Liebe BWL-Erstsemester und Frühkapitalisten, macht doch einfach mal ein Praktikum bei Foxconn am Fliessband.
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Wäre ich ein Reisbauer:
Gute alternative, bin sofort dabei!
Wie kann man hiesige Verhältnisse mit denen in China vergleichen?
Die würden dort nicht schlange stehen für Jobs wenn es viel schlimmer und schlechter bezahlt ist als andere Arbeit dort.
Bei >1mio Arbeitnehmer kommen Selbstmorde nunmal nicht gerade selten vor, genauso plötzliche Ohnmacht etc.
In meiner Schulklasse waren wir damals ~20 Schüler, dennoch habe ich miterlebt wie jemand Ohnmächtig wurde und umkippte.
Muss eine ganz schlimme Schule gewesen sein, oder?
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Die hieisgen EVrhätnisse wandeln sich ja wieder zu den Frühkapitalistischen EVrhältnissen.
Man merkt,d as die GEwerkschaften immer noch schwach sind. Ohne die Kämpfe der Gewerkschaften würde es heir genauso aussehen.
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Eheran schrieb:
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> Wäre ich ein Reisbauer:
> Gute alternative, bin sofort dabei!
Da Du offenkundig noch nie Reisbauer warst oder anderweitig Deinen Lebensunterhalt mit Landwirtschaft verdient hast, spreche ich Dir erst einmal die Kompetenz für obige Entscheidung ab.
Du verwechselst meines Erachtens den Reisbauern mit eigenem Land, der über die Erträge seiner Arbeit verfügen kann mit einem Tagelöhner, der auf Reisfeldern für einen Hungerlohn (oder sogar nur Kost und Logis) schuftet.
Aber selbst letzterer dürfte zweimal überlegen, denn auch wenn der Reisanbau harte Arbeit ist, fällt diese doch nicht 24/7 an. Das Härteste ist das Vorbereiten der Schwemmfelder beim Nassreisanbau, also das Pflügen mit Muskelkraft, weil Maschinen zu teuer und auf den unebenen, überfluteten Feldern nicht einsetzbar sind. Gleich darauf folgt das Setzen der zuvor ausgesäten und auf Pflanzgröße gewachsenen Reispflanzen, was nicht unbedingt schwer ist, aber aufgrund der unbequemen Körperhaltung in der Nässe doch in Knochenarbeit ausartet. Aber - und nun kommt's - der ganze Stress geht drei bis vier Wochen. Danach ist für drei bis vier Monate (!) mehr oder weniger Ruhe. Der Reisbauer arbeitet also - je nach klimatischer Region und Beschaffenheit seiner Felder - im Jahr drei bis dreieinhalb Monate wirklich hart. Der Rest des Jahres wird mit leichten Arbeiten gefüllt oder ist eben Freizeit.
Davon kann ein Arbeiter bei Foxconn nur träumen. Er verdient vielleicht ein paar Cent mehr, aber rechne das mal auf die Arbeitszeit um und berücksichtige dabei, dass der Foxconn-Lohnsklave im städtischen Raum viel höhere Lebenserhaltungskosten und obendrein weniger Zeit hat, sein Geld auszugeben.
Nein, mein Bester, auch auf die Gefahr hin, Dich mit zu vielen Fakten zu irritieren: Die Arbeiter in den Fabriken sind keine Bauern, denen die Feldarbeit zu hart war. Es sind Leute, die keine Bauern sein konnten, weil sie entweder "überzählige" Söhne und Töchter vom Lande sind oder weil ihre Familien im Zuge irgendwelcher Bauprojekte mit lächerlicher Entschädigung enteignet wurde. Und hinter den Bauprojekten stecken übrigens häufig Investoren, die ihr Geld auch bei Foxconn angelegt haben. Damit ist der Wirtschaftskreislauf rund und seine Gewinner und Verlierer sauber definiert.
Deshalb schmeißen ja auch auch regelmäßig mehr Arbeiter (nicht nur) bei Foxconn das Handtuch, als dass sie zusammenbrechen oder sich umbringen. Die sind aber kein Gesprächsthema, da sie still und leise durch neue Kräfte ersetzt werden, die noch nicht wissen, auf was sie sich einlassen.
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Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
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> Die Arbeiter in den Fabriken sind keine Bauern, denen die
> Feldarbeit zu hart war. Es sind Leute, die keine Bauern sein konnten, weil
> sie entweder "überzählige" Söhne und Töchter vom Lande sind oder weil ihre
> Familien im Zuge irgendwelcher Bauprojekte mit lächerlicher Entschädigung
> enteignet wurde.
Auf deiner eigenen Argumentationsbasis:
>Da Du offenkundig noch nie Reisbauer warst oder anderweitig Deinen Lebensunterhalt >mit Landwirtschaft verdient hast, spreche ich Dir erst einmal die Kompetenz für obige >Entscheidung ab.
Würde ich gerne wissen, wie dein Beitrag auch nur einen deut besser ist?
Woher weißt du all das?
Kann ich dir diese Kompetenz auch absprechen?
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Eheran schrieb:
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> Auf deiner eigenen Argumentationsbasis:
> Würde ich gerne wissen, wie dein Beitrag auch nur einen
> deut besser ist?
> Woher weißt du all das?
> Kann ich dir diese Kompetenz auch absprechen?
Immerhin habe ich ein paar Argumente auf den Tisch gelegt, die Du prüfen und ggf. als nicht stichhaltig einstufen kannst. Und dann darfst Du mir natürlich ebenfalls die Kompetenz absprechen. ;-)
Ein pauschales "Als Reisbauer würde ich sofort Lohnsklave bei Foxconn werden!" lässt hingegen nicht sooo wahnsinnig viel Spielraum bei der Einschätzung.
Generell gibst Du Dich ganz schön dünnhäutig; gemessen daran, dass Du mit so starken Überzeugungen angetreten bist. Wer austeilen will, sollte aber auch einstecken können. Dich hat es nicht gestört, wie Deine Kaltschnäuzigkeit auf Andere wirkt, also warum sollte Dich jemand schonender entgegenkommen?
Mal abgesehen davon, dass alle Diskussionsteilnehmer trotz aller Schärfe bisher recht höflich geblieben sind, nicht wahr?
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Charles Marlow schrieb:
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> Liebe BWL-Erstsemester und Frühkapitalisten, macht doch einfach mal ein
> Praktikum bei Foxconn am Fliessband.
Das gibts ja nicht oft, aber ich kann ihnen 100% zustimmen
+1
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Für offene Standards
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>Ein pauschales "Als Reisbauer würde ich sofort Lohnsklave bei Foxconn werden!" lässt >hingegen nicht sooo wahnsinnig viel Spielraum bei der Einschätzung.
Das lässt garkeinen Spielraum, denn es ist meine Meinung - nicht mehr und nicht weniger.
Jedenfalls führt diese ganze Diskusion zu rein garnichts, weil wir keinerlei Fakten haben.
Was bewegt die Menschen wirklich, dort anzufangen etc.
Sowas erfährt man aber nicht von normalen Medien, die sind nur auf ihre Meinungsmache aus.
Im Zweifel werde irgendwelche eindeutigen Ergebnisse auch einfach umgedeutet etc.
Ein schönes beispiel diesbezüglich:
Schlagzeile: "der größte Drogendealer der Welt verhaftet"
Realität: 2,2m großer Mann mit etwas über der "erlaubten" Menge Hasch erwischt.
In wie fern gebe ich mich denn Dünnhäutig?
Ich bin auch eig. nicht Kaltschnäuzig. ;)
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Lustigerweise sind die Gesetze in China der unseren gar nicht so weit entfernt. Was die Arbeitsbedingungen angeht. Es hält sich nur keiner daran und es wird auch nicht kontrolliert.
Aber ich bin sicher das auf deiner Schule keine 12h an 6 Tagen in der Woche unterrichtet wurde und es dazu auch keine Ferien gab ;) Es waren wohl eher so um die 6h - 8h an 5 Tagen in der Woche, inkl. Pausen + massig Ferien und Feiertage.
Daher ist der Ohnmachtsanfall eher nicht auf die Unterrichtszeiten zurück zu führen ;) Sondern eher auf Krankheit oder produzierten Stress.
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Obschon die Bedingungen so viel Entspannter sind kippt mancheiner um. Darum ging es mir.
Bei Foxconn hat das eher weniger mit den Arbeitszeiten zu tun, auch mit den Bedingungen nur bedingt. (Möglicherweise hat der Arbeiter z.B. zu wenig getrunken?)
Sonst wären zu meiner Zeit beim Bund auch reihenweise leute bei den Übungen umgekippt.
Wir waren bei >30° im Schatten unter voller Ausrüstung und maximaler körperlicher Anstrengung unterwegs, konnten nachts aufgrund des Alarmposten sowie der Feuerwache max. 2h schlafen... Tagelang.
Das gleiche auch bei unter -15°C ohne auch nur einmal in der ganzen Zeit warm zu werden.
Natürlich haben sich einige Weicheier darüm gedrückt und sich krank gemeldet, manch einer war bestimmt auch wirklich krank.
Aber umgekippt o.ä. ist keiner, auch in früheren Jahrgängen nicht.
Nur bei der Vereidigung, wo man >30min rumsteht, sind immer viele umgefallen.
Das ist da völlig normal, obwohl man da weder Stress noch sonstwas hat.
Darüber gab und gibt es aber keine Schlagzeilen, weil nunmal allen klar ist, dass sowas passieren kann.
Nur wie hier kann man dann sein gewissen entlasten und alles anprangern, obwohl bei >1mio Arbeitern natürlich auch regelmäßig jemand umkippt.
Das sind immerhin 1,5% der Deutschen bevölkerung!
Erst wenn etwas überdurchschnittlich oft passiert sollte man mal Nachforschungen anstellen.
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Uns geht in hier nur so gut, weil es anderen Menschen auf der Welt schlecht geht. Darauf fußt unsere Gesellschaft/Wirtschaft etc.
Das fängt nicht nur bei Elektronik an und hört bei Foxconn auf, sondern das betrifft eigentlich alle Bereiche unseres Lebens.
Das sollte man sich klar machen - dann allerdings noch einen vom stapel zu lassen nach dem Motto schlimmer geht immer (Reisbauer etc.) ist jedoch bigott und/oder ignorant so oder so sollte man sowas besser für sich behalten...
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>Uns geht in hier nur so gut, weil es anderen Menschen auf der Welt schlecht geht. >Darauf fußt unsere Gesellschaft/Wirtschaft etc.
Wie kommst du denn darauf?
Das ist doch erst seit relativ kurzer Zeit überhaupt so (seit der Kolonisationszeit?).
Wie sind wir vorher die Leiter raufgekletter?
Handel ist prinzipiel erstmal für beide Seiten gut.
Dass es ein Gefälle der Lebensstandarde gibt ist wohl kaum unsere Schuld. Wenn wir uns völlig abgeschnitten vom Rest der Welt entwickelt hätten wäre dieses Gefälle sogar noch größer.
Des weiteren sind wir (unsere Vorfahren) wirklich schon durch extrem viel Elend und Leid gegangen, das sollte man nicht unter den Tisch fallen lassen.
Nur so konnten wir zu dem werden, was wir heute sind.
Gebt China Zeit, dann wird sich deren Lebensstandard erhöhen.
Unserer gleichzeitig möglicherweise absenken - das zu ändern liegt momentan vorallem in den Händen der Politik, welche uns alledings bislang nur noch tiefer in die Scheiße geritten hat.
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