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Fordere ich doch immer

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  1. Fordere ich doch immer

    Autor Siga9876 13.08.09 - 11:57

    Bei Newslettern, Prepaid usw. sollte man zwingen, in die Bilanz die Kunden aufzuzählen und auch die, die z.b. 100 Tage nicht mehr telefoniert haben oder 5 Monate nicht mehr bei Amazon bestellt haben usw.

    Einleuchtendester/Beliebtester Grund dürften die angeblich falschen Abo-Zahlen von Premiere sein. Aber unsere verbraucher-wirtschafts-ministers haben natürlich an sowas kein Interesse.

    Welche Zeiträume man nimmt, hängt vom Geschäftsmodell ab und müssen die Branchen (newsletterbranchen usw.) dann absprechen. Zusätzliche Infos darf auch jeder angeben.

    Fakes muss man verhindern. Beispiel: "Wir haben 1 Mio inaktive Kunden ausgebucht und 1 Mio neue Kunden dazugewonnen" (indem man die inaktiven Kunden wegen einer Umfrage angerufen hat)

    Bei Newslettern müsste man sich z.b. reaktivieren. Sonst darf man nicht als Emfpäger gezählt werden oder pro Monat den man nicht zurückgemeldet hat 0,1 "Stimmen" weniger.
    Kunde die 10 Monate weg sind, zählen dann als 0. Wer 5 Monate zurückliegt, zählt 0,5 usw.
    Das wäre etwas zu eng (wer sich in den letzten drei Monaten gemeldet hat, sollte ruhig als 1.0 zählen), soll aber nur als Beispiel dienen.

    Sonst gibts das so zahlen wie: 100 Mio Leute in Deutschland, 120 Mio Handy-Verträge in Deutschland.

  2. Re: Fordere ich doch immer

    Autor .02 Cents 13.08.09 - 13:03

    Siga9876 schrieb:
    -------------------------------------------------------

    > Sonst gibts das so zahlen wie: 100 Mio Leute in
    > Deutschland, 120 Mio Handy-Verträge in
    > Deutschland.

    Dazu kann man vielerlei sagen. Zunächst einmal gibt es zwei zentrale Grössen im Mobilfunkgeschäft: Benutzer und ARPU. Wie man auch diesem Artikel entnehmen kann, sind das die zwei zentralsten Grössen, nach denen man einen Mobilfunker (egal ob mit Netz oder nur Reseller) beurteilt. Dummerweiser ist ARPU = Umsatz / Benutzer. Das bedeutet in der Bilanz Betrachtung (also von einem Stichtag aus rückwärts) bei gegebenem Umsatz (und hier unterstellen wir mal, das da nicht übermässig getrickst wird) sinkt mit steigenden Benutzer Zahlen der ARPU, und um höheren ARPU auszuweisen, muss man niedrigere Benutzer Zahlen ausweisen.

    Nicht unüblich ist daher, das man mit zwei (oer mehr) Definitionen von Kunde hantiert - im ARPU wird die benutzt, unter die weniger Kunden fallen, bei der Customer Base die grössere Zahl.

    Im übrigen schreibe ich und viele andere hier von Kunden - typischerweise geht es aber nicht um Kunden, sondern um Verträge (bis auf Multi SIM und ähnliches also die Anzahl aktiver SIM Karten).

    Dabei kann man nicht sagen, es gebe dabei ein eindeutiges richtig oder falsch. Eine Kennzahl ist eben nur eine Kennzahl und nichts als diese Kennzahl - dumm ist nicht die Kennzahl, sondern derjenige, der meint, eine eindimensionale Kennzahl würde die gesamte komplexe Realität widerspiegeln.

    Zurück zu deiner zitierten Aussage oben: '100 Mio Leute'. Leute ist ein noch schlechterer Begriff, als Kunde. Kunde ist schon recht schwer zu einem Mobilfunkvertrag in Beziehung zu setzen

    Bsp: Firma X hat einen Rahmenvertrag. Über den bekommen 100 Mitarbeiter ein Diensthandy. Von den 100 nehmen noch 50 Privat einen Mobilfunkvertrag zu entsprechenden Konditionen, 50 andere, die kein Diensthandy haben, nutzen aber auch die Firmenvorteile mit aus. Für die 100 Dienstverträge gibt es eine Rechnungsadresse. Die 100 Privatverträge über den Firmenrahmenvertrag gehen an die Privatadressen. Was ist da nun die einzig Wahre zählweise? Diese Konstrukte werden beliebig komplizierter, wenn irgendwelche Formen der Lebensgemeinschaften mit gemeinsam unterschriebenen Verträgen etc pp dazu kommen ...

    Weiteres Beispiel: Prepaid Verträge. Früher war es allgemein üblich, Verträge, die 3 Monate inaktiv waren, zunächst mal aus der Kundenzahl herauszurechnen, und dann irgendwann zu deaktivieren und eventuelle Restguthaben einzukassieren (ein netter Nebeneffekt: Die vorab kassierte Mehrwertsteuer, die bei tatsächlicher Nutzung fällig wird, wird auch einbehalten, da ja keine Nutzung eingetreten ist ...). Mittlerweile sind das laut Bundesgerichten afaik 12-24 Monate, über die solche Guthaben mindestens aufrecht erhalten werden müssen. Dem steht aber gegenüber, das eine aktive SIM den Provider durchaus Geld kostet, da bestimmte Netzelemente nach der Zahl der aktiven SIM abgerechnet werden. Was ist da also die 'richtige' zählweise?

    Insofern ist es durchaus plausibel, das es in Deutschland deutlich mehr aktive Verträge gibt, als Einwohner (zumal bei Einwohner auch noch zu klären wäre, wie die exakte Abgrenzung läuft, denn es wohnen in Deutschland durchaus nicht nur deutsche Staatsbürger, die ihre 75 Jahre am gleichen Wohnort verbringen, sondern Migranten in beide Richtung mit teilweise Sonderstatus bezüglich Ihres Aufenthalts Rechts, etc). Aber die Konstellation Diensthandy / Privathandy findet man sicher recht häufig, ein Zweitvertrag / Prepaid, weil Freund/in/e bei einem anderen Provider sind, aber der eigene Postpaid Vertrag noch n-Monate läuft, etc gibt es sicher auch jede Menge.

  3. Re: Fordere ich doch immer

    Autor Siga9876 14.08.09 - 11:44

    Danke für die lange Erläuterung. kürzer wäre auch gegangen.
    Mein Beispiel mit 100 Mio Bürgern und Verträgen war ja auch eher als Beispiel für ungeeignete WischiWaschi-Zahlen.

    Bei Newslettern, Kunden,... sollte man halt aktive Kunden zählen. Je nach Vertragsart (OnlineShop, Newsletter, Xing, GolemForum, Videothek, Lovefilms/Amango, Premiere-On-Demand, Prepaid, Vertragskunden mit und ohne MonatsBetrag,...) halt einen oder mehrere verschiedene Zeiträume.
    Gewisse Schwankungen hat man immer. Und die Probleme mit den Dual-Verträgen auch.

    Im Prinzip hat man bei DualVerträgen aber einen Firmen-Kunden und einen Privatkunden. Wären also separat zu führen weil es ja darum geht, das viel telefoniert/smst/... wird. Man könnte auch % der gesamten Telefonminuten und gesamten TelefonKosten einer Firma oder Privatperson in Relation zu den Einnahmen der eigenen Firma setzen (10 Euro HandyGrundgebühr, 12 Euro HandyTelefonieren, 2 Euro SMS und Festnetz 10 Euro FestnetzFlat, 10 Euro ISDN, 10 Euro DSL1000 macht 24 Euro von 54 Euro für die Mobilfunkfirma) . Die Werte waren erfunden.
    Ist auch egal. Auf vernünftige Wirtschafts/Verbraucherminister kann man lange warten.

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