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Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

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  1. Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor Cassiel 04.11.09 - 13:07

    Immer wieder lustig wenn ich lese, wie die "bösen" Crawler den "guten" Netzwerken deren "Ihre" Daten "klauen". Also zunächst einmal sei gesagt, dass die Daten den entsprechenden Benutzern eines Netzwerkes gehören. Das jeweilige Netzwerk ist nichts anderes als eine Datenbank mit abermillionen Benutzern. Diese Daten werden in einer sinnvollen Art und Weise aggregiert und anderen Benutzern dargestellt.

    Wenn ich mir, als Benutzer eben eines solchen Netzwerkes, die Profildaten von 500 Benutzern ansehe (oder auch lokal auf der Festplatte speichere) ist das weder ein Straftatbestand, noch Mißbrauch, Crawling, Datenklau, oder wie man es sonst nennen möchte. Ich sammle dabei einfach die Daten, die andere Benutzer bereitwillig und offen zugänglich auf dieser Plattform bereitstellen.

    Da diese Daten (wie oben geschrieben) den jeweiligen Benutzern gehören und nicht wie immer gerne angenommen den Betreibern, besteht rechtlich auch gar kein Anspruch seitens dieser. Auch wird immer gerne behauptet diese Daten seien eben das Kapital der Netzwerke und deren Betreiber, aber diese Aussage ist schlicht falsch. Einnahmen (wenn es sie überhaupt gibt) werden nicht durch die Daten generiert, sondern durch die Benutzer. Deswegen ist es auch irrelevant wie viele Daten in einem solchen Netzwerk tatsächlich generiert werden, sondern wie viele Besucher ein Netzwerk pro Tag/Monat/Jahr aufweisen kann. Stichworte: Hits, Unique Visits, Pay per view, Pay per click, Conversion rate, etc.

    Natürlich spielen sich die Betreiber dieser Netzwerke hier und dort gerne und möglichst groß auf. Siehe auch die drakonische Strafe eines US-Gerichts gegenüber des Facebook-Spammers. Unabhängig von der Moral ist es das "gute" Recht der jeweiligen Netzwerke so vorzugehen, immerhin sind ja Gewinne und Dividenden in Gefahr. Denn wie jeder weiß laufen im Regelfall Benutzer davon oder die Zahlen bei Neuregistrierungen brechen ein wenn es "Bad PR" gibt. Genau aus diesem Grund ist es auch absolut üblich das die Betreiber talentierten jungen Menschen die Möglichkeit geben dort zu arbeiten. Schließlich ist es besser den fähigen Programmierer/Geek/Nerd/etc. auf seiner Seite zu haben als gegen sich. "Web 2.0 ist cool" wird dabei mehr als gerne vermittelt.

    Unabhängig davon ob "3x1t" nun tatsächlich eine versuchte Erpressung begangen hat oder nicht, hat er sich sonst nichts zu Schulden kommen lassen. Den in seinem Blog beschriebenen Crawler und die Methode/Funktion des Programms kann jeder halbwegs vernünftige Programmierer binnen kürzester Zeit selbst entwickeln. Dieser Crawler verletzt nicht das Recht des Netzwerkes, sondern wenn überhaupt das Persönlichkeitsrecht der jeweiligen Benutzer. Obwohl noch zu klären wäre in wie weit dieses Recht verletzt wird, wenn der Benutzer seine Daten öffentlich zur Schau stellt - aber das ist ein anderes Thema.

    Davon ab gibt es einen regelrechten Markt für solche Crawler im Internet. Phisher/Datensammler zahlen gutes Geld für Programmierarbeiten in dieser Richtung. Daher würde es mich nicht wirklich wundern, wenn Betreiber es gar nicht nötig haben sich erpressen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Lieber geben sie Geld aus um die verfügbaren Programme selbst einzukaufen, anstatt sie den Datensammlern zu überlassen und somit die nächste "Bad PR" zu generieren und das Vertrauen bei den Benutzern zu gefährden.

    Im aktuellen Fall scheint das aber mal ganz gewaltig nach hinten losgegangen zu sein und ich kann wirklich nur hoffen, dass hier mal die Gerechtigkeit siegt und keine Lobby/Investor/Kapitalgeber/whatsoever.

  2. Re: Soziale Netzwerke… ++ kT

    Autor thenktor 04.11.09 - 13:56

    kT





    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.09 13:57 durch thenktor.

  3. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor Herb 04.11.09 - 14:35

    Cassiel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da diese Daten (wie oben geschrieben) den jeweiligen Benutzern gehören und
    > nicht wie immer gerne angenommen den Betreibern, besteht rechtlich auch gar
    > kein Anspruch seitens dieser.

    Ohne es jetzt speziell bei den dämlichen Social-Networks zu kennen: es ist vertraglich durchaus möglich, dass Benutzer(generierte) Daten dem Site-Betreiber gehören. Gerade bei Löschanträgen zu selbst eingestellten Sachen kann es sein, dass man dann den guten Willen des Betreibers braucht.

  4. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor Cassiel 04.11.09 - 14:54

    Herb schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ohne es jetzt speziell bei den dämlichen Social-Networks zu kennen: es ist
    > vertraglich durchaus möglich, dass Benutzer(generierte) Daten dem
    > Site-Betreiber gehören. Gerade bei Löschanträgen zu selbst eingestellten
    > Sachen kann es sein, dass man dann den guten Willen des Betreibers braucht.

    Das mag vielleicht stimmen, aber rein logisch können diese Daten gar nicht dem Betreiber gehören. Mein Name z.B. bleibt ja mein Name und auch wenn ich diesen bei einem Sozialen Netzwerk angebe geht dieser nicht in den Besitz des Betreibers über. Einzig die Informationen die notwendig sind um meinen Namen zu beschreiben sind im "Besitz" des Betreibers. Deswegen sind solche Verträge/Lizenzbedingungen meiner Meinung nach auch totaler Unfug.

    Aber diese Diskussion können wir wohl endlos führen - pro/kontra Thesen und Meinungen gibt es zu diesem Thema reichlich.

  5. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor smut 04.11.09 - 15:13

    Jain, da laufen eben Theorie und Praxis etwas auseinander - also die Datenschutzgesetze gewähren erstmal allgemein das Recht auf Löschung und Änderung von persönlichen Daten. Auf der Grundlage ist der Betreiber erstmal verpflichtet, dies zu tun - nur wenn dieses einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellt, können die Daten auch gesperrt werden (also dürfen auch in Backups etc nicht mehr zugänglich sein).

    Jetzt ist halt die Frage, wie persönliche Daten definiert sind; und das ist schwierig, bzw. lässt Spielräume. Denn es lassen sich ja auch aus Daten, die man im ersten Moment nicht direkt als persönliche klassifizieren würde, Rückschlüsse auf die Person ziehen, z.B. bei einer IP, welche eigentlich nur Rückschlüsse auf den Anschlussinhaber zulassen, nicht aber auf den wirklichen Benutzer - zudem wird zusätzliches Wissen benötigt, also z.B vom Provider. Also ich will sagen ist halt nicht immer einfach.

    Na gut und die Praxis? Da hat man sowieso das Gefühl, dass das gemacht wird was einem in den Kram passt. Da bekommt man trotzdem noch Newsletter, obwohl man schriftlich der Nutzung der persönlichen Daten widerrufen hat; da wird verkauft - zwischen 'im Interesse des Benutzers berechtigten Partnern' (lol) geschoben und alles mögliche gemacht.

    Wenn dann die Rufe nach einer Novellierung des Datenschutzgesetzes laut werden denk ich mir immer, dass das Quatsch ist - es sollte einfach mal geprüft werden, ob die Gesetze auch wirklich eingehalten werden.

    So, das als kleine Gute-Nacht-Geschichte aus dem was ich von der Vorlesung Datenschutz noch im Kopf hatte...

    smut

  6. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor redwolf_ 04.11.09 - 17:53

    Die Frage ist doch was mit den gesammelten Daten gemacht wird oder angedroht wurde zu machen.

    Du könntest auch die Daten sammeln, die Singles herausfiltern und ein neues Portal als Kontaktbörse mit Deutschlands geilste VZ-Singles eröffnen.

  7. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor Zielgerichtete Werbung 04.11.09 - 18:00

    Na der Link passt nicht so ganz, zugegeben - aber interessant find ichs dann doch: Das Video unter http://www.studivz.net/l/advertising

  8. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor ghfgh 04.11.09 - 21:04

    Die Daten sind ebenfalls wichtig, nicht nur die Besucher. Durch die bekannten Daten kann individuelle Werbung gezeigt werden. Da die Werbung hierbei weniger gestreut wird kostet jede Einblendung natürlich auch etwas mehr. Mit weniger Daten lässt sich also auch weniger Geld für Werbung einnehmen.

  9. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor daten und so... 05.11.09 - 17:18

    Siehe ganz unten:
    http://www.golem.de/0911/70994-2.html

    "Nur weil etwas öffentlich verfügbar ist, darf man es noch nicht zusammensammeln. Zumindest nicht einfach so."

  10. Re: Soziale Netzwerke und die Sache mit den Daten…

    Autor augenbraue 09.11.09 - 19:59

    Umgangssprachlich ist es doch völlig geläufig und normal, wenn von einem "Besitz persönlicher Informationen und Daten anderer" gesprochen wird, oder nicht ?

    Also bei der Volkszählung damals gab es zu diesem Thema ein klares und deutliches Misstrauen und massiven Widerstand in der Öffentlichkeit, da man sich um den sicheren und verantwortungsvollen Umgang der erzeugten Daten sorgen machte, und dabei wurde sich auf das Gesetz berufen und es wurde gerichtlich verhandelt. Da waren noch Lochkarten am Start.

    Von diesem Bewusstsein scheint heute wirklich nichts mehr übrig zu sein.

    Ein hoch auf das Internet.

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