Was wir als menschenverachtende Umstände empfinden, kann für andere eben der Himmel auf Erden sein. Dabei rede ich nicht einmal über die Chinesen, die sich bei Foxconn bewerben(?). Es gibt zahlreiche Länder, dessen Einwohner glücklich über solche Zustände wären, z.B. Somalia.
Wir sind nicht viel glücklicher als Menschen in "schlimmeren" Ländern. Statistiken für Depression in westlichen Ländern sprechen sich sogar dagegen aus.
Das Leid subjektiv ist halte ich für eine gewagte These. Ich würde eher sagen dass Leid "skaliert". Wenn ich mich entscheiden müsste eine Stunde in Brennnesseln zu sitzen oder in siedendem Öl, würde ich mich für die Brennnesseln entscheiden. Wenn es für den "Brennnesselraum" nur eine bestimmte Teilnehmerzahl gibt würde ich sogar Schlange dafür stehen, aber nicht weil es "der Himmel auf Erden" ist, sondern besser als in siedendem Öl zu sitzen!
Der Mensch neigt dazu sich für das "geringere Übel" zu entscheiden. Das hängt mit dem ihm angeborenen Hang zur Vernunft zusammen ;)
MfG,
der freundliche Howler aus der Nachbarschaft
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.02.12 12:28 durch The Howler.
> Was wir als menschenverachtende Umstände empfinden, kann für andere eben
> der Himmel auf Erden sein.
Wo es keine Alternativen gibt, können die Umstände Menschen auch zur Arbeit in diesen Fabriken zwingen.
Über die Zustände dort machen die sich übrigens keine Illusionen, sie halten nur den Mund, damit sie nicht die Arbeit verlieren. D.h. ihre Masstäbe sind nicht anders als unsere.
> Es gibt zahlreiche Länder, dessen Einwohner glücklich über solche Zustände
> wären, z.B. Somalia.
Nein. Die würden dort auch nur arbeiten, weil es keine Alternative gibt.
> Wir sind nicht viel glücklicher als Menschen in "schlimmeren" Ländern.
Sich am Elend als "Masstab" aufzuziehen, halte ich für grundfalsch!
Nur weil die Menschen es dort (leider) nicht besser kennen, heißt das nicht, dass es ihnen deswegen "besser" geht.
Glücksgefühl entsteht durch eine Änderung, die bewirkt das etwas weniger schlimm ist. Wenn du jemanden mit einer 5-Köpfigen Peitsche folterst geht es dem bestimmt nicht gut, aber wenn du nach einem Monat dann auf eine 1-Köpfige Peitsche umsteigst, wird dieser Mensch auch eine Art "Glücksgefühl" empfinden. Aber geht's ihm dann wirklich besser?
Ich würde die Situation eher als "das geringste Übel" bezeichnen.
Und hier die Erklärung dafür:
http://twitpic.com/8e5coh
Und die große Frage an die Weltpresse, warum weiterhin so einseitig und selektiv berichtet wird. Spielt man hier den Investoren und Banken in die Hände, die mit solchen Ländern Milliarden-Geschäfte machen?! ...
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Its Time to think. More Different ...
> Wo es keine Alternativen gibt, können die Umstände Menschen auch zur Arbeit
> in diesen Fabriken zwingen.
Das klingt gerade so, als wären die Arbeitsbedingungen dort schlecht.
> Über die Zustände dort machen die sich übrigens keine Illusionen, sie
> halten nur den Mund, damit sie nicht die Arbeit verlieren. D.h. ihre
> Masstäbe sind nicht anders als unsere.
Lustigerweise sind die Zustände dort ja besser, als uns die Medien weiß machen wollen.
Und wenn du keine Reaktion auf Brennnesseln zeigtest, wofür entschiedest du dich?
Edit: Ist ja klar, wenn auch deine initiale Antwort Brennnesseln war ;)
Das Prinzip bleibt aber gültig.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.02.12 12:44 durch njaa.
> Das klingt gerade so, als wären die Arbeitsbedingungen dort schlecht.
Aber, nein, das ist nur die Konkurrenz. Die will natürlich Foxconn schlechtreden, damit sie besser dastehen. Dumm allerdings, dass sie auch bei Foxconn produzieren lassen...
> Lustigerweise sind die Zustände dort ja besser, als uns die Medien weiß
> machen wollen.
Ganz bestimmt. Nur Beweise dafür gibt's keine...
AndyGER schrieb:
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> Und die große Frage an die Weltpresse, warum weiterhin so einseitig und
> selektiv berichtet wird.
Ganz einfach. Der Name Apple bringt Interesse, Auflage, Views und Klicks. Würde man stattdessen über einen gesichtslosen Asiakonzern schreiben, würde sich keine Sau dafür interessieren. Die Kommentarhäufigkeit in diesem Forum zeigt das schon ganz gut.
Außerdem brauchen die westlichen Medien auch einen westlichen Konzern zum anprangern, der auch einen möglichst westlichen Lebensstil repräsentiert. Deshalb weiß auch keiner, wie z.B. in Südkorea Konzerne wie Samsung oder LG quasi staatliche Macht haben und machen können, was sie wollen.
Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin
http://www.forbes.com/sites/timworstall/2012/01/29/the-apple-boycott-people-are-spouting-nonsense-about-chinese-manufacturing/
Es geht ihm aus dem Grund besser, dass es ihm besser geht.
Es gibt kein Maß, an dem sich Glück oder Leid messen lässt. Die grundlegende Natur von Glück ist Subjektivität. Deswegen kann über die Glückseligkeit eines Menschen auch nur der Mensch selber entscheiden.
Ach, die Forbes. Was die Prawda für die Sowjets war, ist die Forbes für die Kapitalisten.
Papier ist ja soo geduldig...
Blödsinn. Einen 12 Stundentag mit Sprechverbot und Accordarbeit empfindet niemand als Himmel auf Erden, und die Arbeiter merken auch, das 320 EURO nicht viel Geld sind - auch in China nicht.
Menschen neigen nur trotz Armut und schlechten Arbeitsbedingugen dazu, Kinder zu bekommen, Feste zu feiern und nicht 24 h in Trübsal zu verfallen, solange wenigstens die minimalsten Grundbedürfnisse wie Nahrung und ein Dach über dem Kopf erfüllt sind. Anders wäre das Leben kaum erträglich. Deswegen muß man solche Verhältnisse nicht schönreden und darauf verweisen das es anderswo Menschen gibt die nicht mal soviel haben und einfach nur verhungern oder abgeschlachtet werden.
Er hat schon recht. Es ist Subjektiv. Der Grund ist einfach. Was man als "Leid" empfindet oder nicht, hängt im wesendlichen davon ab was man kennt und was man nicht kennt. Wenn du nicht weist was siedendes Öl ist und auch nicht weist was Brennesseln sind, was ist dann für dich das schlimmere?
Im Beispiel wirst du es erst wissen, wenn du beides ausprobiert hast und erst dann, kannst du entscheiden was für dich schlimmer ist. Aber dann kennst du auch beides ;)
Leider ist die Wissenschaft auf meiner Seite.
Du meinst die Wirtschaft ;)
MfG,
der freundliche Howler aus der Nachbarschaft
Die auch.
Was für eine wiederliche Aussage.
Glaubst du nicht die in Somalia hätten gerne unsere Zustände?
Dann auch noch indirekt zu sagen das es doch gut für die Menschen da sein finde ich abstoßend.
Vielmehr ist es doch sehr sehr traurig das sich Menschen über solch einen Arbeitsplatz freuen können, wie schlecht muss es einem denn bitte gehen damit man dies als etwas "gutes" ansieht?
Die Menschen arbeiten bei Foxconn wegen dem vergleichsweisen hohen Lohn. Durch die üppigen Überstunden die 2-3 fach wie normale bezahlt werden kann der Verdienst bis auf 800 Euro steigen. Trotzdem arbeiten bei Foxconn in der Fabrik nur die absolut ungebildeten Bauernkinder. Und entgegen dem Anschein des Artikels, hat Foxconn Probleme Arbeiter zu finden, weil die Arbeitsbedingungen selbst für chinesische Verhältnisse nicht toll sind. Deswegen gab es auch schon mehrere Skandale weil Leute gezwungen wurden dort zu arbeiten.
das bild vergleicht Äpfel mit Birnen (kein Wortwitz diesmal): Es mag ja sein, dass nur 8 Unfälle passieren, der Unterschied zu den USA ist aber folgender:
1. wird ein land mit einer Firma verglichen, schwachsinn
2. dürften diese 8 Unfälle wohl zu 90% tödlich sein oder zumindest schwere Verletzungen hervorrufen, wohingegen bei den 'amerikanischen Unfällen' auch leichte Hautabschürfungen aufgeführt sind
3. zählt eine verätzte Lunge wohl nicht zu den Arbeitsunfällen sondern fällt dann wohl eher unter "natürlicher Tod".
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