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  5. › ARD-Reportage: Amazons Leiharbeiter…

Politisch so gewollt

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  1. Politisch so gewollt

    Autor: theFiend 14.02.13 - 12:25

    Das ist halt wieder mal sensationsheischend so hingestellt, das eigentliche Problem wird aber nicht aufgegriffen.
    Leiharbeit und Niedriglohnbeschäftigung unter unwürdigen Bedingungen sind in vielen Branchen (deren Nutznießer wir alle sind!) inzwischen üblich, und politisch so gewollt. Man hat dem ganzen mit der Agenda 2010 die Tür geöffnet, und profitiert heute massiv davon.

    Einerseits die geringe Arbeitslosenquote und das gute "überleben" der diversen Krisen hochjubeln, und die Schattenseiten dann sensationskreischend anprangern ist wohl das Einzige was man aus dieser Art Medien heute noch erwarten kann...

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  2. Re: Politisch so gewollt

    Autor: JP 14.02.13 - 12:54

    Ja letztendlich schöpft zumindest bei der Anstellung Amazon bzw die beauftragte Zeitarbeitsfirma den rechtlichen Rahmen aus. Ob das moralisch ist sei mal dahin gestellt, aber wenn sich die Gesellschaft daran stört sollte sie die Augen aufmachen und Änderungen fordern. Hier wird wieder auf eine amerikanische Firma besonders scharf geschossen, während deutsche Unternehmen kaum ins Kreuzfeuer geraten. Zugegeben, Amazon verdient eine besondere Beobachtung als Weltmarktführer, aber es ist auch heuchlerisch Amazon anzuklagen, wenn ein groß Teil unserer Wirtschaft auf diesem Prinzip der unwürdigen Zeitarbeit beruht. Aber es wird halt in Deutschland lieber auf die ausländischen Firmen geschossen, besonders wenn die mit dem neuen Medium Internet besser umgehen können als unsere hiesigen Unternehmen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.13 12:54 durch JP.

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  3. Re: Politisch so gewollt

    Autor: miauwww 14.02.13 - 13:12

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist halt wieder mal sensationsheischend so hingestellt, das eigentliche
    > Problem wird aber nicht aufgegriffen.
    > Leiharbeit und Niedriglohnbeschäftigung unter unwürdigen Bedingungen sind
    > in vielen Branchen (deren Nutznießer wir alle sind!) inzwischen üblich, und
    > politisch so gewollt. Man hat dem ganzen mit der Agenda 2010 die Tür
    > geöffnet, und profitiert heute massiv davon.
    >
    > Einerseits die geringe Arbeitslosenquote und das gute "überleben" der
    > diversen Krisen hochjubeln, und die Schattenseiten dann
    > sensationskreischend anprangern ist wohl das Einzige was man aus dieser Art
    > Medien heute noch erwarten kann...

    Aber es ist dennoch richtig, darüber zu berichten. Ich finde das nicht sensationsheischend, und viele Leute wissen ja auch nicht, was hinter den Kulissen genau abgeht. Wenn man nicht kritisch darüber berichtet, tut sich gleich garnichts...

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  4. Re: Politisch so gewollt

    Autor: matok 14.02.13 - 13:19

    Solange der Staat nicht vorschreibt, dass Zeitarbeit besser(!) bezahlt werden muss, als festangestellte Arbeit, solange kann man davon ausgehen, dass es politisch gewollte Lohndrückerei ist. Es ist vollkommen selbstverständlich, dass eine höhere Flexibilität auch höher bezahlt werden muss. Und angeblich geht es ja bei Zeitarbeit um die Flexibilität.

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  5. Re: Politisch so gewollt

    Autor: dernurbs 14.02.13 - 13:36

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Solange der Staat nicht vorschreibt, dass Zeitarbeit besser(!) bezahlt
    > werden muss, als festangestellte Arbeit, solange kann man davon ausgehen,
    > dass es politisch gewollte Lohndrückerei ist. Es ist vollkommen
    > selbstverständlich, dass eine höhere Flexibilität auch höher bezahlt werden
    > muss. Und angeblich geht es ja bei Zeitarbeit um die Flexibilität.

    Das würde ich jetzt mal voll und ganz unterschreiben... völlig korrekt.

    Man soll in andere Länder schauen, da dient die Leiharbeit der Steigerung der Unternehmenskonkurrenzfähigkeit durch mehr Flexibilitätund nicht dem Lohndumping..

    Und so muss es auch sein!!

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  6. Re: Politisch so gewollt

    Autor: theFiend 14.02.13 - 13:53

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Solange der Staat nicht vorschreibt, dass Zeitarbeit besser(!) bezahlt
    > werden muss, als festangestellte Arbeit, solange kann man davon ausgehen,
    > dass es politisch gewollte Lohndrückerei ist. Es ist vollkommen
    > selbstverständlich, dass eine höhere Flexibilität auch höher bezahlt werden
    > muss. Und angeblich geht es ja bei Zeitarbeit um die Flexibilität.

    Völlig richtig erkannt. Die Ursprungsidee besagte letztlich ja auch, das man mittels dieses Instrumentes genau solchen Firmen die Flexibilität geben wollte, auf bestimmte Marktanforderungen einzugehen. Gerade Amazon ist in dieser Hinsicht eine Paradebeispiel.

    Das man politisch unter all den bekannten Tatsachen nicht nachbessert, ist ein klares Indiz dafür das dieses Lohndumping so gewollt ist.

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  7. Re: Politisch so gewollt

    Autor: throgh 14.02.13 - 16:44

    Es ist die Frage der Aufbereitung: Der Artikel bei Golem ist nunmehr sehr reißerisch, allein schon der Titel. Dennoch ist eine möglichst objektive Berichterstattung wichtig! Aber subjektives Berichten nur um eine tolle Reportage vorzuweisen wäre sogar noch hinderlicher als die aktuelle Situation selbst schon!

    Die Frage ist einfach: Wann ist der Topf heiß genug, so dass der Inhalt überkocht? Dieser wären die Einwohner und die Bevölkerung der BRD (= Bananenrepublik Deutschland), welche sich irgendwann einmal als Demokratie definiert hat aber die Grundwerte schon gar nicht mehr lebt. Es wäre wichtig den korrekten Augenblick abzupassen, denn ein aufgeheizter Menschenmob ist weder fair noch von Mitleid geprägt. Da geht es nur noch um das "Überleben" und "Durchsetzen von Zielen" mit Mistforke und Waffe. Ich für meinen Teil würde sagen, dass der "Break-Even-Point" erreicht wurde und man so langsam ins "Tuen" geraten sollte ... bevor irgendwer zum "Freiwild" erklärt werden muss.

    Freiheit geht vor: Linux-Anwender und Diaspora-Süchtig!

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  8. Re: Politisch so gewollt

    Autor: theFiend 14.02.13 - 17:50

    throgh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Frage ist einfach: Wann ist der Topf heiß genug, so dass der Inhalt
    > überkocht?

    Das wird noch lange dauern. Laut einer längeren Reportageserie neulich auf ARTE arbeiten mehr als 5 Mio Menschen in Deutschland in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, oft auch in mehreren. Die zu erwartenden Renten sind gelinde gesagt mau.
    Gleichzeitig erodiert der Mittelstand immer weiter.

    Das große Problem zu deiner Vorstellung ist, das die meisten Menschen mit dieser Methode ausschließlich mit sich selbst beschäftigt sind. Man hat einfach entdeckt das 1984 unrealistisch war, weil reine Überwachung ineffektiv ist.
    Das Hamsterrad funktioniert viel besser wenn man es ständig am rotieren hält, und nur den blick auf das rotierende Rad zulässt...

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  9. Re: Politisch so gewollt

    Autor: throgh 14.02.13 - 19:31

    Korrekt: Eben dieses Hamsterrad ist eine feine Methodik, um die Mitmenschen im steten Trott zu halten. Und man ist dann nach einem Arbeitstag dermaßen platt, dass man zu schlicht nichts mehr imstande ist. Perfides Handwerkszeug was man sich geschaffen hat!

    Freiheit geht vor: Linux-Anwender und Diaspora-Süchtig!

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  10. Re: Politisch so gewollt

    Autor: mcathereal 14.02.13 - 20:32

    Wir haben dies alles dem Verkauf unseres Arbeitsmarktes zu verdanken...

    Daher haben wir dieses System was AMAZON heute nutzt..

    Nachdem Wolfgang Clement als Minister tiefgreifende Arbeitsmarktreformen vorgenommen hatte und in dieser Zeit die Leiharbeitsbranche in vielerlei Hinsicht begünstigte,[7][8][9][10] wechselte er nicht einmal ein Jahr nach Ende der rot-grünen Koalition in den Aufsichtsrat der Zeitarbeitsfirma Deutsche Industrie Service AG (DIS AG). Als diese vom schweizerischen Konkurrenten Adecco übernommen worden war, wurde er zum Vorsitzenden der firmeneigenen Denkfabrik Adecco Institut zur Erforschung der Arbeit berufen[11] Von 2006 bis 2008 war er zudem Mitglied im Konvent für Deutschland (KfD), einer elitären wirtschaftsnahen Lobbygruppe, die eine „Reform der Reformfähigkeit“ propagiert, mit dem Ziel eines schlanken und wettbewerbsorientierten Staates mit reduzierten Sozialsystemen.[12]

    Quelle:http://lobbypedia.de/index.php/Wolfgang_Clement



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.13 20:36 durch mcathereal.

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