Kein Wunder, daß ihn unser künstlerisch veranlagter Minister für Schulung und Öffentlichkeitsarbeit (CRM) begeistert ins Ministerium nach Berlin einlud und ihm den hohen Posten des Chef-Dirigenten der deutschen Filmwirtschaft anbot, so heist es auf Spiegel-Online unter dem eher verbrämenden Titel "Einen Fritz Lang lässt man nicht gehen!"
Mit seinem symbolhaft aufgeladenen Film "Metropolis", für den Langs arische Geliebte Thea von Harbou das wunderbare Drehbuch schrieb, visualisierte Fritz Lang aus innerer Überzeugung in zeitgemäßer Weise den Kern der nationalsozialistischen Ideenlage:
Langs Film beschreibt in beeindruckend großartigen Zügen, wie zwei Menschen, auf dem bekanntlich häufig verwirrenden Wege des Eros letztlich zueinander finden. Dabei entkommen die beiden Protagonisten nicht nur dem überholten Klassendenken, besser gesagt, sie überwinden dieses Klassendenken mittels der Menschenliebe, sondern sie führen auch die in Unter- und Oberstadt bisher getrennt, bzw. in einer Art feindseeliger Ignoranz lebendenen und arbeitenden gesellschaftlichen Klassen, denen beide entstammen, zueinander und zu dem hoffnungsvollen Beginn eines grandiosen künftigen und zukunftsfähigen Miteinanders. Alle, ein jeder auf seinem ihm von den Umständen zugewiesenen Platz, nach bestem Wollen und Können, ziehen von nun ab an EINEM Strang unter Vermeidung der gegenseitigen Herabsetzung und Übervorteilung (Unterdrückung, Ausbeutung, Ungerechtigkeit), die Klassen bilden also nach Fritz Langs Film eine wahre, geschwisterliche Volksgemeinschaft.
"Metropolis" - das war und bleibt Nationalsozialismus pur!
Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß mindestens ein kluger Golem-User an anderer Stelle bereits den NS-Gehalt des zu recht berühmten Filmwerks angesprochen hat.
Dieser ideenmäßige Ansatz des NS zur Aussöhnung der überholten Klassen bzw. Klassengegensätze war ein direkter, um nicht zu sagen krasser Gegenentwurf zu der bolschewistischen Idee und Machart der Gegenwartsbewältigung, die bekanntlich notorisch auf Verschärfung der Klassengegensätze und massenmörderischen Ausrottung der einen durch die andere Klasse bzw. durch deren selbsternannte Parteigänger beruht (siehe Sowjetunion, Rotchina, Kambodscha usw., ca. 100 Millionen Ermordete, erwiesenermaßen zukunftsunfähig). Es kommen in diesem NS-Denken altdeutsch-ständische, christliche, ja sogar altjüdische und mehr positive Elemente zu ihrer zeitgenössischen völkischen Ausprägung, wobei man sich, von der blutmäßigen Verwandtschaft einmal abgesehen, als deren kleinsten gemeinsamen Nenner durchaus den modernistischen Begriff "Solidarität" vorstellen kann oder, um einmal in den neudeutschen prosaischen Sprachgebrauch zu verfallen: "konzertierte Aktion" (s. Ludwig Erhardt, ehem. Kanzler, der im NS VWL studierte) oder "Unternehmen Deutschland" udgl.
Gemäß dem weit verbreiteten Rassengedanken war Fritz Lang übrigens Mischling, d.h., er stammte von einer jüdischen Mutter und einem arischen Vater ab. Der Rassegedanken und auch solche daraus entsprungene Begriffe wie eben "Mischling" waren nicht nur im NS programmatisch sondern auch im sogenannten Nationaljudentum bzw. später dem Nationalzionismus (s. Ignaz Zollschan u.a. Vordenker). Die diesem Mischtypus von beiden Ismen zugesellten negativen Eigenschaften störten ganz offenbar den Herrn Minister nicht, im Gegenteil, Göbbels wollte ja bekanntlich vor seinem beruflichen Aufstieg sogar eine jüdische Verlobte zum Traualtar führen, was naturgemäß zu weiteren Mischlingen im Dritten Reich geführt hätte! Nicht zuletzt das traditionelle, sehr gotthingegebene Galuth-Judentum lehnt den Rassegedanken übrigens ab, Mischehen waren und sind dort eher aus volks-religiösen Vorbehalten verpönt (Schwächung des Glaubens), etwa wie sie hier früher auch zwischen Katholen und Evangelen üblich waren. Die Wissenschaft ist sich nicht einig, aber mMn dürften es sehr kluge, vorausschauende Exil-Rabbiner gewesen sein, welche die Regel aufwarfen, daß nur die Herkunft von einer jüdischen Mutter die Zugehörigkeit zum Judentum voraussetzt (abgesehen von Konvertiten usw.).
Hier breche ich ab, da wir sonst ganz ins Off-Topic geraten...
Warum sich das Metropolis/NS--Genie Fritz Lang dann von der NS-Idee buchstäblich absetzte, ist bis heute ungewiss. Der Filmsprachgewandte Lang hätte hier noch sooo viel Gutes bewirken können :(
Wie auch immer: der Murnau-Stiftung sollte man Dankbarkeit zeigen für die Bewahrung und Pflege des kulturell hochstehenden Erbes, und auch Dank an die Golem-Redax, daß man daran erinnert - ach, apropos, gehört der Lang-Film nicht zum offiziellen Weltkulturerbe?
eku
OBACHT, Leute!
Es ist die Demokratie, welche Euch bespitzelt und
es sind Demokraten, die Euch verprügeln!
Freiheit statt Angst! - Freiheit statt Demokratie!
2 mal bearbeitet, zuletzt am 08.02.10 11:21 durch ekueku.
Pardon!
Es soll natürlich lauten: "... daß nur die Herkunft von einer jüdischen Mutter die Zugehörigkeit zum Judentum bestimmt"!
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