauptet. Aber lieber
> etwas neues probieren (was evtl. scheitern kann), als die alten Frickler
> weiterhin hoch zu bezahlen, damit sie den Mist, den sie seit Jahren
> verzapfen, noch schlimmer machen...
Dann kann ich auch meinen Nachbarn wählen, wenn Umsetzung und Inhalt egal sind, hauptsache mal was neues. Also sorry, aber dafür finden sich Parteien doch zusammen, um ein größeres gemeinsames Ziel, entgegen der kleineren Trenner und zum Wohle aller durchzusetzen.
Für mich hat es aber leider den Anschein, als ob die Trenner hier größer als die Gemeinsamkeiten sind.
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fehlermelder schrieb:
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> Der Kommunist schrieb:
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> > Faktisch ist das fast alles korrekt, aber:
> > 1. Nicht die Piratenpartei erzeugt ein negatives Bild von sich selbst,
> > sondern vorrangig die Medien, welche regelrecht hetzend aus jeder
> > Kleinigkeit eine Sensation machen. Richtig ist, dass diverse Piraten -
> auch
> > in "hohen" Ämtern Fehler gemacht haben. Aber das heißt erst mal nur,
> dass
> > sie auch keine Übermenschen sind. Wer hätte das gedacht?
>
> Wenn ich mich mal einmischen darf, das habe ich bisher nicht so
> wahrgenommen. Die meisten negativen Berichterstattungen waren mMn durchaus
> objektiv und in den Fakten begründet.
>
Und welche waren das? Sag jetzt bitte nicht RTL oder so was.
> > 2. Fast alles, was du schreibst, hat rein gar nichts mit Politik zu tun.
> > Genau das ist das Problem dieser Gesellschaft. Denn wenn die breite
> Masse
> > sich weniger von den reißerischen Pressemeldungen verwirren lassen würde
> > und stattdessen einmal ernsthaft die Hauptziele der Piraten heraussuchen
> > würde und selbst Stellung dazu nehmen würde, würden viele den Irrsinn
> der
> > Medien und der heutigen "Politik" begreifen und den Handlungsbedarf
> > verstehen.
>
> Was weiss ich denn über die Politik der Piraten, mal sehen, sie sind für
> Netzfreiheit und gegen Netzsperren. Das wärs dann auch schon. Oh ja, das
> Urheberrecht soll irgendwann auch mal irgendwie verändert werden.
> Bei mir hatten sie anfänglich auch einen Sympathiebonus, aber spätestens
> seit ich mal einen Vertreter kennengelernt habe uiuiuiui...
>
Dann geh einfach mal auf deren Seite und informiere dich. Das ist eigentlich die Pflicht des Bürgers in einer Demokratie! Oder müssen die Medien dir alles vorkauen?
> > * Richtig, nicht alle Piraten sind sich einig - aber wann sind sich denn
> > bitte in einer Demokratie alle einig???
> > * Richtig, die Piraten haben nicht zu allen eventuellen politischen
> > Problemstellungen eine Patentlösung im Parteiprogramm stehen, aber genau
> > deshalb soll das Volk entscheiden und das darf auch ruhig Wochen dauern,
> > statt in einem Ad-Hoc-Interview mit einem Pressevertreter von einer
> > Einzelperson beantwortet werden zu müssen.
> > * Und auch richtig - die allermeisten Piraten sind politisch völlig
> > unerfahren und nicht alle Ideen der Piraten mögen eine perfekte Lösung
> > aller Probleme darstellen. Das hat aber auch niemand behauptet. Aber
> lieber
> > etwas neues probieren (was evtl. scheitern kann), als die alten Frickler
> > weiterhin hoch zu bezahlen, damit sie den Mist, den sie seit Jahren
> > verzapfen, noch schlimmer machen...
>
> Dann kann ich auch meinen Nachbarn wählen, wenn Umsetzung und Inhalt egal
> sind, hauptsache mal was neues. Also sorry, aber dafür finden sich Parteien
> doch zusammen, um ein größeres gemeinsames Ziel, entgegen der kleineren
> Trenner und zum Wohle aller durchzusetzen.
> Für mich hat es aber leider den Anschein, als ob die Trenner hier größer
> als die Gemeinsamkeiten sind.
Nein, Parteien sind nicht dazu da um zusammen eine objektive und richtige Lösung zu erarbeiten. Das wären sie evtl. in einer idealen Welt. In der realen Welt sind die Parteien dazu da um sich gegenseitig mit Dreck zu bewerfen.
Wenn die Ideen der Piraten von den aktuell führenden Parteien aufgenommen werden, dann hat sich das Ziel der Piratenpartei schon erfüllt. Auch zumindest mein Ziel, die Allround Parteien dazu zu zwingen über alternative Ideen nach zu denken.
Patentlösungen existieren nicht. Jede Lösung gereicht immer dem einen zum Vorteil und einem anderen zum Nachteil. War schon immer so, ist so und wird auch immer so bleiben.
Aber das Fehlverhalten der Politiker hat die Bevölkerung zu 100% selbst zu verschulden und darf weiter an ihren Stammtischen die Parole gröhlen: "Was soll man sonst wählen!". Um anschließend mit einem grimmigen Gesicht doch wieder CDU/CSU oder SPD zu wählen. Denn sonst müsste man ja von seinem Stammtischstuhl aufstehen und sich über Themen und vergangener Fehlverhalten informieren... ne ;)
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tingelchen schrieb:
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> fehlermelder schrieb:
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> > Der Kommunist schrieb:
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> > > Faktisch ist das fast alles korrekt, aber:
> > > 1. Nicht die Piratenpartei erzeugt ein negatives Bild von sich selbst,
> > > sondern vorrangig die Medien, welche regelrecht hetzend aus jeder
> > > Kleinigkeit eine Sensation machen. Richtig ist, dass diverse Piraten -
> > auch
> > > in "hohen" Ämtern Fehler gemacht haben. Aber das heißt erst mal nur,
> > dass
> > > sie auch keine Übermenschen sind. Wer hätte das gedacht?
> >
> > Wenn ich mich mal einmischen darf, das habe ich bisher nicht so
> > wahrgenommen. Die meisten negativen Berichterstattungen waren mMn
> durchaus
> > objektiv und in den Fakten begründet.
> >
> Und welche waren das? Sag jetzt bitte nicht RTL oder so was.
Ich hab keinen Fernseher mehr. Meine Nachrichten kommen von diversen Seiten.
> > > 2. Fast alles, was du schreibst, hat rein gar nichts mit Politik zu
> tun.
> > > Genau das ist das Problem dieser Gesellschaft. Denn wenn die breite
> > Masse
> > > sich weniger von den reißerischen Pressemeldungen verwirren lassen
> würde
> > > und stattdessen einmal ernsthaft die Hauptziele der Piraten
> heraussuchen
> > > würde und selbst Stellung dazu nehmen würde, würden viele den Irrsinn
> > der
> > > Medien und der heutigen "Politik" begreifen und den Handlungsbedarf
> > > verstehen.
> >
> > Was weiss ich denn über die Politik der Piraten, mal sehen, sie sind für
> > Netzfreiheit und gegen Netzsperren. Das wärs dann auch schon. Oh ja, das
> > Urheberrecht soll irgendwann auch mal irgendwie verändert werden.
> > Bei mir hatten sie anfänglich auch einen Sympathiebonus, aber spätestens
> > seit ich mal einen Vertreter kennengelernt habe uiuiuiui...
> >
> Dann geh einfach mal auf deren Seite und informiere dich. Das ist
> eigentlich die Pflicht des Bürgers in einer Demokratie! Oder müssen die
> Medien dir alles vorkauen?
Edit: Wenn mir ein Vertreter der Piraten nicht erklären kann, wofür die Partei sich bei den Wahlen aufstellt, sehe ich mich nicht in der Pflicht, das nachzurecherchieren.
> > > * Richtig, nicht alle Piraten sind sich einig - aber wann sind sich
> denn
> > > bitte in einer Demokratie alle einig???
> > > * Richtig, die Piraten haben nicht zu allen eventuellen politischen
> > > Problemstellungen eine Patentlösung im Parteiprogramm stehen, aber
> genau
> > > deshalb soll das Volk entscheiden und das darf auch ruhig Wochen
> dauern,
> > > statt in einem Ad-Hoc-Interview mit einem Pressevertreter von einer
> > > Einzelperson beantwortet werden zu müssen.
> > > * Und auch richtig - die allermeisten Piraten sind politisch völlig
> > > unerfahren und nicht alle Ideen der Piraten mögen eine perfekte Lösung
> > > aller Probleme darstellen. Das hat aber auch niemand behauptet. Aber
> > lieber
> > > etwas neues probieren (was evtl. scheitern kann), als die alten
> Frickler
> > > weiterhin hoch zu bezahlen, damit sie den Mist, den sie seit Jahren
> > > verzapfen, noch schlimmer machen...
> >
> > Dann kann ich auch meinen Nachbarn wählen, wenn Umsetzung und Inhalt
> egal
> > sind, hauptsache mal was neues. Also sorry, aber dafür finden sich
> Parteien
> > doch zusammen, um ein größeres gemeinsames Ziel, entgegen der kleineren
> > Trenner und zum Wohle aller durchzusetzen.
> > Für mich hat es aber leider den Anschein, als ob die Trenner hier größer
> > als die Gemeinsamkeiten sind.
> Nein, Parteien sind nicht dazu da um zusammen eine objektive und richtige
> Lösung zu erarbeiten. Das wären sie evtl. in einer idealen Welt. In der
> realen Welt sind die Parteien dazu da um sich gegenseitig mit Dreck zu
> bewerfen.
Wenn ich hier Pro-Piraten-Forenschreiber sehe, sind die dazu gut aufgestellt. Alle anderen Parteien und ihre Wähler als Nazis und Schafe zu bezeichnen etc.
> Wenn die Ideen der Piraten von den aktuell führenden Parteien aufgenommen
> werden, dann hat sich das Ziel der Piratenpartei schon erfüllt. Auch
> zumindest mein Ziel, die Allround Parteien dazu zu zwingen über alternative
> Ideen nach zu denken.
>
> Patentlösungen existieren nicht. Jede Lösung gereicht immer dem einen zum
> Vorteil und einem anderen zum Nachteil. War schon immer so, ist so und wird
> auch immer so bleiben.
> Aber das Fehlverhalten der Politiker hat die Bevölkerung zu 100% selbst zu
> verschulden und darf weiter an ihren Stammtischen die Parole gröhlen: "Was
> soll man sonst wählen!". Um anschließend mit einem grimmigen Gesicht doch
> wieder CDU/CSU oder SPD zu wählen. Denn sonst müsste man ja von seinem
> Stammtischstuhl aufstehen und sich über Themen und vergangener
> Fehlverhalten informieren... ne ;)
Und da haben wir es schon wieder. Ich hätte doch erst zu ende lesen sollen, aber es überrascht mich auch nicht wirklich.
Btw. hab ich schon verschiedenste Parteien gewählt, war noch nie bei irgend einem Stammtisch. Ist dir sowas lieber? Oder wär ich dann wieder jemand, der sein Fähnchen nach dem Wind dreht?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.12 17:33 durch fehlermelder.
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Der Kommunist schrieb:
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> P.S. Ich finde es übrigens sehr interessant, wie - allen voran die SPD -
> viele etablierte Parteien aktuell die Ideen der Piraten aufgreifen und
> angeblich realisieren oder zumindest testen wollen. Das betrifft u.a. das
> transparente Offenlegen der Nebeneinkünfte von Politikern (was im übrigen
> die Piraten allesamt freiwillig bereits tun - von wegen, "man liefere
> nicht"...) sowie diverse Tests von Liquid Feedback. Unter diesem
> Blickwinkel ist es mir als Pirat sogar ein Stück weit zweitrangig, ob die
> Piraten in den Bundestag einziehen. Denn im Gegensatz zur bislang
> etablierten Politik geht es den Piraten eben nicht um Köpfe oder Sitze,
> sondern um Politik. Und letzteres heißt nunmal die Realisierung richtiger
> Entscheidungen. Da kann es doch wirklich vollkommen egal sein, wer diese
> Entscheidungen trifft... DAS ist der Unterschied der Piraten zu anderen
> Parteien!
Genau das.
Um 2007 herum habe ich das Ziel der Piraten darin gesehen, sich selbst abzuschaffen. In dem Sinn, dass einfach die anderen Parteien deren Ideen übernehmen und sie somit überflüssig machen.
Allerdings haben spätestens mit dem Beschneidungsdebakel alle der im Bundestag vertretenen Parteien bei mir verspielt. Ich stimme dir zu, dass es egal ist, wer was umsetzt. Dass aber SPD, FDP, Grüne oder CDU auch nur einen Deut auf unveräußerliche Menschenrecht setzten, von diesem Irrglauben bin stark abgefallen.
Insofern, gäbe es die Piraten nicht, ich würde ich heute ungültig wählen. Und dabei ist mir egal, ob sie nun in den Bundestag kommen oder nicht.
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> > Und welche waren das? Sag jetzt bitte nicht RTL oder so was.
>
> Ich hab keinen Fernseher mehr. Meine Nachrichten kommen von diversen
> Seiten.
>
Keinen Fernseher? Sowas kommt zwar immer wieder mal vor. Aber lohnen tut sich das nicht. Zahlen darf man an die GEZ dennoch.
> > Dann geh einfach mal auf deren Seite und informiere dich. Das ist
> > eigentlich die Pflicht des Bürgers in einer Demokratie! Oder müssen die
> > Medien dir alles vorkauen?
>
> Edit: Wenn mir ein Vertreter der Piraten nicht erklären kann, wofür die
> Partei sich bei den Wahlen aufstellt, sehe ich mich nicht in der Pflicht,
> das nachzurecherchieren.
>
Jemanden etwas zu erklären, können nicht viele Menschen. Stellt man immer wieder fest. D.h. nicht das dieser Mensch dumm ist. Daher ist die eigene Recherche im Zusammenhang mit den Erklärungsversuchen noch immer das beste.
Darum gibt es von Politikern, mit Erfahrung, auch nie direkte Antworten und schon gar keine Erklärungen. Sie verstehen es blendend um das Thema geschickt drumherum zu brabbeln. Der Aussagegehalt ist dabei aber immer stets NULL.
> > Nein, Parteien sind nicht dazu da um zusammen eine objektive und
> richtige
> > Lösung zu erarbeiten. Das wären sie evtl. in einer idealen Welt. In der
> > realen Welt sind die Parteien dazu da um sich gegenseitig mit Dreck zu
> > bewerfen.
>
> Wenn ich hier Pro-Piraten-Forenschreiber sehe, sind die dazu gut
> aufgestellt. Alle anderen Parteien und ihre Wähler als Nazis und Schafe zu
> bezeichnen etc.
>
Ja, das ist nicht Nett und unpassend.
> > Wenn die Ideen der Piraten von den aktuell führenden Parteien
> aufgenommen
> > werden, dann hat sich das Ziel der Piratenpartei schon erfüllt. Auch
> > zumindest mein Ziel, die Allround Parteien dazu zu zwingen über
> alternative
> > Ideen nach zu denken.
> >
> >
> > Patentlösungen existieren nicht. Jede Lösung gereicht immer dem einen
> zum
> > Vorteil und einem anderen zum Nachteil. War schon immer so, ist so und
> wird
> > auch immer so bleiben.
> > Aber das Fehlverhalten der Politiker hat die Bevölkerung zu 100% selbst
> zu
> > verschulden und darf weiter an ihren Stammtischen die Parole gröhlen:
> "Was
> > soll man sonst wählen!". Um anschließend mit einem grimmigen Gesicht
> doch
> > wieder CDU/CSU oder SPD zu wählen. Denn sonst müsste man ja von seinem
> > Stammtischstuhl aufstehen und sich über Themen und vergangener
> > Fehlverhalten informieren... ne ;)
>
> Und da haben wir es schon wieder. Ich hätte doch erst zu ende lesen sollen,
> aber es überrascht mich auch nicht wirklich.
> Btw. hab ich schon verschiedenste Parteien gewählt, war noch nie bei irgend
> einem Stammtisch. Ist dir sowas lieber? Oder wär ich dann wieder jemand,
> der sein Fähnchen nach dem Wind dreht?
>
Vieleicht hätte ich dem letzten Absatz noch eine Leerzeile gönnen sollen. Ich habe in diesem nicht behauptet das du Stammtischparolen gröhlst. Sondern der Wähler im allgemeinen. Es ist tatsächlich ein sehr beliebter Spruch. Alternativ gibt es noch den Spruch: "Es ändert sich ja eh nichts!". Das sich dieses Fiasko aber nicht *puff* einfach da ist, sondern über Jahre hinweg entwickelt hat, sehen die meisten leider nicht und ist nun auch nicht mehr relevant :(
Fakt ist... die Piratenpartei ist nach wie vor eine junge Partei. Es dauert Jahre bis man sich richtig positioniert hat. Auch kann man nicht gleich auf alle Themen der Welt eine fundierte Meinung haben und schon gar nicht eine Lösung. Die etablierten Parteien frickeln seit Jahrzehnten daran rum. Scheint man ihnen aber nicht nach zu halten, was man hier so liest. Welches merkwürdig ist. Bei Linux regen sich immer alle wegen dieses gefrickels auf :D
Ich für meinen Teil finde es auch viel besser, wenn einzelne Parteien sich auf bestimmte Gebiete spezialisieren, statt einer große Partei, die in einem monolithischem Monster, alle Themen eines Landes abdeckt.
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> Faktisch ist das fast alles korrekt, aber:
> 1. Nicht die Piratenpartei erzeugt ein negatives Bild von sich selbst,
> sondern vorrangig die Medien, welche regelrecht hetzend aus jeder
> Kleinigkeit eine Sensation machen.
Ach und das ist wohl nur bei den Piraten so? Medien sind IMMER und hinter ALLEN kleineren Skandalen hinterher. Nur deswegen war die Piratenpartei so erfolgreich, weil sie vielen glaubhaft machen konnte, dass alle anderen Parteien so schlecht wären (Mediendarstellung) und sie es selber jetzt besser machen würden. Jetzt merken die Leute langsam, dass Politik machen wohl doch nicht so einfach ist und niemand immun gegen kleine Skandale ist.
> Richtig ist, dass diverse Piraten - auch
> in "hohen" Ämtern Fehler gemacht haben. Aber das heißt erst mal nur, dass
> sie auch keine Übermenschen sind. Wer hätte das gedacht?
Gerade die Piraten haben sich immer so überheblich gegeben und ihre Daseinsberechtigung mitunter damit begründet, dass die "üblichen" Politiker die an sie gestellten Erwartungen entsprechend eines Übermenschen nicht erfüllen konnten.
> 2. Fast alles, was du schreibst, hat rein gar nichts mit Politik zu tun.
> Genau das ist das Problem dieser Gesellschaft. Denn wenn die breite Masse
> sich weniger von den reißerischen Pressemeldungen verwirren lassen würde
> und stattdessen einmal ernsthaft die Hauptziele der Piraten heraussuchen
> würde und selbst Stellung dazu nehmen würde, würden viele den Irrsinn der
> Medien und der heutigen "Politik" begreifen und den Handlungsbedarf
> verstehen.
Das gilt wieder für alle Parteien.
> * Richtig, nicht alle Piraten sind sich einig - aber wann sind sich denn
> bitte in einer Demokratie alle einig???
In einer gesamten Demokratie wohl selten (wobei es natürlich Dinge gibt, wo Einigkeit nichts schlechtes ist). Aber innerhalb einer Partei sollten die Leute eine ähnliche Grundauffassung davon haben, wie sie glauben die Wirtschaft und Gesellschaft verbessern zu können. Bei den Piraten bestand die Einigkeit eher daraus, ein bisschen revoluzzen und "es den Alten mal so richtig zeigen" zu wollen und nicht aus politischen Überzeugungen.
> * Richtig, die Piraten haben nicht zu allen eventuellen politischen
> Problemstellungen eine Patentlösung im Parteiprogramm stehen, aber genau
> deshalb soll das Volk entscheiden und das darf auch ruhig Wochen dauern,
> statt in einem Ad-Hoc-Interview mit einem Pressevertreter von einer
> Einzelperson beantwortet werden zu müssen.
Komisch, waren nicht lahme Entscheidungsprozesse mit ein Kritikpunkt an den etablierten Parteien? Dass sich nichts mehr bewegt?
Und übrigens: Repräsentative Demokratie gegenüber Basisdemokratie ist ja noch lange keine Diktatur einer Minderheit. Die Repräsentanten wurden schließlich gewählt. Gerade Pressevertreter schlucken oft den Frosch im Hals, dass sie selber eine ganz andere Meinung haben, aber nunmal die Meinung der Mehrheit ihrer Partei vertreten und verteidigen müssen.
> * Und auch richtig - die allermeisten Piraten sind politisch völlig
> unerfahren und nicht alle Ideen der Piraten mögen eine perfekte Lösung
> aller Probleme darstellen. Das hat aber auch niemand behauptet. Aber lieber
> etwas neues probieren (was evtl. scheitern kann), als die alten Frickler
> weiterhin hoch zu bezahlen, damit sie den Mist, den sie seit Jahren
> verzapfen, noch schlimmer machen...
Genau daraus ist die Revoluzzer-Mentalität der Piraten entstanden. Aber bis heute habe ich nicht verstanden, warum die Leute sich nicht konstruktiv in die Politik mit eingebracht haben. Also in Jugendorganisationen teilnehmen oder gleich der Partei beitreten, Dinge in die Hand nehmen, Änderungen vorschlagen, konstruktiv in Arbeitsgemeinschaften politische Anträge und Änderungsanträge entwickeln und einbringen, auf Parteitagen die Politiker von den eigenen Ideen überzeugen, etc etc.
Durch Separation und Anfeindung wird doch alles nur noch schlimmer.
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Realistisch spricht die Piratenpartei mit den "Nerd" Themen wohl so um die 3% der mensch in Deutschland an, der Rest ist noch nicht 18 und kann nicht wählen.
Der Großteil ist dann eben doch einfach viel zu alt, die können mit den Themen eben nichts anfangen.
Die meisten 60+ Leute wählen eben pauschal CDU/CSU oder SPD (wobei da auch viele abfallen an Linke, gerade im osten gibts doch noch einige die hätten gerne die DDR wieder).
Nunja, Piraten sind ne tolle Sache und tun der Politik in jedem fall gut, aber man kann eben auch keine Wunder erwarten, die Politik bleibt in der Regel wie sie ist und man hofft einfach weiterhin das Deutschland wirtschaftlich stark genug bleibt, damit man sich den ganzen mist auch leisten kann.
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Erstens zähle ich mich auch zu den Nerds, aber damit werde ich noch lange nicht von den Piraten angesprochen.
Zweitens ist deine Einstellung genau die falsche. "Ich lass die anderen mal einfach Mist machen, hauptsache es lässt sich irgendwie aushalten." - Engagier dich politisch! Verbessere die Gesellschaft! Bring deine Meinung ein!
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