Die Zeiten, in denen China auf den Import jedweder Hochtechnologie angewiesen war, gehen allmählich zu Ende - die haben genauso schnell dazugelernt wie die Japaner, sind aber mehr. Warum also Google vertrauen, dass die alles richtig zensieren, wenn eine staatseigene Firma über kurz oder lang das gleiche Angebot bereitstellen kann - nur eben richtig parteikonform.
Für Google ist es besser jetzt mit dem Ausstieg eine brauchbare Eigenwerbung als Hüter der Meinungsfreiheit zu verbinden, als in 5 Jahre mit einem Fusstritt als abgehalfteter Büttel einer Diktatur rausgekickt zu werden.
Man sollte dabei aber nie vergessen, dass Google überhaupt bereit war, diese Zensur mitzumachen. Das wiegt für mich schlimmer, als der Ausstieg positiv zu bewerten ist.
Ich würde meine Hand dafür nicht ins Feuer legen.
Zumal man nicht weiß was, wie, _wann_ und wie viel zensiert wurde. Der chinesische Markt ist eben ein extrem großer und es selbst mit Zensur nicht zu probieren, wäre wohl wirtschaftlich gesehen ein Fehler. Die Hacker-Angriffe waren aber wohl eindeutig Pro-China. Und außer dem Staat oder staatlichen Firmen wird wohl niemand in China die Ressourcen für einen professionellen Angriff auf die Infrastruktur eines versierten Megakonzerns wie Google haben.
Wenn der Staat funktioniert, toleriert ihn wohl das Volk. Man kann es nie jedem recht machen, schon gar nicht bei 1,5 Milliarden. Ob wir das nun wollen oder nicht, selbst mit so viel Manneskraft will es das Volk nicht anders. Und wenn sich nun 1000 dagegen wehren, wäre das das selbe Verhältnis, wie bei uns gerade mal 50.
Einfach gesagt: 1,5 Milliarden sind für ein Land viel zu viel, weil man zu viele Individuen unter einen Hut bringen muss. Ob unsere eigenen Medien bei dem ganzen Spektakel nicht sogar selbst übertreiben oder geschickt täuschen, steht außerdem in Frage.
Die BILD-Regel ist: Erst die Sensation und dann die Wahrheit.
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