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Vielschichtig

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  1. Vielschichtig

    Autor mwi 13.01.11 - 12:07

    Also nix gegen die Cloud, aber diese aktuelle Entwicklung ist schon irgendwie lustig. Jeder verschiebt plötzlich seine Software (oder die eines Anderen) in den Browser, weil das irgendwie hipp ist und gut ankommt.
    Was passiert denn jetzt? Jetzt haben wir das OS und darauf laufen Programme. Die aktuelle Entwicklung lässt im OS ein Programm laufen, in dem man Programme startet. Ich bin ja für eine Webanwendung, welche Windows starten kann, worin man dann einen Browser starten kann, in welchem man die Webanwendung zum Windowsstarten starten kann......
    Die Vorteile von Webanwendungen sind mir bewusst:
    - Entwicklung mit Webtechniken fällt vielen einfacher, die keine native Sprache lernen wollen oder gelernt haben
    - der User sieht immer die aktuellste Version
    - die Daten überstehen einen Head-Crash
    - Anwendungen sind platformunabhängig
    - Verteilung von Anwendungen im Unternehmen
    - ...

    Nur was passiert nun? Die Anwendungen laufen im Browser, dann wird es irgendwann egal, welches OS man hat. Dann bringt Google ein OS, welches quasi nur aus einem Browser besteht. Irgendwann merkt man, dass man die ganze Zeit noch ne Schicht auf dem OS drauf hat und zieht das Ganze nach unten und lässt die Webanwendungen in ner speziellen VM laufen, aus Performancegründen. Huch...das Wort Browser gibt es nun nicht mehr. Die "Anwendung" wurde geboren...dann überlegt man sich: Moment mal, das gabs doch vor 30 Jahren schonmal...
    Fazit: Webanwendungen gibt es doch eigentlich nur, weil die oben genannten Vorteile momentan zu kompliziert mit nativen Anwendungen gelöst werden können. Kann man nicht einfach direkt auf das zuarbeiten, was abzusehen ist?
    Ich mag zwar Apple nicht und finde für die aktuelle Zeit diesen "App-Wahn" total übertrieben, weil diese nur duplizieren, was die Leute sich auch direkt auf der Internet anschauen könnten (Bild-App, Stern-App, RTL-App, FAZ-App, Blubber-App), aber irgendwie ist das schon genau das, was passieren wird. Internetseiten werden irgendwann wieder durch Anwendungen abgelöst. Nur dass diese viel effektiver mit der "Cloud" (Modewort) kommunizieren können.

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  2. Re: Vielschichtig

    Autor Semikolon 13.01.11 - 13:33

    Evtl bin ich etwas altmodisch und paranoid was die Cloud angeht, sehe da aber ähnliche Probleme.

    Damals war ich davon abhängig, das mein Computer funktioniert, tat er das, war alles in Butter.
    Nimmt die Nutzung der Cloud weiter zu, bin ich davon Abhängig, das mein Gerät funktioniert, eine Internetverbidnung besteht (die auch noch einigermassen flott ist) und das auf der Gegenseite alles funktioniert. Krass gesprochen kann es dazu kommen ,das in Zukunft ein Computer ohne Internetanbindung absolut nutzlos ist.
    Und so gut ausgebaut das Netz inzwischen auch ist, verlassen möchte ich mich da derzeit auf keinen Fall drauf.

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  3. Re: Vielschichtig

    Autor mwi 13.01.11 - 13:50

    Da hast du völlig Recht. Meiner Meinung nach sollten Anwendungen die Daten nur zusätzlich in die Cloud synchronisieren und vor allem nur die Daten (und wirklich nur die), die man selbst dazu bestimmt. Cloudanwendungen implizieren automatisch auch die Speicherung der Daten in der Cloud. Das sollte so nicht sein.
    Was sind eigentlich aktuelle Anforderungen für Anwendungen?
    - Aktualität (kann man durch Auto-Updates lösen)
    - Plattformunabhängigkeit (QT, Java, (Mono), Flash)
    - safety (kein passendes deutsches Wort) -> spricht für Replikation Lokal<->Cloud
    - security (kein passendes deutsches Wort) -> Verschlüsselung, private Daten nur lokal
    - zukunftssicher -> z.B. durch Unabhängigkeit von Frameworks
    - nachvollziehbar -> Welche Version nutze ich gerade? Kann ich nicht mal schnell eine alte Version nutzen? ..in der Cloud unmöglich

    Auf jeden Fall sollte man selbst Herr über seinen Daten sein und solange noch Strom fließt, darauf zugreifen können. Die Cloud verhindert das komplett. Man hat keine Ahnung, was mit seinen Daten passiert und eine Bombe, die 5000km entfernt fällt, kann den eigenen PC nutzlos machen.

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  4. Re: Vielschichtig

    Autor Semikolon 13.01.11 - 14:12

    Korrekt!
    Für Entwickler bzw den Support ist die Cloud bestimmt eine ganz tolle Angelegenheit, aber sie darf nicht die ultimative Antwort werden. Der Benutzer muss ausserdem sensibilisiert werden, mit der Cloud umzugehen bzw. muss die nötigen Mittel der selbstbestimmung in die Hand bekommen.

    Zum Glück ist es noch nicht soweit, noch habe ich so gut alle Anwendungen/Daten die ich brauche auch in einer lokalen Version, aber in Zukunft können Firmen einen glaube ich schon "in die Cloud zwingen".

    Ausserdem könnte ich mir vorstellen, das die Cloud so manchen Hardware-Herstellern ein Dorn im Auge ist. Kein Privatanwender würde zB die neue 5TB Platte kaufen, wenn in Zukunft der lokale Speicher für nicht viel mehr reichen muss, als den Unterbau für einen Browser bereit zu stellen. Da kann ich mich aber auch irren, denn der Bedarf an Hardware für die ganzen Server würde ja steigen, trotzdem sollte man daran auch mal denken.

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