Ganz ehrlich: ich weiß auch nicht mehr, wie ich früher ohne Internet gelebt hab. Ohne email, icq, foren, wikis, etc.
Es ist einfach eine unglaublich gute Möglichkeit sich Informationen zu beschaffen. Ein Referat für die Schule zu machen war immer eine Qual. Es kam immer auf die Bücher an, die man zur Verfügung hatte, welche Informationen man bekam. Im Internet gibt es ALLE Infos. Die, die jeder andere auch hat - und die die es sonst nirgends gibt. Viele objektive Quellen - viele subjektive Meinungen. Es ist so viel einfacher an viele verschiedene Ansichten zu einem Thema heran zu kommen.
Und auch für (vergleichsweise) einfache Dinge, wie mal geschwind den Busfahrplan zu checken wird heute das Netz benutzt. Es ist einfach überall vorhanden (lol. Außer auf dem Land ;)), verbindet alles und gibt uns die Macht Informationen so schnell wie nie zuvor zu verbreiten.
Durch mobile Endgeräte wird das alles noch viel mehr gepushed. Jetzt kann jeder von der Demo um die Ecke ein paar Fotos/Videos machen und sie direkt auf Flickr/YouTube hochladen und somit Millionen von Leuten zugänglich machen.
Und das ist GUT so.
Und genau diese unkontrollierbarkeit des Internets ist es, was grade allen Mächtigen dieser Welt höllische Angst einjagd. Deshalb werden die Schauspiel... ääääähh ich meine Politiker dazu genötigt bürgerrechtsfeindliche Gesetze zu erlassen um die Freiheit der Menschen in dieser parallelwelt so weit einzuschränken, dass sie genauso einfach zu kontrollieren sind, wie die Menschen, die durch Gesetze und physische Grenzen beschränkt sind.
Dabei ist das Internet das EINZIGE und WICHTIGSTE demokratische Medium, das wir haben. Es ist keine Gehirnwäsche wie TV oder Radio, wo nur privilegierte die Sender sind. Im Internet ist JEDER Sender. JEDER hat ein potenzielles Millionenpublikum. Gute Informationsquellen werden sich automatisch gegen schlechtere durchsetzen. Daher prophezeie ich auch allen etablierten Zeitungen ein schweres Spiel, wenn sie mal wirklich auf das Internet einlassen werden. Private Blogs betreiben heute teils wesentlich besseren Journalismus. Von daher sollte mit aller Macht gegen eine Reglementierung des Internets vorgegangen werden.
Die Kehrseite ist, dass über das Netz Meinungen und Ansichten ebenfalls globalisiert, also vereinheitlicht werden. Die ganze Menschheit wird in Wissensdingen zu einer einzigen großen Gemeinschaft. Das ist ja an sich auch nicht schlecht, wenn man die Unterschlagung von Wissen als hauptsächlichen Gegenpol nimmt.
Dank des Internets kann jeder theoretisch alles wissen, aber es kann jeder nur das Gleiche wissen. Sprich, der Level der Informationsgewinnung wird nach unten hin fixiert, weil theoretisch jeder Zugriff auf den gleichen Informationspool hat. Gleichzeitig wird aber auch der Wissenserwerb blockiert, weil man zu schnell eine Lösung für ein Problem in diesem Pool finden kann, anstatt selbst eine zu entwickeln und womöglich eine bessere zu finden als jene, die bereits allen zugänglich ist.
Das man diese bessere Lösung dann dem Wissens-Pool hinzufügt, wäre natürlich wünschenswert, aber es muss sie erst einmal geben!
Den größten Wissenserwerb verdankt die Menschheit isolierten Gruppen, seien es nun ganze Kulturen oder spezialisierte Forschungsgruppen. Die haben nämlich einen höheren Problemlösungsdruck und geringere Entscheidungsfindungswiderstände.
Kurz: Es sind zwei Seiten der selben Medaille. Das Internet ist Segen und Fluch zugleich.
Django79 schrieb:
> Kurz: Es sind zwei Seiten der selben Medaille. Das Internet ist Segen und
> Fluch zugleich.
Aber ganz ehrlich, wo wirkt sich in deinem Szenario das Internet negativ aus?
Spezialisierte Forschungsgruppen gibt es weiterhin, nur können sie dank Internet wesentlich effizienter kollaborieren.
Außerdem sehe ich das Internet nicht als "vereinheitlicht". Globalisiert natürlich ...
Aber es gibt SO viele unterschiedliche Standpunkte und Thesen, die man im Internet findet, dass man kaum von "vereinheitlicht" reden kann. Ganz im Gegenteil. Die Vereinheitlichung des Wissen ist der GEGENSATZ zum globalisierten und sehr pluralistischen Ansatz des Internet.
Vorher gab es ein Wissens- und auch Meinungsmonopol, dass durch Verleger und Medienkonglomerate kontrolliert vereinheitlicht wurde.
Ich sehe echt nicht, wo du im Internet im Gegensatz zur "klassischen" Informationsverbreitung eine Unterschlagung siehst.
> Ganz ehrlich: ich weiß auch nicht mehr, wie ich früher ohne Internet gelebt
> hab. Ohne email, icq, foren, wikis, etc.
Mit Postkarten, Telex, schwarzen Brettern, Nachschlagewerken(-redaktionen).
> Es
> kam immer auf die Bücher an, die man zur Verfügung hatte, welche
> Informationen man bekam. Im Internet gibt es ALLE Infos. Die,
Es kam immer darauf an wer gerade das Buch ausgeliehen hatte, welches man selbst lesen wollte/musste. Stellen wir uns mal vor, die Bibliothek hätte einzelne Kapitel/Seiten/Sätze verleihen und unglaublich schnell wiederverleihen können, man wäre mit einem wesentlich geringeren Bestand ausgekommen.
Man stelle sich mal vor die Schüler einer Klasse kämen um 15 Minuten zeitversetzt in den Unterricht wobei die 15 Minuten der Lesezeit für eine Seite Text entprächen. Die gesamte Klasse käme mit einem einzigen Buch aus.
Genauso könnt man ja auch mit einer einzigen Kopie eines Filmes / eines Tonträgers auskommen, wenn man jedem 15 Sekunden-Ausschnitte zeitversetzt zur Abspielung überlässt.
Das wäre mal kreatives DRM.
Ein Tonträger der aktuell in meinem Regal verstaubt ist totes Kapital. Im Prinzip ist es schon Wahnsinn mehrere Songs auf eine CD zu pressen, da ich ja immer nur einen gleichzeitig hören kann.
Allerdings darf man auch nicht vergessen dass die Wissenschaft durchaus von Lösungsansätzen neuen Sichtweisen aus der Praxis (mit nichtakademischem Hintergrund) profitiert.
Vom Konzept her ist das Internet das erste Arbeitsmittel das direkte Demokratie begünstigt. Und machen wir uns nichts vor, jemand der Flugzeugbau als Ingenieur studiert hat würde trotzdem Probleme haben die richtige Gummimischung für die Bereifung des Fahrwerkes zu finden oder die optimale Legierung herzustellen.
Er würde vielmehr sagen ich brauche ein Material mit folgenden definierten Eigenschaften. Würde er gleichzeitig noch das richtige Metall aus dem Berg abbauen müssen, er käme nie zu einem Ende.
Daher der Vergleich direkte Demokratie: Jeder bringt sich in dem Bereich ein von dem er am meisten versteht. Der Rest ist das exakte definieren von Anforderungen an den Rest der Gemeinschaft, also sowas wie Gesetz/Regel/Vorschrift.
Das Internet funktioniert auf heterogener Infrastruktur (Unix/Mac/Win) weil jeder Zugang zu den Regeln hat (RFCs - Protokolle) das wass man Schnittstelle oder Interface nennt.
Würden SysOPs Autos bauen, könnte ein Dieselmotor Normalbenzin tanken und der Kleinwagen hätte LKW-Bereifung.
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