1. Foren
  2. » Kommentare
  3. » Software-Entwicklung
  4. » Alle Kommentare zum Artikel
  5. » Google Chrome: Chromium…

Das fehlte gerade noch!

Anzeige
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Das fehlte gerade noch!

    Autor Mingfu 05.06.12 - 09:31

    Aus Sicherheitssicht sind hardwarebeschleunigte Webanwendungen (nicht nur das hier, auch WebGL usw.) sehr bedenklich. Die Grafikkartentreiber laufen normalerweise mit Kernelrechten, es bestehen ggf. zusätzlich gar DMA-Möglichkeiten. Sollte dort irgendwo ein Sicherheitsleck sein, so dass man mit Verarbeitung bestimmter Daten einen Pufferüberlauf o. ä. erzeugen kann, dann stehen einem Angreifer Tür und Tor mit Maximalrechten offen.

    Und gerade bei Grafikkartentreibern existiert bisher keinerlei Sicherheitskultur, weil Sicherheitsprobleme dort bisher nie ein Thema waren. Wenn irgendwo ein Fehler ist, da stürzt das Spiel halt mal ab oder es kommt ein Bluescreen - egal, nach einem Neustart geht es weiter. Dass jemand diese Fehler gezielt ausnutzen könnte, daran wurde bisher gar nicht gedacht. Eine Anwendung, die derartige Fehler ausnutzen wöllte, wäre ja bisher ohnehin schon auf dem System installiert gewesen und hätte damit schon weitgehende Rechte gehabt. Aber jetzt auf einmal könnte das jede Website, was zu einer völlig anderen Bedrohungslage führt.

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  2. Re: Das fehlte gerade noch!

    Autor der-dicky 05.06.12 - 09:52

    ...oder mit anderen worten:
    /o\ Oh nein, eine Neue Technologie die noch nicht Perfekt ist, es wird der Weltuntergang hereinbrechen, so wie auch bei javascript, oder den internet, man man man, ob damals auch jemand solche bedenken geäußert hat als der tcp/ip stack in den kernel gewandert ist?

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  3. Und es hat ja bisher auch niemand einen Preis dafür bezahlt?

    Autor Mingfu 05.06.12 - 10:17

    der-dicky schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...oder mit anderen worten:
    > /o\ Oh nein, eine Neue Technologie die noch nicht Perfekt ist

    Du vergisst bei deiner "Argumentation" zwei Sachen:

    1. Im Internet geht es inzwischen um viel Geld: Online-Banking, Kreditkartenzahlungen, Depotverwaltung bis hin zu Micropaymentsystemen. Damit zu argumentieren, dass uralte Entscheidungen ja auch nicht fatal waren, geht deshalb an der heutigen Realität vorbei. Damals existierte noch Zeit, damit derartige Sachen reifen. Wenn man sich z. B. mal erinnert, wie viele Fehler in den ersten JavaScript-Implementierungen steckten - offene Scheunentore wäre eine Untertreibung. Aber damals war bei den meisten Anwendern halt auch nichts zu holen. Da kam vielleicht ein Virus mit einem Spaßbildschirm und frierte den Rechner ein - das war's.

    Mit solchen Kindereien gibt sich heute niemand mehr ab. Onlinebanking-Trojaner und Co. sind absoluter Standard. Hier geht es um viel Geld, da ist auch gleich die Motivation eine ganz andere. Die Zeit, dass man Software beim Anwender reifen lassen kann, hat man in diesem Bereich heute nicht mehr - jeder Fehler ist sofort teuer für einige.

    2. Den Preis für deine "nicht perfekte Technologie" zahlt der Anwender in immer größerem Maße. Bis zu leichter Fahrlässigkeit zahlen entsprechende Schäden die Banken (wobei sie das natürlich auch auf alle Kunden umlegen). Aber weil die inzwischen auch merken, dass das verdammt teuer wird, werden zunehmend Gerichte bemüht, um den Anwender in die grobe Fahrlässigkeit zu drücken und ihn damit den Schaden selbst zahlen zu lassen. Und grob fahrlässig ist es inzwischen schon, wenn man nicht auf dem tagesaktuellen Updatestand bezüglich Virenscannern und sämtlicher eingesetzter Software ist. Ich würde lachen, wenn demnächst ein Gericht feststellt, dass es grob fahrlässig ist, derartig experimentelle Technologie nicht zu deaktivieren... Wenn die Bank was sparen kann, argumentiert sie sicher damit.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.06.12 10:22 durch Mingfu.

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  4. Re: Und es hat ja bisher auch niemand einen Preis dafür bezahlt?

    Autor der-dicky 05.06.12 - 11:10

    Also sollte man keine Weiterentwicklung mehr vornehmen, ab sofort technischer still stand sobald ein bis jetzt weißer Fleck auf der Technologiekarte betreten werden müsste?

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  5. Re: Und es hat ja bisher auch niemand einen Preis dafür bezahlt?

    Autor Mingfu 05.06.12 - 11:47

    Selbstverständlich braucht es Weiterentwicklungen. Alles andere wäre ja auch völlig unrealistisch. Aber es braucht eine gründliche Betrachtung der Risiken und einen verantwortungsvollen Umgang. Es kann also sein, dass man an einigen Stellen langsamer vorgehen muss oder eine Sache verschiebt, weil die Zeit dafür nicht reif ist.

    Und gerade im konkreten Fall hier muss man wissen, dass es sich um ein potentielles Minenfeld handelt. Wir haben in den vergangenen Jahren an den Browsern, an Flash, an zentralen Bibliotheken gesehen, was für ein langer Weg das ist, wenn plötzlich neben reinen Funktions- und Performancefragen die Sicherheit in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Das wird natürlich immer ein Problem bleiben, aber die Sensibilität der Hersteller ist auf jeden Fall jetzt da. Bei den Grafikkartenherstellern war das dagegen nie Thema, so dass man dort mit Problemen rechnen sollte.

    Hinzu kommen völlig neuartige Angriffsmöglichkeiten: Grafikkarten lassen sich nicht selten überhitzen, wenn man geeignete Operationen ausführt. Was dann in einem Bluescreen, schwarzen Bildschirm oder Rechnerabsturz endet, lässt sich vielleicht auch anderweitig nutzen. Eventuell kann man also die durch die Überhitzung hervorgerufenen Fehlberechnungen auch gezielt nutzen.

    Auch bergen diese Hardwarebeschleunigungen ein neues Tracking-Potential. An Hand der Geschwindigkeit der verschiedenen Berechnungen kann man vermutlich das Grafikkartenmodell bestimmen oder zumindest eingrenzen. Man kann also damit verschiedene Benutzer recht gut auseinander halten - jenseits von Cookies oder IP-Adressen. Eventuell ergibt es auch noch eine gewisse Temperaturabhängigkeit, die zur weiteren Präzisierung herangezogen werden kann.

    Da sind einfach zu viele Fragen zu klären und Problempotential abzuschätzen. Die Zeit ist einfach noch nicht reif. Und deshalb ist es unverantwortlich derartige Sachen in Produktivversionen im Moment zu aktivieren. Hier reicht es nicht, das mal ein paar Wochen oder Monate zu testen und zu schauen, ob es wie erwartet bunt aussieht. Wir werden uns eher im Jahresbereich bewegen, bevor qualifizierte Aussagen zu Sicherheit und Risiken hier vorgenommen werden können. Das ist einfach ein völlig neue Ebene: Von der Website geladene Daten bzw. gar Code (im Falle von WebGL) direkt an die Hardware durchzureichen und zur Ausführung zu bringen.

    Man soll damit gern in Entwicklerversionen Erfahrung sammeln, Möglichkeiten und Probleme entdecken - aber für den Endanwendereinsatz muss es heutzutage auf Grund der existierenden Bedrohungslage in dem Bereich von Anfang an perfekt sein. Dort verbieten sich Experimente, nur damit man etwas schneller alles etwas bunter haben kann.

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

  6. Re: Und es hat ja bisher auch niemand einen Preis dafür bezahlt?

    Autor DASPRiD 05.06.12 - 14:27

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch bergen diese Hardwarebeschleunigungen ein neues Tracking-Potential. An
    > Hand der Geschwindigkeit der verschiedenen Berechnungen kann man vermutlich
    > das Grafikkartenmodell bestimmen oder zumindest eingrenzen. Man kann also
    > damit verschiedene Benutzer recht gut auseinander halten - jenseits von
    > Cookies oder IP-Adressen. Eventuell ergibt es auch noch eine gewisse
    > Temperaturabhängigkeit, die zur weiteren Präzisierung herangezogen werden
    > kann.

    Achja, und das gleiche Prinzip kannst du nicht auf die CPU anwenden, also so, wie es momentan schon ist?

    Benutzer wird von Ihnen ignoriert. Anzeigen

Neues Thema Ansicht wechseln


Entschuldigung, nur registrierte Benutzer dürfen in diesem Forum schreiben. Klicken Sie hier um sich einzuloggen

Edward Snowden: NSA-Hacker verursachen weltweit Systemabstürze
Edward Snowden
NSA-Hacker verursachen weltweit Systemabstürze

Der NSA-Whistleblower spricht über die tägliche Praxis der US-Geheimdienste und die Folgen für die Angegriffenen. Er bekräftigte, dass er von seinem NSA-Rechner aus an die elektronischen Kommunikationsdaten von jedem kommen konnte.

  1. Ex-US-Vizepräsident Cheney verdächtigt Edward Snowden der Spionage für China
  2. NSA Geheimdienste lassen sich Sicherheitslücken liefern
  3. TAO US-Geheimdienst NSA spioniert China seit 15 Jahren aus

Xbox One: "Microsofts Geschäftspolitik gefährdet Xbox-Geschäft"
Xbox One
"Microsofts Geschäftspolitik gefährdet Xbox-Geschäft"

Die Kritik an der Xbox One sei mehr als das Gegrummel enttäuschter Fans, sondern gefährde einen von Microsofts wichtigsten Geschäftsbereichen, schreibt ein Marktforscher. Dass die Lage tatsächlich ernst sein könnte, zeigt eine Umfrage von Amazon.com.

  1. We are Watching You Widerstand gegen Kinect-Überwachung in den USA
  2. Xbox One Anonymer Microsoft-Entwickler verteidigt DRM
  3. Video-Interview Cevat Yerli über Römer, Ryse und Xbox-One-Technik

Sharp: Hocheffiziente Solarzelle mit 44 Prozent Wirkungsgrad
Sharp
Hocheffiziente Solarzelle mit 44 Prozent Wirkungsgrad

Sharp hat eine Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von 44,4 Prozent entwickelt. Dafür wird eine dreischichtige Stapelsolarzelle mit einer Linse eingesetzt. Das Sonnenlicht wird auf die Zelle fokussiert.

  1. Solar Impulse Solarflugzeug fliegt nach Dallas
  2. Solar Impulse Solarflugzeug startet zur USA-Tour
  3. Sonnenenergie Spezielle Solaranlage liefert Strom und Wasser

  1. Kim Dotcom: Alle Megaupload-Daten beim Hoster Leaseweb gelöscht
    Kim Dotcom
    Alle Megaupload-Daten beim Hoster Leaseweb gelöscht

    Der niederländische Webhoster Leaseweb soll alle Daten der Megaupload-Nutzer auf seinen Servern gelöscht haben. Kim Dotcom spricht von Verrat.

  2. Prism-Skandal: Edward Snowden will Asyl in Island
    Prism-Skandal
    Edward Snowden will Asyl in Island

    Der Mann, der den Prism-Skandal aufgedeckt hat, möchte in Island Schutz vor der Verfolgung durch die US-Regierung suchen. Das hat die Regierung Islands offiziell bestätigt.

  3. ICS: Kaspersky will sicheres eigenes OS für Industrieanlagen
    ICS
    Kaspersky will sicheres eigenes OS für Industrieanlagen

    Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky entwickelt ein eigenes Betriebssystem, das kritische Infrastruktur absichern soll. Der Code soll dazu auch Zertifizierungsbehörden zur Verfügung gestellt werden.


  1. 19:21

  2. 18:18

  3. 17:56

  4. 17:16

  5. 16:54

  6. 16:50

  7. 14:32

  8. 14:32