Definitiv bisher das Interessanteste in Sachen Virtualisierung in 2011. Schade, dass der nicht-minifizierte JavaScript-Quellcode nicht vorliegt und der Autor dieses interessante Projekt derzeit auch noch nicht offiziell als OpenSoure-Projekt freigegeben hat. Denn eine aktive Entwicklergemeinde würde sich sicher finden, die weiter an der Performance schraubt. Mögliche relativ leicht zu realisierende Optimierungen wären etwa:
- JavaScript-basierte Implementierung der glibc-Funktionen und derjenigen Kernel-Treiber, die mit der virtualisierten HW reden
- Methodenbasiertes Übersetzen und Cachen des x86-Maschinencodes in JavaScript, damit die Optimierungen der modernen JS-Engines greifen (inlining, tracing usw.)
Letztlich ginge es also darum, einen JavaScript-basierten JIT für x86-Code zu schreiben. Am Ende könnte eine durchaus für praktische Anwendungen brauchbare Laufzeitumgebung für nativen Code entstehen. Wie toll wäre es denn, wenn für Cloud-Computing weniger Serverressouren benötigt würden, weil der Client seine bisher brach liegenden CPU-Zyklen dafür bereitstellen könnte, OHNE dass gleich die komplette Applikationslogik in JavaScript vorliegen müsste?
Google hat in dieser Richtung mit Native Client (NaCl) eine deutlich interessantere Technologie am Start.
NaCl ist interessant, ja - vor allem im Zusammenspiel mit der Pepper API. Aber auch mit Nachteilen behaftet, insbesondere muss man ein weiteres Plugin installieren, muss für alle relevanten Ziel-CPUs die Binaries vorkompilieren und muss zudem überhaupt neu kompilieren. Alles keine unüberwindbaren Hürden, aber mit Virtualisierung hat das nur bedingt zu tun. Weiterhin ist mir unklar, ob die von Google propagierten Sicherheitsmechanismen am Ende wirklich wasserdicht sind.
Ich finde den Ansatz, eine komplette CPU in JS zu emulieren schon deshalb attraktiv, weil dadurch eine dynamische Verteilung der Applikationslogik zwischen App-Server und Client (=Browser) möglich wird, also situationsbedingt abhängig von der aktuellen Serverlast, der NW-Bandbreite, der Client-Performance usw.
> Schade, dass der nicht-minifizierte JavaScript-Quellcode nicht vorliegt
Vielleicht hilft dir ja die Firefox Erweiterung JavaScript Deobfuscator weiter.
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