So eine "human cloud" ist die logische Forsetzung des in der IT schon seit Jahren zunehmenden Outsourcings von "human ressources" - einen Begriff, den ich menschenverachtend finde.
Weiterhin unterstützt eine solche Arbeitnehmerpolitik die Schere zwischen Arm und Reich massiv - sind genügend Leute in der Cloud, wird der ideale Markt geschaffen, der zur maximalen Lohndrückung führt.
Ich kann nur hoffen, dass das Modell daran scheitert, dass auf diese Weise zu viel Know-How bei Arbeitnehmerwechsel verloren geht. Glauben tue ich es allerdings nicht, da es gerade in der IT genügend Dep... Menschen gibt, die Unmengen unbezahlter freiwilliger Überstungen leisten und so den Wissensverlust wieder wett machen.
Manchmal wünsche ich mir, das Internet wäre nie erfunden worden - dann wären solche Dinge logistisch nicht handhabbar.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.12 15:17 durch Mimus Polyglottos.
Stalin hat in seinen Schriften die Menschen als das größte Kapital das eine Nation besitzt bezeichnet. Im Grunde besitzen Kapitalismus und Stalinismus/Staats-Sozialismus die selbe kranke logik nähmlich das sie die Menschen als Objekte betrachten die für einen Zweck eingesetzt werden können. Im einen Falle zum Zwecke des Profits im anderen zum Ruhme des Sozialistischen Staatsführung.
Staats-Sozialismus und Kapitalismus sind gar nicht so verschieden wie wir
Anbieter benötigen "user ressources" und dazu ihre Rechtsordnung.
Marktwirtschaft statt Sozialismus.
Wobei die USA der älteste, größte und marodeste Sozialstaat sind.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.12 17:05 durch omo.
Mimus Polyglottos schrieb:
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> Jahren zunehmenden Outsourcings von "human ressources" - einen Begriff, den
> ich menschenverachtend finde.
Wer immer noch auf eine Welt hofft, wo man am Montag ein Loch gräbt
und am Dienstag das Loch zuschüttet - und dieser Sinnlosigkeit der Existenz
noch Geld hinterherwirft - der ist für mich der wahre Menschenfeind.
Auf irgendeiner Insel kommt der Mensch auf die Welt und existiert einfach.
Für ein bisschen Kartoffeln, ein wenig Klamotten und eine Wellblechhütte
braucht es keine 45h Schichten auf dem Lochgräberfeld im Akkord.
Alles was den Menschen von dem Wahnwitz der Existenzsicherung befreit ist
gut. Alles was die Indoktrination auf einen Arbeitsplatz (= Hundeleine) bis
zum Lebensende entfernt ist gut. Freiheiten muss man erLeben.
> Arm und Reich massiv - sind genügend Leute in der Cloud, wird der ideale
> Markt geschaffen, der zur maximalen Lohndrückung führt.
Und wer in der Cloud nach dem Hirnchirurgen sucht, findet bei den dt.
Dauerarbeitslosen natürlich voll die Zeitarbeiter die händeringend für 1¤
diese Arbeit machen, oder?
Die Schere geht schon seit Jahren dort auf, wo eine Massenverfügbarkeit
der Arbeitskraft vorhanden ist. Dort wo sie nicht vorhanden ist, steigen die
Kosten regelmäßig.
> Unmengen unbezahlter freiwilliger Überstungen leisten und so den
> Wissensverlust wieder wett machen.
Was uns zum ersten Punkt zurückführt: das System bevorzugt und Indoktriniert
auf Sicherheit und dann haben die Leute Angst diese zu verlieren wenn sie
außerhalb der Regeln arbeiten (müssen).
Gerade gewisse IT-Ler sind so in der Angst gefangen, dass sie sich verarschen
lassen. Gibt es diese Sicherheiten nicht mehr, werden die Leute merken, wie falsch diese Mentalität ist. Wenn es nur noch Freelancer gibt, wird genau das Gegenteil passieren: als Freelancer mit einem Skillset arbeite ich keine Überstunde für Lau.
Ganz simpel *und* einfach.
FridolinGansheimer schrieb:
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> Stalin hat in seinen Schriften die Menschen als das größte Kapital das eine
> Nation besitzt bezeichnet. Im Grunde besitzen Kapitalismus und
> Stalinismus/Staats-Sozialismus die selbe kranke logik nähmlich das sie die
> Menschen als Objekte betrachten die für einen Zweck eingesetzt werden
> können. Im einen Falle zum Zwecke des Profits im anderen zum Ruhme des
> Sozialistischen Staatsführung.
>
> Staats-Sozialismus und Kapitalismus sind gar nicht so verschieden wie wir
Mit dem Unterschied das damals hart arbeitende Ingenieure hohes Ansehen genossen.
FridolinGansheimer schrieb:
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> Stalin hat in seinen Schriften die Menschen als das größte Kapital das eine
> Nation besitzt bezeichnet. Im Grunde besitzen Kapitalismus und
> Stalinismus/Staats-Sozialismus die selbe kranke logik nähmlich das sie die
> Menschen als Objekte betrachten die für einen Zweck eingesetzt werden
> können. Im einen Falle zum Zwecke des Profits im anderen zum Ruhme des
> Sozialistischen Staatsführung.
>
> Staats-Sozialismus und Kapitalismus sind gar nicht so verschieden wie wir
Ja genau so ist er mit dem wertvollen Kapital umgegangen.
Wieviele Mio sind in den Gulags und unter seine Knute gestorben? 20, 40 ?
Trockenobst schrieb:
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> Gerade gewisse IT-Ler sind so in der Angst gefangen, dass sie sich
> verarschen
> lassen. Gibt es diese Sicherheiten nicht mehr, werden die Leute merken, wie
> falsch diese Mentalität ist. Wenn es nur noch Freelancer gibt, wird genau
> das Gegenteil passieren: als Freelancer mit einem Skillset arbeite ich
> keine Überstunde für Lau.
>
> Ganz simpel *und* einfach.
Natürlich steht jedem die Gestaltung des eigenen Lebens offen und ich sehe auch ein, dass berufliche Flexibilität für manche Arbeitnehmer das A und O ist - aber zügig kündigen konnte man schon immer und diese Jobpoolgeschichte dient IMO vor allem der Zerstörung sozial-marktwirtschaftlicher Sicherheitsnetze, die für manche Personen eben doch extrem wichtig sind. Und natürlich schlagen Wirtschaftskrisen ungebremst auf den Arbeitnehmer durch.
Wenn man unter 40 ist, nicht durch pflegebedürftige Eltern, einen Ehepartner oder Kinder gebunden ist, Umzüge oder lange Dienstreisen kein Problem darstellen und man über ein gutes Profil verfügt, braucht man sich tatsächlich wenige Sorgen zu machen. Aber ich arbeite mit mehreren Personen zusammen, die früher als Freelancer oder IT-Projektleiter gearbeitet haben und jetzt (mit 40+) heilfroh sind, sich an die "Sklavenkette" einer festen Stelle binden zu "müssen".
1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.02.12 10:16 durch Mimus Polyglottos.
Mimus Polyglottos schrieb:
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> tatsächlich wenige Sorgen zu machen. Aber ich arbeite mit mehreren Personen
> zusammen, die früher als Freelancer oder IT-Projektleiter gearbeitet haben
> und jetzt (mit 40+) heilfroh sind, sich an die "Sklavenkette" einer festen
> Stelle binden zu "müssen".
Die kenne ich genauso. Ich kenne auch einen, der geschafft hat mit endlosen
SAP Titeln geschmückt fast auf H4 "abzurutschen". Er meint es liegt daran
dass er 47 ist - und ich sage das liegt daran dass auf den festen Job schielt
und die endlosen Freelancer-Projekte in seinem Mailpostfach nicht haben will.
Jetzt hat er wieder einen Job. Als Freelancer und macht sogar mehr wie vorher.
Aber das war eine harte Nuss zu knacken, dem die Realität zu erklären. Hat
fast 1,5 Jahre gebraucht. Und die fast tägliche Biersammlung hat auch nicht
geholfen.
Selbstverständlich verstehe ich die "Kette". Ich sehe sie jeden Tag und ich
begreife den Wert von solchen Sicherheiten. Aber wenigstens(!) sollte man
so ehrlich mit sich selbst sein und begreifen, wann man damit seine eigene
Seele/Selbstwert kaputt macht. Ist es die Schicht an Weihnachten? Ist es
die 100ste Überstunde ohne Lohn, die praktisch immer als Urlaub abgegolten
wird?
Bei einem sehr guten "schlafenden Kollegen" habe ich gefragt, ob er eine Ahnung
hat was sein Fach- und Prozesswissen in der Firma "wert" ist. 1 Jahr später hat er sich Selbstständig machen wollen - aber der Chef hat ihn dann einfach eine eigene Abteilung zu gewiesen. +30% mehr Gehalt. Netto.
Wenn es immer nur so einfach wäre.
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