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Das eigentliche Problem ist doch mittlerweile die hohe Komplexität des Themenbereichs...

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  1. Das eigentliche Problem ist doch mittlerweile die hohe Komplexität des Themenbereichs...

    Autor MagnaSedna 13.07.13 - 12:53

    Was mich mittlerweile wirklich aufregt, ist die Preisung von Verschlüsselung als Allheilmittel gegen die Spionage von den Geheimdiensten. Die Piraten feiern jetzt bundesweit ihre Kryptoparties und vor zwei Tagen war bei einem N24-Talk einer von den Piraten aus Schleswig-Holstein zu Gast und sagte: "Die Lösung ist einfach, wir müssen nur alles konsequent verschlüsseln, egal wie banal der Inhalt auch ist." Blödsinn!

    Natürlich kann ich jetzt hingehen und mit einer Software wie TrueCrypt alles verschlüsseln, wie ich lustig bin, oder ich nehme mir Thunderbird + Enigmail und bearbeite damit meinen elektronischen Postverkehr, aber was bringt mir das? Okay, den Inhalt dürfte keiner mehr lesen können, aber a) sagen alleine die Metadaten schon extrem viel aus und b) bringts mir och nüscht, wenn ich ne allgemeine Standardverschlüsselung benutze, so aktuell sie auch sein mag. Außerdem werden weitere Teile des Problems wie Tracking oder Fingerprinting nicht mal ansatzweise erwähnt.

    Weitere Lösungsansätze? Achja, OpenSource. Quelloffene Anwendungen können (!) natürlich etwas Abhilfe schaffen, müssen sie aber nicht. Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass auch die großen Unternehmen seit Jahren im OSS-Bereich involviert sind. Alleine Google und Oracle kämpfen an vorderster Front mit und andere Konzerne wie Adobe oder Microsoft ziehen jetzt langsam nach. Und auch nicht jedes Linux taugt dafür. Ubuntu hat seit gut zwei Jahren die Amazon-Suche (wenn auch optional) fest integriert, Fedora wird massiv von Red Hat unterstützt, die wiederum von Oracle. Eine weitere Option könnte auch eine dezentralere Struktur im Netz sein. Dazu gibt es sogar schon ein Forschungsprojekt namens CONFINE... Problem: es ist ein EU-Projekt und wird bis Ende 2015 mit ¤ 5.000.000,- gefördert.

    Wenn man dem Dilemma als Gesellschaft wirklich halbwegs Herr werden möchte, braucht man schon ein umfassendes Maßnahmenpaket. Das geht auf der rechtlichen Seite schon los, indem man den Datenschutz auf die Höhe der Zeit bringt, Whistleblower besser schützt und auch den Geheimdiensten klare Grenzen setzt. Was OSS angeht, da sind einfach die privaten Communities gefordert, ihre Software entsprechend weiterzuentwickeln und sie zu echten Alternativen zu machen. Ubuntu bringt nichts, Mageia vielleicht schon eher. GIMP kann Photoshop auch noch nicht vollends den Ar***tritt verpassen (nur als Beispiele jetze). Und ganz am Ende ist dann auch der private Anwender an sich gefordert, wobei es hier erstmal um Aufklärung geht, zum einen was Dinge wie Tracking oder Fingerprinting sind, dass man nicht unbedingt alles in die Cloud packen muss und vor allem die olle Kamelle, was man denn in Facebook, Twitter usw. postet. Natürlich gehts da auch um eigene Lösungen wie sich ne Cloud selber zu hosten usw. ich weiss, aber mit Aufklärung fängt es an.

    In einem Punkt muss ich Obama und Friedrich aber auch recht geben, nämlich den Punkt, dass es ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Sicherheit geben muss. Keine Frage, ich bin auch absolut gegen den Generalverdacht und die flächendeckende Überwachung, aber man darf das Internet als Kommunikations- und Aktivitätsplattform der Kriminalität nicht außenvor lassen. Da brauchen wir nicht so hoch bis zum Terrorismus zu traben, das Thema behandeln wir schon in viel kleinerm Ausmaß durch die Abmahnindustrie, aber auch durch relativ alltägliche Straftaten wie Cybermobbing (= Nötigung), Identitätsdiebstahl, Ausspähen von Daten, Kinderpornographie oder die allseits bekannte Industriespionage. Und Terrorismus ist ganz nüchtern betrachtet auch nix anderes als ein Straftatbestand.

    Insofern... keine Ahnung, aber ich finde es zu einfach, jetzt auf die Geheimdienste zu schimpfen und die Bevölkerung im Glauben zu lassen, dass nach ein paar Kryptoparties alles wieder in Ordnung kommt. Dazu ist der gesamte Themenkomplex einfach viel zu umfangreich und die Lösung daher enorm schwer zu finden. Ich würde nie abstreiten, dass US-Geheimdienste wie die NSA oder CIA das machen, damit musste man ohnehin schon rechnen, weil die USA ihren globalen Anspruch als Supermacht festigen wollen und auch bekannt ist, dass sie gerne mal ohne internationalen Segen irgendwo reinmarschieren und was umwummsen.

    Aber bei unseren Geheimdiensten zuhause wäre ich da etwas vorsichtiger. Erstmal sind wir keine Supermacht (mehr), sondern wir sind bei unserer IT-Industrie eher so verzweifelt und hinterweltlerisch, dass Tante Rösler erstmal ins Silicon Valley tingelt und sich Tipps holen muss... Zweitens geht unsere poltische Elite für ihre Verhältnisse fast schon dämlichst offen damit um. Der MAD kriegt es gebacken, ok, aber unsere Politiker konnten ja nichtmal den Aktenschredder beim Verfassungsschutz oder die Waffengeschäfte, die beim Bundessicherheitsrat durchgewunken werden, geheim halten. Und der BND ist von sich aus schon ungewöhnlich transparent. Die Presse durfte den Neubau begutachten, die Geschichte wird öffentlich von 4 Profs weitgehend ohne Einschränkungen aufgearbeitet, der Präsi ist immer wieder mal in Talkshows zu Gast und unser Innenminister plauderte gestern auch frei raus über das entsprechende Gesetz bei uns, was dem BND ähnliche Befugnisse mit 20%-Beschränkung gibt. Und wenn doch mal was aus dem Ruder laufen sollte, kann man fast schon sicher sein, dass irgendein oberstes Gericht in Deutschland, meistens isses das BverG, den Berlinern mal ordentlich auf die Füße tritt.

    Am Ende darf man auch nicht vergessen, wofür BND und Co. eigentlich da sind. Die sind auch nur Teil des gesamten Sicherheitsaparates, zu dem auch Bundeswehr, Polizei oder BKA gehören, der dafür sorgen soll, dass wir in Sicherheit leben. Dass auch dort nicht alles sauber ist, das ist klar, das ist es nirgends. Aber am Ende halten diese Menschen ihren Kopf dafür hin, wenn uns wider Erwarten doch mal jemand angreifen sollte. Da ist man schon froh, dass es sie gibt, und pauschale Polemik ist hier nicht angebracht. Ein Pazifist kann auch die Bundeswehr verteufeln, deswegen besteht sie trotzdem nicht nur aus Kampftruppen, sondern schaufelt auch mit die Sandsäcke voll, wenn irgendwo Hochwasser ist.

    Man sieht schon, das Thema hat dermaßen viele Facetten, da kann es zwangsläufig nicht DIE EINE Feststellung geben. Am Ende ist überall ein Quentchen Wahrheit drinne. Ein Geheimdienst darf nicht alles, eine normale Person sollte aber auch nicht so freizügig sein wie oft auf Facebook oder YouTube gesehen und ein Whistleblower sollte auch nicht alles rausposaunen. Im Falle von Snowden war es richtig, wir brauchen auch maximale Transparenz beim Staatsaparat, aber wenn etwa ein Herr Assange, ohne vorher mal sein Hirn anzustrengen, kurzerhand irgendwas aus seinen Leaks rausposaunt, kann man damit unter Umständen tausende von Menschenleben in höchste Gefahr bringen. Ich bin nicht gegen Whistleblower, aber man muss vorher nachdenken, was man veröffentlicht und wie mans macht. Man will damit den Staat treffen, aber nicht Unschuldige, die man aber trotzdem auch oft damit in Gefahr bringt. Menschen, die nichts dafür können, müssen auch trotz Whistleblowing noch bestmöglich geschützt bleiben.

    So far so good...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.13 12:56 durch MagnaSedna.

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  2. Re: Das eigentliche Problem ist doch mittlerweile die hohe Komplexität des Themenbereichs...

    Autor Danse Macabre 13.07.13 - 14:31

    Wegen des langen Textes möchte ich nicht auf einzelne Punkte eingehen, sondern nur einige Anmerkungen machen.

    Dem ersten Teil dessen, was du schreibst, ist zuzustimmen. Auch wenn einige Aussagen ohne wirkliche Substanz darin stecken. Das z.B. eine Verschlüsselung nichts bringt, wenn sie falsch angewendet wird, dürfte klar sein. Das OSS Abhilfe schaffen kann, aber nicht muss, ist auch eine Binsenweisheit. Trotzdem: wer sich informiert und anschließend die richtige Software im richtigen Kontext einsetzt und dazu noch Linux / OSS anstelle von Windows und Closed Source Software verwendet, der ist in Sachen Privatsphäre auf seinem Rechner und vor allem im Netz ein gutes Stück weiter.

    Weiterhin richtig ist, dass vereinzelt angewendete Krypto-Maßnahmen allein zwar mehr Sicherheit schaffen, es aber dringend erforderlich ist, eine breite, gesellschaftliche Diskussion anzustoßen und das wir ein Paket an Maßnahmen benötigen. Nur, hier ist die Politik gefordert und hier sehe ich schwarz. Die großen Einheitsparteien CDU/SPD/Grüne überbieten sich in der Forderung von Überwachungsmaßnahmen, auch wenn jetzt alle vor den Kameras etwas anderes behaupten.

    Jetzt zu einem Punkt, der mich wegen der Naivität, die du zeigst, etwas ratlos hier sitzen lässt. Du gibst also Obama und Friedrich insofern recht, dass es ein Gleichgewicht von Datenschutz und Sicherheit geben muss. Nur, es ist nicht die Botschaft, die hier in Frage zu stellen ist, es sind die Überbringer! Was Obama und Friedrich derzeit machen, ist nichts weiter als ein Abwiegeln, herunter spielen, Täuschen und Relativieren eines der größten Überwachungsskandale, die es je gegeben hat. Wie gesagt, das Argument mit dem Gleichgewicht mag an sich korrekt sein, aber man sollte ein wenig darauf achten, wem man zustimmt. Denn ein Gleichgewicht ist das letzte, woran die beiden Interesse haben.

    Selbst die Tatsache, dass es kriminelle Aktivitäten im Netz gibt, was übrigens nicht weiter verwundert, da das Netz inzwischen ein Spiegel der Gesellschaft darstellt, rechtfertigt keine Totalüberwachung, bei der die Menschen unter Generalverdacht stehen und ihr Recht auf Privatsphäre faktisch verloren haben. Zwar schreibst du das auch, relativierst aber für meinen Geschmack zu sehr und auf unzulässige Weise. Es muss klar sein: gezielte Verfolgung von Straftaten auch mit Überwachungsmaßnahmen: ja. Eine Massenüberwachung mit Profilerstellung etc.: ganz klar NEIN! Außerdem argumentierst du mit der Wirtschaftsspionage. Das ist schon drollig, steht doch gerade die NSA mit ihrem Überwachungswahn im Verdacht, eben diese auch zu betreiben. Du bist auch hier wieder zu blauäugig.

    Unsere Geheimdienste sind in Sachen IT nicht so hinterwäldlerisch, wie du vielleicht glaubst. Nur, diese monströse Massenüberwachung ist hier schlicht nicht erlaubt. Deshalb arbeiten die deutschen Dienste auch mit denen der USA so gern zusammen. Faktisch wurde und wird die Massenüberwachung ausgelagert, so wie die USA das Foltergefängnis auf Guantanamo ausgelagert haben, um die dort alltäglichen illegalen Praktiken und Menschenrechtsverstöße der Kontrolle des US-amerikanischen Rechts zu entziehen.

    Was mich aber vollends an deiner Urteilskraft zweifeln lässt, sind deine Einlassungen zum BND. Wie kann man nur einen Nachrichtendienst, der sich längst einer parlamentarischen Kontrolle entzogen hat, diese sogar einfach ignoriert und eine Art Eigenleben führt, als ungewöhnlich transparent bezeichnen, nur weil die Presse mal durch so 'nen Rohbau rennen durfte und dessen Präsident hin und wieder mal in Talkshows(!) seine Floskeln zum Besten gibt.

    MAN, GET REAL!, möchte man da rufen und fasst sich an den Kopf.

    Auch dein Vertrauen ins BVerfG zeugt von einer beinahe kindlich anmutenden Naivität. Klar, das BVerfG an sich halte ich auch für integer, aber erstens nimmt dessen Einfluss wegen der Europäisierung immer weiter ab zweitens hat sich gezeigt, dass die Politik die Urteile des BVerfG oft nicht mehr so recht ernst nimmt. Entweder werden Urteile so lange es geht ignoriert oder es werden immer wieder Angriffe gegen Urteile des BVerfG gefahren, indem versucht wird, tendenziell grundgesetzfeindliche Gesetze marginal zu verändern und es erneut "drauf ankommen" zu lassen.

    Auch mit deiner Haltung, der BND sei nur zu unserem Schutz dar, bin ich so nicht einverstanden. Wenn du etwa schreibst, dass auch beim BND nicht alles sauber ist, dann meinst du wahrscheinlich das Decken der rechtsterroristischen Gruppe NSU, die absichtliche Aktenvernichtung zur Verhinderung der Aufklärung der NSU Morde bzw. der Verstrickung des BND in dieser Sache, richtig? Na ja, da kann ja mal was schief laufen, wir sind alle nur Menschen ...

    Die weitere Kannotation deines Textes lässt in mir den Verdacht aufkommen, dass du hier bewusst eine Relativierungsstrategie fährst, ähnlich wie das auch von Friedrich und anderen Politmarionetten versucht wird. Geradezu entlarvend ist dein Versuch, die Bundeswehr als Sandsack schleppende Helfer in der Not darzustellen. Das sich im Laufe der vergangenen Jahre das Einsatzszenario und die strategische Ausrichtung jedoch grundlegend geändert hat und die BW nicht mehr nur eine reine Verteidigungs- sondern eine aktive Kampftruppe geworden ist, dessen Einsatz-Mandate, sofern überhaupt welche vorliegen (KSK-Einsätze!), gelinde gesagt fragwürdig sind, verschweigst du natürlich.

    Letztlich versuchst du diesen Datensammelskandal dadurch zu relativieren, dass die Nutzer Facebook und Co verwenden. Auch das geht argumentativ ins Leere, denn auch wer Facebook etc. verwendet, hat ein Recht auf Privatsphäre. Vor allem hat der Nutzer ein grundgesetzlich verbrieftes Recht darauf, das nicht der gesamte Datenverkehr abgehört, gespeichert und analysiert wird.

    Zusammenfassend finde ich deinen Text gefährlich naiv, übertrieben staatsgläubig, wenig reflektierend und teilweise geradezu unterwürfig. Weiter so!



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.13 14:43 durch Danse Macabre.

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  3. Re: Das eigentliche Problem ist doch mittlerweile die hohe Komplexität des Themenbereichs...

    Autor T-X.Skynet 14.07.13 - 13:55

    So bitter es klingt: Für mich hört sich das glasklar nach jemand an, auf den zu viel öffentlich rechtliches Fernsehen "gewirkt" hat und ihre eigene Welt und eigene Logik und Realität erzeugt hat.

    So (vorgeblich) kritisch der einzelne, wie hier zu sehen, sein mag, am Ende will er doch das alles so bleibt wie es ist. Quasi mit Zustimmung mit Bauchweh, aber eine Zustimmung. Und nur darauf kommt es an. Das und nichts anderes ist auch der Job solcher Programme und Sendungen - übrigens schon von Anfang an.

    Hat nämlich schon seinen guten Grund das Deutschland das einzige Land auf der Erde ist, dass trotz Besatzung keine Ressistance herausgebildet hat. Und das seit 60 Jahren! Die Leute sind Glücklich mit ihrem Bauchweh, dank Propaganda.





    Danse Macabre schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wegen des langen Textes möchte ich nicht auf einzelne Punkte eingehen,
    > sondern nur einige Anmerkungen machen.
    >
    > Dem ersten Teil dessen, was du schreibst, ist zuzustimmen. Auch wenn einige
    > Aussagen ohne wirkliche Substanz darin stecken. Das z.B. eine
    > Verschlüsselung nichts bringt, wenn sie falsch angewendet wird, dürfte klar
    > sein. Das OSS Abhilfe schaffen kann, aber nicht muss, ist auch eine
    > Binsenweisheit. Trotzdem: wer sich informiert und anschließend die richtige
    > Software im richtigen Kontext einsetzt und dazu noch Linux / OSS anstelle
    > von Windows und Closed Source Software verwendet, der ist in Sachen
    > Privatsphäre auf seinem Rechner und vor allem im Netz ein gutes Stück
    > weiter.
    >
    > Weiterhin richtig ist, dass vereinzelt angewendete Krypto-Maßnahmen allein
    > zwar mehr Sicherheit schaffen, es aber dringend erforderlich ist, eine
    > breite, gesellschaftliche Diskussion anzustoßen und das wir ein Paket an
    > Maßnahmen benötigen. Nur, hier ist die Politik gefordert und hier sehe ich
    > schwarz. Die großen Einheitsparteien CDU/SPD/Grüne überbieten sich in der
    > Forderung von Überwachungsmaßnahmen, auch wenn jetzt alle vor den Kameras
    > etwas anderes behaupten.
    >
    > Jetzt zu einem Punkt, der mich wegen der Naivität, die du zeigst, etwas
    > ratlos hier sitzen lässt. Du gibst also Obama und Friedrich insofern recht,
    > dass es ein Gleichgewicht von Datenschutz und Sicherheit geben muss. Nur,
    > es ist nicht die Botschaft, die hier in Frage zu stellen ist, es sind die
    > Überbringer! Was Obama und Friedrich derzeit machen, ist nichts weiter als
    > ein Abwiegeln, herunter spielen, Täuschen und Relativieren eines der
    > größten Überwachungsskandale, die es je gegeben hat. Wie gesagt, das
    > Argument mit dem Gleichgewicht mag an sich korrekt sein, aber man sollte
    > ein wenig darauf achten, wem man zustimmt. Denn ein Gleichgewicht ist das
    > letzte, woran die beiden Interesse haben.
    >
    > Selbst die Tatsache, dass es kriminelle Aktivitäten im Netz gibt, was
    > übrigens nicht weiter verwundert, da das Netz inzwischen ein Spiegel der
    > Gesellschaft darstellt, rechtfertigt keine Totalüberwachung, bei der die
    > Menschen unter Generalverdacht stehen und ihr Recht auf Privatsphäre
    > faktisch verloren haben. Zwar schreibst du das auch, relativierst aber für
    > meinen Geschmack zu sehr und auf unzulässige Weise. Es muss klar sein:
    > gezielte Verfolgung von Straftaten auch mit Überwachungsmaßnahmen: ja. Eine
    > Massenüberwachung mit Profilerstellung etc.: ganz klar NEIN! Außerdem
    > argumentierst du mit der Wirtschaftsspionage. Das ist schon drollig, steht
    > doch gerade die NSA mit ihrem Überwachungswahn im Verdacht, eben diese auch
    > zu betreiben. Du bist auch hier wieder zu blauäugig.
    >
    > Unsere Geheimdienste sind in Sachen IT nicht so hinterwäldlerisch, wie du
    > vielleicht glaubst. Nur, diese monströse Massenüberwachung ist hier
    > schlicht nicht erlaubt. Deshalb arbeiten die deutschen Dienste auch mit
    > denen der USA so gern zusammen. Faktisch wurde und wird die
    > Massenüberwachung ausgelagert, so wie die USA das Foltergefängnis auf
    > Guantanamo ausgelagert haben, um die dort alltäglichen illegalen Praktiken
    > und Menschenrechtsverstöße der Kontrolle des US-amerikanischen Rechts zu
    > entziehen.
    >
    > Was mich aber vollends an deiner Urteilskraft zweifeln lässt, sind deine
    > Einlassungen zum BND. Wie kann man nur einen Nachrichtendienst, der sich
    > längst einer parlamentarischen Kontrolle entzogen hat, diese sogar einfach
    > ignoriert und eine Art Eigenleben führt, als ungewöhnlich transparent
    > bezeichnen, nur weil die Presse mal durch so 'nen Rohbau rennen durfte und
    > dessen Präsident hin und wieder mal in Talkshows(!) seine Floskeln zum
    > Besten gibt.
    >
    > MAN, GET REAL!, möchte man da rufen und fasst sich an den Kopf.
    >
    > Auch dein Vertrauen ins BVerfG zeugt von einer beinahe kindlich anmutenden
    > Naivität. Klar, das BVerfG an sich halte ich auch für integer, aber erstens
    > nimmt dessen Einfluss wegen der Europäisierung immer weiter ab zweitens hat
    > sich gezeigt, dass die Politik die Urteile des BVerfG oft nicht mehr so
    > recht ernst nimmt. Entweder werden Urteile so lange es geht ignoriert oder
    > es werden immer wieder Angriffe gegen Urteile des BVerfG gefahren, indem
    > versucht wird, tendenziell grundgesetzfeindliche Gesetze marginal zu
    > verändern und es erneut "drauf ankommen" zu lassen.
    >
    > Auch mit deiner Haltung, der BND sei nur zu unserem Schutz dar, bin ich so
    > nicht einverstanden. Wenn du etwa schreibst, dass auch beim BND nicht alles
    > sauber ist, dann meinst du wahrscheinlich das Decken der
    > rechtsterroristischen Gruppe NSU, die absichtliche Aktenvernichtung zur
    > Verhinderung der Aufklärung der NSU Morde bzw. der Verstrickung des BND in
    > dieser Sache, richtig? Na ja, da kann ja mal was schief laufen, wir sind
    > alle nur Menschen ...
    >
    > Die weitere Kannotation deines Textes lässt in mir den Verdacht aufkommen,
    > dass du hier bewusst eine Relativierungsstrategie fährst, ähnlich wie das
    > auch von Friedrich und anderen Politmarionetten versucht wird. Geradezu
    > entlarvend ist dein Versuch, die Bundeswehr als Sandsack schleppende Helfer
    > in der Not darzustellen. Das sich im Laufe der vergangenen Jahre das
    > Einsatzszenario und die strategische Ausrichtung jedoch grundlegend
    > geändert hat und die BW nicht mehr nur eine reine Verteidigungs- sondern
    > eine aktive Kampftruppe geworden ist, dessen Einsatz-Mandate, sofern
    > überhaupt welche vorliegen (KSK-Einsätze!), gelinde gesagt fragwürdig sind,
    > verschweigst du natürlich.
    >
    > Letztlich versuchst du diesen Datensammelskandal dadurch zu relativieren,
    > dass die Nutzer Facebook und Co verwenden. Auch das geht argumentativ ins
    > Leere, denn auch wer Facebook etc. verwendet, hat ein Recht auf
    > Privatsphäre. Vor allem hat der Nutzer ein grundgesetzlich verbrieftes
    > Recht darauf, das nicht der gesamte Datenverkehr abgehört, gespeichert und
    > analysiert wird.
    >
    > Zusammenfassend finde ich deinen Text gefährlich naiv, übertrieben
    > staatsgläubig, wenig reflektierend und teilweise geradezu unterwürfig.
    > Weiter so!

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  4. Re: Das eigentliche Problem ist doch mittlerweile die hohe Komplexität des Themenbereichs...

    Autor Danse Macabre 15.07.13 - 01:04

    T-X.Skynet schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So bitter es klingt: Für mich hört sich das glasklar nach jemand an, auf
    > den zu viel öffentlich rechtliches Fernsehen "gewirkt" hat und ihre eigene
    > Welt und eigene Logik und Realität erzeugt hat.
    >
    > So (vorgeblich) kritisch der einzelne, wie hier zu sehen, sein mag, am Ende
    > will er doch das alles so bleibt wie es ist. Quasi mit Zustimmung mit
    > Bauchweh, aber eine Zustimmung. Und nur darauf kommt es an. Das und nichts
    > anderes ist auch der Job solcher Programme und Sendungen - übrigens schon
    > von Anfang an.

    Möglich. Aber solchermaßen verblendete machen sich selten die Mühe, so lange Texte zu verfassen. Und ehrlich, ich kenne niemanden, der so kritiklos die "offizielle" Meinung vertritt, garniert mit "ist doch alles nicht so schlimm und nur zu unserem Besten"-Geplapper wie MagnaSedna. Ich hatte deshalb schon den Verdacht, hier tobt sich einer dieser Auftrags-Schreiberlinge aus, die dafür bezahlt werden, die Meinung in Foren etc. in eine gewünschte Richtung zu lenken.

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