Ich dachte erst, endlich fasst sich mal ein Schwergewicht wie Google ein Herz und bringt was Vernünftiges heraus. Denkste! Auf den ersten Blick sieht Go nur wie C++ nach einer Schlankheitskur mit ein paar funktionalen Extras aus.
Da wäre mir ein flotter Compiler für Python, der performanten Code generiert, lieber gewesen. Nicht zu fassen, dass man sowas nicht hinbekommt. Selbst das uralte Common-Lisp hat da immer noch mehr zu bieten, siehe CMUCL und SBCL.
Ich habe hohen Respekt vor der Leistung der Go-Entwickler, aber ich bin enttäuscht über den von ihnen gewählten Sprachstandard. Da ist man wohl Kompromisse zwischen C++ und Javascript eingegangen.
Lisp und Python zeigen, dass es viel ausdrucksstärkere Sprachen gibt, mit denen man dasselbe Ziel mit viel weniger Aufwand erreichen kann.
Ich habe mir nur kurz die Specs angesehen und bin auch enttaeuscht. Keine Exceptions, Assertions werden mit fadenscheinigen Argumenten weggebuegelt etc.
Was ist das denn fuer ein Sprachdesign: "wir haben keine besseren Entwickler, deshalb machen wir das so"
Ein Versuch, C++ ein wenig "leichter" zu machen ist das und mit einem schnellen Compiler zu versehen.
Also fuegt es sich in den C, C++, Java, C# - Zoo ein -- und ist dabei eher eine eigenwillige Rassemischung als eine nuetzliche.
so-isses schrieb:
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> Ich dachte erst, endlich fasst sich mal ein Schwergewicht wie Google ein
> Herz und bringt was Vernünftiges heraus.
Es gibt schon genug vernünftiges.
> Denkste! Auf den ersten Blick
> sieht Go nur wie C++ nach einer Schlankheitskur mit ein paar funktionalen
> Extras aus.
Ist doch mehr als ausreichend. Wenn Go es schaffen würde C abzulösen, hat man der Welt damit vermutlich schon einen Riesen Dienst erwiesen.
> Da wäre mir ein flotter Compiler für Python, der performanten Code generiert, lieber gewesen.
WArum sollte man etwas unmögliches versuchen ( an dem man sowieso schon arbeitet) wenn man auch beim realisitschen bleiben kann?
> Selbst das uralte Common-Lisp hat da immer noch mehr zu bieten,
> siehe CMUCL und SBCL.
CL ist aber auch eine ganze ecke 'Dümmer', sprich einfach zu implementieren ;)
Hab mir zuerst auch gedacht, was für ein Schwachsinn aber Google hat nur Konstrukte und vermeintlich überflüssige Programmierung bereinigt.
Google hätte hier mutiger sein müssen und nicht nur C oder Java modernisieren, sondern eine schlauere Alternative schaffen sollen. So ist es jedenfalls nur um einige Zeichen kürzer und vielleicht etwas schneller, vielleicht... na prima, dafür ist es schwerer zu lesen aber man gewöhnt sich bekanntlich an alles. Java war am Anfang auch gewöhnungsbedürftig.
Neue Konstrukte müssen her und nicht nur Klammern und Strichpunkte streichen. Auf diese Weise ist das einfach nur einfallslos. Da bin ich ebenso der Meinung, es ist einfach nur enttäuschend.
Da ist C# etwas durchdachter aber Google hat ja Geld und Zeit, mal sehen was da noch so kommt.
Go ist eine Mischung aus: C, C++, Java, Pascal und (ahhhh) LUA (Ok, LUA ist Scriptsprache). Ein bischen Basic und Delphi ist auch noch drinne.
Das ganze erinnert eher an eine Scriptsprache. Dabei hat man nicht einmal das beste aus den Sprachen herausgezogen. Von einer Verschlankung der Sprache C++ kann auch keine Rede sein. An vielen stellen muss man mehr Tippen als in C++.
Für mich sieht das ganze noch stark nach Prototyping aus. Von einer Alpha-Version ist man hier noch weit weit weg.
> Ist doch mehr als ausreichend. Wenn Go es schaffen würde C abzulösen, hat
> man der Welt damit vermutlich schon einen Riesen Dienst erwiesen.
>
C bekommst nicht weg. Schon gar nicht mit Go. Die Syntax verursacht Augenkrebs. Nur Perl ist noch schlimmer.
Für C gibt es massenhaft Compiler für die unterschiedlichsten Plattformen. Sie ist sehr gut lesbar und dennoch Hardwarenah. Was vor allem für Embedded Systeme vorteilhaft ist und natürlich für z.B. dinge wie Treiberentwicklung.
> so-isses schrieb:
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> Es gibt schon genug vernünftiges.
>
Volle Zustimmung
>> Selbst das uralte Common-Lisp hat da immer noch mehr zu bieten,
>> siehe CMUCL und SBCL.
>CL ist aber auch eine ganze ecke 'Dümmer', sprich einfach zu implementieren ;)
Duemmer? Na, der Parser fuer die S-Expressions vielleicht. Sonst ist CL imho eine (wenn nicht die) der maechtigsten Sprachen und ist den meisten Mainstreamsprachen jetzt noch 20 Jahre voraus. Allein CLOS und und das loop macro bieten genug Stoff um sich Monate damit zu beschaeftigen. Leider nutzt CL nur keiner... -_-
> WArum sollte man etwas unmögliches versuchen ( an dem man
> sowieso schon arbeitet) wenn man auch beim realisitschen
> bleiben kann?
Es ist sehr wohl möglich. Die bereits genannten Beispiele CMUCL und SBCL bieten native Compiler für mehrere Plattformen an. Lisp-Code läuft nach meinen Erfahrungen nur etwa 3 bis 5 mal langsamer als natives C++. Das ist gegenüber Perl, Python und Ruby um Größenordnungen schneller und könnte vielleicht auch mit Go mithalten.
Python sehe ich in gewisser Weise als "Untermenge" von CL, da einige Konzepte von CL abgekupfert wurden. Von daher müsste ein nativer Compiler möglich sein. Überhaupt werden AFAIK in allen modernen Skriptsprachen "neue" Konzepte von CL übernommen. Z.B. gibt es Closures (jetzt der letzte Schrei bei C#) seit über 20 Jahren.
> Duemmer? Na, der Parser fuer die S-Expressions vielleicht.
> Sonst ist CL imho eine (wenn nicht die) der maechtigsten
> Sprachen und ist den meisten Mainstreamsprachen jetzt noch
> 20 Jahre voraus. Allein CLOS und und das loop macro bieten
> genug Stoff um sich Monate damit zu beschaeftigen. Leider
> nutzt CL nur keiner... -_-
Volle Zustimmung!
Allein das mächtige Makrokonzept von CL ist eine Welt für sich. Wer sich da noch mit C++-Makros und Templates abquälen mag ... viel Spaß ;-)
> siehe CMUCL und SBCL.
Danke! Das kannte ich noch nicht. Aber mal ehrlich: Ich glaube nicht, dass sich Go an Leute richtet, die sich ebenso gerne in Lisp einzuarbeiten.
> Ich glaube nicht, dass sich Go an Leute richtet, die sich
> ebenso gerne in Lisp einzuarbeiten.
Absolut nicht. Ich hatte nur gehofft, dass Google frischen Wind in die IT weht.
CL ist konzeptionell weit überlegen, krankt aber an fehlenden APIs. Es gibt aber interessante Ansätze, z.B. Clojure (Lisp für die Java-VM). Dafür gibts sogar ein Eclipse-Plugin.
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