Ich, als Chef einer kleinen Firma, mache mir extrem viele Gedanken über Patentverletzungen unsererseits. Mir ist klar, dass wir mit Sicherheit viele Trivialpatente verletzen. (Obwohl wir bewusst ausschließlich Eigenentwicklungen einsetzen.)
Wie siehts bei euch aus? Was denkt ihr als ...
a) Chef einer (kleinen / mittelgroßen) Firma?
b) Angestellter (Softwareentwickler / Programmierer) darüber?
Könnt ihr noch ruhig programmieren?
Für mich persönlich ist es ein starker Druck, da ich mir sicher bin, dass irgendwie jeder gegen U-Boot-Patente etc. "verstößt".
Täglich "erfinden" wir irgendwelche Selbstverständlichkeiten, die garantiert auch schon hunderte von Leutchen vor uns hatten. Und jede einzelne KÖNNEN wir einfach nicht überprüfen. (Mangels Zeit u. Geld.)
Wie siehts bei euch aus?
Ach und bitte NUR Antworten von Leuten, die WIRKLICH entwickeln. Ich kann Pro-Softwarepatente-Leute nicht mehr hören. (Denen fehlt jeglicher Bezug zur Realität.) Wie gehts euch? :)
Suppenkasper schrieb:
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> Ach und bitte NUR Antworten von Leuten, die WIRKLICH entwickeln.
Ich dachte für ein Bruchteil einer Sekunde, dass er es erst meint.
> Ich kann Pro-Softwarepatente-Leute nicht mehr hören. (Denen fehlt jeglicher Bezug zur Realität.)
Aber der Satz zeigt nur, dass er nur trollen möchte.
Wenn das wahr ist, werde ich wohl jegliche weitere Arbeit als selbstständiger SW-Entickler einstellen und bei McDonalds anfangen zu arbeiten oder bei Aldi Regale einräumen...
> Ich dachte für ein Bruchteil einer Sekunde, dass er es erst meint.
> Aber der Satz zeigt nur, dass er nur trollen möchte.
Hä? Versteh dich jetzt nicht ganz. Stimmt doch.
Egal (wortwörtlich völlig egal) was man programmiert, man ist immer der Gefahr ausgesetzt ein Patent zu verletzen. Und wenn man etwas entwickelt, was auch nur ansatzweise "speziell" ist, kann man darauf Wetten, dass man gegen irgendwas verstößt.
Mal ehrlich, ein kleiner Patentstreit ist schnell im fünf bis sechsstelligen Bereich angesiedelt. Es ist nicht mit ein paar zich tausend Euro abgetan! Nur größere Firmen können sich so etwas leisten.
Es ist unbezahlbar, den Sourcecode, den ein Entwickler täglich so schreibt, auf Patentsicherheit zu überprüfen. Dabei würde das X-fache an Kosten oder Zeit bei drauf gehen.
Wenn man ne Website bastelt, ist die Gefahr relativ gering. Aber wenn man im medizinisch/technischen Bereich entwickelt, liegt es in der Natur der Sache, mit Problemen umzugehen. Man kann nicht garantieren ob jemand schon vorher das selbe Problem hatte und die Lösung (auch wenn es nur 5 Minuten dauerte) patentiert hat.
olivers schrieb:
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> Wenn das wahr ist, werde ich wohl jegliche weitere Arbeit als
> selbstständiger SW-Entickler einstellen und bei McDonalds anfangen zu
> arbeiten oder bei Aldi Regale einräumen...
Ich sage nicht, dass es unmöglich ist Software zu entwickeln. Aber es ist doch ein ungeheuerer Druck wenn man weiß, dass man aus heiterem Himmel auf Unterlassung bzw. Strafzahlung verklagt werden kann.
Es ist unmöglich sich da als selbstständiger SW-Entwickler gegen ne große Firma zu wehren.
Als Kleiner ist man "den Großen" und ihrer Gutmütigkeit, dank Softwarepatenten, ausgeliefert. :)
olivers schrieb:
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> Wenn das wahr ist, werde ich wohl jegliche weitere Arbeit als
> selbstständiger SW-Entickler einstellen und bei McDonalds anfangen zu
> arbeiten oder bei Aldi Regale einräumen...
Etwas anderes wird uns als Freelancer SW-Entwickler auch kaum noch übrig bleiben. Ich würde das Urteil als Todesurteil für OpenSource ansehen.
Man sieht hier wieder mal ganz deutlich, dass die Leute die solche Entscheidungen treffen in ihrer eigenen Welt leben und absolut keinen Bezug zur Realität haben. Vermutlich wissen die nicht einmal wie ein Computer eingeschaltet wird, anders kann ich mir so etwas nicht erklären.
Das erinnert mich unweigerlich wieder an den Kerl der sich den Ladebalken patentiert hat oder andere kuriose Rechts-Fälle wie zB Millionenklagen weil der Kaffee bei McDonalds heiß war und das nicht auf dem Becher stand.
Ich weiß als Geschäftsführer und Programmierer einer Software-Firma durchaus den Wert von Entwicklungen zu schätzen, aber sowas geht entschieden zu weit. Es sollte kompetente Leute aus der Branche geben die den Innovations-Grad beurteilen und danach entscheiden, und keine Bürokraten die nur ihre Paragraphen kennen.
Dieser Beschluss ist einfach nur peinlich und eine riesige Lachnummer ...
> Egal (wortwörtlich völlig egal) was man programmiert, man ist immer der Gefahr ausgesetzt ein Patent zu verletzen. Und wenn man etwas entwickelt, was auch nur ansatzweise "speziell" ist, kann man darauf Wetten, dass man gegen irgendwas verstößt.
> Mal ehrlich, ein kleiner Patentstreit ist schnell im fünf bis sechsstelligen Bereich angesiedelt. Es ist nicht mit ein paar zich tausend Euro abgetan! Nur größere Firmen können sich so etwas leisten.
Absicht?
> Es ist unbezahlbar, den Sourcecode, den ein Entwickler täglich so schreibt, auf Patentsicherheit zu überprüfen. Dabei würde das X-fache an Kosten oder Zeit bei drauf gehen.
Einfach Opensource machen. Dann kann es jederzeit umgeschrieben werden. :)
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
> Etwas anderes wird uns als Freelancer SW-Entwickler auch kaum noch übrig bleiben. Ich würde das Urteil als Todesurteil für OpenSource ansehen.
Nope.* :)
*[forum.golem.de]
___
Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Kein Gericht dieser Welt wird dich als Mini-Butze zu zich Millionen an Strafe verurteilen, wenn du gerade mal 100.000 im Jahr umsetzt. Eine mögliche Lizenz-Strafe muss sich meines Wissens immer an den Einnahmen orientieren. Es gibt schließlich soetwas wie einen Angemessenheits-Grundsatz.
> Ich weiß als Geschäftsführer und Programmierer einer Software-Firma durchaus den Wert von Entwicklungen zu schätzen, aber sowas geht entschieden zu weit. Es sollte kompetente Leute aus der Branche geben die den Innovations-Grad beurteilen und danach entscheiden, und keine Bürokraten die nur ihre Paragraphen kennen.
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
>> Ach und bitte NUR Antworten von Leuten, die WIRKLICH entwickeln.
> Ich dachte für ein Bruchteil einer Sekunde, dass er es erst meint.
>> Ich kann Pro-Softwarepatente-Leute nicht mehr hören. (Denen fehlt jeglicher Bezug zur Realität.)
> Aber der Satz zeigt nur, dass er nur trollen möchte.
Sagt der richtige..
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Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!
Wirkung und Gegenwirkung.
Variation und Selektion.
Wie im grossen, so im kleinen.
Zudem: falls du wirklich mehrere Millionen verdient hast mit deiner Software, wirst du dir den Rechtsstreit leisten können und arm wie eine Kirchenmaus hat noch kein "intelligenter Mensch" eine florierende Software-Firma mit ordentlich Innovations-Kapital in den Konkurs geführt.
Schließlich bleibt dir auch noch der Verkauf oder eine Kommanditär. Falls dir eine Millionenstrafe droht, dürfte deine Firma auch für Andere / Konkurrenten äußerst interessant sein ...
SWAutor schrieb:
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> Kein Gericht dieser Welt wird dich als Mini-Butze zu zich Millionen an
> Strafe verurteilen, wenn du gerade mal 100.000 im Jahr umsetzt. Eine
> mögliche Lizenz-Strafe muss sich meines Wissens immer an den Einnahmen
> orientieren. Es gibt schließlich soetwas wie einen
> Angemessenheits-Grundsatz.
Wenn eine große Firma will, dann kann sie eine kleine Firma auch kaputt machen. Wenn ich auf 50.000 Euro verklagt werden würde, wäre das mein Aus. Da bedarf es nichtmal einer Million.
Und mal von einer Strafe abgesehen, eine größere Firma kann mir einfach die Verwendung von gewissen "Technologien" nach gut Dünken verbieten. Das kommt einem Aus ebenfalls gleich.
Was am Wort "Amgemessenheit" hast du nicht verstanden? Wenn du nicht ganz dumm bist und den hinterletzten Pflichtverteidiger nimmst, müsste sich mit dem Richter ein Deal aushandeln lassen, der dir genügend Zeit gibt, etwaige Lizenzkosten abzudrücken und die fraglichen Stellen in deiner Software auszubessern.
SWAutor schrieb:
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> Zudem: falls du wirklich mehrere Millionen verdient hast mit deiner
> Software, wirst du dir den Rechtsstreit leisten können und arm wie eine
> Kirchenmaus hat noch kein "intelligenter Mensch" eine florierende
> Software-Firma mit ordentlich Innovations-Kapital in den Konkurs geführt.
>
> Schließlich bleibt dir auch noch der Verkauf oder eine Kommanditär. Falls
> dir eine Millionenstrafe droht, dürfte deine Firma auch für Andere /
> Konkurrenten äußerst interessant sein ...
Wenn man eine Firma mit "nur" eine Million hat, hat man keine Chance! Man benötigt schon ein wenig mehr, um sich effektiv wehren zu können.
Stell dir vor, deine Firma hat ein Vermögen von 5 Millionen. Es kommt zum Patentstreit. Zack ... verloren ... 2 Millionen weg. Die Konkurrenz merkt: "Wow, funktioniert ja super." ... zweiter Patentstreit ... und das zu einem Zeitpunkt, wo fast die Hälfte des Vermögens schon weg ist. Da überlegt man sich dann schon mal ob man das riskiert.
Und davon abgesehen, irgendwann fängt jeder mal klein an. Niemand hat von vornherein einen Millionen-Puffer für etwaige Patentstreitigkeiten.
Und nicht jeder möchte "aufgekauft" werden.
Eure blöde Vermeidungs-Angst-Abwehr-Haltung ist echt so ekelhaft deutsch ...
Also nochmal: ich glaube nicht daran, dass ein Richter deine Firma zu Strafzahlungen verurteilt, die den sofortigen Bankrott bedeuten. Auch Strafen müssen angemessen vergeben werden. Der Richter muss dir also die Strafe so aufgeben, dass du sie auch ableisten kannst.
Man muss nicht immer gleich Verschwörungen zwischen den großen Unternehmen und Richtern vermuten. Denn das bräuchte es nämlich, um dich in den Konkurs zu klagen.
Also: Ich hätte gern ein Beispiel bei dem eine _florierende_ Firma durch einen Patentstreit pleite gegangen ist. Meines Wissens passiert sowas nur maroden Unternehmen, die es eh nicht besser verdient haben.
SWAutor schrieb:
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> Was am Wort "Amgemessenheit" hast du nicht verstanden? Wenn du nicht ganz
> dumm bist und den hinterletzten Pflichtverteidiger nimmst, müsste sich mit
> dem Richter ein Deal aushandeln lassen, der dir genügend Zeit gibt, etwaige
> Lizenzkosten abzudrücken und die fraglichen Stellen in deiner Software
> auszubessern.
Meiner Meinung nach ist das so, dass dir der Patentinhaber, ohne Begründung, von jetzt auf gleich die komplette Verwendung untersagen kann.
Außerdem will ich gar keine Lizenzgebühren an Dritte für etwas bezahlen, was ich mir (und hunderte andere unabhängig von einander) ausgedacht habe. (Trivialpatent)
Und ich will meine Zeit nicht im Gerichtssaal totschlagen müssen, sondern arbeiten.
Softwarepatente üben einen ungeheuren Druck auf Entwickler aus. Versteht man natürlich nicht, wenn man nicht direkt betroffen ist. :)
Hör mal, wenn ich für etwas bezahlen soll, was ich mir mal schnell ausgedacht habe, dann ist mir die Höhe der Strafe egal ... noch schlimmer, wenn ich etwas nicht mehr verwenden sollen darf, was absolut notwendig für die Arbeit ist.
Du bist einfach nur ein labiler Angsthase. Statt einfach loszulegen, heulst du lieber rum und redest dir so viele Zweifel und Angst ein, dass du vor lauter Druck nichts ordentliches mehr auf die Beine stellst.
Ich für eine Teil lass es lieber darauf ankommen. Wenn es um die Wurst geht, gibt es immernoch genug Möglichkeiten, da wieder rauszukommen. Ein paar habe ich genannt. Konkurs wäre auch eine. Falls du eine GmbH hast sollte das kaum ein Problem darstellen.
Als Beweis für meine Sichtweise möchte ich die USA anbringen. Dort gibt es den florierendsten SW-Markt der Welt auf dem sich die größte Anzahl kleiner Entwicklerbutzen weltweit tummelt. Und die haben SW-Patent. Die Unternehmer dort würden dich und deinesgleichen mit euren Ängsten und Befürchtungen einfach nur lauthals auslachen.
So ist das.
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