Interessant das dieses Thema jetzt aufkommt.
Vor ein-zwei wochen gabs da aus Kanada einen unheimlich tragischen Fall:
(Quelle: http://knowyourmeme.com/memes/events/amanda-todds-death)
Sprich die Kleine hatte in nem privaten Chat mal kurz blank gezogen, der Typ hat nen Screenshot gemacht und das später an alle leute IHRER Facebook "friend"list verschickt.
Folge davon waren zwei Selbstmordversuche ... der Zweite erfolgreich.
Aber wenn man solche Storys dann mal in der betroffenen Altersgruppe erzählt (Verwandte / Bekannte) gucken die einen an als würde man denen erzählen das es den Weihnachtsman und Candyman wirklich gibt...
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Solche Geschichten werden normalerweise nur in Krimis verwendet: Da klaut einer in der Schule Handys und auf einem ist von der Besitzerin ein Selbstbild vorhanden. Und schon kursiert das Bild an der Schule. Das Mädchen fliegt aus der Schule und nimmt sich das Leben. Wer ist der Mörder?
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finde ich, dass die Leute die das Mädchen regelrecht in den Selbstmord getrieben haben ungestraft davon kommen.
Ja, der (perverse) Typ hat ihre Bilder veröffentlich, aber er hat sie nicht in den Selbstmord getrieben sondern ihr eigenes Umfeld. Darüber wird in den Medien natürlich nicht diskutiert. Stattdessen begnügt man sich mit der Hetzjagt von Anonymous gegen diesen Täter und meint, damit hätte man das Problem für die Zukunft erledigt. Und dass Anonymous erstmal 9 unschuldigen das Leben versaut bis der wahre Schuldige gefunden wird, kommt leider noch hinzu.
Tja, und da gibt es tatsächlich noch Menschen, die an der Evolutionstheorie zweifeln :)
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Beim Fall Amanda Todd fehlen in den Medien (wie üblich wenn es um "Cyber"-Mobbing geht) wichtige Punkte, z.B. folgender:
Ihr 1. Selbstmordversuch geschah unabhängig von ihrem "Blankzieh-Foto". Sie hatte Sex mit einem Jungen, der in einer Beziehung lebte - was sie in ihrem Video auch selber zugibt. Was aber in Medienberichten wie z.B. bei "Zapp" nicht erwähnt wird - ansehen und staunen!.
Nachdem dieser Vorfall ans Licht kam, wurde sie vor ihrer Schule von 15 Mitschülern zur Rede gestellt. Man sagte ihr "schau dich um, niemand hier mag dich!", daraufhin wurde sie von der wütenden Freundin des Jungen öffentlich verprügelt, wobei die Mitschüler sie dabei auch noch angefeuert haben. Noch am selben Abend will sie ihrem Leben das erste Mal ein Ende machen. DAS war also der Auslöser und nicht das Internet.
Dennoch wurde von einigen Berichten (und auch von ihrer Mutter, die sich nun gegen "Cybermobbing" engagiert) die Verantwortung allein auf das Internet abgeschoben. Auf mich macht das den Eindruck einer psychologisch nachvollziehbaren Schutzreaktion, um andere für das eigene Fehlverhalten bzw. das des eigenen Kindes verantwortlich machen zu können.
siehe auch ein Statement von Anonymous Hamburg "Was denkt Ihr über den Fall Amanda Todd?": http://jungle-world.com/artikel/2012/43/46477.html
2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.10.12 16:56 durch Doc1971.
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...wenn man das Internet synonym mit Öffentlichkeit gleich setzt... , was irgendwie ja auch nicht falsch ist. Allerdings: Internet ist öffentlich, aber Öffentlichkeit muss nicht gleich Internet sein.
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Doc1971 schrieb:
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> Nachdem dieser Vorfall ans Licht kam, wurde sie vor ihrer Schule von 15
> Mitschülern zur Rede gestellt. Man sagte ihr "schau dich um, niemand hier
> mag dich!", daraufhin wurde sie von der wütenden Freundin des Jungen
> öffentlich verprügelt, wobei die Mitschüler sie dabei auch noch angefeuert
> haben. Noch am selben Abend will sie ihrem Leben das erste Mal ein Ende
> machen. DAS war also der Auslöser und nicht das Internet.
>
Will das jetz von meiner Seite aus nicht weiter thematisieren:
Ich bin der Meinung, dass Sie damit nicht selber angefangen hat. Wie Sie auch in ihrem Video schrieb, hat der Typ angefangen zu sagen "ich mag dich" usw, versucht ihr näher zu kommen...
Ich kenne so was aus Erfahrung, von wegen scheiße nett und "dachte er/sie mochte mich" ... Das kann auch nur ne kranke List sein.
Menschen können unglaublich grausam und verräterisch sein, nur um jemandem zu schaden.
Traurig ist auch, dass es vielen , welche nicht selber Betroffene sind oder waren, egal ist was da passiert.
Aber dann fangen eben jene auch an, "rumzuheulen" (typischer Aussage unter Jugendlichen "heul doch"), wenn sie selber ins Visier geraten.
Makes me cry.
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Doc1971 schrieb:
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> Ihr 1. Selbstmordversuch geschah unabhängig von ihrem "Blankzieh-Foto". Sie
> hatte Sex mit einem Jungen, der in einer Beziehung lebte
Hab ihr Video nie geschaut und von dem was ich gelesen habe, kam ihre Affäre erst nach dem Webcamchat?
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Die Tageszeitungen, NDR Zapp uvm. haben die Story mal wieder auf die Internet-Aspekte runter gekürzt. Das hat bewirkt, dass die Leute nun glauben, dass ihre Selbstmordversuche allein auf den Webcamchat bzw. den Typ der das Foto verbreitet hat und sein Internet-Mobbbing zurückzuführen wäre.
Laut der Textkarten aus ihrem Video war der Grund für ihren 1. Selbstmordversuch aber ein ganz anderer, und zwar der Sex mit einem "alten Freund", der in einer Beziehung lebte, und den Folgen daraus. Mit dem Webcamchat im Internet bzw. dem Typ der das Foto verbreitet hat, hatte das rein gar nichts zu tun:
"Alles war besser auch wenn ich immer noch alleine saß, beim essen in der Bibliothek jeden tag. Nach einem Monat begann ich wieder mit einem alten Freund (männlich) zu reden. Wir haben hin und her geschrieben, und er fing an zu sagen.. Er mag mich…, führte mich…, er hatte eine Freundin… Dann sagte er mir: „ Komm rüber meine Freundin ist auf Urlaub“ So machte ich es… Großer Fehler…. So hatte er Sex mit mir …"
Darauf kam es zu der Verprügel-Aktion von der Freundin, gemeinsam mit ihrem Freund und 15 Mitschülern vor ihrer Schule. 50 andere haben auch noch zugesehen. Woraufhin sie komplett am Ende war und am selben Abend ihren 1.Selbstmordversuch machte.
Eine Übersetzung ihres Videos in Textform:
http://www.fanfiktion.de/s/507aa9e4000275150ca03e80
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