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Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

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  1. Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: DrWatson 17.05.13 - 17:17

    Es mag manchmal verlockend sein, die Verstaatlichung von Unternehmen zu fordern, da ein staatliches Unternehmen nicht vom Gewinn abhängig ist und die Kosten direkt umlegen kann. Das ist leider zu kurz gedacht und zwar aus mehreren Gründen:

    Verstaatlichte Unternehmen haben Naturgemäß eine große Nähe zur Politik und beeinflussen diese erheblich. Oft findet ein reger personeller Austausch zwischen Staatsbetrieben und politischen Parteien statt, sodass Staatsunternehmen häufig nicht in Kundeinteresse handeln, sondern versuchen bestimmte Parteien politisch zu unterstützen, während die Politik ihrerseits die Staatsunternehmen protegiert.

    Es ist für ein Staatsbetrieb nicht nötig effizient zu arbeiten oder gar die Effizienz zu verbessern. Ein Unternehmen, dass keinen Gewinn erwirtschaften muss, hat keinerlei Anreize die Kosten niedrig zu halten, Optimierungen vorzunehmen, die Leistungen zu erhöhen etc.
    Wenn die Erzielung von Gewinnen das Ziel ist, müssen die Kosten im Verhältnis zu den Leistungen niedrig gehalten werden.

    Staatsunternehmen orientieren sich an für Politiker leicht messbaren Zahlen, wie zum Beispiel Versorgungslage und Preis. Subjektive Maßstäbe, wie zum Beispiel Qualität und Service werden vernachlässigt. Bei einem Privatunternehmen muss auch die Kundenzufriedenheit beachtet werden, um ein Abwandern der Kunden zu Wettbewerbern zu verhindern.

    Staatsunternehmen wirken sich häufig innovationshemmend aus. Während gerade für kleinere und jüngere Privatunternehmen der Anreiz für Innovation darin besteht, größere Bewerber mit neueren, besseren Produkten auszustechen, ist auch dies für ein Staatsunternehmen nicht notwendig. (Beispiel Bundespost in den 80ern)

    Staatsbetriebe können, wenn sie privaten Wettbewerber haben, oft mit diesen preislich und qualitativ nicht mithalten (Beispiel: PSA Peugeot Citroën), sodass der Steuerzahler finanziell nachhelfen muss.

    Die meistkritisierten und unbeliebtesten Unternehmen sind allerdings fast ausschließlich Staatsunternehmen mit Monopol- oder Quasimonopolkarakter wie zum Beispiel die Telekom (Über 30% in Staatsbesitz) oder die Deutsche Bahn (100% Staatsbesitz)

    Natürlich gibt es auch bei freiem Wettbewerb Nachteile, Beispielsweise inkompatible Mobilunknetze (D1, D2, E) oder unübersichtliche Fahrpläne privater Eisenbahngesellschaften. Meiner Meinung nach wiegen diese aber deutlich weniger schwer, als die Nachteile, wie hohe Preise, Innovationsstau und schlechter Service.

    Eher sollte man überlegen wie man die Telekom in kleine Teile zerlegen kann, welche dann vollständig privatisiert werden und wie man einen funktionierenden Wettbewerb bis zum Anschluss der Kunden ermöglicht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.13 17:35 durch DrWatson.

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  2. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Feron 17.05.13 - 17:24

    +1

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  3. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Sphinx2k 17.05.13 - 17:27

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Eher sollte man überlegen wie man die Telekom in kleine Teile zerlegen
    > kann, welche dann vollständig privatisiert werden und wie man einen
    > funktionierenden Wettbewerb bis zum Anschluss der Kunden ermöglicht.

    Weitestgehend nicht unbedingt verkehrt was du schreibst. Aber auch bei dem Teil hier bleibt die Frage wie schafft man den Anreizt in Gebieten die Versorgung zu gewährleisten wo es sich einfach nicht lohnen kann? Da bleibt dann IMO wieder nur Massiv zu Subventionieren was denn aber auch den Markt wieder verzerrt.

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  4. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: DrWatson 17.05.13 - 17:34

    Vielleicht geht es manchmal nicht anders, als mit den gegebenen Umständen zu arbeiten.

    Ich hätte auch gerne vor meinem Haus eine U-Bahn, mit der ich in 10 Minuten zur Arbeit fahren kann. Stattdessen muss ich mit dem Auto durch den Stadtverkehr und brauche 30 Minuten.

    In vielen Dörfern ist die Versorgung durch LTE inzwischen besser als über ein Kupferkabel. Ohne Drosselung ist das, denke ich auch Nutzbar.

    Eventuell gibt es noch andere Möglichkeiten.

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  5. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Centin 17.05.13 - 17:40

    Schöner, langer Text, aber leider in diesem Kontext irrelevant.
    Es geht um die Leitungen, nicht darum einen staatlichen Provider zu erschaffen.

    Der Bund würde, wie die Telekom heute, die Leitungen an andere Provider vermieten. Auch die Telekom hat heute kein Interesse "besonders guten" Service den Mietern wie 1&1 zu bieten. Sie erfüllen einfach bestimmte Vorschriften, das könnte ein staatliches Unternehmen genauso gut. Des Weiteren ist die Telekom Quasi-Monopolist und diese sind meistens genauso ineffizient wie staatliche Betriebe da sie keinen Konkurrenzdruck haben. Breitband ist mittlerweile ein Grundbedürfnis, deshalb sollte der Statt auch für die Bereitstellung sorgen.

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  6. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Sphinx2k 17.05.13 - 17:44

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > In vielen Dörfern ist die Versorgung durch LTE inzwischen besser als über
    > ein Kupferkabel. Ohne Drosselung ist das, denke ich auch Nutzbar.
    >
    > Eventuell gibt es noch andere Möglichkeiten.

    Ja auch hier der Knackpunkt die Drosselung. Und weil es mich indirekt auch Betrifft hab ich mal bei Telekom und Vodafone angefragt wie es mit Kostenpflichtigem mehr Volumen nach Verbrauch aussieht? -> Nein gibt es aktuell keine Möglichkeit oder Pläne zu.

    Oder der Ort der jetzt toll mit LTE angebunden ist und dort ne Leistung von unter 2MBit bekommt..hey immerhin besser als die 380kbit von der Telekom aber gut ist es auch nicht.

    Ich schätze auch nicht das die Netze irgendwann wieder in Staatshand kommen, aber eine tolle Lösung außer Massiv Geld in die Hand zu nehmen hab ich nicht. Die Schätzungen für Flächendeckend FTTB schwanken ja zwischen 90 und 130 Millarden. Aber selbst diese große summe auf 20 Jahre berechnet sollte machbar sein...hey selbst die GEZ nimmt über 8 Millarden im Jahr ein. Wir sind nun mal an sich keine Armes Land auch wenn der Staat Chronische Geldnot hat.

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  7. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Anonymer Nutzer 17.05.13 - 17:45

    Quatsch!

    Unsere Wasserversorgung klappt sehr gut in staatlicher Hand!

    Besser übrigens, als in Ländern, in denen die Wasserversorgung verstaatlicht ist.

    Was mit der Privatisierung passiert, kann man sehr gut am Strommarkt sehen. Dort wurde schön privatisiert. Es mag sein, dass private Unternehmen (teilweise) effizienter arbeiten ---

    ABER: Der Effizienzgewinn wird an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet. Und gerade in der heutigen Zeit, in welcher Renditesteigerungen immer wichtiger werden, wird dann halt beim Kunden/Verbraucher gespart -- und die Qualität geht runter.

    GENAU DAS sehen wir jetzt bei der Drossel-Com. Die Leistung soll reduziert werden (bei gleichem Preis) , damit die Drosselkom mehr Rendite generieren kann.

    Oder schaut nach GB, wo das alles schon gelaufen ist mit Privatisierung etc. Schaut euch die Eisenbahn und die Wasserversorgung dort an.

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  8. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: DrWatson 17.05.13 - 17:48

    Centin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Hast du den Text [vollständig] gelesen?

    > Der Bund würde, wie die Telekom heute, die Leitungen an andere Provider
    > vermieten. Auch die Telekom hat heute kein Interesse "besonders guten"
    > Service den Mietern wie 1&1 zu bieten. Sie erfüllen einfach bestimmte
    > Vorschriften, das könnte ein staatliches Unternehmen genauso gut.

    Die Telekom ist bereits zu einem Drittel ein staatliches Wasserkopfunternehmen. Damals, als die Telekom noch Deutsche Bundespost hieß, waren die Preise deutlich höher. Ich behaupte, ein 100% Staatliches Unternehmen würde das eben [noch schlechter] machen, da es überhaupt keinen Anreiz gibt effizient zu arbeiten.

    >Des Weiteren ist die Telekom Quasi-Monopolist und diese sind meistens genauso
    > ineffizient wie staatliche Betriebe da sie keinen Konkurrenzdruck haben.

    Das ist richtig und dort ist auch der Angriffspunkt für sinnvolle Maßnahmen.

    > Breitband ist mittlerweile ein Grundbedürfnis, deshalb sollte der Statt
    > auch für die Bereitstellung sorgen.


    Nahrung ist auch ein Grundbedürfnis. Aldi verstaatlichen?

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  9. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: redmord 17.05.13 - 17:53

    Das ist die eine Seite der Medalie. Es gibt da aber noch eine andere.

    Aus einer geringern Verpflichtung zu Gewinnen wachsen ebenso Vorteile und nicht selten sind die versprochenen Vorteile durch Privatisierung nie eingetreten.
    Öffentliche Unternehmen können anders investieren und wesentlich langfristiger denken, was bei Infrastrukturen sehr vorteilhaft ist. Außerdem sind Öffentliche Unternehmen nicht per se zur Ineffizienz verdammt. Das ist ein Vorurteil aus dem letzten Jahrtausend. Nichts spricht dagegen auch bei Öffentlichen Unternehmen ähnliche Anreize für Abteilungen und Niederlassungen zu schaffen wie es in der Privatwirtschaft passiert.
    Öffentliche Unternehmen sind dann interessant, wenn private Unternehmen keinen richtigen Markt zur Verfügung stellen können. Das Telefonnetz ist hier ein gutes Beispiel. Die Zerschlagung der Telekom würde hier auch nichts daran ändern, dass für Privatunternehmen einfach kein Anreiz existiert dort zu investieren, wo keine Konkurrenz droht. Denn deine Aussagen können nur dann zutreffen, wenn ein gesunder Markt existiert. Wenn dieser aber nicht existieren kann, lassen sich die meisten deiner Aussagen auch auf Privatunternehmen anwenden.

    Infrastruktur und die Versorgung wichtiger Güter wie Wasser und Strom hat nichts in der Hand von privaten Unternehmen zu suchen.

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  10. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Mimus Polyglottos 17.05.13 - 17:54

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es mag manchmal verlockend sein, die Verstaatlichung von Unternehmen zu
    > fordern, da ein staatliches Unternehmen nicht vom Gewinn abhängig ist und
    > die Kosten direkt umlegen kann.

    Da verwechselst du Behörden und Unternehmen im Staatsbesitz. Die DB hat (zu Ungunsten der Kunden) im letzten Jahr eine halbe Milliarde Gewinn an den Bund überwiesen - da ist IMO kein Unterschied zwischen einem Unternehmen im Staatsbesitz und einem "echten" Aktienunternehmen.

    > Es ist für ein Staatsbetrieb nicht nötig effizient zu arbeiten oder gar die
    > Effizienz zu verbessern. (...)
    Wie gesagt, das ist in vielen Fällen falsch. Und selbst Behörden unterliegen einem stetigen Druck der Effizienzsteigerung.

    > Staatsunternehmen orientieren sich an für Politiker leicht messbaren
    > Zahlen, wie zum Beispiel Versorgungslage und Preis. Subjektive Maßstäbe,
    > wie zum Beispiel Qualität und Service werden vernachlässigt. Bei einem
    > Privatunternehmen muss auch die Kundenzufriedenheit beachtet werden, um ein
    > Abwandern der Kunden zu Wettbewerbern zu verhindern.
    Bei Massenunternehmen wie Telefongesellschaften und ISPs wird umgekehrt ein Schuh draus: Da wird man bei den privaten Unternehmen ständig vera***, weil denen der einzelne Kunde egal ist.

    Viel Spaß mit den Servicehotlines von Vodafone etc.

    > Staatsbetriebe können, wenn sie privaten Wettbewerber haben, oft mit diesen
    > preislich und qualitativ nicht mithalten (Beispiel: PSA Peugeot Citroën),
    > sodass der Steuerzahler finanziell nachhelfen muss.

    Auch privatwirtschaftliche Unternehmen (z.B. Banken in der letzten Zeit) werden staatlich unterstützt - das hat weniger was mit dem Eigentümern als vielmehr mit der Größe des Unternehmens und den Auswirkungen auf die Wirtschaft zu tun.

    > Die meistkritisierten und unbeliebtesten Unternehmen sind allerdings fast
    > ausschließlich Staatsunternehmen mit Monopol- oder Quasimonopolkarakter wie
    > zum Beispiel die Telekom (Über 30% in Staatsbesitz) oder die Deutsche Bahn
    > (100% Staatsbesitz)
    Electronic Arts ist als ein Staatsunternehmen? ;-)

    ed: Tippfehler.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.13 17:55 durch Mimus Polyglottos.

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  11. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: JP 17.05.13 - 17:58

    ThePatrick schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Quatsch!
    >
    > Unsere Wasserversorgung klappt sehr gut in staatlicher Hand!
    >
    > Besser übrigens, als in Ländern, in denen die Wasserversorgung
    > verstaatlicht ist.
    >
    > Was mit der Privatisierung passiert, kann man sehr gut am Strommarkt sehen.
    > Dort wurde schön privatisiert. Es mag sein, dass private Unternehmen
    > (teilweise) effizienter arbeiten ---
    >
    > ABER: Der Effizienzgewinn wird an die Aktionäre als Dividende
    > ausgeschüttet. Und gerade in der heutigen Zeit, in welcher
    > Renditesteigerungen immer wichtiger werden, wird dann halt beim
    > Kunden/Verbraucher gespart -- und die Qualität geht runter.
    >
    > GENAU DAS sehen wir jetzt bei der Drossel-Com. Die Leistung soll reduziert
    > werden (bei gleichem Preis) , damit die Drosselkom mehr Rendite generieren
    > kann.
    >
    > Oder schaut nach GB, wo das alles schon gelaufen ist mit Privatisierung
    > etc. Schaut euch die Eisenbahn und die Wasserversorgung dort an.


    Ich finde es befremdlich wie hier nach staatlicher Verwaltung des Internets gerufen wird. Schaut euch doch mal bitte an, was der Staat in den letzten Jahren mit dem Internet anstellen wollte. Ähnlich wie der Staat kein Staatsfernsehen anbieten darf, darf der Staat meiner Meinung nach das Internet nicht verwalten und kontrollieren, das sollte ähnlich wie beim Staatsfernsehen verboten werden. Der Staat darf weder die Informationshoheit besitzen noch die Übermittlung von Informationen kontrollieren.

    Aber genauso darf kein privates Unternehmen die alleinige Hoheit über Versorgungsnetze besitzen und alleinig für deren Ausbau verantwortlich sein. Es darf nicht das Ziel sein, mit dem Versorgungsnetz Gewinn zu machen. Deswegen mein Vorschlag: Das Netz in genossenschaftliche Hand.

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  12. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: redmord 17.05.13 - 17:59

    +1

    Die Wasservorsgung in Frankreich, wo die Privatisierung sehr fortgeschritten ist, ist die Qualität katastrophal. Grundwasser wird verschwendet, statt dessen wird Ab- und Flusswasser durch Filteranlagen gepresst und weil man nichts in die Leitungen investieren will, wird schön gechlort. In Frankreich kaufen derzeit viele Kommunen die Wasserversorgung zurück, wie z.B. Paris.

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  13. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: DrWatson 17.05.13 - 18:02

    ThePatrick schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Quatsch!

    Gute Art, ein Kommentar anzufangen.


    > Unsere Wasserversorgung klappt sehr gut in staatlicher Hand!

    Ausnahmen bestätigen die Regel. Was klappt gut in privater Hand?

    Fluggesellschaften, IT, sämtliche Industrie, Hotels, Tourismus, Baugewerbe, etc
    (Die Liste kann unendlich weit Fortgeführt werden)


    > Was mit der Privatisierung passiert, kann man sehr gut am Strommarkt sehen.

    Der Strommarktliberalisierung ist ein schönes Beispiel für Politikversagen, also Staatliches Versagen. Informier dich bitte auch darüber, wem die Stromkonzerne gehören.

    In den USA ist die Stromerzeugung ebenfalls privat. Dort kostet die Kilowattstunde zwischen 10 und 12 Cent!



    > ABER: Der Effizienzgewinn wird an die Aktionäre als Dividende
    > ausgeschüttet.

    Nur zum Teil. [de.wikipedia.org]


    > GENAU DAS sehen wir jetzt bei der Drossel-Com. Die Leistung soll reduziert
    > werden (bei gleichem Preis) , damit die Drosselkom mehr Rendite generieren
    > kann.

    > Oder schaut nach GB, wo das alles schon gelaufen ist mit Privatisierung

    Schau dir die Mobilfunknetze in Deutschland an. Oder die Fluggesellschaften in den USA, Eisenbahnen in Italien oder Streichhölzer, Salz und was sonst noch alles erfolgreich privatisiert wurde. Es reicht eben nicht einfach Staatliches Monopol in ein privates zu überführen.

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  14. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: Centin 17.05.13 - 18:08

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nahrung ist auch ein Grundbedürfnis. Aldi verstaatlichen?

    Indirekt ist es bereits der Fall. Oder glaubst du du würdest die gleichen Preise für Milch etc. zahlen wenn der Staat nicht die Landwirtschaft massiv subventionieren würde.

    Und nochmals, es geht um die Leitungen, nicht um einen staatlichen Provider. Muss hier schon wieder was von Zensur lesen. Der Staat würde sich nur um die "Verkabelung" kümmern und das Geld wieder über die Miete reinholen. Keiner will dass er Rechenzentren betreibt wo er Daten filtern/zensieren würde.

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  15. Privatunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: ubuntu_user 17.05.13 - 18:09

    bei infrastruktur. sieht man ja in den USA. auch der netzausbau kommt dank privatisierung null voran.
    diverse wasserwerke und bahngesellschaften in deutschland und ausland wurde auch erst durch privatisierung nahezu zerstört.

    Nur wenn man sich nicht an gesetze hält, bzw konsequent handelt, sei es bei banken oder berliner flughäfen ist es egal wer das sagen hat.

    es gibt auf beiden seiten muster- und negativbeispiele.
    positiv:
    - bildungssystem ist weit besser als z.B. fahrschulen. wenn schulen so wären Oh-weia. bei aller kritik an deutschen schulen.
    - kreiswehrersatzamt, rentenversicherung läuft eigentlich (nach meinen erfahrungen) alles sehr effizient ab
    - auch post hatte man früher nie probleme mit.
    - maschinenbau, wobei da ein großteil auf preussische staatliche unternehmen zurückzuführen ist

    negativ:
    - generell medien in deutschland (sowohl privat als auf ÖRF, als auch zeitungen)
    - netzausbau
    - private infrastruktur
    - öffentliche tourismus/prestige-projekte

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  16. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: ubuntu_user 17.05.13 - 18:09

    Centin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Indirekt ist es bereits der Fall. Oder glaubst du du würdest die gleichen
    > Preise für Milch etc. zahlen wenn der Staat nicht die Landwirtschaft massiv
    > subventionieren würde.
    >
    > Und nochmals, es geht um die Leitungen, nicht um einen staatlichen
    > Provider. Muss hier schon wieder was von Zensur lesen. Der Staat würde sich
    > nur um die "Verkabelung" kümmern und das Geld wieder über die Miete
    > reinholen. Keiner will dass er Rechenzentren betreibt wo er Daten
    > filtern/zensieren würde.

    man hätte zumindest telekom und netz AG trennen MÜSSEN.
    genauso bei der bahn

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  17. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: ubuntu_user 17.05.13 - 18:13

    Sphinx2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oder der Ort der jetzt toll mit LTE angebunden ist und dort ne Leistung von
    > unter 2MBit bekommt..hey immerhin besser als die 380kbit von der Telekom
    > aber gut ist es auch nicht.

    wobei drosselung bei mobiltelefonen schon verständlicher ist. ist schon schwierig alle zellen gleich leistungsfähig zu halten. beim dsl hingegen ziehen häuser eher selten um ;-)

    > Ich schätze auch nicht das die Netze irgendwann wieder in Staatshand
    > kommen, aber eine tolle Lösung außer Massiv Geld in die Hand zu nehmen hab
    > ich nicht. Die Schätzungen für Flächendeckend FTTB schwanken ja zwischen 90
    > und 130 Millarden. Aber selbst diese große summe auf 20 Jahre berechnet
    > sollte machbar sein...hey selbst die GEZ nimmt über 8 Millarden im Jahr
    > ein. Wir sind nun mal an sich keine Armes Land auch wenn der Staat
    > Chronische Geldnot hat.

    der staat hat eigentlich viel zu viel geld XD
    wir können ja auch gez abschaffen und dafür das geld in den netzausbau stecken.

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  18. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: ubuntu_user 17.05.13 - 18:14

    JP schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich finde es befremdlich wie hier nach staatlicher Verwaltung des Internets
    > gerufen wird. Schaut euch doch mal bitte an, was der Staat in den letzten
    > Jahren mit dem Internet anstellen wollte. Ähnlich wie der Staat kein
    > Staatsfernsehen anbieten darf, darf der Staat meiner Meinung nach das
    > Internet nicht verwalten und kontrollieren, das sollte ähnlich wie beim
    > Staatsfernsehen verboten werden.

    und was sind dann ARD und zdf?

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  19. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: redmord 17.05.13 - 18:18

    Ja, aber ein gesunder Markt ist auch an Bedingungen verknüpft. Bei Infrastruktur ist dies grundsätzlich schwierig. Die Privatisierung der Autobahnen wird nicht dazu führen, dass neben der A7 eine weitere Autobahn hochgezogen wird. Mal so.. als blödes Beispiel. :)

    Ähnlich ist es beim Telefonnetz. Masten aufbauen ist verhältnismäßig günstig. Leitungen verlegen dagegen sauteuer. Baut der Eigentümer einer Infrastruktur nicht aus, was beim Telefonnetz die Telekom ist, wird es ein Konkurrent nicht wagen zu unverhältnismäßig höheren Kosten eine eigene Infrastruktur hoch zu ziehen. Beim Kabelnetz ist das etwas anders, denn diese ist bereits hirstorisch bedinkt in einer konkurrienden Position und besitzt ist bereits eine recht breit ausgebaute Infrastruktur. Wenn wir das Teleonnetz betrachten, dann ist ein mangelhafter Ausbau auch nicht mit geringeren Gewinnen verknüpft. Im gegenteil. Diese 10 % der Internetanschlüsse mit <=2 MBit sind sagenhaft profitabel, wodurch das Interesse nach Verbesserung aus unternehmerischer Sicht gar nicht entstehen kann.

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  20. Re: Staatsunternehmen sind ineffizient, teuer und uninnovativ

    Autor: DrWatson 17.05.13 - 18:20

    Mimus Polyglottos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da verwechselst du Behörden und Unternehmen im Staatsbesitz.

    Du musst ja richtig gute Erfahrungen mit Behörden gemacht haben, wenn du so etwas schreibst.


    > Wie gesagt, das ist in vielen Fällen falsch. Und selbst Behörden
    > unterliegen einem stetigen Druck der Effizienzsteigerung.

    So wie der Flughafen BER? Auch ein Indiz für Effizienz [schwarzbuch.steuerzahler.de]

    Gerade Behörden arbeiten mit einer "Ist ja nicht mein Geld" Einstellung.

    > Bei Massenunternehmen wie Telefongesellschaften und ISPs wird umgekehrt ein
    > Schuh draus: Da wird man bei den privaten Unternehmen ständig vera***, weil
    > denen der einzelne Kunde egal ist.

    Wie viele Kunden hat Aldi? Ich würde nicht sagen, das Aldi zu teuer ist oder dass Sie mich Verarscht haben. Auch mit der Lufthansa hatte ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht, mit der DB nicht!

    > Viel Spaß mit den Servicehotlines von Vodafone etc.

    Schon mal mit Apple telefoniert? Auch privat. :)

    > Auch privatwirtschaftliche Unternehmen (z.B. Banken in der letzten Zeit)
    > werden staatlich unterstützt - das hat weniger was mit dem Eigentümern als
    > vielmehr mit der Größe des Unternehmens und den Auswirkungen auf die
    > Wirtschaft zu tun.

    Politikversagen. [de.wikipedia.org]

    > Electronic Arts ist als ein Staatsunternehmen? ;-)
    Wenn man sonst keine Sorgen hat.

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