Wenn ich mit Mitmenschen die ich nicht aus dem Berufsumfeld oder der Verwandschaft her kennen gelernt habe spreche, finden sich sehr, sehr viele, welche nicht über eine eMail-Adresse verfügen, ja nicht mal Zugriff aufs Internet haben.
Egal ob es sich um Bekanntschaften durchs Gassigehen handelt, Menschen mit denen man im öffentlichen Verkehr, im Wartezimmer oder in einem Lokal ins Gespräch kommt. Auch bei Zufallsbekanntschaften bei Veranstaltungen etc. finden sich sehr viele Mitmenschen, denen man nicht seine eMail-Adresse oder die URL der eigenen Webseite zur künftigen Kontaktaufnahme mitteilen kann.
Und nein, es handelt sich nicht um die im Forum gerne erwähnte HartzIV-Couchpotatoe-Klientel, welche den ganzen Tag chattet oder bei eBay Powerseller ist.
Es sind berufstätige und durchaus qualifizierte Personen in handwerklichen oder pflegerischen Tätigkeiten, es sind Hausfrauen und Angestellte, Menschen welche selbst Kunsthandwerk betreiben oder mit der Landschaftspflege bzw. Gastronomie zu tun haben. Alle sind im Alter bis 49. Weder privat noch beruflich besteht bei diesen die Notwendigkeit aufs Internet zuzugreifen. Für eventuell beruflich doch notwendige Informationen aus dem Netz sind Vorgesetzte oder Kollegen welche den Administrativen, Buchhalterischen oder Kaufmännischen Bereich abdecken zuständig. Auch Fortbildung oder Zertifizierungen erfolgen im Classroom-Unterricht, praktisch oder mit Hilfe von Büchern und Fragebögen.
Man kann auch heute noch durchaus ohne Internet und Mail in der Gesellschaft bestehen. Leider ist dies auch bei Politikern und Entscheidungsträger speziell für den Online-Bereich ebenfalls oft anzutreffen. Und gerade in letzterem Falle sollten sich diese Menschen leider nicht nur auf von Fachgremien gesammelte und für Computerahnungslose verständlich gemachte Informationen verlassen, die ihnen zugetragen werden.
"Man kann auch heute noch durchaus ohne Internet und Mail in der Gesellschaft bestehen." Falsch, eben nicht.
Wo genau lebst Du? Oder besser wann?
> "Man kann auch heute noch durchaus ohne Internet und Mail in der Gesellschaft bestehen." Falsch, eben nicht.
Klar kann man das. Mein Vater (Akademiker natürlich) ist zwar schon deutlich über 49 aber er hat dieselbe Geht-auch-ohne-Einstellung. Ab einem gewissen Alter gibt es halt die Tendenz, sich zu sagen, das lohnt sich nicht mehr für mich. Ich sehe das schon fast bei mir. Ich hätte eigentlich auch lieber das Internet von 95 bis 2000 zurück, ohne die ganzen Flachzangen, Flash-Werbung und Datenschleuder-Sozialnetzwerke.
Man muss aber sagen, dass das schon immer so war. Meine Großeltern haben sich auch nie mit neumodischem Kram wie Mikrowelle, CD-Player, Zusammenleben ohne Trauschein, ins Ausland fahren ohne die Armee oder sogar Supermärkten anfreunden können. Auch nach 25 Jahren nicht. Und bei der Generation davor genauso: Meine Urgroßmutter fand die Monarchie auch immer am besten.
Der Koch im Lokal um die Ecke,
der Landschaftsgärtner, der deine Apfelbäume zurückschneidet,
die Krankenschwester die Dich im Krankenhaus versorgt,
die Pflegekraft, die Deine Mutter morgens wäscht, anzieht, ihr Blutdruck, und Zuckerspiegel mißt, ihr die Medis gibt und sie anzieht, während Du Kilometer weit entfernt arbeitest,
kommen alle ganz gut ohne eigenen Internetzugang zurecht. Und selbst wenn sie im Büro an dortigen PC die von ihnen augewandten Tätigkeiten anhand des Punktesystems erfassen und die tagesaktuelle Medikation des Pflegepatienten ausdrucken, bedeutet dies noch lange nicht, daß sie selbst online gehen.
Die Qualität wie der Baum beschnitten wurde, der Umgang mit Dir als Patienten die Sorgfalt mit der Deine Mutter betreut wird sind deutlich wichtiger.
Und ob Du Deinem Baumpfleger auf den AB sprichtst und um einen Termin fürs Baumschneiden bittest oder ihm eine Mail zukommen läßt, spielt ja nun wirklich kaum eine Rolle, hauptsache, der Baum trägt Äpfel und nicht nur neues Blattwerk.
Über eventuelle neue Insektizite oder schädlingsbekämpfende "Natürliche Feinde" kann man sich, neben dem Internet, auch aus anderen Quellen informieren.
Und die Medis die Deine Mutter verabreicht bekommt, werden vom Dok verordnet, während der Sachgerechte Umgang mit dem neuen Zucker-Messgerät innerhalb des Pflegedienstes, bzw. durch eine Schulung vermittelt werden muß.
Mal ein paar gegenbeispiele:
-Eine gute Freundin von mir arbeitet in der altenpflege.
Sie hat zuhause 2 Macs.
-Eine andere, die ebenfalls in dem Bereich arbeitet hat 2 Windowsrechner zuhause (PC und Laptop).
-Meine Schwester macht eine Ausbildung als Kindergärtnerin und ALLE! sitzen im Unterricht mit Laptops da - ihre Schule hat denen dringend angeraten Laptops zu kaufen.
-Ich habe vor ein paar Monaten in einem Kindergarten einen neuen Rechner eingerichtet.
-Meine Cousine ist Zahnarzthelferin und ihr erster Rechner ist aus dem letzten Jahrtausend (ich hatte immer spaß mit Win98 bei ihr...).
-Ein Onkel von mir hat eine Schreinerei, im Büro steht selbstverständlich ein PC.
soviel zu den Bereichen, wo man nicht unbedingt einen Rechner zum Arbeiten braucht.
ich kenne keinen Menschen unter 50, der nicht einen eigenen Rechner hat oder sich einen mit jemand anders teilt.
Es ging um Online sein, nicht darum, wer einen Computer besitzt.
Und die Beispiele, die du genannt hast beziehen sich (fast) alle auf Personen die mit einem Computer arbeiten _wollen_ aber nicht _müssen_.
ronda schrieb:
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> Wenn ich mit Mitmenschen die ich nicht aus dem
> Berufsumfeld oder der Verwandschaft her kennen
> gelernt habe spreche, finden sich sehr, sehr
> viele, welche nicht über eine eMail-Adresse
> verfügen, ja nicht mal Zugriff aufs Internet
> haben.
> Egal ob es sich um Bekanntschaften durchs
> Gassigehen handelt, Menschen mit denen man im
> öffentlichen Verkehr, im Wartezimmer oder in einem
> Lokal ins Gespräch kommt. Auch bei
> Zufallsbekanntschaften bei Veranstaltungen etc.
> finden sich sehr viele Mitmenschen, denen man
> nicht seine eMail-Adresse oder die URL der eigenen
> Webseite zur künftigen Kontaktaufnahme mitteilen
> kann.
> Und nein, es handelt sich nicht um die im Forum
> gerne erwähnte HartzIV-Couchpotatoe-Klientel,
> welche den ganzen Tag chattet oder bei eBay
> Powerseller ist.
> Es sind berufstätige und durchaus qualifizierte
> Personen in handwerklichen oder pflegerischen
> Tätigkeiten, es sind Hausfrauen und Angestellte,
> Menschen welche selbst Kunsthandwerk betreiben
> oder mit der Landschaftspflege bzw. Gastronomie zu
> tun haben. Alle sind im Alter bis 49. Weder privat
> noch beruflich besteht bei diesen die
> Notwendigkeit aufs Internet zuzugreifen. Für
> eventuell beruflich doch notwendige Informationen
> aus dem Netz sind Vorgesetzte oder Kollegen welche
> den Administrativen, Buchhalterischen oder
> Kaufmännischen Bereich abdecken zuständig. Auch
> Fortbildung oder Zertifizierungen erfolgen im
> Classroom-Unterricht, praktisch oder mit Hilfe von
> Büchern und Fragebögen.
> Man kann auch heute noch durchaus ohne Internet
> und Mail in der Gesellschaft bestehen. Leider ist
> dies auch bei Politikern und Entscheidungsträger
> speziell für den Online-Bereich ebenfalls oft
> anzutreffen. Und gerade in letzterem Falle sollten
> sich diese Menschen leider nicht nur auf von
> Fachgremien gesammelte und für Computerahnungslose
> verständlich gemachte Informationen verlassen, die
> ihnen zugetragen werden.
Du wohnst halt auf dem Land.
rumjammern bringt da nichts. Wie schon in anderen Beiträgen richtig betont wurde braucht man nicht zwangsweise einen Computer um Internetzugang zu haben. Es gibt auf öffentlichen Plätzen Terminals. Fast alle Handys bieten heute die Möglichkeit. Viele öffentliche Behörden bieten jetzt bereits Abfertigung per "Internet" an.
Das Internet beisst nicht, das tut lediglich schlechte Hardware oder Software also nicht auf geräte oder Programme schieben.
Eine andere Sache ist es wenn , wie auch bereits erwähnt, jemand sagt: ich brauche das nicht. Man kann auf viele verschiedene Arten Informationen konsumieren, ob ich 1 mal die Woche zeitung lese und täglich news feeds und blogs, bleibt mir überlassen.
Ich für meinen Teil bevorzuge 24h erreichbare Informationsdienste die aktuell und präzise informiert sind.
Auch als Krankenschwester, Pflegekraft kommt man auf der Arbeit um Computernutzung nicht drum rum. Zumindest Medikamentengaben, oder Patientendaten werden abgerufen bzw. aktualisiert. Aber aktiv im Internet ist man dann noch lange nicht. Hatte ich in meinem Beitrag auch geschrieben.
Klar, wer heute eine Ausbildung macht, der kommt um den PC nicht mehr drum rum, nicht mal ums Internet.
Auch Computer in Kindergärten sind nichts besonders. Aber nurten diese auch ALLE Kindergärtnerinnen? Surfen die auch noch während die Kinder um sie rum wuseln?
Und hatte Deine Cousine ihren Spaß mit netten PC-Spielchen, oder war sie im Internet (mit 56k-Modem oder DSL?)
Klar nutzt Dein Onkel als SchreinerreiBESITZER das Internet. Angebote, Aufträge, Lieferanten etc. fast alles wird heute online geregelt.
Aber frag mal die bei ihm angestellten Schreiner und Hilfskräfte. Nutzen diese auch ALLE das Internet? Benötigen sie es evtl. sogar beruflich?
Manche arbeiten auf der Arbeit am Computer. Aber das Zuhause ist noch nicht mal mit Breitband ans Internet angebunden - kann es trotz Zusage von Fr. Merkel noch nicht mal werden.
Zwar haben die Kinder in der Schule Internet auch als Lernpaket, aber weder die Ehefrau, noch die Schwiegermutter und andere im selben Dorf sind bereits online. Diejenigen welche es wirklich benutzen müssen, haben dann kostenintensive Alternativanschlüsse oder
nutzen das Mobiltelefon als Modem. Obwohl dies leider immer noch in vielen kleineren Orten oder Stadtteilen so ist, hat noch keine Internetbedingte Stadtflucht eingesetzt. Warum wohl?
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