Vorgestern gab es einen Propagandaminister und dessen Stab, der bestimmte, was in Rundfunk und Presse zu erfahren ist.
Heute werden Tickermeldungen veröffentlicht, man übernimmt
Blogeinträge oder auch mal etwas aus Twitter, bzw. veröffentlich von Werbeagenturen auf Reportage getrimmte Werbeanzeigen welche dann "kostenlos" an die Medien weitergeleitet werden - wie unsere
Familienministerin sehr erfolgreich mit dem Elterngeld bewiesen hatte
- die Vorschrift entsprechende auf Artikel getrimmte Werbeanzeigen mit dem Wort "Anzeige" zu kennzeichnen scheinen bereits heute viele Zeitungen nicht mehr zu kennen und, gerade bei Privatsendern (TV und Radio) bestehen ja die meisten Wortbeiträge oder Dokumentationen nur aus verdeckter Werbung. Es gibt sogar privaten "News-Sender" die sich grossartig als Nachrichtenkanal publizieren.
Die Netzzeitung ist für mich künftig jedenfalls auch gegessen.
Und allen Usern die meinen, man könne alle Infos ja viel besser übers Internet erfahren, sei gesagt, man merkt es ihnen im täglichen Leben an: Über deren Fach- und Interessengebiete (zum meist nur im engeren und weiteren IT-Umfeld) sind sie wirklich toll informiert. Aber bereits wenn man sie auf ein NICHT-ITbetreffendes Geschehen im näheren oder weiteren Umfeld betrifft, oder sogar in direkter Nachbarschaft, so herrscht absolute Flaute - sollte der Nachbar aufgrund seiner Ernennung zum Kirchenchorleiter ein Strassenfest organisieren, dann sind sie über die Stassensperrung sogar überrascht, da der Nachbar für Wikipedia nicht relevant genug ist und natürlich auch keiner den Blog der benachbarten Kirchengemeinde besucht. Ein Blick in die Tageszeitung hätte gereicht um über die Stassensperrung informiert gewesen zu sein - selbst wenn man den Artikel nicht gelesen hätte.
Früher gab es etwas, was man im Volksmund "Allgemeinbildung" bezeichnete. Basiswissen aus allen Fachgebieten, aber auch über das gesellschaftliche und politische Geschehen im nahen und weiten Umfeld. Heute meint man, mit Wikipedia und Google könne man dies viel besser.
laui schrieb:
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> Früher gab es etwas, was man im Volksmund "Allgemeinbildung" bezeichnete.
> Basiswissen aus allen Fachgebieten, aber auch über das gesellschaftliche
> und politische Geschehen im nahen und weiten Umfeld. Heute meint man, mit
> Wikipedia und Google könne man dies viel besser.
Heute wird Allgemeinbildung zumeist durch unvorstellbare Dummheit + agressive Rechthaberei ersetzt. Schau Dir doch an Hand der Schweinegrippe nur mal an, wieviel hundertausende Impfexperten plötzlich in Deutschland existieren.
Aber auch daran sind die Medien selbst schuld, denn außer Tittytainment gibt es bei denen ja fast nichts mehr. Und selbst die Wikipedia-Fanatiker mussten nun endlich zugeben, dass ihre Wikipedia in vielen Bereichen nur Müll und Mist beinhaltet. So will man ja dort nun eine Trennung vornehmen.
Also vorwärts zur weiteren Vollendung der 20:80 Gesellschaft.
> allen Usern die meinen, man könne alle Infos ja viel besser übers Internet erfahren, sei gesagt, man merkt es ihnen im täglichen Leben an: Über deren Fach- und Interessengebiete (zum meist nur im engeren und weiteren IT-Umfeld) sind sie wirklich toll informiert.
> Aber bereits wenn man sie auf ein NICHT-ITbetreffendes Geschehen im näheren oder weiteren Umfeld betrifft, oder sogar in direkter Nachbarschaft, so herrscht absolute Flaute
Das gleiche gilt doch auch für den Nachbarn von nebenan der keine Ahnung von Computern hat und haben will! Der hat vielleicht DIE Ahnung von der "Aufzucht und Pflege von Dackeln" oder "Gartenarbeit", dafür keinen Plan von Online-Banking, Internetüberwachung und Globalisierung..
Das find ich auch gar nicht schlimm. Soll er doch. Jeder hat seine Interessen!* Leben und leben lassen! Ich mach ihn nicht doof an, er macht mich nicht doof an! Und alles ist Tutti. :) Auch wenn ich ihn vielleicht für einen Spiesser halte und er mich vielleicht für einen Nerd.
*Ich find meine Interessen natürlich viel toller und wertvoller als seine Interessen, aber ich denke das ist normal. Das geht ihm nämlich vermutlich genauso. ^^
> Früher gab es etwas, was man im Volksmund "Allgemeinbildung" bezeichnete. Basiswissen aus allen Fachgebieten, aber auch über das gesellschaftliche und politische Geschehen im nahen und weiten Umfeld. Heute meint man, mit Wikipedia und Google könne man dies viel besser.
Da muss ich dir recht geben, unsere Generation neigt oft dazu zu sagen: "ich muss es nicht wissen, ich will es nicht wissen, ich kann es ja nachschlagen". Find ich persönlich nicht dolle.
ABER! Das es diese Angebote gibt sagt wenig bis gar nichts darüber aus wie gebildet jemand ist. Schliesslich lesen sich Buch und Tageszeitung auch nicht von alleine. Validieren musst du das was du da liest natürlich selbst, aber das war schon immer so, auch "Offline". Allerdings hast du es heute erheblich einfacher alles zu validieren.
Im übrigen bin ich der Meinung, das die Leute durch das Internet eher die Möglichkeit haben, schlauer zu werden, als durch Tageszeitung & Co. Denn es kostet erheblich weniger und du findest zu so gut wie jedem Thema was!
Fazit: Das was du in der Rübe hast, hängt von dir, deinen Neigungen und Interessen und deinem Engagement dafür ab. Das war so und wird auch immer so bleiben. (Es sei denn wir bringen es irgendwann fertig, so wie im Film "Matrix", Daten in unser Hirn zu laden. ^^)
___
Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Also DIE objektive Quelle gibts eh nicht. Du musst alles hinterfragen. Alle Nachrichten sind in irgendeiner Form subjektiv und durch irgend etwas beeinflusst.
Jedoch bedarf das ständige 2 (oder mehr) Meinungen einholen mehr Zeit, die nicht jeder opfern will oder kann. Somit suche ich mir selber aus, in welchen Bereichen ich mir eine Meinung bilden will.
Was ich zur "Ich-kanns-ja-nachschlagen-Generation" sagen kann ist, dass es ein sowieso immer größer werdendes Problem werden wird. Zu Zeiten des iPhones und anderer mobiler Multimedia-Dinger wird der Mensch träge und fragt sich zu was eigentlich. Kanns eh im Internet nachschlagen.
Aber Wissen ist nur nützlich wenns nicht wer anderer weiß sondern ich.
Was ich damit sagen will ist, ...
... mir selber nicht klar. Na denne, nichts für ungut ;)
> Also DIE objektive Quelle gibts eh nicht. Du musst alles hinterfragen. Alle Nachrichten sind in irgendeiner Form subjektiv und durch irgend etwas beeinflusst.
> Jedoch bedarf das ständige 2 (oder mehr) Meinungen einholen mehr Zeit, die nicht jeder opfern will oder kann. Somit suche ich mir selber aus, in welchen Bereichen ich mir eine Meinung bilden will.
Geht mir genauso. Meistens erspar ich mir das recherchieren und gucke ob es für mich schlüssig ist.
> Was ich zur "Ich-kanns-ja-nachschlagen-Generation" sagen kann ist, dass es ein sowieso immer größer werdendes Problem werden wird. Zu Zeiten des iPhones und anderer mobiler Multimedia-Dinger wird der Mensch träge und fragt sich zu was eigentlich. Kanns eh im Internet nachschlagen.
ACK!
Die Frage die ich mir stelle ist, wer wird in Zukunft noch selber denken? Werden wir das in Zukunft auch automatisieren?
> Aber Wissen ist _für mich_ nur nützlich wenns nicht wer anderer weiß sondern ich.
Naja, wenn es jedem zu gute kommt, kommt es auch dir zu gute. Die Frage ist nur ob du als erster davon profitierst. ^^
> Was ich damit sagen will ist, ...
> ... mir selber nicht klar. Na denne, nichts für ungut ;)
Hahaha! xD
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Wirkung und Gegenwirkung.
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Wie im grossen, so im kleinen.
3 mal bearbeitet, zuletzt am 09.11.09 19:36 durch Der Kaiser!.
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