Ich arbeite in der Lebensmittelproduktion in einem großen deutschen Betrieb und bin dort als Leiharbeiter beschäftigt.
In diesem Betrieb wurden in den letzten Jahren immer mehr Zeitarbeiter eingestellt und Stammbelegschaft abgebaut, bzw. nicht ersetzt. Man "verdient" zwischen 5,00 und 7,50 Euro die Stunde für Knochenarbeit. Die Stammbelegschaft bekommt um die 12 Euro.
Weihanchtsgeld, Urlaubsgeld? Fehlanzeige! Bemühungen um einen Betriebsrat werden gnadenlos unterdrückt. Bei Krankheit ,oder sogar bei einem Betriebsunfall, kann man sich auf Telefonterror einstellen. Kontrollbesuche sowie der Einsatz von Detektiven ist schon fast normal. Nötigung bei Krankheit Urlaub zu nehmen ist die Regel. Nach ca 14 Tagen Krankheit hat man die Kündigung im Briekasten. "Sie können sich ja melden wenn Sie gesund sind." Geht man gegen an bekommt man zu hören: "Sie glauben doch nicht im Ernst das Sie in Zukunft bei uns arbeiten werden. Ich werde dafür sorgen das Sie eine Sperrzeit bekommen beim Arbeitsamt."
Just letzten Monat bei einem Kollegen passiert. Schwer krank geworden, ins Krankenhaus eingeliefert und drei Wochen später stand der Gerichtsvollzieher vorm Krankenbett. Er wurde nach zwei Wochen gekündigt und bekamm kein Lohn mehr.
"Zeitarbeit" gehört verboten. Sklaverei wäre das richtige Wort dafür.
Ein Sklave
Das ist seit Schröder von allen Bundesregierungen genau so gewollt. Aber die wählt ja keiner.
Wenn es dich tröstet, dein Leiharbeitgeber, bekommt von dem Betrieb mehr als das zweifache für dich. Aber das stört die Aktionäre ja auch nicht, dass die Personalkosten sinken würden, wenn ihr alle festangestellt wärt.
Du kannst das gerne mal anhand deines Gehalts durchrechenen indem du es mit 1,8 -2,2 multiplizierst und das über einen Gehaltsrechner mit dem vergleichst, was du bei gleichem eingesetztem Arbeitgeberkapital inkl. Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungen verdienen würdest.
Je merh Leiharbeiter es gibt, desto weniger wird in die Sozialversicherungskassen einbezahlt und desto besser lassen sich die Löhne der Stammbelegschaft drücken. Das ist das Programm, auf das der SPD-Koordinator im Kanzleramt Steinmeier bis heute stolz ist. fies gilt übrigens auch für seine NRW-Kollegin Kraft, die den Arbeiterführer Rüttgers gerne ablösen will.
Es geht mir nicht primär um das Geld, sondern um die Unterdrückung von Grundrechten, wie Organisation durch Gewerkschaften, oder Wahl eines Betriebsrates. Dazu das ganze Mobbing was auch eine Straftat da stellt. Dort muß was geändert werden. Es kann doch nicht anegehen das Grundrechte systematisch in unseren Staat deart mit Füßen getreten wird. Wer jetzt das ganze verbockt hat ist mir zur Ziet ziemlich gleichgültig. Es kann nicht angehen wenn ein Arbeiter mit Familie pro Woche 50-60 Stunden buckeln geht und dann noch Hartz IV bantragen muss.
Ein Sklave
Das sind ja wirklich üble Arbeitsbedingungen. Wie kann es ein, dass davon so wenig in der Presse zu lesen ist? Sonst wühlen Akte investigativ und Konsorten doch auch in jedem Schlammloch rum?!
Wünsch dir aber auf jeden Fall dass du eine geregelte Anstellung mit normalen Konditionen findest.
Wenn es dir nicht um Geld geht, wofür arbeitest du dann? Deinem Arbeitgeber und dem Lebensmittelbetrieb geht es nur um Geld. Mit der Unterdrückung der Menschenrechte lebt auch jede Nutte die einen Zuhälter hat.
Übrigens, wenn du noch Hartz IV aufstocken darfst, dann ist die Altersarmmut bereits nach fünf bis zehn Jahren in so einer Beschäftigung vorprogrammiert. Dann wird nur der reine HartzIV- Satz, also maximal 359 Eur als monatlicher Verdienst bei der Rente angerechnet. Das kannst du im restlichen Arbeitsleben nicht mehr einholen. Die Miete wird ja als Zuschuss gewährt und stellt kein Einkommen dar. Auch das war von den Sozialdemokraten genau so geplant.
Und was viele noch nicht wissen ist, dass der Staat von den Erben eines Hartz IV-Empfängers die Leistungen der letzten zehn Jahre zurückfordert, sollte noch ein Auto in der Garage stehen, der der Hartz IV-Empfänger aus besseren Zeiten noch eine Eigentumswohnung bewohnt haben.
Was sollen wir "Leiher" denn machen? Uns kündigen lassen? Mit Sperrzeit? Und danach beim nächsten Seelenverkäufer weiter arbeiten, weil das Arbeitsamt einem diese "zumutbare Arbeit" anbietet und das ganze von vorn los geht weil wir diese "Arbeit" annehmen müßen? Wach mal auf!
Kannst Dir ja mal ausrechnen was eine vierköpfige Familie insgesamt an Transferleistungen bekommt um minimal zu überleben (Ich mein irgendwas um 1900 Euro im Monat inklusive Wohnung und Energie). Und wieviel Stunden du therotisch dafür im Monat bei 6 Euro arbeiten musst und Deine Frau zu Hause bei den Kinder bleiben muss.
Ein Sklave
Man darf fragen welchen Schulabschluß und welche weitere Ausbildung du besitzt?
Bei der nächsten Wahl für die Partei stimmen, die einen gesetzlichen Mindestlohn fordert (natürlich in der Hoffnung, das es nicht gerade die Linke ist). Und wenn sich das alle auf die Fahne schreiben, für die Partei stimmen, die für Leiharbeiter einen Mindestlohn von 150 % für den Leiharbeiter vorschreiben. Leiharbeit darf sich nicht mehr unmittelbar lohnen, sondern sollte nur noch - dafür war sie ursprünglich gut - bestimmte Spitzen abdecken. Das mag die Preise in einigen Branchen nach oben treiben - aber who cares?
>Man darf fragen welchen Schulabschluß und welche weitere >Ausbildung du besitzt?
Was hat das mit Arbeitslosigkeit zu tun? Was nützt es denn, wenn jeder einen Hochschulabschluss hätte? "Jeder hat ein Recht auf Arbeit". Steht das nicht im Grundgesetz? Zudem, wer arbeitet hat auch das Recht auf eine würdige Entlohnung. Die ganzen Finanzgenies, die aus Geld Geld machen sind für mich auch nicht gerade würdig entlohnt, sondern überbezahlt.
puschteblume schrieb:
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> "Jeder hat ein Recht auf Arbeit". Steht das
> nicht im Grundgesetz?
Zeig mir bitte mal die Stelle wo das steht...
Ich glaube fast du hast gar keine Ahnung von Recht und Gesetz.
Ulf 23 schrieb:
> > "Jeder hat ein Recht auf Arbeit". Steht das
> > nicht im Grundgesetz?
>
> Zeig mir bitte mal die Stelle wo das steht...
> Ich glaube fast du hast gar keine Ahnung von Recht und Gesetz.
Gewerkschaften unterstehen für ihren Bestand und ihre Betätigungsfreiheit dem Schutz der in Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes (GG) garantierten Koalitionsfreiheit.
Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Koalitionsfreiheit
Vom Recht auf Arbeit war nicht die Rede. Es war die Rede von Verhinderung Gewerkschaftlicher Arbeit udn Bildung eines Betriebsrates.
EIn Sklave
Das Patentrezept aller Unterdrückten. Hat schon anderswo funktioniert.
Und mit "Kommunismus", der Urangst aller Deutschen, hat das gar nichts zu tun (man denke nur mal an die polnischen Gewerkschaften unter Lech Walesa.), das ist nur eine Diffamierungsmasche der Unterdrücker.
Ansonsten gilt auch weiterhin: 100.000 andere glauben auch, dass sie machtlos sind. Diejenigen, die das so wollen, schlafen ruhig, solange ihr das alle auch weiterhin so treudoof glaubt.
Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Wenn das angebot unterdurchschnittliche Gebildeter zu groß ist, sinkt der Preis, sprich: Der Lohn.
Deutschland ist kein Land mehr in dem Massen von Niedrigqualifizierten gebraucht werden. Wir haben keine Kohlegruben mehr in denen zennhtausende ihr Brot mit Muskelkraft verdienen können, diese Zeiten sidn vorbei.
Ein Recht auf Arbeit gibt es in der Bundesrepublik nicht, das war das "Sozialsitsiche Arbeiter- und Bauernparadies", wo es dergleichen gab. Die Begelierscheinungen dieser Segnung dürften eigentlich bekannt sein, nur zur Sicherheit nochnmal die Schlagworte: Mauertote, Bepitzelung, Redeverbot, Mobbing, Denunzitaentum, STASI-Knast usw.
Schuld sind dabei nicht diejneigen, die heute die schlechten Jobs haben, Schuld sind die Politiker die immer mehr Wohlstand und soziale Wohltaten verpsrechen und damit falsche Erwartungen beim Volk wecken. Die Wirtschaftswunderzeiten sind vorbei, man muß sich wieder strecken um an die saftigen Früchte zu gelangen.
Man kann also entweder weiter in seiner Traumwelt leben und die sozialistischen Gleichmacher wählen oder sich den harten Fakten stellen, sich weiterbilden und akzeptieren dass das Leben eben numal kein Zuckerschlecken ist.
Sollte man sich für ersteres entscheiden muss einen aber auch klar sein das diejenigen, denen man das Geld aus der tasche zieht, sei es über Abgaben, Steuern od. künstlichee Preise, das nicht lange mit sich machen lassen. Die aktuellen Auswandererzahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache - und es sind nicht die Schlechtqualifizierten, wie die Auswanderersoaps uns weissmachen wollen, die das Land verlassen.
Anstatt den BWL-Fachiotenkrampf der FAZ nachzuplappern, solltest Du mal was über die Grundlagen der Zivilisation lesen.
Ein Staat (bzw. Gesellschaft), der seine Schwachen und Armen nicht beschützt und für einen sozialen Ausgleich sorgt, ist langfristig nicht überlebensfähig.
Nur irgendwelches habgieriges Soziopathengesindel, das sich im Falle der Krise dann rechtzeitig absetzen kann, will so etwas haben.
Und den Bullshit, dass jeder ein Unternehmer oder Dienstleister sein kann, kannst Du genauso vergessen. Das ist ein ganz dreistes Lügenmärchen und Hirngespinst.
Es gibt nicht ein Land auf der Erde, auf der das bisher oder bislang funktioniert hätte. Aus gutem Grund.
Du kannst deine Tiranden sicherlich auch mit einigen schlagenden Beispielen belegen, nehme ich an. Wortblasen alleine sind nämlich etwas arg wenig, aber auch egal, mach nur so weiter. Es wird so kommen wie ich es vorhersage, es ist zu grossen Teilen schon die harte Realität.
Wenn jemand die ausblutende Mittelschicht, das Rückgrat dieses Landes, als "Soziopathengesindel" bezeichnet so ist die nur ein weitere beweis dafür sich möglichst schnell aus dem Staub zu machen. In Berlin brennen jede Nacht die Auto der "Reichen" (VW Polo aufwärts), ich denke wir brauchen schnell einen Linksruck damit alles wieder gut wird. Den müsst ihr dann aber wohl ohne die Leistungsträger vollführen, die sind dann nämlich schon alle weg.
Ähnliches habe ich auch schon gehört und erlebe es mittlerweile auch selbst mit.
Als Antwort heisst es denn meistens. "Es ist kein Geld da!"
Allerdings hat aber auch noch niemand die Frge gestellt: "Wo ist das Geld geblieben oder wer hat es jetzt?"
Und genau hier liegt das Problem. Eine gleichmäßige Umverteilung findet einfach nicht mehr statt und die Irrtümer der Vergangenheit wiederholen sich. Macht- und Geldgier, einzig und allein dem Streben nach einer Ego-Erfüllung - dem persönliches Glück - überwiegt dem glücklichen Allgemeinwohl.
Was möchtest Du den mit den ganzen gering qualifizierten Menschen in Deutschland machen? Verhungern lassen? Was soll mit den Menschen passieren, die keine Arbeit finden? Den letzten Rest unserer Solidargeminschaft auflösen mit amerikanischen Vorbild? Oder doch lieber Feudalismus oder Plutokratie einführen? Ich mein, wenn man Deine Argumente so anschaut, scheinst Du keine moralischen oder ethischen Einwände zu haben. Wir könnten ja auch gleich die Menge der Grundrechte von Höhe der gezahlten Steuern abhängig machen...
Jurastudent schrieb:
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> Das Patentrezept aller Unterdrückten. Hat schon anderswo funktioniert.
>
> Und mit "Kommunismus", der Urangst aller Deutschen, hat das gar nichts zu
> tun (man denke nur mal an die polnischen Gewerkschaften unter Lech
> Walesa.), das ist nur eine Diffamierungsmasche der Unterdrücker.
>
> Ansonsten gilt auch weiterhin: 100.000 andere glauben auch, dass sie
> machtlos sind. Diejenigen, die das so wollen, schlafen ruhig, solange ihr
> das alle auch weiterhin so treudoof glaubt.
Auch hier gibt es ein Problem. Sprüche wie "jeder ist seines Glückes Schmied" sind nur eines dieser schicksalhaften Zitate innerhalb einer Gesellschaft. Mit Glück oder Unglück hat Reichtum oder Machtgewinn überhaupt nichts zu tun.
In fast allen Fällen sind solche persönlichen Erfolge auf glückliche Umstände, unabhängig von der eigentlichen Leistungsfährigkeit oder eines Einsatzes zurückzuführen. Diese glücklichen Umstände können natürlich durch Bezüge, wie Angehörigkeit einer Sekte (Partei/Verein) begünstigt werden.
Leihsklave schrieb:
-----------------------------------------------------------------> Was möchtest Du den mit den ganzen gering
> qualifizierten Menschen in Deutschland machen?
1.Den Zuzug weiterer Gerinqualifizierter ohne Wenn & Aber sofort einstellen um die Situation nicht noch weiter eskalieren zu lassen
2.Bildung fördern anstatt Gleichmacherei. Z.b. hat Berlin gerade beschlossen die Hauptschule abzuschaffen. dadurch werden auf dem papier alle Haupotschüler zu Realschülern - das Niveau wird scih deswegen freilich nicht annheben
3.Aufhören sich selbst und anderen anzulügen
4.Nachdem (!) diese Schritt durchgeführt wurden einen Mindestlohn einführen. Keine Auftragsvergabe stzaatlicherseits an Ostblockfirmen, die Lohndumping betreiben (siehe Deutsche Bahn & bulgarische Schneeschipper).
Dann wären wir auf dem Stand, den wir in den 70'ern bereits erreicht hatten. Natürlich ist es utopisch das ein Tankwart sich eine Eigentumswohnung leisten kann, die Gesellschaft hat aber über die Preise an den Tankstellen eben diese bezahlt.
Wozu es führt einfach die Notenpresse anzuschmeissen und den Niedrigqualifizierten das Geld hinterherzuschmeissen konnte man am Immobilienmarkt in den USA sehen: Zusammengefallen wie ein Kartenhaus, nachdem jemand die Frage stellte, ob diese Summen überhaupt jemals irgendwie zurückgezahlt werden.
> Wir könnten ja auch gleich die Menge der Grundrechte
> von Höhe der gezahlten Steuern abhängig machen...
Grundrechte != Menschenrechte. Die Idee nur Leute das Wahlrecht zu erteilen die Positives für die Gemeinschaft leisten oder geleistet haben (Renter) hat durchaus etwas. In der Wiege der Demokratie, Griechenland, war es auch genau so. Dass es ins Uglück führt dijenigen vom "Stamme Nimm" zur Wahlurne schreiten zu lassen wusste man schon vor 2.500 Jahren.
Lobbyismus ist nichts weiter als die Gegenreaktion der Entmachteten Leistungsträger. Soll der Pöbel eben Links wählen, rausschemissen könne sie uns nicht und wenn doch ist es ihr Untergang.
Das Experiment "Demokartie für alle" ist in dem Moment schiefgegangen als kalr wurde, das die Unterschicht überhaupt kein Interesse daran hat sein Wahlrecht vernatwortungsvoll (!) wahrzunehmen. Es bekam & bekommt derjenige die Stimme des Pöbels, der Verspricht den bösen Reichen das Geld aus der tasche zu ziehen um es den "Armen" zu geben.
"Reich" ist man in diesem Land ab ca. 50.000,-EUR Brutto/Jahr - das sind diejneigen die es ausbaden müssen wenn mal wieder kräftig umvberteilt wird. Und selbst wenn wir morgfen allen Managern ihr Gehalt auf Hartz4 Niveau zusammenstreichen - die Masse der Hartz4 wird im Monat davopn nur 1,50 EUR mehr in der Tasche haben.
Auch das eine der bitteren Wahrheiten die es mal zu realisieren gilt.
Frag-Ender schrieb:
.. viele unbequeme Wahrheiten...
Aber ich fürchte so viele Perlen wie Säue gibt es leider nicht...
Ich finde die gedankliche Kurzsichtigkeit der linken Träumer immer wieder erstaunlich. Da schreibt einer, dass die Unternehmen den Leiharbeitsfirmen bessere Stundenlöhne zahlen als der Stammbelegschaft. Keiner der Linken scheint hier weiterzudenken, wieso die bösen gewinnorientierten Unternehmen soetwas machen (muss wohl Teil der kapitalistisch-faschistischen Verschwörung gegen das marxistisch-leninistische Proletariat sein ;)).
Die Antwort ist eigentlich so simpel, das die Ignoranz dieser Tatsache unseren Politikern weh tun sollte: Unternehmen haben die Wahl, teurere, aber flexibel kündbare Leiharbeiter oder billigere aber langfristig zu beschäftigende Stammarbeiter zu holen. Wer als aber selber einen sehr wechselhaften Markt und Kundenstamm hat, kann es sich nicht leisten, zig Leute im Falle des Falles nicht leicht kündigen zu können. Das ist für den Arbeitgeber eine Frage wie bei G.Jauch: wollen sie mit Risiko(Kündigungsschutz) oder lieber die sichere Variante(Leiharbeiter).
Schuld sind in die unzeitgemässen Arbeitsgesetze, die uns als letztes Überbleibsel der Wirtschaftswunderzeit geblieben sind. Kündigungsgründe und -fristen sind nicht mehr so flexibel, wie die Kunden und Märkte vieler Unternehmen sind.
Wenn man den Kündigungsschutz lockern würde, würde das Konzept der Leiharbeit fast überflüssig. Die Arbeitnehmer könnten sich dann zur Not mit gewerkschaftlichem Druck das Lohnniveau, das bisher an die Leiharbeitsfirmen floss für die Gesamtbeleghschaft aushandeln.
Besser wäre auch noch die Wahlfreiheit für Arbeitnehmer, die ihren Kündigungsschutz herrunterstufen und damit x% höhere Löhne als risikoprämie erhalten könnten.
Ich kann keinen Vorteil des aktuellen Kündigungsschutzes erkennen. Relativ soziale Unternehmen haben auch so schon immer Ausweichposten gefunden wenn es um einzelne Mitarbeiter ging. Wenn aber ein strukturelles Problem vorliegt, sodass ganze Abteilungen oder Werke entbehrlich sind, wie soll das irgend ein Gesetz ändern? Mit repressiven Mitteln kann man keine überflüssig gewordenen Stellen retten, weil ein Gesetz nichts an dem Kern der Überflüssigkeit etwas ändern kann. Wenn aber Repressionen zu erwarten sind, überlegt man sich als Unternehmer, der prinzipiell nichts anderes macht als Risiken abzuschätzen und einzugehen, es 3x ob man bei dem Risiko auch vorsichtig, sprich mit nicht zu vielen neuen Stellen angefängt.
Aber eine Wahrheit, die kein Politiker den Geringqualifizierten beichten möchte ist, dass es diesen auf absehbare Zeit nicht annähernd so gut gehen wird, wie es der Elterngeneration ging. Die fetten Jahre für die Unter-und Mittelschicht sind vorbei, und auch daran kann kein Gesetz etwas ändern, es ist einfach eine andere Ausgangslage. Wir hatten unseren Boom, jetzt ist der Zug ein paar 100te Kilometer weiter nach Osten gezogen und es wird im Extremfall sogar noch einige Generationen dauern, bis er nochmal bei uns ankommt und auch hier wieder breite Bevölkerungsschichten deutlich mehr wirtschaftlichen Erfolg als die Elterngeneration haben wird.
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