Dieser Artikel ist exemplarisch dafür, wie Medien versuchen aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.
Warum muss sich ein Geschäftsführer dafür kritisieren lassen, wenn er bei Umsatzrückgang - um es mit den Worten der FT zu sagen - " den persönlichen Beitrag der Mitarbeiter" einzufordern.
Ist dies nicht ein notwendiges Übel in der Marktwirtschaft, dass die Führungsebene ihre Mitarbeiter um mehr Einsatz bittet?
Die Medien reiten nun auf dem Kontext der Worte "unzureichend" und "Mitarbeiter" rum. Soll sich Herr Jetter hier besser um Zuneigung bemühen und die Probleme in Wattebällchen einpacken? Meines Erachtens bedarf es bei Problemen klarer Kommunikation, insofern kann ich an den Aussagen Herrn Jetters wenig Verwerfliches finden.
In der medialen Darstellung liegt der schale Geschmack der Vorstellung, dass die Arbeitnehmereigenschaft von Eigenverantwortung und unternehmerischem Risiko gänzlich entbindet. Dies halte ich für verfehlt.
I concur wholeheartedly.
Wie dumm muß man eigentlich sein, seine gesamten Mitarbeiter öffentlich zu kritisieren!
Ein richtiger Topmanager gibt unauffällig Anweisungen an die unteren Hierarchiestufen, das Umsatzproblem anzugehen und zu lösen. Mit der öffentlichen Demütigung ist das Betriebsklima komplett zerstört, viele Mitarbeiter werden IBM jetzt regelrecht sabotieren.
Dieser Mann hat wohl noch nie etwas von modernen Führungsstrategien gehört, er sollte sofort gekündigt werden!
Alf Edel schrieb:
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> Wie dumm muß man eigentlich sein, seine gesamten Mitarbeiter öffentlich zu
> kritisieren!
> Ein richtiger Topmanager gibt unauffällig Anweisungen an die unteren
> Hierarchiestufen, das Umsatzproblem anzugehen und zu lösen. Mit der
> öffentlichen Demütigung ist das Betriebsklima komplett zerstört, viele
> Mitarbeiter werden IBM jetzt regelrecht sabotieren.
> Dieser Mann hat wohl noch nie etwas von modernen Führungsstrategien gehört,
> er sollte sofort gekündigt werden!
/signed
Er hätte ja in der Öffentlichkeit den üblichen Aussagefreien Dünsch erzählen können wie "Auf Basis der Umsatzrückgänge werden wir Unternehmensinterne Optimierungen vornehmen".
Greenhorn schrieb:
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> Ist dies nicht ein notwendiges Übel in der Marktwirtschaft, dass die
> Führungsebene ihre Mitarbeiter um mehr Einsatz bittet?
Nein, er bittet seine Mitarbeiter nicht. Er setzt ihnen die Pistole auf die Brust.
Glaubst du an eine postive Umsatzentwicklung durch ein Klima der Verunsicherung unter den Angestellten?
Wenn eine Firma - aus welchen Gründen auch immer - Umsatzrückgänge zu verzeichnen hat, dann hat die Führungsebene die Situation zu erfassen und muss sich überlegen, in welche Richtung sie Steuern will, um die Situation zu verbessern.
Dabei stehen Konzerne sich durch festgefahrene Strukturen und Ansichten meist einfach nur selbst im Weg, so dass sich nur äusserst schwerfällig etwas ändern kann.
Wenn ein Manager also meint das die Belegschaft etwas anders machen muss, dann muss er die Anweisung dazu geben. Und ein guter Manager kann dann auch noch dafür begeistern/motivieren.
Besonders in einem Konzern wie IBM, der als Weltkonzern nunmal für jeden Pups Vorschriften hat, ist (die grosse Masse) der Mitarbeiter "nur" die ausführende Marionette des Chefs.
Die Kunden wollen keine Beratung/Produkte mehr von mir? Dann muss ich mir überlegen warum. Liegts daran, das der Kunde meint meine Leute seien nicht kompetent genug? Dann sollte ich meine Leute vielleicht besser Schulen. Oder nicht nur die Inder-Hotline beschäftigen.
Er findet, meine Produkte sind zu teuer? Dann muss ich entweder mein Produkt günstiger/hochwertiger/besser machen. Oder durch Werbekampagnen die Kunden vom Gegenteil überzeugen.
Injedem Fall aber gilt: Der Arbeiter ist nur so gut, wie ich ihm gestatte zu sein. Wenn ich meinem Arbeiter das Gehalt kürze (oder nicht erhöhe) ist er unzufrieden und arbeitet wie ein unzufriedener.
Wenn ich mein Hotline-Personal nicht schulen will, dann wird er dem Kunden höchst selten helfen können. Oder es läuft immer nur darauf hinaus, das der Hotlinefuzzie sagt "Das werde ich als Ticket aufnehmen. Unsere total überlastete Technik wird sich des Problems annehmen"
Da sag ich als geplagter Kunde über Kurz oder lange schauen, das ich da ne Kompetentere Firma finde, die mir dann auch wirklich hilft.
Was soll so ein Mitarbeiter jetzt bitte besser arbeiten? Den Kunden versuchen mit irgendwelchen blöden Ausreden hinzuhalten? Das durchschaut der Kunde schnell.
Sich selbst schulen? Das geht in aller Regel in die Hose.
Fido schrieb:
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>
> Nein, er bittet seine Mitarbeiter nicht. Er setzt ihnen die Pistole auf die
> Brust.
> Glaubst du an eine postive Umsatzentwicklung durch ein Klima der
> Verunsicherung unter den Angestellten?
Der CEO von Activision z.B. glaubt fest daran. Und hat das auch Öffentlich kundgetan. :D
Ja, die glauben wirklich das, was sie sagen.
Erst verweigern die Manager der Firmen, meist wegen Wirtschaftkrisen, den Mitarbeitern ein Jahrzehnt lang Lohneröhungen, streichen Weiterbildungen, streichen Vergünstigungen, streichen Mitarbeiterfirmenevents, betreiben Outsourcing, machen betriebsbedingte Kündigungen, erzeugen dadurch Angst unter dem 'Rest' ihrer Angestellten, nutzen 'Synergieeffekte' und danach wundern sie sich, wenn sie schlecht ausgebildete, nicht motivierte Mitarbeiter haben.
Manchmal kann man sich da nur noch an den Kopf fassen, und fragen: "Welchen Beruf schwänzen Sie eigentlich?"
95% aller Fehler in einer Firma werden im Management gemacht. Das ist Fakt.
So ist es auch bei BP, und der Ölplattform gewesen.
Full Ack!
Sind eigentlich ganz simple Gedankengänge, für die man nur etwas Mindestintelligenz braucht. Aber daran hapert es leider schon.
Bei uns werden auch lieber Sündenböcke gesucht, und Drohungen ausgesprochen, statt auch nur einmal darüber nachzudenken, warum die Lage so ist wie sie ist, und dann was zu ändern.
Die obere Etage will garnichts von Problemursachen hören. Denn dann müsste man ja zugeben Fehler gemacht zu haben. Also sagt man einfach "Ich will aber! Das muss aber irgendwie! Ist nicht mein Problem. Wofür bezahl ich Sie denn? Lassen Sie sich was einfallen. Ab morgen sind Kreise quadratisch. Sorgen Sie dafür! Wenn das nicht klappt sind Sie faul und dumm, und werden entlassen. Von Ihnen höre ich immer nur "geht nicht" und "unmöglich"."
Gleichzeitig legt man den Leuten noch Steine in den Weg, und gibt ihnen weder genug Zeit noch Personal noch Budget noch Entscheidungsbefugnisse um das Unmögliche möglich zu machen.
Wir sind übrigens ein kleines Unternehmen, mit Chef alter Schule. Kein Konzern mit Managerkrebs. Und trotzdem ist es fast das gleiche hier...
Azz schrieb:
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> Wir sind übrigens ein kleines Unternehmen, mit Chef alter Schule. Kein
> Konzern mit Managerkrebs. Und trotzdem ist es fast das gleiche hier...
Bei kleineren Unternehmen hast du meist Führungsstil nach Gutsherrenart. :D
Das ist ja einer der Gründe warum ich sage, das es völlig egal ist, wo man arbeitet.
/Zynismus an.
Das einzige was sich ändert ist, das die Entlassung persönlicher ist.
/Zynismus aus.
M_Kessel schrieb:
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> Azz schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
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>
> > Wir sind übrigens ein kleines Unternehmen, mit Chef alter Schule. Kein
> > Konzern mit Managerkrebs. Und trotzdem ist es fast das gleiche hier...
>
> Bei kleineren Unternehmen hast du meist Führungsstil nach Gutsherrenart.
> :D
Ja, das trifts genau!
> Das ist ja einer der Gründe warum ich sage, das es völlig egal ist, wo man
> arbeitet.
Anscheinend ja.
> /Zynismus an.
> Das einzige was sich ändert ist, das die Entlassung persönlicher ist.
> /Zynismus aus.
Ja, hier kriegt man den Arschtritt und das "sehen Sie zu dass Sie Land gewinnen. Ich will Sie hier nie wieder sehen!" noch vom GF persöhnlich. ;-)
...er ist nicht dumm, ganz im Gegenteil....dummerweise nur so überzeugt von dem Schwachsinn, daß er gar nicht merkt wie absurd seine Direktiven sind.....aber schau sie Dir an, wer bei IBM ins Top-Management will braucht nicht nur den gleichen Stallgeruch, sondern auch die gleiche dummdreiste Weltanschauung eines elitären Führungszirkels, der vollkommen die Bodenhaftung verloren hat. Smarter Planet.....genau und morgen erobern wir den Weltraum mit dem Fahrrad
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