Gerade bei solchen wichtigen medizinischen Geräten sollte man lieber auf den EInsatz von Funktechnik verzichten. Natürlich mag es bequemer sein dort irgendwelche Daten per Funk an den PC zu ermitteln (oder wozu wird in diesem Fall der Empfänger verwendet?), aber das unnötige Risiko ist einfach zu groß. Ein "stinknormaler" miniUSB-Anschluss würde schließlich auch reichen.
Bei Geräten wie Herzschrittmachern bleibt irgendwo keine Wahl, da das Gerät ja nicht wirklich zugänglich ist, aber hier wäre weniger mehr.
Die Funktechnik dient in diesem Fall nicht zur Datenübertragung Richtung PC sondern zur Fernsteuerung der Pumpe, die in aller Regel unauffällig unter der Kleidung getragen wird und über eine kleine Fernbedienung gesteuert werden kann. Die Funksteuerung ist hier schon ein erheblicher funktionaler Vorteil.
Danke für die Information, dann war ich hier wohl falsch informiert. Entschuldigung.
Dann sollte der Hersteller jedoch ein größeres Augenmerk auf die Sicherheit legen, denn Fernsteuerungen zu solch wichtigen Geräten dürfen auf keinen Fall so einfach manipuliert werden können.
M1chael schrieb:
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> Gerade bei solchen wichtigen medizinischen Geräten sollte man lieber auf
> den EInsatz von Funktechnik verzichten.
Ich weiß auch nicht, warum beim Insulin-spitzen überhaupt so eine Technik eingesetzt wird, statt ganz konventionell mit Nadel oder Pen zu spritzen.
Bei so einer lebenswichtigen Sache sollte man sich wirklich nicht auf Elektronik verlassen!
> Ich weiß auch nicht, warum beim Insulin-spitzen überhaupt so eine Technik
> eingesetzt wird, statt ganz konventionell mit Nadel oder Pen zu spritzen.
Der Vorteil liegt weniger in der "Bequemlichkeit" als in der feinen Dosierbarkeit. Eine Pumpe kann kontinuierlich kleine Mengen Insulin abgeben, die Dosis wird dabei indivduell auf den Stoffwechsel des Betroffenen abgestimmt. So kann z.B. ein in der Nacht auftretender erhöhter Insulinbedarf ausgeglichen und ein Anstieg des Blutzuckerspiegels rechtzeitig abgefangen werden, vgl. z.B. hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dawn-Ph%C3%A4nomen
jottam schrieb:
> Dosierbarkeit. Eine Pumpe kann kontinuierlich kleine Mengen Insulin
> abgeben, die Dosis wird dabei indivduell auf den Stoffwechsel des
> Betroffenen abgestimmt.
Also meine Freundin spritzt sich ihr Leben lang täglich und hat natürlich auch ein Testgerät, um den Blutzuckerwert zu messen. Natürlich hätte eine kontinuierliche Abgabe Vorteile, aber dafür muss sie sich keine Pumpe einbauen lassen und es gucken auch nirgendwo Schläuche bei ihr raus.
Mit ein bisschen Disziplin beim Essen und Spritzen ist Diabetis auch ganz klassisch gut beherrschbar...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.08.11 11:23 durch George99.
George99 schrieb:
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> Mit ein bisschen Disziplin beim Essen und Spritzen ist Diabetis auch ganz
> klassisch gut beherrschbar...
Es ist jedoch im Gesundheitsbereich wie auch anderswo so, daß Disziplin nicht mehr
ein Merkmal des ganz "normalen" Lebens gilt.
Beim Autofahren benötigt man Assistenten anstelle einfach etwas langsamer und konzentrierter zu fahren. Und bei Diabetes ist es im Falle von Kindern genauso wie Erwachsenen durchaus bequemer mal einfach so, ohne zu nachdenken zu müssen, mit anderen auch mal etwas mehr zu sich nehmen zu können. Und wenn mal aus irgendeinem Grund keine Kohlehydrate zur Verfügung stehen, ist es ganz passabel wenn nicht einfach automatisch eine Dosis verabreicht wird. Auch ist es durchaus
nicht gesundheitsförderlich, wenn nach dem Spritzen anstelle einer Mahlzeit eine unerwartete Störung eintritt und man etwas ganz anderes macht. Insulin ohne Kohlehydrate ist auch nicht lustig.
Solch eine Automation die die Insulindosierung ständig anhand des aktuell erfaßten Zuckerspiegels regelt dürfte bei vielen als durchaus angenehm empfunden werden.
George99 schrieb:
> Also meine Freundin spritzt sich ihr Leben lang täglich und hat natürlich
> auch ein Testgerät, um den Blutzuckerwert zu messen. Natürlich hätte eine
> kontinuierliche Abgabe Vorteile, aber dafür muss sie sich keine Pumpe
> einbauen lassen und es gucken auch nirgendwo Schläuche bei ihr raus.
> Mit ein bisschen Disziplin beim Essen und Spritzen ist Diabetis auch ganz
> klassisch gut beherrschbar...
Ich hoffe dein Interesse an ihrem Diabetes und die Auseinandersetzung damit geht tiefer als dein Posting vermuten lässt und ich HOFFE dass sie selbst abwägen durfte/darf ob die Pumpe etwas für sie ist. Weder muss die Pumpe eingebaut werden, noch hängen SchläuchE raus. Man setzt sich alle 2-3 Tage einen Katheter, allein das ist schon angenehmer als 4-5 mal am Tag zu spritzen, die Vorteile bei der Qualität der Einstellung konnten auch schon nachgewiesen werden und es gibt sehr viele Diabetiker, die eine deutlich bessere Lebensqualität durch die Pumpe bekommen haben. Natürlich mag nicht jeder mit einem Katheter rumlaufen, es gibt viele Umstände und persönliche Gründe warum man lieber beim Pen bleibt, aber falls das bei ihr der Fall ist hoffe ich, dass es ihre Entscheidung war und nicht durch deine herablassende und oberflächliche Art beeinflusst wurde.
Ich verstehe auch nicht ganz wie man eine Steuerung von lebenswichtigen/-gefährdenden Systemen per Funk machen kann?!
Das ist grob fahrlässig.
Es kann doch jederzeit die Übertragung unterbrochen/gestört werden.
Da muss man noch nicht mal über Autorisierung nachdenken, da fällt ein Funksystem schon für diese Zwecke aus.
Kann denn die Messung nicht im gleichen Gerät wie das Spritzen erfolgen und somit Funk zur Steuerung überflüssig machen?
Zum Auslesen von Informationen kann ja eine abgesicherte Funkschnittstelle hergenommen werden.
Klar sollte man die Hersteller regelmäßig dran erinnern auch auf ausreichend Sicherheit ihrer Funksysteme zu achten, aber speziell in dem Fall der Insulinpumpen in Deutschland(!) seh ich das ganze nicht so tragisch.
Daher fasse noch mal meinen Kenntnisstand zusammen: ich selbst habe ein Gerät der Firma Roche/Accu-Chek, welches keinen Sensor hat, sondern man "nur" das Messgerät zur manuellen Steuerung der Pumpe nehmen kann und in die andere Richtung Daten (abgegebene Insulinmengen) übertragen kann. Hier wird Bluetooth verwendet, d.h. theoretisch maximal 10m Reichweite, praktisch bekomme ich keine stabile Verbindung hin wenn zwischen Messgerät und Pumpe mehr als 1m liegen. Wie es mit der Verschlüsselung der Verbindung ausschaut hab ich aus Mangel an Bluetooth Sniffern leider keine Ahnung, wenn man das Messgerät tauscht muss man aber glaube zumindest die Seriennummer der Pumpe oder sowas angeben, man kann ja hoffen dass das für irgend eine Form der Authentifizierung verwendet wird. Aber falls ein Angreifer wie auch immer erfolgreich mein Messgerät nachahmt und mir Insulin spritzen will, vibriert die Pumpe kurz und das abgeben sehr hoher Mengen spür ich außerdem früher oder später. Da auch die schnellen Insuline nicht sofort wirken bliebe also noch Zeit für Gegenmaßnahmen. Sobald ich eine beliebige Taste an der Pumpe drücke wird jegliche Fernsteuerung abgebrochen und komplett ausschalten kann man es auch. Also wenn der Angreifer nachts wenn ich schlafe 1m an mein Bett herankommt, ja dann kann er mir unbemerkt hohe Dosen Insulin spritzen. Jetzt hab ich Angst...
Medtronic bietet auch in Deutschland ein zu seiner Pumpe passendes Continuous Glucose Monitoring System an. Wenn ich richtig liege kommunizieren Pumpe und Messsystem aber nicht derart wie im Artikel das amerikanische Modell, dass die Pumpe aus den Messwerten von alleine die abzugebende Insulinmenge bestimmt. Es dient lediglich als Frühwarnsystem vor Unterzuckerung und gibt entsprechend Töne von sich, aber die Insulindosierung bei Überzucker muss/darf man immer noch selber vornehmen, an der Pumpe. Für Medtronic Pumpen gibt es eine gesonderte Fernbedienung, wie die funkt hab ich leider keine Ahnung.
Mir sind bis dato keine in Deutschland zugelassenen Pumpenmodelle bekannt, die über Funk alles von alleine Regeln und man nur durch einschleusen falscher Messwerte lebensgefährlich hohe Dosen an Insulin ausschütten kann.
Dass es in Amerika mehr Auswahl gibt mit integriertem MP3-Player, viel mehr Automatiken und weiß der Kuckuck was mag sein, aber ich rede hier vom deutschen Markt und da halte ich es nicht nötig den Einsatz von Funk bei Insulinpumpen von Grund auf zu überdenken.
Sehr gut geschrieben.
Was ich hier noch nicht gelesen habe es das auch genug fälle gibt in denen eine Behandelung mit einem normalen Basal-Insulin und einer Spritze nicht funktioniert. Genau in diesen Fällen kann eine Pumpe auch von grosser Hilfe sein.
Desweitern ist es auch so das bei einsatz einer Pumpe der Gesamtbedarf an Insulin um ca. 30% sinkt. Somit also auch die Chancen auf eine Insulinresistenz sinken. Sprich es ist generell besser für den Patienten. Hinzu kommt das bei den meisten Patienten mit Insulinpumpe sich der HBA1C deutlich verbessert und somit die Gefahr auf Langzeitschädiungen weiter gemindert wird.
> Gerade bei solchen wichtigen medizinischen Geräten sollte man lieber auf den EInsatz von Funktechnik verzichten
> Bei Geräten wie Herzschrittmachern bleibt irgendwo keine Wahl, da das Gerät ja nicht wirklich zugänglich ist, aber hier wäre weniger mehr.
Man muss ja nicht gänzlich auf Funk verzichten. Es reicht ja wenn das Gerät nur auf sehr kurze Distanz funkt, sodass man es auflegen muss.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.12 22:25 durch Der Kaiser!.
> Solch eine Automation die die Insulindosierung ständig anhand des aktuell erfaßten Zuckerspiegels regelt dürfte bei vielen als durchaus angenehm empfunden werden.
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Wie im grossen, so im kleinen.
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