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24 Monate und kaputt?

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  1. 24 Monate und kaputt?

    Autor Replay 27.04.12 - 15:59

    Man sollte das Gerät länger als eine typische Vertragslaufzeit nutzen.

    Die Geräte halten in der Regel mehrere Jahre, fünf Jahre sollten schon drin sein. Man muß sich an die eigene Nase fassen, ob jede Spielerei wirklich sein muß, oder ob das Ding nicht doch eher ein Telefon mit Online-Funktionen ist.

    Ich habe ein iPhone 4, das diesen Sommer zwei Jahre alt wird. Austausch? Warum? Das Ding macht doch, was es soll. Telefonieren geht, Internet geht, die beruflich genutzte Software läuft darauf wie geschmiert und als Informationsquelle (diverse Nachschlagewerke, alle offline) funktioniert es ebenfalls ohne Probleme.

    Das alles wird auch in drei Jahren noch gehen, dann ist das Gerät fünf Jahre alt. Wenn es dann immer noch funktioniert, wird es auch weiter verwendet.

    Das 3GS ist mittlerweile drei Jahre alt. Es ist auf dem aktuellen Stand, es verfügt über das aktuelle OS und funktioniert bestens.

    Viele Leute meinen, ein Mobiltelefon oder ein Computer hat die Halbwertszeit einer Banane. Mitnichten.

    Die Stimmen außerhalb meines Kopfes irritieren mich am meisten...

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  2. Re: 24 Monate und kaputt?

    Autor yosh 27.04.12 - 16:27

    Replay schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Viele Leute meinen, ein Mobiltelefon oder ein Computer hat die
    > Halbwertszeit einer Banane. Mitnichten.

    Die immer ausgefeiltere und umfangreichere Technik bietet natürlich viel Raum für Defekte. Reparieren lohnt sich dann oft nicht, da kommt gleich das neue Gerät ins Haus. Die Tastatur meines -- mittlerweile acht Jahre altes -- Handies hat kürzlich eine Taste verloren. Für vier Euro eine neue Tastaturmatte bestellt, 30min für den Austausch investiert und hoffentlich weitere acht Jahre telefonieren wie am ersten Tag :-)

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  3. Re: 24 Monate und kaputt?

    Autor elknipso 27.04.12 - 16:37

    Alle 2 Jahre vielleicht nicht, aber nach 3 - 4 Jahren wird es schon kritisch. Spätestens nach 5 Jahren kann man schon viele neue Funktionen mit der alten Hardware nicht mehr nutzen.

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  4. Re: 24 Monate und kaputt?

    Autor Chevarez 28.04.12 - 16:40

    Da hast du schon recht, aber durch langlebige Produkte entsteht eine andere Problematik. Dazu aber gleich mehr.

    Zuerst will ich noch sagen, dass es ja oft auch nicht zwingend nur am Konsumenten liegt, der immer unbedingt das neueste Gadget kaufen muss, sondern häufiger an den Produkten, die tatsächlich die sprichwörtliche Haltbarkeit einer Banane besitzen. Man kennt die Erzählungen von Geräten, die kurz nach der Garantie einen Defekt erleiden und eine Reparatur dann vermeintlich nicht mehr wirtschaftlich erscheint. Dies ist von den Herstellern der Produkte durchaus beabsichtigt. Der Fachterminus für dieses Phänomen nennt sich "Geplante Obsoleszenz".

    Warum Hersteller das machen ist ganz einfach: Stell dir mal vor, dein Laptop würde lebenslang halten. Soetwas zu bauen wäre prinzipiell möglich, würde zwar eine ganze Stange mehr Geld kosten, aber fände sicherlich eine ganze Reihe an Abnehmern. Irgendwann würde am Markt eine gewisse Sättigung eintreten, welche dafür sorgt, dass keine ausreichende Nachfrage nach Geräten mehr bestünde, welche Neuinvestitionen in Forschung, Entwicklung und Bau neuer Geräte rechtfertigen würde. Unternehmen würden nur noch wenig verkaufen und der Fortschritt würde stehen bleiben, Arbeitsplätze würden wegfallen, usw...

    Auch den Menschen in den betroffenen Entwicklungsländern wäre nicht direkt geholfen, wenn wir unser Konsumverhalten verändern würden. Im Gegenteil: In unserem aktuellen System würde man diesen Menschen dadurch sogar eine Erwerbsmöglichkeit entziehen. So schlecht es diesem Menschen dabei auch geht, letztenendes machen sie dass nur deshalb, weil es für sie eine Chance bietet, wenigstens etwas Geld zu verdienen. Klar, dass man also eher dort vor Ort für andere Erwerbschancen sorgen muss, als hier einseitig etwas zu verändern, was die grundlegende Problematik, nämlich die Abhängigkeit und Armut in diesen Ländern, nicht wirklich löst.

    In dem System, in welchem wir aktuell leben, hat die geplante Obsoleszenz also durchaus eine gewisse Daseinsberechtigung, und vorausgesetzt, die Produkte sind zu einem hohen Grad recyclebar und das Recyclesystem funktioniert, ist auch die Auswirkung auf die Begrenztheit unserer Ressourcen nicht ganz so tragisch, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Lediglich der für Fertigung und Recycling benötigte mehrfache Energiebedarf ist ökologisch natürlich äußerst ungünstig zu sehen, aber auch das wäre durch einen hohen Anteil an regenerativer Energie nicht ganz so tragisch.

    Die Frage ist allerdings, ob man nicht irgendwann das System ändern möchte um dadurch in vielen Bereichen geplante Obsoleszenz weitestgehend überflüssig zu machen. Die Unterhaltungsindustrie ist hier jedoch leider ein Bereich, in dem die Aktzeptanz der Kunden, einen deutlich höheren Preis für ein sehr langlebiges Produkt zu zahlen, wahrscheinlich relativ niedrig wäre. In diesem Bereich wollen die Kunden ja durchaus alle paar Jahre ein neues, fortschrittlicheres Gerät, so dass man hier entweder weiter über günstigere und dafür schneller defekte Komponenten (eben geplante Obsoleszenz) steuern kann bzw. über Umtauschaktionen (alt gegen neu) Kunden dazu motivieren kann, auch dann ein neues Gerät zu kaufen, wenn das alte prinzipiell noch seinen Dienst tut. In der Automobilindustrie könnte man sich jedoch durchaus vorstellen, geplante Obsoleszenz vollständig durch andere Marktkonzepte zu ersetzen. Eine Art Mietsystem z. B., in dem der Kunde durch zyklusmäßige Zahlungen dem Automobilhersteller ein Einkommen ermöglicht, während dieser wiederum ein sehr großes Interesse daran hat, die Fahrzeuge robust zu bauen, so dass wenig Ausfall und Wartung über den gesamten Nutzungszeitraum erreicht wird.

    Vor allem also bei Investitionsgütern würden Kunden schätzungsweise durchaus ein derartiges System akzeptieren und somit wäre sowohl der Energieverbrauch durch stark ausgelastete Verwertungskreisläufe also auch die nicht von der Hand zu weisende Ressourcenverschwendung (denn 100 %ige Recyclebarkeit ist sehr selten) erheblich minimiert. Die einzige Frage, die zu klären bleibt, ist, wann wir Menschen bereit für solche tiefgreifenden Veränderungen in unserer Gesellschaft sind?

    Noch grundlegender und tiefgreifender wäre natürlich ein System, welches das Streben nach immer mehr Geld und somit das Hauptziel jeder Unternehmung, nämlich die Gewinnmaximierung, durch andere Werte und Ziele ersetzt. Gedanken und Diskussionen über derartige Systeme sind jedoch rein akademischer Natur und man wird wahrscheinlich noch einige Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende warten dürfen, bis die Menschheit weit genung ist, bis sich so etwas durchzusetzen vermag. Mit dem Wegfall der materiellen Orientierung würden auch Probleme wie Armut, Ungerechtigkeit, Korruption und dergleichen wegfallen, aber die Verhaltensweisen der Menschen, die diese Missstände hervorrufen sind einfach noch zu tief in unserem Geiste verankert.

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