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Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

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  1. Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor Berni123124 27.02.13 - 14:02

    Ich glaube nicht, dass solche Werbung etwas bringt.

    Wenn man als Kind/Heranwachsender die Faszination der ersten selbst geschriebenen for-Schleife nicht spürt, nützt auch keine Werbespot mit Milliardären.

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  2. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor Th3Dan 27.02.13 - 14:46

    Sehe ich auch so.
    Wir hatten in der 11. Klasse ein Jahr lang 3 Stunden AIT pro Woche.
    In der gesamten Klasse gab es neben mir nur einen weiteren, der wirklich Programmieren konnte. Dazu noch 2 oder 3 Scriptkiddys die mittels C&P irgendwelches Zeug zusammenkopieren von dem sie den Großteil nicht verstehen.

    Die eher guten Schüler haben halt angefangen Befehle auswendig zu lernen um so ihre guten Noten zu bekommen, die schlechteren haben da halt mit bisschen Halbwissen ihre 3 oder 4 bekommen, und die guten Coder die 99% der Unterrichtsinhalte vorher schon wussten sind da halt mit ihrem 1er rausmarschiert.

    Resultat: Von 30 Leuten hat kein einziger dadurch mit Programmieren angefangen, der es nicht vorher schon konnte. Beim Großteil hatte ich den Eindruck, dass es denen dabei so ging wie mir in Französisch: Interessiert mich nicht wirklich und ich hab eigentlich auch keinen Bock das zu lernen, aber ich lerns halt damit ich meine gute Note bekomme und bin anschließend froh wenn der Mist rum ist.

    In Anbetracht der Tatsache, dass ich auf einem technischen Gymnasium mit Fachrichtung IT bin hat mich das schon sehr überrascht.
    Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass jemand der sich vorher nie großartig mit der Programmierung bzw IT-Systemen beschäftigt hat, später mal ein wirklich guter Softwareentwickler oder ähnliches wird.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Schüler an sich zu unterstützen ist keine schlechte Idee, die Initiative muss aber von der anderen Seite kommen.
    Spaß am Coden zu haben ist nicht wie ein neuer Nike-Schuh, den man in der Werbung sieht und sich dann denkt "Den muss ich haben!".

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  3. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor lolig 27.02.13 - 15:45

    Jaein, wenn man die Kinder/Jugendliche erst gar nicht an so etwas heranführt, dann werden sie auch nie merken, ob sie das überhaupt begeistern kann.

    Wenn sie dann trotzdem kein Interesse haben bringt so ein Werbespot natürlich auch nichts.

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  4. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor robinx999 27.02.13 - 16:34

    Th3Dan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sehe ich auch so.
    > Wir hatten in der 11. Klasse ein Jahr lang 3 Stunden AIT pro Woche.

    > Resultat: Von 30 Leuten hat kein einziger dadurch mit Programmieren
    > angefangen, der es nicht vorher schon konnte.
    Ich würde mal sagen dass sind doch die großen Probleme.
    11. Klasse dass heißt das es sehr spät überhaupt mal passiert dass man sich mit soetwas beschäftigt. Und 30 Leute klingt auch nicht nach einer sehr kleinen Klasse.

    Wobei die Schulen generell ja meistens eher schlecht ausgestatet sind und die klassengrößen sind ja häufig zu gross. Viele Lehrer haben kaum Fortbildungen gemacht. Aber das ist ja eher ein generelles Schulproblem, genau wie das Problem das Schulenglisch nicht viel mit dem real gepsorchnem Englisch zu tuen hat. Genauso wie die Tatsache das man beim Vokabeln abschreiben in ein Vokabelheft nicht viel lernt, aber es ist halt eine Hausaufgabe die man einfach Kontrolieren kann.

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  5. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor guy.brush 27.02.13 - 20:15

    Puh...das erinnert mich mit leichtem Gruseln an die 9. Klasse, als etwas namens "Informatik" im Lehrplan stand, für das 2 Schulstunden Matheunterricht pro Woche geopfert wurden.

    Das ganze fing damit an, daß die arme Sau von Mathelehrer uns erklären sollte, wie so ein Computer denn funktioniert (unvergessen : "RÄM...das, heißt, öh, 'Rändom Äkzess Memori' und das heißt...äh...also, da kann man immer wieder was rein und raustun, ja, und dann gibt's da noch ROM, äh, 'Rändom Only Memori' glaub ich...da geht das nicht"), und dann, wie man so ein Ding mit Code füttert.
    Das lief dann so ab, daß der gute Mann in der ersten Hälfte der Doppelstunde mit einem fetten Turbo Pascal-Buch vor der Tafel stand und irgendwelchen Code daraus abschrieb, den er nicht wirklich verstanden hat, ihn uns aber irgendwie erklären mußte, denn in der zweiten Stunde ging es dann in den Computerraum, wo wir das Gerlernte mit Borland Pascal 7 (das ist schon über 10 Jahre her) anhand von aus dem magischen Buch übernommenen Programmieraufgaben selber ausprobieren sollten.
    Das war eine reichlich sinnfreie Veranstaltung, weil es von den ca. 30 Schülern der Klasse nur zwei gab (ich und noch einer), die Ahnung von der Materie hatten, während der Rest mit wachsender Verzweifelung vor den PCs hockte und der Mathematikpädagoge mit rotem Kopf wie bestellt und nicht abgeholt herumstand, weil er kaum irgendeine Frage von seinen 15jährigen Schülern beantworten konnte. Am geilsten war dann die Schulaufgabe, wo wir in einer Aufgabe in einem Pascal-Sourcecode 10 Fehler finden sollten und ich dann 11 gefunden habe (es waren wirklich 11) - mir taten Lehrer ja nur selten leid als Schüler (da gehören die ja schließlich zur Achse des Bösen! :-)) , aber das war mal so ein Moment.

    Naja, zum Coden gebracht hat der Unterricht letztlich niemanden, und mit dem Informatik-Grundkurs später in Jahrgangsstufe 12 und 13 (dann mit Java) war es genauso (auch wenn die Lehrkraft da mehr Ahnung hatte). Informatik studiert habe weder ich noch sonst jemand aus dem Haufen, aber es war wenigstens mal eine Abwechslung im sonst so faden Matheunterricht.
    Vielleicht müßte man so Programmier-Zeug der Effektivität wegen auch schon in der Grundschule anfangen, wo die Kinder noch eher für irgendwas zu begeistern sind als in der Mittel- oder Oberstufe, wo der doofe Sourcecode gegen die süße Mitschülerin einfach keine Chance mehr hat (wobei das bei mir damals perfekt war, weil meine allerliebste süße Mitschülerin von dem Zeug überhaupt keine Ahnung hatte und ich ihr das ganze dann immer sehr ausführlich erklären konnte...hehe)...

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  6. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor lolig 27.02.13 - 20:18

    Natürlich bringt es nicht etwas in den Lehrplan aufzunehmen, wenn entsprechend geschultes Personal fehlt ;-)

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  7. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor non_sense 27.02.13 - 21:23

    robinx999 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde mal sagen dass sind doch die großen Probleme.
    > 11. Klasse dass heißt das es sehr spät überhaupt mal passiert dass man sich
    > mit soetwas beschäftigt. Und 30 Leute klingt auch nicht nach einer sehr
    > kleinen Klasse.

    Die Pubertät kommt da auch noch ins Spiel.
    Das, was in der Spiele gelehrt wird, ist für viele Schüler aus Prinzip Scheiße und unnötig. Wenn Schulen anfangen Programmierung zu lernen, kann es eher den Gegenteiligen Effekt auslösen.

    Dass, was Schulen höchstens anbieten können, wären freiwillige Kurse, die frei von irgendwelchen Benotungen oder Beurteilungen sind, und einfach nur Spaß an der Programmierung zeigen.

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  8. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor caso 27.02.13 - 23:22

    non_sense schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > robinx999 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich würde mal sagen dass sind doch die großen Probleme.
    > > 11. Klasse dass heißt das es sehr spät überhaupt mal passiert dass man
    > sich
    > > mit soetwas beschäftigt. Und 30 Leute klingt auch nicht nach einer sehr
    > > kleinen Klasse.
    >
    > Die Pubertät kommt da auch noch ins Spiel.
    > Das, was in der Spiele gelehrt wird, ist für viele Schüler aus Prinzip
    > Scheiße und unnötig. Wenn Schulen anfangen Programmierung zu lernen, kann
    > es eher den Gegenteiligen Effekt auslösen.

    Das stimmt aber leider auch, das meiste was an den Schulen gelehrt wird ist einfach überflüssig.

    > Dass, was Schulen höchstens anbieten können, wären freiwillige Kurse, die
    > frei von irgendwelchen Benotungen oder Beurteilungen sind, und einfach nur
    > Spaß an der Programmierung zeigen.

    Wer sich dafür interessiert schaut einfach ins Internet und sucht sich die Programmiersprache aus die ihm am meisten zusagt.

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  9. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor wombat_2 28.02.13 - 16:00

    Es ist immerhin mal was sinnvolles und vorallem der Kontakt dazu ist wichtig, wie bereits weiter oben erwähnt, wer damit in Kontakt kommt und trotzdem kein Interesse hat, der wird es nicht weiter verfolgen, aber die die es nicht kennen, um die geht es.

    Endlich mal ein wirklich sinnvoller Beitrag von Golem, auch wenn ich mir noch nicht ganz einig darüber bin, wer an dem teuren Werbespot bzw. die Idee dahinter verdient...

    Auf jeden Fall Daumen hoch für den Beitrag!

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  10. Re: Müssen die Kinder sich nicht SELBST dafür begeistern?

    Autor renegade334 28.02.13 - 18:58

    Okay, wenn man C oder Pascal oder Basic hört. Heute wüsste ich damit auch nicht so viel anzufangen wie mit einigen anderen Sprachen.

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