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Wer wirklich Geld mit Open Source verdient...

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  1. Wer wirklich Geld mit Open Source verdient...

    Autor Crass Spektakel 05.12.09 - 08:21

    Ich habe seit jeher meine Bedenken daß man mit Open-Source wirklich Geld verdienen kann und zwar weil ich seit 20 Jahren primär Opensource einsetze.

    Geld verdienen meiner Meinung nach an Opensource alle Firmen die Gesamtlösungen verkaufen und Opensource als stabiles Skelett hinter einer primären Service-Dienstleistung verkaufen.

    Das fängt beim kleinen Unixadmin an der für einen Stundenlohn von €50 Workstations und Server mitsamt Unix verkauft, Mailserver einrichtet, Datenbanken administriert, Mitarbeiter schult usw... ich sehe selber daß man sich da mit etwas Erfahrung praktisch nicht vor Aufträgen retten kann.

    Darüber hinaus profitieren mittelgrosse Firmen mit eigener IT-Abteilung die sich einen festen Admin leisten. Ein fähiger Admin schafft unter Unix in der gleichen Zeit die doppelte Menge Aufgaben, zahlt aber trotzdem fast keine Lizenzgebühren und das kann bei einer Firma mit 50 Bildschirmarbeitsplätzen schnell mal 50-100.000/Euro im Jahr ausmachen. Da stört es auch nicht daß ein guter Admin rund 500/Euro im Monat mehr kostet als ein MSCE, er bringt mehr und reduziert die Folgekosten.

    Und natürlich die GAAANZ grossen. Die verkaufen dann entweder Schulungen im ganz grossem Stil oder Umstellungen im ganz grossen Stil oder liefern grosse, hochgradig spezialisierte Systeme (Datenbanken, Numbercruncher, Failover-Lösungen, Virtualisierungslösungen usw.) die zumeist mehrere Schränke im RZ belegen.

    Oder kurz und einfach, mit Opensource "verdient" man kein Geld, sondern man "spart" Geld. Wer natürlich nicht sparen muß oder will, der brauchts auch nicht. Für diese Leute gibts das gleiche von Apple für schweineviel Geld und von Microsoft für viel Geld.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.09 08:22 durch Crass Spektakel.

  2. Re: Wer wirklich Geld mit Open Source verdient...

    Autor Lars154 05.12.09 - 08:29

    IBM verdient Geld mit Linux und OSS.
    Oracle verdient Geld mit Linux.
    SUN verdient Geld mit OSS.
    Red Hat verdient Geld mit Linux und OSS.
    Novell verdient Geld mit Linux.
    Univention verdient Geld mit Linux.
    Alfresco, Scalix, OX, SugarCRM, Zimbra und Zarafa verdienen Geld mit OSS.

    Und das sind nur Unternehmen aus den Medien.


    Novell verliert nur bei den alten und/oder proprietären Lösungen. Also der Closed Source Software.


    Der Unterschied ist einfach nur, dass man Kunden nicht für jeden Handschlag oder triviale Programm einen horrenden Betrag abverlangt. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen ist bei Linux und OSS einfach transparent. Das hast du bei CSS. Erklär mal einem Kunden, warum er tausende Euro für ein paar CALs bezahlen soll damit Clients die bereits technisch auf einen Server zugreifen können dies nun auch lizenzrechtlich dürfen.


    Die Liste der Unternehmen die mit Linux und OSS ist lang... extram lang... gigantisch lang. Und genau deswegen gibt es kaum Big Player, weil einfach viele mitverdienen können. So auch OpenLogic.

  3. Re: Wer wirklich Geld mit Open Source verdient...

    Autor MKaM 05.12.09 - 09:16

    Crass Spektakel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Geld verdienen meiner Meinung nach an Opensource alle Firmen die
    > Gesamtlösungen verkaufen und Opensource als stabiles Skelett hinter einer
    > primären Service-Dienstleistung verkaufen.

    Das machen Red Hat und Novell auch. Nur hat Novell noch zahlreiche überholte Altlasten die in diesem Kontext eben nicht mehr funktionieren.

    > Das fängt beim kleinen Unixadmin an der für einen Stundenlohn von €50

    Was soll denn das für ein Schnäppchen sein? Hier sind 75 bis 150 Euro normal. Angefangen von RHEL oder SLES Servern über Beratungen zu Infrastrukturplanungen, DB Administration bis hin zu Realisierung von Terminal oder Virtualisierungsumgebungen und dem Aufbau von HA Netzen.

    > Und natürlich die GAAANZ grossen. Die verkaufen dann entweder Schulungen im
    > ganz grossem Stil oder Umstellungen im ganz grossen Stil oder liefern
    > grosse, hochgradig spezialisierte Systeme (Datenbanken, Numbercruncher,
    > Failover-Lösungen, Virtualisierungslösungen usw.) die zumeist mehrere
    > Schränke im RZ belegen.

    Schulungen und Beratungen sind auch das Beträtigungsfeld von kleinen Unternehmen oder Selbstständigen. Das habe ich eine Zeit lang gemacht. Du tingelst durch die Republik und machst die Schulung inkl. Beratung direkt vor Ort am praktischen Beispiel. Den Komfort, dass die Leute eben nicht abwesend sind und direkt praktisch an der eigenen Anlage lernen können ist den Unternehmen viel wert. Auch grundlegende Wartung bei der durch einen externen die Anlage mal wieder kontrolliert wird. Sind die Datenbanken noch sinnvoll gestaltet, wie ist das Netzwerk gestaltet, lohnen sich hier und da bei DB oder AppServer ggf LoadBalancer oder Proxys. Die festen Mitarbeiter, so denn vorhanden, haben oft nicht die Zeit oder den Blick sowas zu machen.

    > Für diese Leute gibts das gleiche von Apple für schweineviel Geld
    > und von Microsoft für viel Geld.

    Group Lösungen lassen sich mit Apple Software recht günstig realisieren. Da sind die nicht wirklich teuer. Auch die HW ist nicht teuer. Immerhin bekommt man eine pure UNIX Maschine die dann auch auf LDAP, Apache, PostGre, DoveCot und diverse fertige kostenfreie Lösungen zurückgreifen kann.


    Mit FOSS können viele verdienen OHNE Gebühr tätigen zu müssen. Viele MS Dienstleister dürfen natürlich fleissig Lizenzen an MS abtreten, das rechnet sich kaum.

  4. Re: Wer wirklich Geld mit Open Source verdient...

    Autor IrgendEinAnderer 05.12.09 - 13:45

    > IBM verdient Geld mit Linux und OSS.

    Nein, IBM verdient an Beratungsdienstleistungen. OSS ist "nur" ein Beiwerk um diese Dienstleistungen verkaufen zu können und um andere Softwareanbieter zu schwächen.

    > Oracle verdient Geld mit Linux.
    > SUN verdient Geld mit OSS.

    Nein, Oracle bietet zwar OSS-Produkte an, verdient aber kein Geld damit. Geld wird in erster Linie mit ihrer propietären Datenbank verdient und (teilweise) auch mit den proprietären Business Anwendungen.

    Zu SUN erübrigt sich jeglicher Kommentar; trotz jeftigster Investitionen in OSS konnten sie seit sehr langer Zeit nur zusehen wie Quartal für Quartal Veruste geschrieben werden.

    > Red Hat verdient Geld mit Linux und OSS.

    Stimmt.

    > Novell verdient Geld mit Linux.

    Nein, der Bereich zu denen die Linux-Produkte gehören machen regelmäßig Verluste.

    > Univention verdient Geld mit Linux.

    Kann ich nicht viel zu sagen.

    > Alfresco, Scalix, OX, SugarCRM, Zimbra und Zarafa verdienen
    > Geld mit OSS.

    Nicht wirklich. Sie bieten jeweils eine "Demo"-Version als OSS an, betreiben ihr Geschäft ausschließlich als Anbieter für Closed-Souce Software und Anbieter von Support-Leistungen (Wartungsverträgen).

  5. Re: Wer wirklich Geld mit Open Source verdient...

    Autor Lars154 05.12.09 - 15:05

    IrgendEinAnderer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > IBM verdient Geld mit Linux und OSS.
    >
    > Nein, IBM verdient an Beratungsdienstleistungen. OSS ist "nur" ein Beiwerk
    > um diese Dienstleistungen verkaufen zu können und um andere
    > Softwareanbieter zu schwächen.

    Nope.

    <cite>
    For over ten years, IBM has been delivering high-quality, reliable, comprehensive remote support for Linux environments on both IBM and non-IBM platforms. We have established strategic alliances with both Novell and Red Hat and we are one of the largest commercial contributors to Linux. We offer a full portfolio of flexible Linux remote support services including Support Line for Linux with Linux Subscription which authorizes you access to the distributor's version of Linux and to maintenance packages, updates and upgrades. The service provides unlimited calls for unlimited callers and assistance with:

    * Linux usage and installation
    * Compatibility and interoperability issues
    * Product documentation
    * Problem determination and resolution
    * Software fix plans
    * Support from the IBM change team for software defects, including emergency fixes

    </cite>

    > > Oracle verdient Geld mit Linux.
    > > SUN verdient Geld mit OSS.
    >
    > Nein, Oracle bietet zwar OSS-Produkte an, verdient aber kein Geld damit.

    Oracle vertreibt Support für deren RHEL Clone Unbreakable Linux.

    > Zu SUN erübrigt sich jeglicher Kommentar; trotz jeftigster Investitionen in
    > OSS konnten sie seit sehr langer Zeit nur zusehen wie Quartal für Quartal
    > Veruste geschrieben werden.

    Das ändert nichts daran, dass sie mit den freien Lösungen Geld verdienen. Dazu zählt auch das OpenOffice Derivat StarOffice das SUN für größere Firmen und Institutionen supported.

    > Nein, der Bereich zu denen die Linux-Produkte gehören machen regelmäßig
    > Verluste.

    Der Quartalsbericht sagt etwas anderes. Lügt Novell? Das wäre für die nächste Börsenmeldung sehr übel.

    > Nicht wirklich. Sie bieten jeweils eine "Demo"-Version als OSS an,
    > betreiben ihr Geschäft ausschließlich als Anbieter für Closed-Souce
    > Software und Anbieter von Support-Leistungen (Wartungsverträgen).



    Nein, sie bieten alle freie Versionen an welche die Basis ihrer Produkte bieten. Darüber hinaus bieten sie Beratungen, Schulungen und weitergehende Dienste. Zudem sind diese Produkte Basis vieler Systemhäuser.

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