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Eine anständige Firma...

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  1. Eine anständige Firma...

    Autor: Snoozel 23.02.13 - 22:03

    ... versucht Meetings zu minimieren!
    Die meisten Meetings sind doch überflüssig, und spätestens wenn man mehr Meetings als Regelarbeitszeit hat sollte man mal drüber nach denken ob man alles aus den Meetings auch verarbeiten und umsetzen kann.

    Anständige Meetings haben eine Agenda, sind kurz, lassen nur begrenzt am Ende Diskussionen zu und zum pünktlichen Schluss geht jeder mit einer klaren Aufgabe wie es weiter geht aus dem Meeting.
    Leider trifft das meistens nicht zu... :-(

  2. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Nephtys 23.02.13 - 22:30

    Snoozel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... versucht Meetings zu minimieren!
    > Die meisten Meetings sind doch überflüssig, und spätestens wenn man mehr
    > Meetings als Regelarbeitszeit hat sollte man mal drüber nach denken ob man
    > alles aus den Meetings auch verarbeiten und umsetzen kann.
    >
    > Anständige Meetings haben eine Agenda, sind kurz, lassen nur begrenzt am
    > Ende Diskussionen zu und zum pünktlichen Schluss geht jeder mit einer
    > klaren Aufgabe wie es weiter geht aus dem Meeting.
    > Leider trifft das meistens nicht zu... :-(

    Bei einer Softwarefirma die auf Entwicklung statt Support setzt ist das aber nicht der Fall.
    Ein typischer Programmierer schreibt unter 3 Zeilen Code am Tag. Der Rest sind nur Pläne und Meetings.

    Und Meetings sind ja auch nichts böses. Es geht hier ja nicht um irgendwelche Management-Angelegenheiten, bei denen 19 Leute stumm sitzen und 1 ne Powerpoint-Präsentation für den Boss hält. Es geht hier um Fachkonferenzen und offene Zusammenarbeit bei Projekten.

    Würde man keine Meetings anstreben kann man auch jeden einfach daheim arbeiten lassen, wobei das bei Google zT sogar der Fall ist. Wenn man schon in ein extra Gebäude für die Arbeit muss, dann doch auch bitte ausnutzen, dass dort alle Mitarbeiter an einem Fleck sind.

  3. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: c3rl 23.02.13 - 22:39

    Nephtys schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei einer Softwarefirma die auf Entwicklung statt Support setzt ist das
    > aber nicht der Fall.
    > Ein typischer Programmierer schreibt unter 3 Zeilen Code am Tag. Der Rest
    > sind nur Pläne und Meetings.

    Diese Aussage habe ich schon oft mit diversen Zahlen gehört. In der Berufsschule waren es 10, im Ausbildungsbetrieb waren es 50.

    In der Realität jedoch schreiben unsere Entwickler pro Tag, natürlich abhängig von der Projektphase, 200 bis 1000 Zeilen Code. Und nein, der Code ist sogar sehr gut dokumentiert (Kommentare, Wiki, SVN/GIT, Emails, ...) und in der Regel auch über die Wünsche des Kunden hinaus optimiert und erweiterbar.

    Ich habe noch nie verstanden, wie man auf solche absurden Zahlen kommen kann, geschweige denn auf "3". Bitte erkläre mir das mal einer!

    Edit: Zur Info: Wir entwickeln Web-Anwendungen auf Basis von JS, Flash, PHP und Java aller Größen für verschiedenste Kunden. Kleine Projekte haben ca. 3000 Zeilen Code, größere durchaus auch mal 300k Zeilen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 23.02.13 22:44 durch c3rl.

  4. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: n8c 23.02.13 - 23:20

    c3rl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe noch nie verstanden, wie man auf solche absurden Zahlen kommen
    > kann, geschweige denn auf "3". Bitte erkläre mir das mal einer!
    Ne typische Bullshitaussage halt.

    Wobei das je nach Firma doch einiges erklären würde ;)

  5. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Snoozel 24.02.13 - 00:37

    > Wobei das je nach Firma doch einiges erklären würde ;)

    Ja, tatsächlich.
    Bei uns ein typisches Projekt:
    Kick off Meeting
    Projekt Meetings
    Krisenmeetings.
    Meetings warum das Project gescheitert ist.

    Und warum das ganze? Weil _alle_ Leute vom Projekt in den Meetings saßen, die ganze Zeit, selbst wenn sich eigentlich nur 2 Leute absprechen mussten, und dabei völlig vergessen haben das irgendjemand das Projekt auch mal durchführen muss.
    Jeder dachte für sich das wird schon jemand anderes machen... keiner hat was gemacht.
    Das waren teilweise Meetings mit 25 Leuten, 4 Stunden dauer - mit 0 Resultat.
    100 Arbeitsstunden vernichtet für nichts.
    Die Leute schieben massig Überstunden um in Meetings zu sitzen die dank Globalisierung und Zeitverschiebungen um 19:00 starten.

    Und ja, diese Firma geht derzeit den Bach runter, der Geschäftsführer wurde bereits abgewählt, zahlreiche Abteilungsleiter gekündigt.
    Ein großes Projekt vergeben wir nun extern weil wir es nicht gebacken bekommen - an die eigentliche Konkurrenz!

    Komisch das die Firma früher besser funktionierte, alles wurde auf kleinem Dienstweg entschieden und sofort umgesetzt. Jetzt gibt es nur noch Meetings, Audits, Teambuildings, Zertifizierungen für irgendwelche dümmlichen Nummern.
    Man verwaltet sich tot, und spätestens seit der letzten Entlassungswelle wo hauptsächlich die Arbeitenden entlassen wurden steht jedes Projekt, macht ja keiner mehr was.
    Aber hauptsache Meeeeeeting, denn wer im Meeting hockt fühlt sich wichtig.

    Ach ja, es geht um einen Bereich der wohl jeden Bundesbürger interessiert, dann für das Projekt zahlt ihr mit die EEG Umlage.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.02.13 00:42 durch Snoozel.

  6. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: c3rl 24.02.13 - 00:51

    Snoozel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach ja, es geht um einen Bereich der wohl jeden Bundesbürger interessiert,
    > dann für das Projekt zahlt ihr mit die EEG Umlage.

    Puh. Und ich dachte schon die wandert ins Ausland, z.B. in französische AKWs. Da bin ich ja direkt froh :)

  7. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: erlandsen 24.02.13 - 00:53

    Arbeitest du zufällig bei einem in München ansässigen Unternehmen ;)?
    Hört sich nach meinem Exunternehmen an^^?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.02.13 00:54 durch erlandsen.

  8. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Nephtys 24.02.13 - 00:55

    c3rl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe noch nie verstanden, wie man auf solche absurden Zahlen kommen
    > kann, geschweige denn auf "3". Bitte erkläre mir das mal einer!

    Die 3 kommt von einer Studie die dazu angestellt wurde, indem einfach die Anzahl Zeilen Code im Jahr durch die Arbeitstage geteilt wurde.
    Ergebnis war ca 3. Daher kommt die Zahl und geistert so auch noch weiter durch die Gegend.

    Natürlich kann jeder ein kleines Programm mit 3-4k Zeilen auch selbst kurz tippen, auch problemlos an einem Tag. Nur das setzt zB voraus, dass man sich bereits mit dem Thema und allem vertraut gemacht hat und weiß, WAS man tippen will bzw. muss.

  9. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Lala Satalin Deviluke 24.02.13 - 01:11

    Sehe ich auch so. Nervig ist es, wenn man am Tag so viele Statuscalls hat, dass man nur noch effektiv 2 Stunden arbeiten kann...

    Grüße vom Planeten Deviluke!

  10. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: synoon 24.02.13 - 01:18

    zum Glück bin ich Lernender, da haste noch die kurzen Wege bis zur Helfenden-Person...
    Und machst aus Angst so wenige Meetings wie möglich und wenn packste soviel wie möglich in eines rein damit nicht nocheinmal eins machen musst. :P

    +1

  11. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: c3rl 24.02.13 - 01:35

    Nephtys schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich kann jeder ein kleines Programm mit 3-4k Zeilen auch selbst kurz
    > tippen, auch problemlos an einem Tag. Nur das setzt zB voraus, dass man
    > sich bereits mit dem Thema und allem vertraut gemacht hat und weiß, WAS man
    > tippen will bzw. muss.

    Also wenn man nicht gerade alle drei Monate die Firma wechselt sollte man dennoch nicht auf solche Zahlen kommen. Wenn ich gerade mal im SVN nachschaue, dann hab ich im vergangenen Jahr 266000 Zeilen modifiziert/hinzugefügt. Das macht 728 pro Tag, trotz Urlaub und Wochenenden.

  12. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Casandro 24.02.13 - 16:22

    Vielleicht sind die Zeilen ja auch "Netto-Zeilen". Ordentlich gewarteter Code wird nicht unbedingt größer. Häufig kann man die Funktionalität auch durch Umstellungen erhöhen. Natürlich schreibt man da eine Menge Zeilen, jedoch löscht man auch viele Zeilen. Da kann es schon sein, dass nur 3 Zeilen pro Tag übrig bleiben.

  13. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: neocron 24.02.13 - 17:57

    c3rl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nephtys schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Bei einer Softwarefirma die auf Entwicklung statt Support setzt ist das
    > > aber nicht der Fall.
    > > Ein typischer Programmierer schreibt unter 3 Zeilen Code am Tag. Der
    > Rest
    > > sind nur Pläne und Meetings.
    >
    > Diese Aussage habe ich schon oft mit diversen Zahlen gehört. In der
    > Berufsschule waren es 10, im Ausbildungsbetrieb waren es 50.
    laut dieser studie sind es weltweit im schnitt ca 20 ... als 374 zeilen code pro monat!
    dies beinhaltet schreiben, dokumentieren, testen, ...

    >
    > In der Realität jedoch schreiben unsere Entwickler pro Tag, natürlich
    > abhängig von der Projektphase, 200 bis 1000 Zeilen Code.
    bei eine derartigen abweichung zu den ermittelten und in der wissenschaft beobachteten zahlen wage ich diese zahlen zu bezweifeln! dass ein entwickler mal an einem tag soviel schreibt, kann durchaus sein, allerdings bezweifle ich, dass dies entsprechend dokumentiert und getestet wurde!

    > Und nein, der Code
    > ist sogar sehr gut dokumentiert (Kommentare, Wiki, SVN/GIT, Emails, ...)
    > und in der Regel auch über die Wünsche des Kunden hinaus optimiert und
    > erweiterbar.
    wenn das so ist, bezweifle ich die angaben von 200+ loc pro tag, sehr!

    >
    > Ich habe noch nie verstanden, wie man auf solche absurden Zahlen kommen
    > kann, geschweige denn auf "3". Bitte erkläre mir das mal einer!
    die 3 sehe ich auch nicht als realistisch ... an der universitaet sind beobachtungen im Bereich 300-500 zeilen im Monat gewesen!
    diese decken sich auch grob mit den Angaben, die du oben gemacht hast!

  14. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: jpuhr 24.02.13 - 18:57

    > Ich habe noch nie verstanden, wie man auf solche absurden Zahlen kommen
    > kann, geschweige denn auf "3". Bitte erkläre mir das mal einer!

    Bei sicherheitsreleventen Systemen (Automotive, Bahn, Luftverkehr...) durchaus nicht ungewöhnlich. Da wird jede Zeile Code 5 mal geprüft.

    Mal davon abgesehen, dass dort auch ein Wust an Spezifikation entsteht, der ebenfalls einkalkuliert werden muss.

  15. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Snoozel 24.02.13 - 22:55

    > Puh. Und ich dachte schon die wandert ins Ausland, z.B. in französische
    > AKWs. Da bin ich ja direkt froh :)

    Das teuerste ist Kupfer...

  16. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Snoozel 24.02.13 - 22:57

    > Arbeitest du zufällig bei einem in München ansässigen Unternehmen ;)?
    > Hört sich nach meinem Exunternehmen an^^?

    Nein, scheint aber ich vielen Unternehmen so zu laufen - meistens fängt es an nachdem sie in US Hand sind oder waren, so war es bei uns.

  17. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: Bouncy 25.02.13 - 13:42

    c3rl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also wenn man nicht gerade alle drei Monate die Firma wechselt sollte man
    > dennoch nicht auf solche Zahlen kommen. Wenn ich gerade mal im SVN
    > nachschaue, dann hab ich im vergangenen Jahr 266000 Zeilen
    > modifiziert/hinzugefügt. Das macht 728 pro Tag, trotz Urlaub und
    > Wochenenden.
    Klar schreibt man mehr wenn man nur ein Rad im Getriebe des Projekts ist, die Zahl ist ja nur ein Durchschnitt für alle Manntage und durch alle am Projekt beteiligten. Die Arbeitsbiene schreibt halt mehr, der Tester weniger und der Planer gar nichts, geteilt wird durch alle...

  18. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: anwelti 26.02.13 - 10:54

    Ihr dürft aber auch nicht vergessen, dass Google nicht auf Kundenanfragen/-wünsche programmiert sondern die Programmierer sich selber Sachen ausdenken/entwickeln dürfen und da sind wohl tagelange "Meetings" schon eher denkbar oder?

  19. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: neocron 26.02.13 - 10:56

    anwelti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ihr dürft aber auch nicht vergessen, dass Google nicht auf
    > Kundenanfragen/-wünsche programmiert sondern die Programmierer sich selber
    > Sachen ausdenken/entwickeln dürfen und da sind wohl tagelange "Meetings"
    > schon eher denkbar oder?
    Das scheinen sie bisher doch auch nicht gemacht zu haben, wenn ich mir einige Sachen im Android so anschaue :)

  20. Re: Eine anständige Firma...

    Autor: TTX 26.02.13 - 17:28

    Du arbeitest aber in einer komischen Firma, bei uns schaffen die Developer was :P Und haben nicht ständig Meetings.

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