Hallo Golemleser,
schon seit längerem schwirrt mir ne Idee im Kopf rum die zum Thema passt und zu der ich gern ne dritte Meinung hören würde:
Das eigendliche Problem bei moderner Sklaverei ist, ist das sie versteckt ist und man als Endverbraucher nicht weis hinter welchen Produkten sie versteckt ist.
Wenn es jedoch einen Nutzer-Generierte-Datenbank geben würde nach dem Vorbild von Wikipedia oder OpenStreetmap wo Informationen zu den Herstellungs- und Transportbedingungen von Waren gesammelt würden, könnten diese Aspekte in der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.
Wenn es diese Datenbank geben würde und diese Beachtung bei einem Großteil der Konsumenten finden würde, wären produzierende Firmen schon aus Image-Gründen bzw. wirtschaftlichen Gründen daran interessiert menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu bieten.
Ich weis es gibt sehr sehr viele Produkte auf der Welt und nicht jeder hat ne Fabrik um die Ecke stehen zu deren Arbeitsbedingungen man eine Aussage treffen könnte, von daher ist die Idee schon etwas idealistisch.
Gebt ma euren Senf dazu!
Gruß Acki
nette idee.
scheitert aber an zwei punkten.
a) der Geiz des kunden. siehe z.b. Bionahrung
b) dem ich will effekt. s.h.
Kunde will Ipod. aber appel is böösee.
also hat der Kunde die wahl entweder nen bösen aber coolen Ipod kaufen, oder ein nettes aber uncooles noname produkt.
rate selbst wofür sich die leute im laden entscheiden.
ach ja und C) es ist den meisten leuten einfach egal.
weiter gibts da diese sache, die nennt sich rufmord, da kann man gerichtlich gegen vorgehen, weshalb das eh nie möglich wär
Eigentlich eine gute Idee, aber: Ich denke nicht, dass das im Detail funktionieren würde. Ein Produkt wird nicht nur an einem Ort von einer Firma hergestellt. Mehrere verschiedene Unternehmen stellen einzelteile her, die dann irgendwo zusammengebaut werden. Wenn man alleine mal ein gehäuse aus Plastik sich ansieht, dann muss man berücksichtigen: Wer hat die Maschienen gebaut, die zur Formgebung genutzt werden, wer hat die Rohstoffe bereitgestellt/verarbeitet. Wer hat eventuelle Zusatzstoffe hergestellt etc. Man müsste auch den Vertriebsweg überprüfen und ähnliches. Vielleicht würde am Ende alles was wir kennen wie ein Kartenhaus zusammenfallen.
Also einfach wäre das alles sicher nicht.
www.utopia.de
@PullMull
Dein Beispiel mit Bionahrung ist ein Gegenargument zu deiner These, das der Konsument nur auf den Preis achtet, denn sonst gäbe es gar keine Bioprodukte. Niemand bietet Produkte an die keiner Kauft und die Nachfrage für Bionahrung steigt (http://www.trendlink.com/aktien/Biolebensmittel). Es ist mir klar das nicht jeder Bewusst einkaufen will, bzw. kann. Allen andern sollte man die Gelegenheit geben.
Den von dir Beschriebenen "den will ich effekt" und die dazugehörige Ignoranz sehe ich persönlich nur bei Kindern, Jugendlichen und körperlich Erwachsenen mit einem kindsähnlichen Gemütszustand.
@ja rofl
Ein Klage bezüglich "übler Nachrede" kann ja nur erfolgreich sein, wenn die beklagte Behauptung nicht "erweislich ist". Klar ohne Quellenangaben bzw. Leute die sich als Zeuge behaupten können wäre das ne Sammlung von haltlosen Anschuldigungen, mit denen auch ein Verbraucher nix anfangen könnte. Die Idee geht also davon aus, dass die Inhalte der Datenbank nicht haltlos, sondern belegt sind.
@ Hell-muth
Ich halte es jedoch nicht für unmöglich die Beziehung von Produkten zueinander in einer Datenbank darzustellen. Das setzt Vorraus, das Rohstoffe, Zuliefer-Einzelteile und Werkzeuge bzw. Feritgungsmaschienen als jeweils einzelne Produkte betrachtet werden. Wikipedia ist auch nicht an einem Tag entstanden und wurde auch nicht von nur einer Person mit Daten gefüttert.
Und wenn es einfach wäre, gäbs das schon ;-)
@Utopian
Hab noch nicht Tief reingeschaut in die Seite, sieht für mich aber eher nach einer Community und nicht nach einer übersichtlichen Datenbank a la Wikipedia aus. Die Seite ist aber auf jeden Fall interessant, Danke dafür.
Danke für eure Kommentare
ja hast recht. geiz ist das Falsche wort.
ich meinte eher das ausgeprägte Preis/leistungs verhältnis das viele Kunden (auch ich) an den Tag legen(müssen)
frei nach dem Motto warum soll ich mir 4 Bioeier kaufen, wenn ich für den gleichen preis 10 aus der Batterei bekomme. und das ist manchmal geiz, meis aber einfach nur durch die tatsache bedingt das die Leute(auch ich) sich die Bioeier nicht leisten können.
is aber nur ein gedankenspiel
>Den von dir Beschriebenen "den will ich effekt" und die dazugehörige Ignoranz sehe ich persönlich nur bei Kindern, Jugendlichen und körperlich Erwachsenen mit einem kindsähnlichen Gemütszustand
oder kurzgesagt die Werberelevante Zielgruppe zwischen 14 und 49
oder noch kürzer Rtl zuschauer
oder noch kürzer die Masse. ;)
Von so einer Datenbank träume ich schon seit Jahren.
Würde eine einheitliche und möglichst vollständige Datenbank von Produkten existieren, dann würde der Kunde diese Datenbank fragen, statt z.B. Werbung zu lesen.
Der Kunde sicht also das was ihm gefällt aus einer riesigen Datenbank anhand von Suchkriterien heraus. Werbung wir dann nicht mehr nötig sein?
Was interessiert mich die Werbung vom Mediamarkt? Wenn ich nen neuen PC haben will, dann guck ich in die Datenbank.
z.B. Suche Flachbildschrim, der:
* min 19" hat
* maximal 300 EUR kostet
* über einen HDMI-Eingang verfügt
Und wenn es sich herausstellt, dass der Mediamarkt der günstigste Händler in meiner Nähe ist, dann erst gehe ich dort hin. Das würde vor allem für kleinere und unbekannte Unternehmen sinnvoll sein, die so auf Werbung verzichten können. Die Werbung ist allein die gute Qualität ihrer Produkte.
Möglich wären dann auch Kriterien gegen "moderner Sklaverei", "Kundenverarsche" (z.B. bei einem Drucker, der auch Farbpatronen verlangt, wenn man eigtl nur schwarz-weiß drucken möchte oder nur Patronen vom Orginalhersteller verlangt) etc pp.
Das schwierige bei so einer Datenbank ist wirklich das Konzept und möglichst viele Leute zu finden, die diese Datenbank füllen.
Wichtig fände ich bei so einer Datenbank vor allem, dass sie komplett offen gelegt wird. z.B., dass man eine direkte read-only SQL-Verbindung herstellen kann. So wäre es auch möglich, dass es 1 Datenbank gibt, aber unzählige angepasste Frontends.
PullMulll schrieb:
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> nette idee.
> scheitert aber an zwei punkten.
> a) der Geiz des kunden. siehe z.b. Bionahrung
> b) dem ich will effekt. s.h.
> Kunde will Ipod. aber appel is böösee.
> also hat der Kunde die wahl entweder nen bösen aber coolen Ipod kaufen,
> oder ein nettes aber uncooles noname produkt.
> rate selbst wofür sich die leute im laden entscheiden.
> ach ja und C) es ist den meisten leuten einfach egal.
Also ich mich für meinen Beosound 6.
Auf ein schlechtes Image hat aber ja auch keiner der "großen" Bock.
Wenn also nur einer anfangen würde, die Arbeitsbedingungen bei seinen Zuliferern besser zu kontrollieren, zu verbessern, zu fördern, und Menschen zu motivieren, zögen vielleicht andere nach, ...im Sinne von "wir wollen auch ein besseres Image".
Es muss nur einer den ersten Schritt machen, aber auch einen, der auffällt und was bewegt, und diesen an die große "ich bin sooo nett"-Glocke hängen.
Dann macht das Vorbild vielleicht Schule und andere wollen das auch.
@pull mull:
Du behauptest die Masse der Konsumenten ist dumm und ignorant. Kannst du dass außerhalb deiner persönlichen Erfahrung belegen?
@Meine Rede:
Dein Beispiel kann man über Google-Shopping, Ciao, Preisroboter, ect. ganz gut recherchieren. Natürlich wäre es keine Präzise Datenbankabfrage aber die Informationen sind in der Regel schon im Netz, man muss sie sich "nur" zusammensuchen. Meine Idee war die Erstellung einer Datenbank mit Informationen zu Produkten die nicht bei Google/im Netz gefunden werden können, wie z.B. Produktionsbedingungen, interne Firmenpolitik ect., Energieverbrauch für die Herstellung, Standorte der Produktionsstätten usw. Klar gegen ne Zusammenführung der "neuen Daten" und der bestehenden auf einem Produktprofil hätte ich auch nichts. Der Fokus sollte meiner Meinung nach aber eindeutig auf den von mir beschriebenen "neuen Informationen" liegen.
@esr:
Ohne das negative gäbe es das positve nicht. In diesem Sinne danke für deinen Beitrag.
@fof
Ja!
Danke fürs Mitdenken
Grundsätzlich ist es recht kostspielig die Produktionsbedingungen über eine globale Vertriebskette zu erfassen und für den einzelnen Konsumenten so gut wie unmöglich.
Das neue Schwarzbuch Markenfirmen (Klaus Werner-Lobo und Hans Weiss) versucht dies im Ansatz.
NGOs sind dabei momentan der größte Aktivposten und meisten für ganz bestimmte Produktgruppen aktiv, z.B. http://www.saubere-kleidung.de.
Letztlich kann nur die Politik auch nationalstaatlich übergreifende verbindliche Regelungen schaffen, was nicht heißen soll, dass wir darauf warten, dass sich dieses Bedürfnis auch in derlei Kreisen herum spricht.
Die von Dir gewünschte Datenbank wäre das Ergebnis einer vereinheitlichten Zertifizierung für bestimmte Produktgruppen. So wie man heute auch jedes Ei und jedes Stück vom Rind bis zum Erzeuger zurückverfolgen kann, muss diese Möglichkeit auf alle Produkte ausgeweitet und um Informationen über Arbeitsbedingungen etc. angereichert werden.
Ein Wunschtraum den man einfordern kann. Derweil kauft man bei denen, die ihre Vertriebswege offen legen und ihre Betriebe zertifizieren. Das sind so wenige, dass die Recherche erschreckend überschaubar bleibt. Und ja, alle die keine Auskunft geben und geben wollen sind Teil des Problems.
Utopia.de steht genau wegen des Verdachts auf Greenwashing unter unserer Beobachtung (Werbepartner waren und sind BP, Der Verband der deutschen Automobilindustrie, Henkel, REWE).
Beim sogenannten ProduktGuide werden DB-Einträge der Vertagspartner ungeprüft übernommen. (http://twitter.com/utopiawatchblog/status/9915880063)
Eine schöne Lösung zumindest für die Inhaltsstoffe bietet:
www.codecheck.info
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