Videoüberwachung im öffentlichen Raum wird doch oftmals von den Bürgern direkt gefordert.
Lauf Focus finden 88% eine solche Überwachung öffentlicher Plätze und Geschäfte gut und fühlen sich dadurch sicherer. An einigen Schulen wurden solche Überwachungen sogar vom Elternbeirat gefordert.
Was denkt ihr darüber?
Wie waer's denn damit, die Ursachen anzugehen, anstatt (ueberspitzt gesagt) Knochenbrueche mit HelloKitty-Pflastern heilen zu wollen?
Ich bin mittlerweile der Meinung, dass sich die meisten Leute einfach keine eigene Meinung mehr bilden (wollen bzw. können). Da plappert ein Regierungsmensch was von Sicherheit und Videoüberwachung und wenn man garnicht groß drüber nachdenkt oder nachdenken will, dann übernimmt man so nen Quatsch auch leichtfertig. Und das wird dann zur "eigenen Meinung". Das Ergebnis sieht man ja... würde man auch nur ne Sekunde konkret nachdenken, sollte man ja eigentlich merken, dass Videoüberwachung nur sehr wenig bringen kann. Wenn man totgeprügelt wird hilft es einem nicht viel, wenn man dabei gefilmt wird.
Was willst du den statdessen machen, alle 10m einen Polizisten hinstellen?
Die Täter werden sich hüten in Sichtweite einer Kamera eine Straftat zu begehen. Damit trägt die Videoüberwachung wesentlich zur allgemeinen Sicherheit bei.
Natürlich gibt es auch einige wenige Gegenbeispiele, das waren aber meist Jugendliche die sich der Tragweite ihrer Handlungen nicht bewust oder schlicht und einfach betrunken waren. In der Mehrzahl der Fälle zeigt sich aber dass die Überwachung durchaus effektiv ist.
nalolinger schrieb:
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> Ich bin mittlerweile der Meinung, dass sich die meisten Leute einfach keine
> eigene Meinung mehr bilden (wollen bzw. können). Da plappert ein
> Regierungsmensch was von Sicherheit und Videoüberwachung und wenn man
> garnicht groß drüber nachdenkt oder nachdenken will, dann übernimmt man so
> nen Quatsch auch leichtfertig. Und das wird dann zur "eigenen Meinung". Das
> Ergebnis sieht man ja... würde man auch nur ne Sekunde konkret nachdenken,
Ist doch bei vielen anderen Dingen genauso. Da redet eine kleine Partei mitten in der Wirtschaftskriese von Steuersenkungen und erreicht damit prompt ein Rekordergebnis.
Die Leute denken nicht mehr nach und übernehmen einfach in der Hoffnung es würde schon stimmen was ihnen Schwätzer vorsagen.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten dass dies gewünsch wird. Deshalb wird ja auch immer mehr an der Bildung gespaart oder sie künstlich verschlechtert. Der denkende Bürger ist gar nicht erwünscht.
Effektiv darin, die Kriminellen mit Resthirn in Gebiete ohne Kamera zu verdraengen, mehr nicht.
abcd schrieb:
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> Effektiv darin, die Kriminellen mit Resthirn in Gebiete ohne Kamera zu
> verdraengen, mehr nicht.
Dann muss man diese Gebiete auch überwachen um auch die letzten Lücken zu schliessen. Genau das wird ja in vielen Städten auch gemacht.
Super Idee, wirklich ganz toll -,-
Dann wird man in Zukunft eben auf dem Klo überfallen oder sollen da auch Kameras hängen?
Das löst alles die Grundprobleme nicht!
Bei uns in Kassel konnten die Eltern abstimmen was mit dem Geld gemacht wird. Entweder mehr Lehrer und besseres Schulmaterial oder eine Videoüberwachung. Die Mehrheit hat sich für Videoüberwachung entschieden weil es ihren Kindern angeblich mehr Sicherheit bringt.
Jetzt gibt es eine Videoüberwachung aber auch Klassen mit 35 und mehr Schülern, keine Weiterbildung für Lehrer und alte Bücher.
> Die Täter werden sich hüten in
> Sichtweite einer Kamera eine Straftat
> zu begehen.
Lügenmärchen und Legenden!
> Damit trägt die Videoüberwachung
> wesentlich zur allgemeinen
> Sicherheit bei.
"Terrorbekämpfung" hast Du noch vergessen.
> Natürlich gibt es auch einige wenige
> Gegenbeispiele
Ja, z.B. die REALITÄT.
> In der Mehrzahl der Fälle zeigt sich
> aber dass die Überwachung durchaus
> effektiv ist.
"Effektiv" schon. Aber welchen NUTZEN sie hat, steht auf einem anderen Blatt.
Eine britische Studie hat das so ausgedrückt:
- 24% weniger Verbrechen bei Kameraüberwachung
- 60+% Verbrechen, die nicht aufgeklärt werden, weil TROTZ Kamera der/die Täter nicht identifiziert werden konnten.
- Verlagerung um bis zu 40% in NICHT überwachte Bereiche
Und jetzt?
Alles Überwachen? Peilsender einpflanzen?
Und die Kosten?
Im Gegenzug hat eine Gemeinde die Kameras alle abgebaut und lässt dafür wieder 4 Polizisten mehr Streife laufen.
Kostenersparnis <-> Effizienz: 400%
D.h. viermal mehr Verbrechen konnten VERHINDERT und die Täter gestellt werden als im Vergleich zur kostenintensiven Überwachung.
Und eine Kamera kann übrigens auch eine Vergewaltigung, Raub oder einen Mord nicht "verhindern". Nur dabei zusehen.
Wie rechtfertigst Du sowas eigentlich, wenn ein Polizist vor Ort auf Streife genau das bewirkt hätte, man den aber eingespart hat?
Gar nicht, Dummschwätzer.
Polizisten sind Beamte. Du darfst nicht nur die gegenwärtigen Lohnkosten betrachten sondern musst auch die anderen Kosten (z.B. Rente) erfassen die durch sie entstehen. Wenn du das mal durchrechnest kommen dich Kameras viel billiger.
>Lauf Focus finden 88% eine solche Überwachung öffentlicher Plätze und Geschäfte gut und fühlen sich dadurch sicherer
laut focus ruiniert der aufbau ost auch den westen... diese zeitung ist einfach mal unqualifizierter sensationsjournalismus.
ich glaube kaum das 9 von 10 bürgern für videoüberwachung im öffentlichen raum sind.
Dem ist nicht so, siehe beispielsweise:
http://www.tagesschau.de/ausland/londoncalling/londoncalling172.html
Dort wird gegen Ende gezeigt, dass ein Kiosk immer wieder überfallen wird, trotz Videoüberwachung.
Von gezielten und geplanten Aktionen einmal abgesehen...
Aber an öffentlichen Plätzen ist jeder ein wenig "Polizist", zumindest, wenn es um Übergriffe auf wehrlose Personen handelt.
Geht man von einer spontanen Aktion aus, so können sich zwei oder drei Leute schon wirkungsvoll dazwischenstellen. Die Psychologie spielt hier eine große Rolle: Solange das Opfer aufrecht steht und als "normaler" Mensch erscheint, bestehen große Hemmschwellen beim Täter. Ist das Opfer erstmal zu Boden gestoßen, verliert es diesen Status. Es wird einfach nur noch als "Klumpen" erkannt, was die Hemmschwelle, sich unmenschlich zu verhalten enorm absenkt.
Und hier ist spätestens der Fall für einen Eingriff von Beobachtern gegeben. Wenn es mehrere Beobachter gibt, so greift einer zum Handy und ruft die Polizei. Die anderen behindern den Täter und sorgen dafür, dass das Opfer so schnell wie möglich wieder aufstehen kann.
Dem Täter müssen Opfer und Helfer als eine, schwer anzugreifende Einheit erscheinen. Das Opfer sollte sich (optisch) so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich begeben. Selten läuft der Täter hinterher.
Das klingt hier sehr einfach, es sollte deshalb Trainingsprogramme für so etwas geben. Es ist eben möglich. Man muss nur die psychologischen Hintergründe kennen und sein Helferverhalten darauf anpassen können, ohne Gefahr zu laufen, sich selbst als Ersatzopfer anzubieten.
In der Regel hat ein Täter sein Opfer schon länger im Visier und sucht nach Schwachstellen und "möglichen Rechtfertigungen" für sein aggressives Verhalten. Als Rechtfertigung reicht manchem Täter schon ein Merkmal wie: Brillenträger, Behinderter, Schüchternheit oder schlichtweg ein Wittern von Angst.
Kameras würden solche Leute nicht schützen, die tauchen im Bewusstsein des Tätern gar nicht auf.
Das gilt nur für Täter, die planvoll handeln wie Taschendiebe usw.
Bei spontanen Übergriffen, bei denen die Täter "ausrasten" nützt eine Kamera im Sinne von "Schutz" überhaupt nichts.
Die Engländer haben doch ne sehr breite Videoüberwachung, und die Cops da mußten doch zugeben: es mindert die Kriminalität in den überwachten Bereichen kein Stück.
Das sich mancher Bürger sicherer fühlt, wenn Plätze, Bahnhöfe etc per Video überwacht werden mag sein. Das es auch mal bei der Ergreifung von U-Bahn Schläger und Co hilft, mag auch sein. Aber die Taten verhindern? Fehlanzeige!
Genauso ist es. Diejenigen, die eine Tat planen und ausführen wollen, kennen auch die toten Winkel. Alle anderen sind so in Rage, dass sie nicht im Geringsten an eine Kamera mehr denken.
Gar nichts tun ist noch billiger. Und jetzt?
Woher habt Ihr alle diese Weisheiten? Auch wenn manche Gewalttaten nicht durch eine Videoüberwachung verhindert werden, in vielen Fällen (z. B. München: Rentner-fast-Totschlag, und Helfer-Totschlag) haben sie wenigstens die Täter überführt. Und seit bei uns Busse und Straßenbahn mit Videokameras ausgerüstet sind, werden kaum noch Sitze aufgeschlitzt oder Fenster zerkratzt. Moderne Videokameras liefern heute so klare Bilder, dass die Täter identifiziert werden können.
Ich werde mich nie bei einer beobachteten Tat einmischen. Zu groß ist mir die Gefahr, selbst plötzlich als Täter hingestellt zu werden. Dem tapferen Mann, der sich auf einer Münchner U-Bahnstation für Kinder einsetzte und dafür totgeschlagen wurde, wird plötzlich von einem Zeugen unterstellt, er habe zuerst geschlagen! Angenommen, er hätte überlebt und es wäre zu einer Gerichtsverhandlung gekommen, genüsslich hätte der Verteidiger der Schäger diesen Zeugen präsentiert und schon hätte es mildernde Umstände gegeben. Von peinlich-insistierenden Fragen und Unterstellungen des Verteidigers einmal abgesehen, denn laut einer Bundesgerichtshof-Entscheidung darf ein Anwalt alles behaupten.
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