Es ist kaum vorstellbar, wie weit die globalen Verhältnisse auseinander klaffen.
Dass es vor 50 Jahren so war, das war klar, aber es hat sich seit dem ja fast nichts geändert!
Wir sind die Kapitalistischen Raubritter, welche ihre Sklaven nun nicht mehr ins Land holen, sondern sie in ihrem eigenen Land versklaven lassen.
Der Unterschied zur Sklaverei ist allerdings, dass die Regierungen solcher Produktionsstaaten diese Ausbeutung ihres eigenen Volkes selbst antreiben.
Gewerkschaften sind politisch nicht gewünscht. Daher sind wir unfreiwillige Sklaventreiber. Angetrieben von der Lust, einen Flachbildschirm zu besitzen. Und da ist ja nix verwerfliches dran. Die Lust auf Luxus macht Spass.
In China werden mit den wirtschaftlichen Gewinnen der Unternehmen glänzende Prachtstädte wie z.B. PuDong in China aufgebaut. So wie zu Kaiserszeiten Lohnarbeiter Schlösser und Denkmäler und Pyramiden errichten mussten.
Die Arbeiterschicht in China wird in den Fabrikstädten gehalten wie Hühner in einer Legebatterie. Essen gegen Produkte. Zu mehr reicht es wohl kaum. Besinnungslos stehen millionen von Chinesen jeden Morgen um 5:30 auf und arbeiten 12h, bis sie erschlagen ins Bett zurückfallen.
... nur damit wir iPhone &Co, Notebooks, Plasmafernseher usw. für ca. 500€ kaufen können. Und von den 500€ kommen beim Hersteller nur ca. 250€ an.
Also rauf mit den Einkommen in Asien, rauf mit den Preisen!
Ich meine das ganz ernst. Früher war ein Fernseher etwas Besonderes, den man sich nicht alle 2 Jahre neu kaufte, weil die neuen Modelle besser waren. Heute geht das, und die alten Fernseher landen auf dem Müll oder im Kinder- und Schlafzimmer.
Die Kisten werden einfach gekauft und ihr Wert wird gar nicht mehr geschätzt, weil er monetär gar nicht mehr da ist. Es ist einfach unfair billig. Auf Kosten der Chinesen, Malayen, Indonesier usw. die sich alle ihre eigenen Produkte gar nicht leisten können. Und zu Gunsten der überzogenen Stadtplanung in den Produktions-Ländern.
Willkommen in der globalisierten Sklaverei!
Auch die Dimension der Fabrikstädte in China ist völlig überzogen.
Bei FoxCom arbeiten 400 000 Menschen. Das ist eine Großstadt mit dem einzigen Zweck IT-Geräte so billig es geht herzustellen. Eine echte Legebatterie, angetrieben von Menschenautomaten.
Noch absurder wird es, wenn man sieht, dass China die Landflucht mit Gewalt verhindert, indem Einwohner am Verlassen ihres Ortes gehindert werden.
http://www.tagesschau.de/ausland/china1068.html
Hätte man die Firmen kleiner gemacht und besser im Land verteilt dann wäre auch die soziale Schere in China kleiner.
Noch weniger lustig wird es, wenn gleichzeitig westliche Firmen den sich wieder verschließenden Markt in China bemängeln:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euchina104.html
Daran erkennt man WIE kapitalistisch und systematisch die KPC nicht nur ihr Volk ausbeutet, sondern auch die "Kunden" drangsaliert, einzig, um an konzentrierten Plätzen Infrastruktur und Paläste (vgl. Pyramiden) aufzubauen (z.B. Peking, Pudong, ShenZen, Guangzou, Tianjin, usw..)
Das Hinterland und das eigentliche Volk der Chinesen ist da ganz egal.
Es müsste viel besser verteilt sein. Sowohl auf der Landkarte, als auch finanziell.
Und wir sollten mal nicht so gierig auf billige High-End Elektronik sein.
Aber was soll man machen?
Nix. Außer die KPC bedrängen ihr Volk ausgeglichener zu entlohnen, Gewerkschaften zuzulassen und die Produktionsstädte zu zerschlagen und im eigenen Interesse zu verteilen.
Wie lange es wohl dauert, bis sie das selbst bemerken?
Korrektur: Foxconn hat 920.000 Mitarbeiter...
Captayne schrieb:
-----------------------------------------------------------------
> Wie lange es wohl dauert, bis sie das selbst bemerken?
Das System werden wir nicht mehr ändern. Dazu sind wir
zu faul und sowieos zum Teufel mit der Welt.
Vor allem hilft diese Argumentationskette nicht weiter.
Wenn schon in 30-50 Jahren diese Jobs von Robotern
übernommen werden? Was ist dann die Antwort? Der Kapitalismus
braucht Jobs damit konsumiert werden kann. Wenn diese nicht
mehr verfügbar sind, ist er tatsächlich am Ende.
Wir sollten einsehen, dass "einfache" Lösungen schon jetzt
nicht mehr funktionieren. Die aktuelle Transformation ist
für chinesische Verhältnisse ein riesen Sprung zum vorherigen
harten Leben von 12h an der freien Natur.
Anstelle uns über entfernte Chinesen Gedanken zu machen,
haben wir hier in DE/EU schon genug eigene Probleme.
TrockenobstX
Was passiert den, wenn z.B. ein Fernseher doppelt so teuer wird? Das wäre dann vielleicht ein fairer Preis der dann theoretisch ein gutes Gehalt vor Ort ermöglichen könnte. Da aber das zur Verfügung stehende Geld der Kunden nicht wächst, würden dann wohl nur halb so viel Fernseher gekauft. In Summe würde also die gleiche Menge Geld nach China fließen. Somit würden die Arbeiter entweder nicht mehr verdienen oder es würde weniger Jobs geben und dadurch viele Arbeitslose mehr. Hilft es also wirklich, wenn die Geräte teurer werden?
Hilft nur eine bessere Ausbildung der Arbeiter, um anspruchsvollere und damit besser bezahlte Arbeiten zu übernehmen?
Tongo schrieb:
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> Was passiert den, wenn z.B. ein Fernseher doppelt so teuer wird? Das wäre
> dann vielleicht ein fairer Preis der dann theoretisch ein gutes Gehalt vor
> Ort ermöglichen könnte. Da aber das zur Verfügung stehende Geld der Kunden
> nicht wächst, würden dann wohl nur halb so viel Fernseher gekauft. In Summe
> würde also die gleiche Menge Geld nach China fließen. Somit würden die
> Arbeiter entweder nicht mehr verdienen oder es würde weniger Jobs geben und
> dadurch viele Arbeitslose mehr. Hilft es also wirklich, wenn die Geräte
> teurer werden?
> Hilft nur eine bessere Ausbildung der Arbeiter, um anspruchsvollere und
> damit besser bezahlte Arbeiten zu übernehmen?
Der Lohnkostenanteil in China liegt so um die 5 %. Eine Verdoppelung des Preises wäre eine verzwanzigfachung des Gehalts, die würden dann mehr verdienen wie wir. Sagen wir doch mal eine Verzehnfachung. Der Fernseher für 500 Euro würde dann 750 kosten, ich denke, das hält sich in Grenzen. Speziell, wenn die EU sich noch bequemt, die knapp 20 % Steuer endlich abzuschaffen.
Gute Überlegung!
dann nämlich könnten die Chinesen sich auch UNSERE Produkte leisten. z.B. Autos aus Deutschland oder zumindest aus der EU und der Warenfluss wäre nicht nur unidirektional.
Sorry, aber das ging an meiner Kernaussage vorbei. Die Menge des Geldes das die reichen ausgeben können und damit nach China fließt wird nicht dadurch mehr, dass die Preise erhöht werden. Höhere Preise führen also NICHT automatisch zu mehr Wohlstand in China. Egal ob der Preis nun um 50% oder 5% steigt.
Veringern der Steuern wäre eine Möglichkeit, aber das bedeuted
dann mehr Steuern für uns - irgendwoher holt sich der Stadt das schon. Höhere Steuern bedeutet wiederum weniger geld zur verfügung um Chinesische Produkte zu kaufen. Also auch damit würde nicht unbedingt viel mehr Geld nach China gehen und somiut der Wohlstand dort nicht steigen.
So einfach ist es eben nicht.
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