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Eine Verschlüsselung mit Hintertür ist per Definition unsicher

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  1. Eine Verschlüsselung mit Hintertür ist per Definition unsicher

    Autor: tingelchen 09.01.16 - 22:57

    Denn es führt die Verschlüsselung selbst ad absurdum.

    Immerhin will man mit der Verschlüsselung ja seine Daten schützen. Eine Verschlüsselung welche es fremden Personen ermöglicht Zugriff auf diese Daten zu erlangen ist komplett Sinnlos. Egal wie man es dreht oder wendet.

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  2. Re: Eine Verschlüsselung mit Hintertür ist per Definition unsicher

    Autor: cpt.dirk 11.01.16 - 19:40

    Das implizierte Hauptargument eines bestimmten Dunstkreises ist ja:

    Es gibt gute und böse Schnüffler. Die guten (also der Staat, bzw. die Staaten und ihre Geheimdienste sowie die polizeilichen Behörden) sollen so einfach wie möglich auf alles Zugriff erhalten, damit im Vorfeld / nach einem Attentat die potentiellen / tatsächlichen Bösewichte ermittelt werden können.

    Das Problem dabei ist, dass die Grenze zum totatlitären Überwachungsstaat, bzw. zu einem Netzwerk aus Staaten, damit möglicherweise sehr schnell überschritten wird (und der nach wie vor geschuldete Beweis, dass diese Methoden entscheidende Vorteile bringen könnten - s. Frankreich). Je nach vorherrschender polit. Stimmung können diese Instrumente aber gegen jedweden missliebigen Personenkreis eingesetzt werden - bei entsprechender Datenakkumulation auch noch Jahre später .

    Und das politische Klima kann sehr schnell in gegensätzliche Richtungen schwanken (s. aktuell die Flüchtlingsthematik oder auch Polen und Ungarn oder die Verfolgung von Whistleblowern und Journalisten in den USA).

    Man denke an den Extremfall, wenn z. B. das Dritte Reich oder die DDR über die heutigen Möglichkeiten verfügt hätten. Aber allein die offensichtliche Tatsache, dass Geheimdienste sowie deren gesellschaftlicher Kontext in unterschiedlichen Gegenden der Welt ganz unterschiedliche Ausprägungen aufweisen, sollte man sich vergegenwärtigen, bevor man nach einer Abschaffung wirksamer Verschlüsselungstechniken ruft.

    Man nehme als Beispiel China und ähnliche Länder, wo unverschlüsselt ausgetauschte Meinungen Gefängnis und Schlimmeres bedeuten können, ganz zu schweigen von oppositioneller Arbeit. Oder Russland, wo allein die staatlich unterstützte Hatz auf Homosexuelle sowie auf unabhängige Journalisten für die Betroffenen unter Umständen lebensgefährlich sein kann, sofern falsche Informationen an die falschen Personen in Behörden gelangen. Das Gleiche gilt für viele afrikanische und arabische Staaten sowie Südamerika und zahlreiche andere Länder.

    Werden nun weltweit im Zuge der "Terrorismusbekämpfung" oder ähnlicher Totschlagsargumentationen blind alle möglichen personenbezogenen Daten erhoben sowie bedenkenlos zwischen verschiedenen Ländern hin- und her verschoben, so kann das für viele Menschen aus ganz unterschiedlichen - und nach unseren (heutigen) Standards harmlosen - Gründen ernste Konsequenzen haben.

    Ob es eine Nebensache hierbei darstellt, dass staatliche Industriespionage dadurch noch einmal bedeutend vereinfacht werden würde, mag jeder persönlich entscheiden.

    Abschaffung der Verschlüsselung wäre daher in vielen Gegenden der Erde wohl gleichbedeutend mit der Eliminierung der letzten Refugien freiheitlicher Bestrebungen, bzw. von Schutz vor politischer Verfolgung und Unterdrückung von Menschenrechten. Dagegen nimmt sich das Argument einer tatsächlichen oder erhofften Aussiebung von ein paar Dutzend evtl. hochgefährlicher Fanatiker als Argument vielleicht doch eher bescheiden aus.

    Und wenn es stimmt, was von der NSA offiziell verlautet wurde, dass man dort lediglich Metadaten (also keine Kommunikationsinhalte) benötigt, um zu entscheiden, ob ein mutmaßlicher Terrorist ein Fall für die Drohne wird, dann frage ich mich, was die ganze Diskussion überhaupt soll.

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  3. Re: Eine Verschlüsselung mit Hintertür ist per Definition unsicher

    Autor: tingelchen 11.01.16 - 23:22

    Sehr ausführlich. Dem ist an sich nichts hinzu zu fügen. Aber auch im jeweiligen Dunstkreis ist allen klar, das man eine Hintertür nicht so absichern kann, das nur die "Guten" diese nutzen können. Wie auch immer man "Guten" definieren mag. Ist immerhin von der persönlichen Sichtweise abhängig.

    Was natürlich von der Politik gar nicht erst diskutiert werden wird. Weil man dann zugeben müsste, das die eigene Hintertür auch gleichzeitig die Hintertür der Feinde ist.

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