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Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

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  1. Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor mochiman 28.04.12 - 13:04

    Dieses Argument wird ja sehr gerne verwendet um das ganze als weniger dramatisch und schlimm aussehen zu lassen. Von wegen, wenn die Leute freiwillig hingehen kann es ja nicht so schlimm sein.

    Es würde aber sehr helfen, sich einmal in die Rolle der Arbeiter zu versetzen bevor man das als Argument verwendet. Die meisten dieser haben sicherlich eigene Familie, Frau, Kinder, oder die eigenen Eltern die evtl. nicht mehr arbeiten können. Was tut man als Elternteil also? Man nimmt den bestbezahltesten Job an den man kriegen kann. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle ob man ausgebeutet wird, sich kaputt schuftet, keine Rechte hat und wahrscheinlich krank oder Tod am Ende ist, das einzige was zählt ist, dass die Familie zumindest ein einigermaßen (un)würdiges Leben führen kann und nicht verhungern muss.

    Sowas sollte man mal bedenken bevor man so super arrogant vom gemütlichen pc Sitz aus Argumentiert. Sowas kotzt mich wirklich an.

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  2. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor Eheran 28.04.12 - 16:41

    Und in Deutschland bekommen Paare bewusst keine Kinder, weil sie es Finanziell nicht packen können/wollen.
    Wo sollte man also erstmal kehren?
    Vor der eigenen Haustür oder in einem anderen Land mit einer anderen Kultur und diesem Volk dann unsere Wertevorstellungen diktieren?

    Keine ahnung wer hier Arroganter ist, aber ich bin für Freiheit.
    Sich irgendwo in ein anderes Land einmischen hat den Menschen in diesen Ländern noch NIE geholfen, das zeigt die Geschichte bis heute mehr als deutlich.

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  3. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor E-Sheep 28.04.12 - 18:38

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Keine ahnung wer hier Arroganter ist, aber ich bin für Freiheit.
    > Sich irgendwo in ein anderes Land einmischen hat den Menschen in diesen
    > Ländern noch NIE geholfen, das zeigt die Geschichte bis heute mehr als
    > deutlich.

    In dem Artikel geht es um Foxconn in Tschechien, nicht China.
    Also sooo viel anders ist die tschechische Kultur ja nun nicht von unserer, zudem ist das Land Mitglied der EU, und wir dürfen doch davon ausgehen, dass die Staaten in der EU gemeinsame Werte haben, zu denen auch menschliche Arbeitsbedingungen für alle gehören.
    Und Ausbeutung mit Freiheit gleichzusetzen halte ich für sehr gewagt.

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  4. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor Eheran 28.04.12 - 18:55

    Was ist an den Arbeitsbedingungen denn unmenschlich?
    Sachen, die du so empfindest?
    Ich finde den Job eines großen Managers unmenschlich - und nun?
    Ich kann mich wirklich nur wiederholen:
    Sich irgendwo in ein anderes Land einmischen hat den Menschen in diesen Ländern noch NIE geholfen, das zeigt die Geschichte bis heute mehr als deutlich.

    Die Länder müssen sich selbst entwickeln, so, wie wir es gemacht haben.
    Immerhin haben wir den 1. und 2. WK sowie unzählige weitere Kriege.gehabt und sind dennoch so weit gekommen. Darauf bin zumindest ich Stolz, auf dieses wertschaffende Wunder unsere Vorfahren.
    Anderen jedoch die eigene Meinung auf zu zwängen etc. resultiert immer im Problem, wie u.a. diese Kriege beweisen.

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  5. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor E-Sheep 28.04.12 - 23:36

    Du bist Dir aber bewusst, dass dieses "wertschaffende Wunder", Demokratie, Rechtsstaatlichkeit - das dass uns auch von anderen "aufgedrängt" wurde?
    Oder glaubst Du, dass die Alliierten nach dem WKII die Hände in den Schoß gelegt und "macht ihr mal" gesagt haben?
    Übrigens wird als einer der Gründe für den WKII auch Chamberlains Appeasement-Politik gesehen, er hat Hitler gewähren lassen und sich nicht eingemischt.

    In einem vereinten Europa von sollte es einfach gemeinsame Standards geben, sonst wird das in 100 Jahren nichts.
    Ungarn wird von Seiten der EU übrigens gerade auch wieder zu mehr Rechtsstaatlichkeit gezwungen, nachdem Herr Orban versucht sich da sein eigenes kleines Imperium aufzubauen. Oder sollen wir ihn einfach tun lassen was er möchte?

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  6. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor samy 29.04.12 - 00:32

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist an den Arbeitsbedingungen denn unmenschlich?
    > Sachen, die du so empfindest?
    > Ich finde den Job eines großen Managers unmenschlich - und nun?
    > Ich kann mich wirklich nur wiederholen:
    > Sich irgendwo in ein anderes Land einmischen hat den Menschen in diesen
    > Ländern noch NIE geholfen, das zeigt die Geschichte bis heute mehr als
    > deutlich.

    Es geht den Leuten dort so schlecht WEIL sich eben Menschen sich dort einmischen. Wenn ich alle ausländischen Unternehmen die die Leute dort ausbeuten zurückziehen würden, ginge es den Leuten vermutlich nicht viel schlechter...

    -------------------------------------------------
    Für offene Standards
    -------------------------------------------------

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  7. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor Eheran 29.04.12 - 01:11

    Genau das ist doch die Aussage meines Satzes, samy?

    >Du bist Dir aber bewusst, dass dieses "wertschaffende Wunder", Demokratie, >Rechtsstaatlichkeit - das dass uns auch von anderen "aufgedrängt" wurde?
    Ist ja nicht so, dass Deutschland vor ende des 2. WK keine Supermacht gewesen wäre.
    Wir waren auch durchaus der wissenschaftliche Mittelpunkt der Welt, Deutsch war die Sprache der Wissenschaften, schon weit vor dem 2. WK.
    Das haben wir uns alles selbst erschaffen.

    >Ungarn wird von Seiten der EU übrigens gerade auch wieder zu mehr >Rechtsstaatlichkeit gezwungen
    Die EU zwnigt Ungarn höchstens in Form von Geldstrafen zu irgendetwas.
    Das z.B. auch in Deutschland Politiker die Sau rauslassen und ihr eigenes kleines "Reich" aufbauen ist wohl nicht relevant?
    Was da mitunter für Gesetze und Vorschläge kommen... *kopf schüttel*
    Was erwartet man auch von großteils korrupten, die vorallem ihr Geld und ihre Macht im Blick haben?

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  8. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor tingelchen 29.04.12 - 14:44

    Also wenn man finanziell nicht in der Lage ist sein Kind zu versorgen, dann ist die einzige richtige und logische Entscheidung kein Kind zu bekommen. Denn das Argument "Ich geben meinem Kind ganz viel Liebe" ist gleich hinfällig wenn es vor Hunger schreit.

    Das hat weder etwas mit Arroganz noch mit Kultur zu tun. Sondern einzig und alleine mit gesundem Menschenverstand.

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  9. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor tingelchen 29.04.12 - 14:50

    > Was ist an den Arbeitsbedingungen denn unmenschlich?
    > Sachen, die du so empfindest?
    >
    Du bist ja merkwürdig. Unmenschliche Arbeitsbedingungen haben nichts mit dem eigenen Ansichten oder Empfindungen zu tun. Sondern sind medizinisch begründet. Wenn die Arbeitsumgebung den Körper und/oder Geisteszustand schädigt, dann sind die Arbeitsbedingungen unmenschlich.

    In diesem Fall führen 12h Arbeitszeit an 6 Tagen ohne Urlaub nicht nur zur körperlichen Erschöpfungen sondern auch zur Geistigen Verkümmerung. Da der nötige Ausgleich fehlt. Und der stellt sich nun einmal nicht in wenigen Stunden ein.

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  10. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor Eheran 29.04.12 - 18:49

    Woher weißt du das?
    Welche Studie belegt, dass lange (und ggf. harte) körperliche Arbeit sowohl Körper als auch Geist schädigt?
    Ich würde eher vom Gegenteil ausgehen, was meine Oma auch schön gezeigt hat.
    Sie hat nach dem 2. WK beim Wiederaufbau mitgeholfen, in alle dem Elend auch 7 Kinder großgezogen und so ziemlich immer Feldarbeit etc. geleistet, bis über 70.
    Dennoch war sie bis zu ihrem Tod geistig und körperlich fit, was man von den jetzigen Generationen nicht behaupten kann und können wird.
    Also wenn es dafür wirklich irgendwelche Beweise geben sollte: her damit!
    Würde mich aber wirklich wundern, wenn es dafür handfeste Beweise geben würde.

    >Also wenn man finanziell nicht in der Lage ist sein Kind zu versorgen, dann ist die >einzige richtige und logische Entscheidung kein Kind zu bekommen.
    Ich würde eher auf Egoismus tippen, immerhin müsste man dann auf gewissen Luxus verzichten.
    Spätestens im Rentenalter müssen dann andere für sie Arbeiten, sie selbst haben aber nie Kinder großgezogen und dieses Geld investieren müssen.
    Purer Egoismus halt.
    Den Wert eines Kindes sehen diese Menschen nicht, es wird auch im Fernsehen nicht so dargestellt, wie toll es ist Kinder groß zu ziehen.
    Ganz im gegenteil, da sieht man nur irgendwelche verzognene Kinder, die ihren Eltern das Leben schwer machen.

    Ansonsten: Warum bekommen gerade in armen Ländern die Menschen so viele Kinder, die sie keinesfalls versorgen können? Logische Entscheidung, ja?

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  11. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor beaver 29.04.12 - 21:59

    Jo. Tolle Logik. Nein, wirklich, finde ich gut dass du das so siehst. Nur muss man diese Logik auch zuende denken: Nichts mehr aus diesen Ländern kaufen! Denn unsere Verbindungen dahin beeinflussen ihre Entwicklung sehr stark in eine Richtung.

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  12. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor DerHaarigeAbgang 29.04.12 - 23:22

    Eheran, du sagst, wir sollten uns zuerst um unsere Probleme kümmern. Menschen in Deutschland bekommen keine Kinder, nicht weil sie dann kein Essen haben, sondern weil es eindeutige Kein- und Einkindertrends gibt. Daran kann man auch durch erhöhen des ohnehin schon extremen Lebensstandartes in Deutschland nichts ändern. Wir sowieso nicht. Was ist jetzt so schlimm daran, auf unbestritten unmenschliche Arbeitsbedingungen in dieser Firma aufmerksam zu machen, wenn man so vielleicht nicht, achtung Sarkasmus, Deutschland zu neuen Kindern verhilft, aber trotzdem vielleicht auch ausnahmsweise mal als kleine Gruppe von Personen etwas durchaus positives bewirken kann. Man soll helfen wo man kann und will, und nicht nicht helfen, weil es andere Probleme gibt.

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  13. Re: Das Argument, tausende würden bei Foxconn Schlange stehen..

    Autor Eheran 30.04.12 - 05:20

    >Denn unsere Verbindungen dahin beeinflussen ihre Entwicklung sehr stark in eine Richtung.
    Absolut.
    Die Frage ist, kann ein Land auch ohne so eine Phase von einem Entwicklungsland zu einem Industriestaat werden?
    Ich glaube fast das wird nicht gehen und diese (vergleichsweise!) schlechten Bedingungen sind ein teil dieser Entwicklung.
    Immerhin müsste sich sonst auf irgendeine weise alles auf einmal entwickeln und gebaut werden und die Menschen auf anhieb ganz anderst Leben.
    Ist alles keine einfache schwarz/weiß Sache, auch wenn es natürlich in den Medien so dargestellt wird.

    Bezüglich des Geburtebrückgangs in Deutschland:
    Dieser diente in erster Linie dazu, diese Argumentation(skette) zu durchbrechen.
    Denn es sind eben gerade die ärmeren Menschen, die viele Kinder bekommen.
    Ob das nun gut oder schlecht ist... auch der Film "Idocracy" ist in dem Zusammenhang interessant.
    Wenn man also wirklich etwas gutes bewirken kann - dann los.
    Aber wenn man nicht alles ganz genau bis zum Ende durchdenkt ist ein schneller Aktionismus bitte zu unterlassen.
    Genauso sehe ich es auch beim Umweltschutz.
    Da bringt es nichts, wenn wir hier in Deutschland noch so sehr die höheren Kosten etc. in kauf nehmen - wenn der Rest der Welt sich einen Dreck darum schert und somit Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen.
    Zumal es auch hier erhebliche Meinungsmache durch die Medien gab und gibt, wodurch mitunter in eine völlig falsche Richtung gelenkt wird.
    Dann lieber in Deutschland diese Dinge machen und zumindest unter kontrollierten Bedingungen, statt es auf die Entwicklungsländer ab zu schieben. (Siehe z.B. den anderen der 3 polarisierenden Artikel zu diesem Thema bei Golem)

    Ich will damit keine weitere Diskusion anfangen, aber Atomkraft ist mit abstand die beste Lösung, die wird momentag haben/hätten.
    Trozdem steht sie als die schlimmste Technologie da, aufgrund eben solcher Meinungsmache. Da gibt es genügend Weiterentwicklungen und neue Ansätze die z.B. einen super GAU in diesem Sinne unmöglich machen und die (fast) garkeinen Abfall mehr Produzieren, auf Thoriumbasis arbeiten etc.
    Ich glaube dass günstige Energie für alle Menschen dieses Planeten eine Grundvorraussetzung ist für einen höheren Lebensstandard ist.

    >auf unbestritten unmenschliche Arbeitsbedingungen in dieser Firma aufmerksam zu machen
    Weil es eben nicht unbestritten ist.
    Die Frage, was genau denn unmenschlichkeit an dieser Arbeit bei Foxconn ist, ist auch noch nicht Beantwortet. Immerhin gibt es dort geregelte Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit, ein Dach über dem Kopf (das ist wirklich einiges Wert), gute und pünktliche Bezahlung usw.
    Einige gehen hier sogar so weit und behaupten, wir wären an irgendwelchen todesfällen (teil)schuld... was für eine verzerrte Wahrnehmung muss dem zugrunde liegen?
    Ist der Autobauer etwa mit schuld an Autounfällen?
    Der Erfinder des Ottomotors an der Umweltverschmutzung durch Blei?

    Die Probleme sind alle miteinander verzahnt und es gibt eines ganz sicher nicht:
    Eine einfache, alle Probleme angehende Lösung.
    Helfen wo man kann, aber bitte keinen blinden Aktionismus.
    Berichterstattung ja, aber bitte keine polarisierende und einseitige.

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