Zitat datenspuren.de:
"Alle Zusendungen werden natürlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Aus rechtlichen Gründen benötigen wir allerdings die kompletten und ungeschwärzten Vorgänge von Euch."
Den ersten Satz behauptet jeder. Er steht auf fast jeder Webseite, die Daten erfasst. Sein Wert tendiert gegen Null.
Welche rechtlichen Gründe sollen das (zweiter Satz) denn sein? Wer garantiert uns, dass Torsten Bremer nicht "weich" wird und für ein nettes Sümmchen die gesammelten Daten verkauft?
Wer garantiert uns, dass die gesammelten Daten so abgesichert gespeichert werden, dass wir sie nicht nach dem nächsten CCC-Treffen bei rapidshare herunterladen können?
Nochmal Zitat:
"Eine systematische Zusammenfassung und Auswertung der Datensammelwut findet nicht statt. Genau hier soll das neue FIfF-Projekt Datenspuren ansetzen."
Was soll das? Was haben wir davon, wenn jemand die Datensammelwut zusammenfasst und auswertet? Würde das irgendwelche Konsequenzen haben? Und dafür sollen wir unsere privaten Daten hergeben?
Der CCC lädt sochle daten miest nicht auf rapidshare rauf aber sonnst muss ich dir recht geben.
Hallo Bluebird,
Deine Fragen haben ich und wir uns intern auch gestellt. Gerade weil so ein Projekt vom Vertrauen der Benutzer und Informationslieferanten lebt, habe ich mich entschlossen, dass nicht als unbekannte Einzelperson zu betreiben, sondern mich einem Verein (der FIfF) angeschlossen, der sich ebenfalls für den Datenschutz einsetzt. Angedacht ist von uns, dass auch noch andere datenschutznahe Vereine aus Deutschland mit ins Boot geholt werden.
Die kompletten Dokumente benötigen wir häuptsächlich, um das Projekt rechtlich abzusichern. Eine grosse Befürchtung ist nämlich, dass das Projekt von der Werbeindustrie wegen z.B. Rufschädigung oder Veröffentlichung von falschen Tatsachen aus dem Netz geklagt werden soll. Vor Gericht werden dann die Dokumente benötigt, um darlegen zu können, dass unsere Angaben wirklich den Tatsachen entsprechen. Für den reinen Betrieb der Webseite und die Darstellung der Verpflechtungen brauchen wir KEINE personenbezogenen Infos der Einreicher. Dementsprechend wird es auch keine Datenbank mit personenbezogenen Daten geben, die auf dem 27C3 oder folgenden Kongressen irgendwo herunterladen werden kann, weil diese Daten der Einlieferer nicht in der Datenbank stehen werden! Sollten wir noch mal deutlicher auf die Webseite schreiben.
Und zum befürchteten Wiederverkauf der Daten. Wozu? Lohnt sich sowieso nicht :-) Warum? Jede Person, die ihre Informationn mit dem Datenspuren-Projekt teilt, hat im Rahmen ihres eigenen Vorgehens bereits im Vorfeld bei vielen Adressvermarktern der weiteren Verwendung der Daten widersprochen. Die Adressvermarkter dürfen diese Adressdaten daher gar nicht mehr benutzen, selbst wenn sie erneut genau diese Daten wieder einkaufen. Alle personenbezogenen Daten, die wir im Rahmen des Projekts bekommen, sind dann bereits schon zu nahezu 100% in der Werbewirtschaft gesperrt, die Daten sind also schlicht und ergreifend wertlos! Zumal wir die personenbezogenen Daten nicht in der Datenbank stehen haben werden, also diese erst einmal digitalisieren müssten usw.... Ich denke, wertlose Daten sind der beste Schutz vor einem befürchteten Verkauf der Daten.
Und was bringt uns das ganze? Wir wollen Öffentlichkeit schaffen! Derzeit weiss niemand, wohin die Daten genau wandern, wenn sie erst einmal im System sind. Das derzeitige Bundesdatenschutzgesetz begünstigt diese Verschleierung leider ganz extrem, indem die Werbeindustrie nur die QUELLE der Daten nennen muss, aber eben nicht, an welche ihrer Kunden sie die Daten bereits alles weitergegeben hat. Selbst wenn Du der einen Firma die weitere Nutzung untersagt hast, können sie immer noch von den ganzen anderen benutzt werden. Du selbst erfährst in der Regel erst davon, wenn Du wieder mal Werbung bekommen hast.
Eine weitere Hoffnung ist natürlich auch, dass durch die Aufdeckung der Verpflechtungen endlich mal die Politik aufwacht und durch das Projekt erkennen kann, welche Aussmasse der Datenhandel in Wirklichkeit hat. Dies wird von Seiten der Politik trotz den Mahnungen der Datenschutzbeauftragten immer noch kleingeredet, weil die Werbelobby natürlich deutlich grösser ist und es über die ganzen Verpflechtungen noch gar keine Informationen gibt. Insofern betreten wir hier Neuland, aber ich bin mir sicher, dass man es durchziehen kann.
Ich habe über das Projekt auch noch einiges mehr in einem Artikel für die FIfF-Kommunikation geschrieben:
http://www.fiff.de/publikationen/fiff-kommunikation/fiff-kommunikation-2-2009-kritische-informatik/fiko_2_2009_datenspuren.pdf
Hallo,
ich stimme @Bluebird voll und ganz zu.
@Thoddi:
Zitat:
Die kompletten Dokumente benötigen wir häuptsächlich, um das Projekt rechtlich abzusichern.
Zitat Ende.
Und wie wollt Ihr diese Dokumente sinnvoll ohne eine Datenbank verwalten?
Was wollt Ihr mit diesen Dokumenten beweisen? Etwa per massig Papierausdrucken zum BGH gehen?
Das alles, was Ihr vorhabt lässt sich auch ohne Dokumente machen.
Beispiel:
Mailinjection Track and Trace (MITAT)
Man benötigt zum "ausspionieren" der Datenweitergabe lediglich 10 (in Worten Zehn) E-Mailadressen.
Ein Script, der auf einer CRON-TAB Basis läuft, eine SQL-Datenbank und ein bisschen Zeit.
Innerhalb von 7 Tagen sieht man schon die Strukturen wohin diese fingierten E-Mailadressen gewandert sind.
Man kann sogar Whois Abfragen einbauen und so die Firma, Standort und dessen Verflechtungen bestimmen.
Und um das alles zu bekommen, braucht Ihr keine Mithelfer, die Ihre Dokumente einschicken.
LG
Milsu
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