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Und Strafen werden folgen?

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  1. Und Strafen werden folgen?

    Autor SoniX 11.10.12 - 13:38

    Wird es auch irgendwann Strafen geben für Unternehmen die sich selbst hypen ohne Ende, dann mit einem Spitzenwert die Börse betreten, richtig dick Bargeld bekommen obwohl eigentlich eh schon immer für alle klar war, dass das Unternehmen in kürzester Zeit am Boden liegt und das Geld der Anleger fort ist?

    Ich meine sowas gibt es ja; aber warum höre ich nie was von Strafen gegen solche Unternehmen?

    Sie werden erst aufhören, wenn sie mit Strafen rechnen müssen die Ihnen ihr ganzes Bargeld und noch mehr wieder abnimmt. Erst wenn es sie richtig trifft und wehtut wird sich etwas ändern.

    Bis dahin ist Zynga der Gewinner. Ob nun Pleite oder nicht; Geld haben sie genug bekommen.

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  2. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor Murky 11.10.12 - 13:46

    Was du "sich selber hypen" nennst, nennen andere Werbung. Man kann jemanden nicht wegen der (kurzen) Lebenszeit seines Unternehmens bestrafen. Wirtschaft ist ebend schnelllebig.

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  3. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor SoniX 11.10.12 - 13:56

    Nein ich meinte damit, dass Unternehmen überbewertet an die Börse gehen und damit dann weit mehr verdienen als Ihnen zusteht. Ist dann auch klar, dass der Kurs stürzt. Das ist ja Absicht der Unternehmen; so können sie mit einem Schlag viel zu viel Bargeld kassieren. Die haben garnicht vor den Anlegern etwas auszubezahlen. Sie wollen blos Cash.

    War ja bei Facebook nicht anders. Die waren auch überbewertet. Da kam wenigstens Kritik der Börsenaufsicht auf, aber auch da gab es soweit ich weiß keine Strafen.

    Dass ein Unternehmen mal mehr und mal weniger einnimmt ist klar. Auch Pleite können sie gehen. Das ist das Risiko mit Aktien.

    Aber Überbewertungen sind nicht legal soweit ich das mitbekommen habe.

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  4. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor Technikfreak 11.10.12 - 14:22

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein ich meinte damit, dass Unternehmen überbewertet an die Börse gehen und
    > damit dann weit mehr verdienen als Ihnen zusteht. Ist dann auch klar, dass
    > der Kurs stürzt. Das ist ja Absicht der Unternehmen; so können sie mit
    > einem Schlag viel zu viel Bargeld kassieren. Die haben garnicht vor den
    > Anlegern etwas auszubezahlen. Sie wollen blos Cash.
    >
    > War ja bei Facebook nicht anders. Die waren auch überbewertet. Da kam
    > wenigstens Kritik der Börsenaufsicht auf, aber auch da gab es soweit ich
    > weiß keine Strafen.
    >
    > Dass ein Unternehmen mal mehr und mal weniger einnimmt ist klar. Auch
    > Pleite können sie gehen. Das ist das Risiko mit Aktien.
    >
    > Aber Überbewertungen sind nicht legal soweit ich das mitbekommen habe.
    So wie du das beschreibst, ist das nicht. Aus steuerlicher Hinsicht darf keine
    Buchhaltung überbewertet sein. Wird es doch gemacht, dann drohen tatsächlich
    Strafen.
    Jetzt aber zum IPO. Eigentlich kommt keine Firma überbewertet an die Börse, denn
    es gibt schon Vorschriften zur Bewertung eines Unternehmens und das wird durch
    das betreuende Treuhandunternehmen und den Börsenplatz überwacht. Das heisst, das Gesamtkapital zum NENNWERT widerspiegelt anfangs den Wert der Firma. Wieviel die Börsianer aber bereit sind für einen Titel zu bezahlen, das steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Primär verdient bei einem IPO erst einmal die Bank, weil sie die Aktien lanciert.
    Sekundär verdienen die bereits bestehenden Aktionäre. Aber nur dann wenn sie ihre
    bestehenden Aktien zu dem am Markt gehandelten Preis verkaufen.
    Ergo: du musst unterscheiden zwischen Nennwert und das ist das was die Firma an
    Kapital bekommt und der Kapitalisierung, also dem Wert, die eine Aktie gemäss Spekulanten wirklich hat. Wenn du also jemanden bestrafen willst, dann müssten das die Spekulanten sein. Tatsächlich werden diese aber gestraft, wenn der Kurs zerfällt.
    Meistens trifft es aber die gierigen Hobby-Anleger, die eben auch spekulieren wollen...
    Tatsächlich ist die Börse das gewichtigste Instrument der Marktwirtschaft, aber es ist in höchstem Masse assozial. Aber wer behauptet schon, dass Gier und rücksichtsloses Wachstum sozial ist?

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  5. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor jpuhr 11.10.12 - 15:08

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wird es auch irgendwann Strafen geben für Unternehmen die sich selbst hypen
    > ohne Ende, dann mit einem Spitzenwert die Börse betreten, richtig dick
    > Bargeld bekommen obwohl eigentlich eh schon immer für alle klar war, dass
    > das Unternehmen in kürzester Zeit am Boden liegt und das Geld der Anleger
    > fort ist?

    Nein, das ist nämlich normal. Sogenannte Ad-Hoc-Meldungen, von einer AG selbst in die Welt gesetzt, treiben oft den Kurs nach oben. Viele AG-Vorstände werden nach Aktienkurs vergütet, haben einen Zielkurs als Vorgabe oder ähnliches.

    Das Geld der Anleger, nebenbei bemerkt, ist übrigens dann nur von einer Tasche in eine andere gewandert.

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  6. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor SoniX 11.10.12 - 15:17

    Technikfreak schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So wie du das beschreibst, ist das nicht.

    Okay. Bin da nicht soo bewandert in dem Gebiet.

    > Aus steuerlicher Hinsicht darf keine
    > Buchhaltung überbewertet sein. Wird es doch gemacht, dann drohen
    > tatsächlich Strafen.

    Ich glaube aber das wird so gemacht. Zumindest hin und wieder. Ein paar Zahlen hier geschönt und ein paar dort gehübscht und schon ist die Firma auf dem Papier "das Doppelte" wert und der Börsengang kann beginnen.

    > Jetzt aber zum IPO. Eigentlich kommt keine Firma überbewertet an die Börse,
    > denn
    > es gibt schon Vorschriften zur Bewertung eines Unternehmens und das wird
    > durch
    > das betreuende Treuhandunternehmen und den Börsenplatz überwacht. Das
    > heisst, das Gesamtkapital zum NENNWERT widerspiegelt anfangs den Wert der
    > Firma.

    Ist dem wirklich so?
    Woher stammen dann oft solch immens hohe Werte?

    Gerade bei Internetfirmen ist der Wert doch hauptsächlich virtuell. Die haben keine Waren, die haben blos Daten, Werbung und Gewinne. Dummerweise decken sich die Gewinne aber oft nicht mit dem Nennwert.

    Bei zB Facebook sagt man die Banken hätten Mitschuld daran gehabt.

    > Wieviel die Börsianer aber bereit sind für einen Titel zu bezahlen,
    > das steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Hmmm... ja.

    Sollten diese beiden Werte nicht möglichst gleich sein?
    Wenn die dann so extrem voneinander abweichen stinkt es irgendwie.

    > Primär verdient bei einem IPO erst einmal die Bank, weil sie die Aktien
    > lanciert.
    > Sekundär verdienen die bereits bestehenden Aktionäre. Aber nur dann wenn
    > sie ihre
    > bestehenden Aktien zu dem am Markt gehandelten Preis verkaufen.
    > Ergo: du musst unterscheiden zwischen Nennwert und das ist das was die
    > Firma an
    > Kapital bekommt und der Kapitalisierung, also dem Wert, die eine Aktie
    > gemäss Spekulanten wirklich hat. Wenn du also jemanden bestrafen willst,
    > dann müssten das die Spekulanten sein. Tatsächlich werden diese aber
    > gestraft, wenn der Kurs zerfällt.

    Okay ich glaube jetzt sind wir abgedriftet. Ich habe nur an den Börsengang selbst gedacht und nicht an die Spekulanten.

    > Meistens trifft es aber die gierigen Hobby-Anleger, die eben auch
    > spekulieren wollen...
    > Tatsächlich ist die Börse das gewichtigste Instrument der Marktwirtschaft,
    > aber es ist in höchstem Masse assozial. Aber wer behauptet schon, dass Gier
    > und rücksichtsloses Wachstum sozial ist?

    Ja da wird kein Schuh draus :-)

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  7. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor jpuhr 11.10.12 - 15:20

    > > Aber Überbewertungen sind nicht legal soweit ich das mitbekommen habe.

    LOL. Der Markt macht die Bewertung.

    > So wie du das beschreibst, ist das nicht. Aus steuerlicher Hinsicht darf
    > keine Buchhaltung überbewertet sein. Wird es doch gemacht, dann drohen
    > tatsächlich Strafen.

    Jede AG muss einen Buchwert veröffentlichen. Also, ungefähr den "Sachwert" des Unternehmens. Daraus kann man das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) berechnen, das ist eine Kenngröße (von mehreren) zur Bewertung von AGs. Wobei die Bewertung z.B. von unternehmenseigenen Immobilien meist sehr "optimistisch" ist. Aber: Solange der Laden nicht zusammenbricht und die Immobilien tatsächlich verkauft werden müssen, ist das eine absolut theoretische Größe. Die kann man das glauben oder auch nicht.

    Aber wenn man das KBV als Grundlage nimmt, dann sind momentan fast alle großen AGs überbewertet. Die einzigen, die danach unterbewertet sind, sind südeuropäische Banken....

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  8. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor SoniX 11.10.12 - 15:20

    jpuhr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, das ist nämlich normal. Sogenannte Ad-Hoc-Meldungen, von einer AG
    > selbst in die Welt gesetzt, treiben oft den Kurs nach oben. Viele
    > AG-Vorstände werden nach Aktienkurs vergütet, haben einen Zielkurs als
    > Vorgabe oder ähnliches.

    Normal meinetwegen, aber auch legal?

    Ich kenne die Rechtslage dazu nicht, aber ich denke mir wenn ein Unternehmen an den Zahlen dreht und sich pusht um an mehr Geld zu kommen ist das nicht in Ordnung.

    > Das Geld der Anleger, nebenbei bemerkt, ist übrigens dann nur von einer
    > Tasche in eine andere gewandert.

    Ja :-)

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  9. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor grorg 11.10.12 - 15:26

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aber ich denke mir wenn einUnternehmen an den Zahlen dreht und sich pusht um an > mehr Geld zu kommen ist das nicht in Ordnung.
    Wo drehen die denn an den Zahlen?

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  10. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor SoniX 11.10.12 - 15:29

    jpuhr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LOL. Der Markt macht die Bewertung.

    Ja. Aber ich finde man kann daran schön sehen wenn etwas überbewertet wurde.

    > Jede AG muss einen Buchwert veröffentlichen. Also, ungefähr den "Sachwert"
    > des Unternehmens. Daraus kann man das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
    > berechnen, das ist eine Kenngröße (von mehreren) zur Bewertung von AGs.
    > Wobei die Bewertung z.B. von unternehmenseigenen Immobilien meist sehr
    > "optimistisch" ist. Aber: Solange der Laden nicht zusammenbricht und die
    > Immobilien tatsächlich verkauft werden müssen, ist das eine absolut
    > theoretische Größe. Die kann man das glauben oder auch nicht.

    Und wie ist das mit Internetfirmen? Die haben keine Maschinen, Gebäude, handfeste Produkte, etc. Wie soll man denn Daten an sich bewerten?

    Da werden dann blos ein paar Zahlen gehübscht präsentiert und anhand dessen wird der Börsenwert berechnet? Gibts da auch jemanden der diese Zahlen überprüft? Also jemand Unabhängiges...

    > Aber wenn man das KBV als Grundlage nimmt, dann sind momentan fast alle
    > großen AGs überbewertet. Die einzigen, die danach unterbewertet sind, sind
    > südeuropäische Banken....

    Hmmm... ok dazu kann ich nichts sagen. :-)

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  11. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor SoniX 11.10.12 - 15:42

    Naja... Ich finde es halt doch ein wenig seltsam wenn ein Unternehmen mit einem angeblichen Wert von 7 Milliarden (sick!!) an die Börse geht (http://www.golem.de/1112/88170.html) obwohl sie gerade mal 50 Millionen Gewinn gemacht hatten (hochgerechnet auf ein Jahr) (http://www.golem.de/1109/86628.html). Ironischerweise machten sie ein Jahr später nichtmal mehr 6 Millionen Gewinn (aufs Jahr hochgerechnet). Aber ja abgeblich sind sie 7 Milliarden wert *hust*

    Dann gibts natürlich noch so nette Sachen wie das da:
    http://www.golem.de/news/sammelklagen-insiderhandel-bei-zynga-1207-93524.html

    Also ich traue Zynga keinen Zentimeter weit....

    Das ist doch alles ein abgekartetes Spiel, reine Profitgier.

    Selbst mit Mühe und bestem Willen kann ich nicht glauben, dass dieser Börsengang wirklich rundum legal und rechtens war. Ich traue mich wetten, dass da einiges nicht richtig war und gehübscht wurde.

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  12. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor divStar 11.10.12 - 16:31

    Sollen sie halt ... es ist die Schuld der Anleger, wenn sie in ein Unternehmen investieren, welches dann doch kaum Zukunft hat - ich sehe Facebook mit Zynga in einer Reihe, Apple hingegen eher mit Google und Microsoft (wobei sogar eher letztere "pleite" gehen). Solange der Steuerzahler nicht für die Dummheit der Anleger und die Dreistigkeit der Unternehmen aufkommen muss, ist mir egal wer Gewinn oder Verlust macht.

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  13. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor jpuhr 11.10.12 - 18:45

    > Und wie ist das mit Internetfirmen? Die haben keine Maschinen, Gebäude,
    > handfeste Produkte, etc. Wie soll man denn Daten an sich bewerten?

    Eigentlich gar nicht, deswegen hat sich in den Jahren um 2000 auch diese extreme Spekulationsblase gebildet. Es gab Startup-Firmen mit ein paar Mann, die immense Verluste schrieben, aber den Börsenwert von Lufthansa mit seiner ganzen Flugzeugflotte hatten.

    Wenn sie Gewinn gemacht hätten (daran wird meist eine Über- oder Unterbewertung festgemacht), hätte man sie daran bewerten können.

    Aber richtige Spekulationsblasen gibt es immer dann, wenn das Spekulationsobjekt eigentlich keinerlei Wert hat. Wie im 17. Jahrhundert Tulpenzwiebeln, im Jahr 2000 verlustmachende Startups oder im Moment Gold.

    > Da werden dann blos ein paar Zahlen gehübscht präsentiert und anhand dessen
    > wird der Börsenwert berechnet? Gibts da auch jemanden der diese Zahlen
    > überprüft? Also jemand Unabhängiges...

    Wirtschaftsprüfer. Wobei es in Detailfragen (was ist ein Gebäude wert?) durchaus Ermessensspielraum gibt.

    Letzlich ist es aber natürlich immer der Markt, der den Preis macht. Und Märkte sind selten rational, sondern neigen dazu, von einem Extrem ins andere zu fallen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.10.12 18:59 durch jpuhr.

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  14. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor Technikfreak 11.10.12 - 20:17

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Technikfreak schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > So wie du das beschreibst, ist das nicht.
    >
    > Okay. Bin da nicht soo bewandert in dem Gebiet.
    >
    > > Aus steuerlicher Hinsicht darf keine
    > > Buchhaltung überbewertet sein. Wird es doch gemacht, dann drohen
    > > tatsächlich Strafen.
    >
    > Ich glaube aber das wird so gemacht. Zumindest hin und wieder. Ein paar
    > Zahlen hier geschönt und ein paar dort gehübscht und schon ist die Firma
    > auf dem Papier "das Doppelte" wert und der Börsengang kann beginnen.
    Natürlich wird legal beschissen, so werden zB. Reserven (führt zu erlaubter Unterbewertung) gebildet. Das heisst der Gewinn wird kleiner. Spätestens bei der Auflösung der Reserven entstehen Buchgewinne...
    Illegale Machenschaften gibt es auch, die kommen aber immer ans Licht, das benötigt aber seine Zeit. Trotzdem wird ein Staatsanwalt diese Machenschaften verfolgen.

    > > Jetzt aber zum IPO. Eigentlich kommt keine Firma überbewertet an die
    > Börse,
    > > denn
    > > es gibt schon Vorschriften zur Bewertung eines Unternehmens und das wird
    > > durch
    > > das betreuende Treuhandunternehmen und den Börsenplatz überwacht. Das
    > > heisst, das Gesamtkapital zum NENNWERT widerspiegelt anfangs den Wert
    > der
    > > Firma.
    > Ist dem wirklich so?
    Ja... gewünschter Kapitalbedarf geteilt durch Nennwert, ergibt die Anzahl Aktien.

    > Woher stammen dann oft solch immens hohe Werte?
    Das sind die Kurswerte und die ergeben sich durch die Vorzeichnung. Wenn man jetzt bei der Vorzeichnung sieht, dass die Aktien einen höheren Kurswert erbringen, dann wird der
    Eröffnungskurs logischerweise schon höher liegen. Und danach macht der Markt den Preis.

    > Gerade bei Internetfirmen ist der Wert doch hauptsächlich virtuell. Die
    Leider habe ich momentan keinen Link. Da gab es vor einigen Jahren einen Visionisten,
    der sagte, dass am Ende des Kapitalismus nur noch Zahlen in Form von Prospektionen
    existieren und gar nichts mehr hinterlegt sein soll, was noch etwas Wert hat.

    > haben keine Waren, die haben blos Daten, Werbung und Gewinne. Dummerweise
    > decken sich die Gewinne aber oft nicht mit dem Nennwert.
    Nennwert und Gewinn liesse sich noch vertreten. Aber Kurswert und Gewinn liegt vielfach weit von einander entfernt. Deshalb gibt es die Kennzahl KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Diesen findest du auf jedem Internet-Kursblatt einer Aktie. Gute Werte liegen
    zwischen 10-20ig. Schlechte Werte liegen bei 50-100. Und alles andere ist reine Spekulation.
    >
    > Bei zB Facebook sagt man die Banken hätten Mitschuld daran gehabt.
    Das stimmt, weil sie aufgrund des guten Vorverkaufes den Kurswert zu weit oben
    angesetzt hatten und weil einige Facebook-Aktionäre aus der Gründerzeit viele Aktien
    zu Geld gemacht haben. Weh tut dies aber eigentlich nur den Spekulanten, die mit Optionen arbeiten, denn diese verlieren auf einen Termin den kompletten Wert. Da
    man mit gutem Gewissen annehmen kann, dass sich Facebook langfristig erholt, ist es also für den langzeitorientierten Investor kein Problem.
    > Sollten diese beiden Werte nicht möglichst gleich sein?
    > Wenn die dann so extrem voneinander abweichen stinkt es irgendwie.
    Nicht unbedingt. Der Nennwert * Aktienzahl sagt nur aus, wieviel Kapital die
    Firma aufgenommen hat. Es sagt nichts darüber aus, wieviel die Firma in der
    Kasse herumliegen hat und es sagt auch nichts über alle anderen Wertguhaben der
    Firma aus und es sagt auch nichts über die Perspektive (zB. neues Produkt) aus.
    Der Aktienkurs hingegen orientiert sich da schon eher an diese Fakten, sofern die
    Firma sauber analysiert wurde. Aber wie gesagt, da ist man dann ziemlich schnell in der Spekulation, denn wenn es anderst kommt, dann ist der Aktienkurs ziemlich schnell unten. Hingegen auf den Nennwert hat dies alles kein Einfluss.

    > > Primär verdient bei einem IPO erst einmal die Bank, weil sie die Aktien
    > > lanciert.
    > > Sekundär verdienen die bereits bestehenden Aktionäre. Aber nur dann wenn
    > > sie ihre
    > > bestehenden Aktien zu dem am Markt gehandelten Preis verkaufen.
    > > Ergo: du musst unterscheiden zwischen Nennwert und das ist das was die
    > > Firma an
    > > Kapital bekommt und der Kapitalisierung, also dem Wert, die eine Aktie
    > > gemäss Spekulanten wirklich hat. Wenn du also jemanden bestrafen willst,
    > > dann müssten das die Spekulanten sein. Tatsächlich werden diese aber
    > > gestraft, wenn der Kurs zerfällt.
    >
    > Okay ich glaube jetzt sind wir abgedriftet. Ich habe nur an den Börsengang
    > selbst gedacht und nicht an die Spekulanten.
    Meine Aussage stimmt auch fürs IPO. Die Bank ist der grosse Gewinner.

    > > Meistens trifft es aber die gierigen Hobby-Anleger, die eben auch
    > > spekulieren wollen...
    > > Tatsächlich ist die Börse das gewichtigste Instrument der
    > Marktwirtschaft,
    > > aber es ist in höchstem Masse assozial. Aber wer behauptet schon, dass
    > Gier
    > > und rücksichtsloses Wachstum sozial ist?
    >
    > Ja da wird kein Schuh draus :-)
    :-)

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  15. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor Technikfreak 11.10.12 - 20:24

    jpuhr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > > Aber Überbewertungen sind nicht legal soweit ich das mitbekommen habe.
    >
    > LOL. Der Markt macht die Bewertung.
    Aktiennennwert nein
    Kurswert ja

    > Jede AG muss einen Buchwert veröffentlichen. Also, ungefähr den "Sachwert"
    > des Unternehmens. Daraus kann man das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
    > berechnen, das ist eine Kenngröße (von mehreren) zur Bewertung von AGs.
    > Wobei die Bewertung z.B. von unternehmenseigenen Immobilien meist sehr
    > "optimistisch" ist. Aber: Solange der Laden nicht zusammenbricht und die
    > Immobilien tatsächlich verkauft werden müssen, ist das eine absolut
    > theoretische Größe. Die kann man das glauben oder auch nicht.
    >
    > Aber wenn man das KBV als Grundlage nimmt, dann sind momentan fast alle
    > großen AGs überbewertet. Die einzigen, die danach unterbewertet sind, sind
    > südeuropäische Banken....
    Keine Firma wird sich bewusst überbewerten, sofern sich keine kriminellen Elemente
    einmischen. Warum, ganz einfach... weil eine Ueberwertung führt neben anderen Problemen zu einer höheren Steuerlast und wer bezahlt schon freiwillig mehr Steuern.
    Es ist eher umgekehrt. Und nochwas, Immobilien werden in der Regel eher viel zu tief bewertet. Eine Ausnahme mögen da die USA-Blase (zB. Lehmann Brothers) sein.

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  16. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor Technikfreak 11.10.12 - 20:38

    jpuhr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Und wie ist das mit Internetfirmen? Die haben keine Maschinen, Gebäude,
    > > handfeste Produkte, etc. Wie soll man denn Daten an sich bewerten?
    >
    > Eigentlich gar nicht, deswegen hat sich in den Jahren um 2000 auch diese
    > extreme Spekulationsblase gebildet.
    Nein, deswegen defintiv nicht. Sondern weil es Hipp ist, dass auch der
    nichterfahrene Sparer sein Geld hochrisikomässig anlegt, ohne dass er
    eine Ahnung hat. Die Spekulation macht nicht das Unternehmen, sondern der
    Investor...

    > Wenn sie Gewinn gemacht hätten (daran wird meist eine Über- oder
    > Unterbewertung festgemacht), hätte man sie daran bewerten können.
    Die haben teilweise sogar kurzzeitig Gewinn gemacht, aber es hat niemanden interessiert.

    > Aber richtige Spekulationsblasen gibt es immer dann, wenn das
    > Spekulationsobjekt eigentlich keinerlei Wert hat. Wie im 17. Jahrhundert
    > Tulpenzwiebeln, im Jahr 2000 verlustmachende Startups oder im Moment Gold.
    Du scherst zuviele Dinge über einen Kamm. Gold ist keine Spekulationsblase.
    Gold ist ein Derivat! Einen Goldbarren kannst du tragen, wenn du genug Muckis hast.
    Und der Goldbedarf liegt aufgrund der heutigen Technologien weit über der Produktionsmenge. Aha - Angebot und Nachfrage sind da reel.

    > Wirtschaftsprüfer. Wobei es in Detailfragen (was ist ein Gebäude wert?)
    > durchaus Ermessensspielraum gibt.
    Wie gesagt, kein vernünftiger, rational deckender Immobilienbesitzer wird überbewerten lassen.

    > Letzlich ist es aber natürlich immer der Markt, der den Preis macht. Und
    > Märkte sind selten rational, sondern neigen dazu, von einem Extrem ins
    > andere zu fallen.
    Hängt von der Branche und den fundamentalen Daten ab. Je Zeitkritischer ein Business ist, desto volatiler ist der Markt. (gut zu beobachten bei Optionen)

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  17. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor jpuhr 12.10.12 - 08:48

    > Es ist eher umgekehrt. Und nochwas, Immobilien werden in der Regel eher
    > viel zu tief bewertet. Eine Ausnahme mögen da die USA-Blase (zB. Lehmann
    > Brothers) sein.

    LOL. Vor ein paar Jahren gab es einen großen Skandal, als herauskam, dass die Telekom zu ihrem Börsengang 1996 ihre Immobilien im Wert viel zu hoch angesetzt hat, um einen höheren Buchwert auszuweisen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.10.12 08:50 durch jpuhr.

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  18. Re: Und Strafen werden folgen?

    Autor Technikfreak 12.10.12 - 09:00

    jpuhr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Es ist eher umgekehrt. Und nochwas, Immobilien werden in der Regel eher
    > > viel zu tief bewertet. Eine Ausnahme mögen da die USA-Blase (zB. Lehmann
    > > Brothers) sein.
    >
    > LOL. Vor ein paar Jahren gab es einen großen Skandal, als herauskam, dass
    > die Telekom zu ihrem Börsengang 1996 ihre Immobilien im Wert viel zu hoch
    > angesetzt hat, um einen höheren Buchwert auszuweisen.

    Das muss man in anderem Zusammenhang sehen. In den 90er Jahren war der ganze
    Immobilienmarkt überbewertet und zwar nicht buchhalterisch sondern generell, weil
    die Grundstückpreise durch die Immobilien-Spekulanten ins Unermessliche stiegen.
    Eine massive Unterbewertung wäre wohl von den Steuerbeamten nicht akzeptiert worden und beider Aktionärsversammlung wäre dagegen wohl Einspruch erhoben worden.. Desweiteren wäre durch eine Unterbewertung (reele Bewertung) die Gewinnresultate vermindert worden. So gesehen, die Liegenschaften waren nicht überbewertet, es war der gesamte Immoblienmarkt. Um genau solche vermischten
    Geschäftsergebnisse zu verhindern, werden heute vielfach Liegenschaften in eine eigene Firma eingegliedert und man mietet sich wieder ein. (ok, das hat noch andere Vorteile auch)

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    Nahezu zeitgleich mit dem positiven Bericht einer von Apple beauftragten Organisation über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn, berichtet die unabhängige Gruppe China Labor Watch über Suizide im Werk in Zhengzhou.

  3. Cast AR: Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille
    Cast AR
    Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

    Zwei ehemalige Valve-Mitarbeiter haben auf einer Entwicklermesse eine revolutionäre AR-Brille gezeigt. Damit sollen sich computergenerierte Objekte räumlich korrekt in die Echtwelt einblenden lassen.


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