Alle Hersteller von Mobilgeräten wollen Linux nutzen, weil es relativ wenig kostet und man sich den nervigsten Teil der Arbeit - Compiler-Toolchains, Portierung auf Embedded-Architekturen - gerne teilen kann. Aber die Schichten darüber will jeder kontrollieren. Deswegen fährt Google bei Android auch eine völlig andere Schiene als Nokia mit Maemo, Samsung mit Bada, Palm mit WebOS und der ganze Rest mit Ihrem eigenen Kram.
Ganz oben im Stack sind die Toolkits für die tatsächlichen Anwendungen, also das was der Nutzer sieht. Und da meint man wohl das "Risiko" nicht eingehen zu dürfen dass andere noch reinreden können.
Man hat die Erfahrung ja schon mit Java gemacht, wo Sun diktiert und danach halt einfach bestimmte Features des Telefons aus Java-Sicht kaum zur Verfügung stehen (siehe Bluetooth, GPS etc.) weils zu lange keine standardisierte API gab, oder früher mit PalmOS, das von Lizenznehmern auch mit deutlich anderer GUI und z.B. Unterstützung für das Sony JogDial ausgeliefert wurde.
Der Strategie folgend versucht nun jeder Hersteller ein Applikations-Toolkit zu kontrollieren. Nokia hat Qt (sowohl für Maemo als auch für Symbian), Android irgend einen Verschnitt mit XML-Dateien und Samsung setzt wahrscheinlich auf Enlightenment.
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Yep, da ist viel viel wahres dran.
Und deshalb glaube ich auch nicht an den absoluten Erfolg von Android. Denn die Hersteller wollen einfach kein einheitliches OS.
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Birdy schrieb:
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> Yep, da ist viel viel wahres dran.
> Und deshalb glaube ich auch nicht an den absoluten Erfolg von Android. Denn
> die Hersteller wollen einfach kein einheitliches OS.
Ich glaube dass in vielen Punkten doch eine Vereinheitlichung kommen wird, denn wenn einfach Linux unter der Haube steckt und die Geräte irgendwann von Haus aus mit den Ressourcen eines Nokia N900 (600 MHz CPU, 1 GB RAM, 32 GB Flash und OpenGL ES) kommen wird sich dem Kunden und den Entwicklern immer schwerer verkaufen lassen warum es schwer sein soll handelsübliche Linux-Anwendungen zu portieren.
Nokia war da besonders schlau: Maemo nutzt einfach so viel vorhandene Technik wie möglich. Es hat ja nicht lange gedauert bis Teile von KDE portiert waren, der Dokumentenbetrachter basiert sogar direkt auf KOffice. Man kann Qt und GTK nutzen wie man will.
Android und Apple haben es IMO besonders schlecht gemacht: Unten ist ein Standard UNIX, aber oben ist alles anders. Android meinte ja den halben Userspace ersetzen und die Anwendungen in einer komischen Java-Variante entwickeln zu müssen, und Apple schreibt eine - außerhalb der Apple-Welt - kaum gebräuchliche Sprache wie Objective C vor.
Apple wird mit der Masche (wie immer) irgendwie durchkommen, aber Android wäre mir als Entwickler einfach zu blöd.
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Den Herstellern geht es doch um 2 Dinge die sie mit eigenen Systemen erreichen:
* Kundenbindung
* Alleinstellungsmerkmal
Dass als Basis ein "einheitliches" System, noch dazu OSS verwendet wird, das ist auch eine feine Sache. Und so kann auch OSS mit Kommerz bestens funktionieren.
Wobei die Sache nicht ganz so einfach ist. Denn so sind z.B. Android, Maemo und Symbian fast komplett OSS (oder sollen es bald werden).
Andererseits sind Android und WinMobile absolut nicht geeignet die beiden genannten Features zu realisiere. Das ist ja auch nicht das Ziel deren Hersteller. Wobei bei Android durch seine OSS-Natur doch von Herstellern mit eigenen Schichten versehen werden kann (und somit zu fragmentieren droht).
Zumindest in den nächsten Jahren werden sich Kunden und Entwickler daran gewöhnen müssen, dass es verschiedene Plattformen gibt. Und ich finde das gar nicht schlecht.
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Birdy schrieb:
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> * Kundenbindung
> * Alleinstellungsmerkmal
Ich gehe davon aus dass jedes Smartphone eines Tages genau wie ein Notebook sein wird, man also beliebige Betriebssysteme installieren kann und das Gerät halt vorinstalliert mit irgendwas daher kommt. Auf Hardware-Seite wird es irgendwann auch zu einer Konsolidierung kommen, dann gibts eben nur noch ARM und nochwas und man installiert halt Treiber für die Peripherie.
Das N900 ist doch fast schon ein Notebook mit Touch-Screen. So wirds weiter gehn.
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Ist möglich. Aber nur recht langfristig.
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Birdy schrieb:
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> Ist möglich. Aber nur recht langfristig.
Ich denke das ist nicht nur möglich, sondern unabwendbar. Nokia geht ganz klar in diese Richtung, und manche Hersteller planen schon Android und Konsorten auch auf Netbooks auszuliefern.
Wie will der Hersteller den Leuten dann erklären dass auf Handy und Netbook die exakt gleiche Software läuft, er aber mit dem Netbook alles machen kann was er will und mit dem Handy fast gar nix?
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> Der Strategie folgend versucht nun jeder Hersteller ein Applikations-Toolkit zu kontrollieren. Nokia hat Qt (sowohl für Maemo als auch für Symbian), Android irgend einen Verschnitt mit XML-Dateien und Samsung setzt wahrscheinlich auf Enlightenment.
Ich glaube, du könntest damit recht haben. ^^
___
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Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
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