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Nette Ausrede für Stellenabbau

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  1. Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor /mecki78 30.10.12 - 15:14

    Wenn zu viele Mitarbeiter ein Unternehmen weniger leistungsfähig machen, dann stimmt entweder was nicht in der Unternehmensstruktur oder das Management versagt regelmäßig; oder beides. Mehr Mitarbeiter machen ein Unternehmen immer leistungsfähiger.

    Natürlich ist mehr nicht immer besser. Es gibt den alten Spruch: "Wenn ein Projekt zeitlich aus dem Rahmen zu laufen droht, und man versucht es dadurch zu retten, dass man mehr Mitarbeiter dem Projekt zuteilt, dann läuft es garantiert zeitlich aus dem Rahmen und das noch viel stärker, als wenn man gar nichts gemacht hätte." Und da ist wirklich was dran.

    Aber mehr Mitarbeiter können z.B. an mehr Projekten zeitgleich arbeiten als weniger Mitarbeiter. Ich muss ja nicht jedes Projekt mit Mitarbeitern überfrachten, ich kann die Mitarbeiter in kleine Gruppen einteilen und jede Gruppe zeitgleich an einem eigenen Projekt arbeiten lassen. Dass das gut funktioniert, zeigt uns die Technik: CPUs sind heute hauptsächlich deswegen schneller als vorherige Generationen, da sie mehrere Kerne besitzen. Ein Kern kann auch heute nicht unendlich schnell arbeiten, aber wenn ich Aufgaben aufteile und von mehreren Kernen parallel abarbeiten lasse, dann ist die gesamte Arbeit schneller erledigt, als wenn ein Kern die Aufgaben nacheinander abarbeitet.

    Paypal hat so viele offene Baustellen, das es kein Problem sein sollte hier für jede Gruppe ein Aufgabengebiet zu finden, dass sich auch nicht alzu viel mit den Aufgaben anderer Gruppen überschneidet und durch die Parallelität sind dann alle Projekt zeitgleich (oder zumindest zeitnah) fertig. Mit weniger Gruppen kann ich weniger Projekte zeitgleich durchführen und muss daher manche Projekte nach hinten schieben, was die Zeit, bis alle Projekte fertig sind, deutlich erhöht.

    Natürlich setzt so eine hohe Parallelität ein gutes Management voraus und eine gut durchgeplante Unternehmensstruktur. Daher sagt Paypal hier aus meiner Sicht nur "Wir müssen die Anzahl unserer Mitarbeiter reduzieren, weil unser Management mit so vielen Mitarbeiter überfordert ist und es daher nicht schafft diese Mannpower sinnvoll einzusetzen". Aus meiner Sicht an Armutszeugnis und ich würde lieber mal mit dem Rasennäher durch die Manageretage pflügen, bevor ich anfange die Basis zu entlassen.

    /Mecki

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  2. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor azeu 30.10.12 - 15:34

    An Deiner Argumentation ist was dran :)

    Wenn ein Unternehmen an zu vielen Mitarbeitern "leidet", dann ist das definitiv die Schuld des Managements.

    Entweder, PayPal hat einen Haufen nutzloser Leute eingestellt -> selber Schuld
    Oder, PayPal schafft es nicht, seine Leute richtig zu beschäftigen -> selber Schuld

    Egal wie man es dreht, am Schluss sind die Lenker bei PayPal Schuld und nicht die Macher.

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  3. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor Trockenobst 30.10.12 - 15:54

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Management versagt regelmäßig; oder beides. Mehr Mitarbeiter machen ein
    > Unternehmen immer leistungsfähiger.

    D.h. wenn A was macht, und B, C, D und E das Ding abstempeln,
    und F am Ende das was A weiterverarbeitet, ist das Unternehmen
    leistungsfähiger? Genau das ist früher in vielen Projekten passiert:
    durchwinken, abstempeln, passt schon.

    Viele Mitarbeiter machen eine Firma *nicht* pauschal leistungsfähiger.
    Es müssen die richtigen Mitarbeiter sein und sie müssen die richtige
    Arbeit machen. Wenn etwas in einem Metallwerk keine Aufträge da sind,
    hilft es nicht die zu vielen Mitarbeiter putzen zu lassen oder als HTML
    Entwickler umzuschulen. Dazu wären sie zu teuer und es wäre Sinnlos.

    Eher ist es sinnvoller sie suchen sich einen anderen Job wo sie ihre
    Skills auf der Höhe halten können.

    Zu Zeiten von Cholosen konnte man dann noch mal in die Firma kommen
    und ewig an was rumfummeln, auch wenn die Ernte durch eine Dürre kaputt
    war. Aber dass abhängen sollte dann bitte ein "BGE" erledigen, nicht die
    Firma. Dort ist es sinnlos wie wenn der Chef kommt und sagt "Es ist für
    euch nichts zu tun, aber ich habe eine Idee: Gruppe A gräbt ein Loch
    und Gruppe B schüttet es morgen wieder zu!"

    > Aber mehr Mitarbeiter können z.B. an mehr Projekten zeitgleich arbeiten als
    > weniger Mitarbeiter.

    Ab einem gewissen Level ist die Kommunikation/Abstimmung vs. produktiven
    Arbeiten höher als der Gewinn. Dann hat man zu viele Leute.

    Und wenn es nichts zu tun gibt, und die Leute keine Lust haben Löcher im
    Garten zu graben, wird man sie eben los.

    > Paypal hat so viele offene Baustellen, das es kein Problem sein sollte hier
    > für jede Gruppe ein Aufgabengebiet zu finden

    Wenn ich 100 Marketingleute und 100 Entwickler brauche, dann nützten
    die bei 10 *Entwicklerbaustellen* gar nichts.

    Du willst verkappte Firmen-Sozialhilfe verkaufen. Das ist ok. Mach es doch
    nicht so kompliziert, das hat jeder schon verstanden.

    > an Armutszeugnis und ich würde lieber mal mit dem Rasennäher durch die
    > Manageretage pflügen, bevor ich anfange die Basis zu entlassen.

    Bei 13.000 Mitarbeitern muss man manchmal in einigen Abteilungen Tabula
    Rasa machen. Da sind 300 Leute eher wenig.

    Ich habe einmal in einem Projekt gearbeitet, dass 2 Jahre über dem Terminplan
    war. Mehrere Rettungsversuche sind wegen Egos und Abstimmungen gescheitert.
    Die Firmenleitung hat ihnen jede Rettungsleine geworfen die sie nur werfen konnte.

    Am 1. des nächsten Quartals wurde die gesamte Abteilung geschlossen, aus
    dem Organigramm der Firma getilgt, Kündigungen ausgesprochen. Selbstverständlich
    haben sich einige gewehrt, und die wurden dann eben woanders hingeschoben.
    Plötzlich war das Ego nicht mehr so wichtig wenn es um die Abbezahlung der
    viel zu hohen Hauskredite ging. Vorher war aber keine Einsicht da, einen Millimeter
    von der Meinung abzurücken. Interessant wie schnell sich die Ansichten wer
    der "Bösewicht" ist und wer "der Gute ist" sich ändern können.

    Die neue Abteilung hat mit den guten Leuten, eigenem Budget *und* eigener IT
    das drei Jahre Projekt in sieben Monaten erledigt. Und ja, einige Leute waren
    aus einem komplett anderen Bereich als die vorher. Wer einen Baggerfahrer
    braucht, kann mit einem Gitarristen nichts anfangen.

    Ganz normal in dem globalisiertem Wahnsinn.

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  4. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor azeu 30.10.12 - 16:13

    Wenn keine Aufträge vorhanden sind und eine Firma ihre Stellen deswegen zurückfahren muss, dann ist das auch plausibel.

    PayPal behauptet aber, dass allein aufgrund von zu vielen Mitarbeitern der Laden nicht flott genug wäre. Was ist denn das bitte für eine Aussage?

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  5. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor cry88 30.10.12 - 16:22

    azeu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > PayPal behauptet aber, dass allein aufgrund von zu vielen Mitarbeitern der
    > Laden nicht flott genug wäre. Was ist denn das bitte für eine Aussage?

    vielleicht ham die in der zentrale nur einen kleinen aufzug und morgens staut es sich da immer?

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  6. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor /mecki78 30.10.12 - 16:30

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > D.h. wenn A was macht, und B, C, D und E das Ding abstempeln,
    > und F am Ende das was A weiterverarbeitet, ist das Unternehmen
    > leistungsfähiger?

    Welchen Teil des Satzes

    "Wenn zu viele Mitarbeiter ein Unternehmen weniger leistungsfähig machen, dann stimmt entweder was nicht in der Unternehmensstruktur oder das Management versagt regelmäßig; oder beides."

    den du beim zitieren weg gelassen hast, hast du jetzt genau nicht verstanden? Was du hier bringst, ist das Protobeispiel einer total beschissenen Unternehmensstruktur.

    > Viele Mitarbeiter machen eine Firma *nicht* pauschal leistungsfähiger.

    Nein, nicht wenn die Unternehmensstruktur totaler Mist ist oder die Manager absolut unfähig sind. Das hatte ich aber in meinem *aller ersten Satz* bereits deutlich hervorgehoben.

    Du kannst doch nicht einfach hergehen und einen fundamentalen Teil meines Posts ignorieren, stattdessen den nächsten Teil aus dem Kontext reißen, nur um dann über diesen Teil herziehen zu können.

    > Ab einem gewissen Level ist die Kommunikation/Abstimmung vs. produktiven
    > Arbeiten höher als der Gewinn.

    Auch das ist ein Problem der Unternehmensstruktur. Es gibt unternehmen, die sind 10x größer als Paypal und haben dieses Problem nicht. Also sollte Paypal vielleicht lieber ihre Struktur überdenken, statt Mitarbeiter zu entlassen, wenn Kommunikation und Abstimmung zu einer Ausbremsung der Produktivität führt, denn das muss nicht zwangsweise der Fall sein. Meistens liegt das an zu viel Kommunikation (ja, das gibt es) und zu viel unnötiger Abstimmung. Abstimmung und Kommunikation sollten nur dort stattfinden, wo sie auch unbedingt erforderlich sind, hier muss das Motto immer lauten "So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich".

    Auch hier passt der Vergleich zur CPU wieder gut: Wenn ich die Threads der unterschiedlichen Kerne zu oft synchronisieren muss und zu viel interthread Kommunikation stattfindet, dann bremst das natürlich den ganzen Prozess aus und am Ende ist der Prozess trotz mehr Threads und mehr Kernen langsamer, als er vorher mit nur einem Thread und einem Kern gewesen ist. Hier würde man dann sagen, der Code hat ein schlechtes Design (= Unternehmensstruktur) und/oder der Programmierer (= Manager) hat versagt.

    > Wenn ich 100 Marketingleute und 100 Entwickler brauche, dann nützten
    > die bei 10 *Entwicklerbaustellen* gar nichts.

    This sentence does not compute. Wenn ich <was auch immer> "brauche", wie du es selber geschrieben hast, dann brauche es eben. Ich weiß nicht, was das mit den 10 Entwicklerbaustellen zu tun hat, die machen in diesem Satz überhaupt keinen logischen Sinn.

    > Du willst verkappte Firmen-Sozialhilfe verkaufen.

    Du willst hier ein völlig sinnloses Streitgespräch führen, indem du dir selektiv Aussagen aus meinem Post holst, diese in einen falschen Kontext stellst und irgendwelche Fakten drum herum verdrehst, um dann irgendwelche Vorwürfe von dir geben zu können. Ich weiß nicht wirklich, was du damit unter'm Strich eigentlich bezweckst.

    > Ich habe einmal in einem Projekt gearbeitet, dass 2 Jahre über dem
    > Terminplan war. Mehrere Rettungsversuche sind wegen Egos und
    > Abstimmungen gescheitert.

    Rettungsversuche sind meistens schlimmer als gar nichts zu machen. Aber auch das habe ich geschrieben, gleich in meinem zweiten Absatz und auch das hast du wohl absichtlich ignoriert. Die meisten Rettungsversuche verschlechtern die Lage nur und machen damit alles nur noch schlimmer. Ein Projekt ist entweder über dem Zeitplan, weil es irgendwelche Probleme gibt, die man erst einmal finden (daran scheitert es schon meistens) und dann beseitigen muss, damit die Leute ihre Arbeit auch erledigen können. Oder es ist über den Zeitplan, weil der Zeitplan von Anfang an Müll war; ich kann natürlich einen Zeitplan aufstellen, der ein 5-Jahre Projekt in 2 Jahren verwirklichen will, aber es bleibt ein 5-Jahres Projekt und der Zeitplan ist manchmal einfach völlig unrealistisch und komplett an der Realität vorbei. Hätte man es als 5 Jahres Projekt auch geplant, wäre es vielleicht nach 4 Jahren schon fertig geworden, alle hätten sich gefreut, dass man ein Jahr vor dem Zeitplan fertig geworden ist und niemand wäre enttäuscht, da man von Anfang an mit bis zu 5 Jahren gerechnet hatte. Wird es nach 4 Jahren fertig und wurde fälschlicher Weise als 2 Jahre Projekt geplant, dann ist jeder enttäuscht, dass man 2 Jahre hinter dem Zeitplan fertig geworden ist.

    > Interessant wie schnell sich die Ansichten wer
    > der "Bösewicht" ist und wer "der Gute ist" sich ändern können.

    Es geht nicht um die Frage wer der Böse und wer der Gute ist, es geht um die Frage, wer verantwortlich ist. Apple fährt hier einen sehr schönen Kurs: Baut ein Team misst, dann ist das die Schuld des Managers, dem das Team unterstellt war und dessen Kopf rollt, nicht die Köpfe des Teams. Er hätte erkennen müssen, dass da was nicht rund läuft und rechtzeitig eingreifen müssen. Das ist sein verdammter Job, dafür wird er bezahlt. Er hätte das Projekt ganz verwerfen müssen, er hätte einen Neustart mit einer neuen Teambesetzung machen müssen, er hätte jemanden aus dem Team frühzeitig rauswerfen oder ersetzen müssen, er hätte das Team vergrößern oder verkleinern müssen (und das lange bevor abzusehen war, dass der Zeitplan nicht gehalten werden kann), er hätte den Zeitplan an die Realität anpassen müssen, er hätte Probleme nach oben kommunizieren müssen und mit den Leuten über ihm frühzeitig über allumfassende Möglichkeiten nachdenken müssen. Nichts zu tun und dann, wenn sicher ist, dass man den Zeitplan nicht halten kann, in Panik zu verfallen und dann immer alles noch schlimmer machen, das hat nichts mit guten Management zu tun.

    > Die neue Abteilung hat mit den guten Leuten, eigenem Budget *und* eigener
    > IT das drei Jahre Projekt in sieben Monaten erledigt.

    Dann hätte das die alte Abteilung auch in sieben Monaten schaffen können, wenn der Manager dafür gesorgt hätte, das dort alles so abläuft, wie es dann im neuen Team abgelaufen ist. Eine komplette Auflösung wäre nicht nötig gewesen und ist die Folge eines totalen Versagens, das ich in diesem Fall zu 100% dem Manager anrechnen würde. Auf das Ego irgendwelcher Personen darf man als Manager wenn es hart auf hart kommt, keine Rücksicht nehmen. Und wenn die Firma von Anfang an zum Manager gesagt hätte: "Entweder das Projekt wird im Zeitplan fertig, oder *DEIN* Kopf rollt und *NUR* dein Kopf!", was glaubst was dem Manager dann noch das Ego irgendwelcher Leute in seinem Team interessiert? Es geht dann um seinen Kopf, was glaubst du wie der springt, wenn auch nur mal eine Woche der Fortschritt nicht nach Plan verläuft?

    /Mecki

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  7. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor /mecki78 30.10.12 - 16:31

    cry88 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > vielleicht ham die in der zentrale nur einen kleinen aufzug und morgens
    > staut es sich da immer?

    Oder nicht genug Geld jedem Mitarbeiter einen eigenen Rechner zu kaufen und da sich jetzt immer 5 Leute einen Rechner teilen müssen, dauert es ewig, bis man mal für ein paar Minuten Dinge erledigen kann, die man heute eben nur mit einem Rechner gebacken bekommt. Weniger Mitarbeiter heißt die vorhandenen Rechner können länger von jedem einzelnen genutzt werden :-)

    /Mecki

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  8. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor laZee 30.10.12 - 16:42

    > Auch das ist ein Problem der Unternehmensstruktur. Es gibt unternehmen, die
    > sind 10x größer als Paypal und haben dieses Problem nicht. Also sollte
    > Paypal vielleicht lieber ihre Struktur überdenken, statt Mitarbeiter zu
    > entlassen,

    Dein Hauptargument ist die Unternehmensstruktur. Und was meinst du, was PayPal mit dem Entlassen der Mitarbeiter und dem Zusammenlegen der 9 Abteilungen in 1 Abteilung tut? Ihre beschissene Unternehmensstruktur verbessern.

    Im Grunde tun sie das, was du verlangst. Nur der Preis dafür ist dir zu hoch.

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  9. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor Technikfreak 30.10.12 - 17:01

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn zu viele Mitarbeiter ein Unternehmen weniger leistungsfähig machen,
    > dann stimmt entweder was nicht in der Unternehmensstruktur oder das
    > Management versagt regelmäßig; oder beides. Mehr Mitarbeiter machen ein
    > Unternehmen immer leistungsfähiger.
    Nein, definitiv nicht.

    > Natürlich ist mehr nicht immer besser. Es gibt den alten Spruch: "Wenn ein
    > Projekt zeitlich aus dem Rahmen zu laufen droht, und man versucht es
    > dadurch zu retten, dass man mehr Mitarbeiter dem Projekt zuteilt, dann
    > läuft es garantiert zeitlich aus dem Rahmen und das noch viel stärker, als
    > wenn man gar nichts gemacht hätte." Und da ist wirklich was dran.
    Aber hat mit dieser Situation überhaupt nichts zu tun.

    > Aber mehr Mitarbeiter können z.B. an mehr Projekten zeitgleich arbeiten als
    > weniger Mitarbeiter. Ich muss ja nicht jedes Projekt mit Mitarbeitern
    > überfrachten, ich kann die Mitarbeiter in kleine Gruppen einteilen und jede
    > Gruppe zeitgleich an einem eigenen Projekt arbeiten lassen.
    Was denkst du, wie Projektmanagment funktioniert? Zumindest wurde ja im
    Artikel angedeutet, dass es mehrere Enticklungsabteilungen gewesen sind und dass
    auch dort Strukuren vorhanden waren.

    > funktioniert, zeigt uns die Technik: CPUs sind heute hauptsächlich deswegen
    > schneller als vorherige Generationen, da sie mehrere Kerne besitzen. Ein
    > Kern kann auch heute nicht unendlich schnell arbeiten, aber wenn ich
    > Aufgaben aufteile und von mehreren Kernen parallel abarbeiten lasse, dann
    > ist die gesamte Arbeit schneller erledigt, als wenn ein Kern die Aufgaben
    > nacheinander abarbeitet.
    Schlechtes Beispiel, was im konkreten Fall auch nicht stimmt. Schon mal etwas
    von Aufgabensteuerung gehört? Da aber bei den CPUs kein Abhängigkeitsplan
    existiert, werden die Prozessoren solange ausgebremst, wie nicht die Programm-
    Strukturen sich ändern. Alleine die Einteilung von Threads reicht nicht.

    > Paypal hat so viele offene Baustellen, das es kein Problem sein sollte hier
    bitte konkretsieren

    > für jede Gruppe ein Aufgabengebiet zu finden, dass sich auch nicht alzu
    > viel mit den Aufgaben anderer Gruppen überschneidet und durch die
    > Parallelität sind dann alle Projekt zeitgleich (oder zumindest zeitnah)
    > fertig.
    Du hast schöne Ansätze, aber ich denke, dass Paypal schon einige grössere
    Kaliber im Projektmanagement sitzen hat. Dich würde ich vermutlich eher als
    Junior-Analyst anstellen.

    > durchführen und muss daher manche Projekte nach hinten schieben,
    kann aber gewaltige Leerläufe verhindern - vielleicht hat Markus recht, dass man
    erstmal konsolidieren sollte

    > Natürlich setzt so eine hohe Parallelität ein gutes Management voraus und
    > eine gut durchgeplante Unternehmensstruktur.
    Es fehlt noch was ganz anderes. Ein Staff, das diese Restrukturierungen trägt,
    das ist nämlich das grösste Risiko eines Projektes.

    > meiner Sicht nur "Wir müssen die Anzahl unserer Mitarbeiter reduzieren,
    > an Armutszeugnis und ich würde lieber mal mit dem Rasennäher durch die
    > Manageretage pflügen, bevor ich anfange die Basis zu entlassen.
    Vermutlich ist beides nötig.

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  10. Re: Nette Ausrede für Stellenabbau

    Autor Trockenobst 30.10.12 - 18:11

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fall zu 100% dem Manager anrechnen würde. Auf das Ego irgendwelcher
    > Personen darf man als Manager wenn es hart auf hart kommt, keine Rücksicht
    > nehmen. Und wenn die Firma von Anfang an zum Manager gesagt hätte:
    > "Entweder das Projekt wird im Zeitplan fertig, oder *DEIN* Kopf rollt und
    > *NUR* dein Kopf!", was glaubst was dem Manager dann noch das Ego
    > irgendwelcher Leute in seinem Team interessiert? Es geht dann um seinen
    > Kopf, was glaubst du wie der springt, wenn auch nur mal eine Woche der
    > Fortschritt nicht nach Plan verläuft?

    Apple kann sich das wohl Leisten, weil sie von Anfang an "Dein Kopf rollt!"
    im Arbeitsvertrag in den großen allmöglichen USA gemacht haben.

    Versuche dass mal in Deutschland durchzusetzen. Warum ist der Flughafen
    Berlin ein weiterer Beweis dafür, dass alle Leute genau das machen können
    was sie tun sollten und am Ende funktioniert das Ganze nicht? Weil es 100te
    von Möglichkeiten gibt, etwa das bekannte "Arbeit nach Vorschrift" das ganze
    Konzept kaputt gehen zu lassen. Da muss man nicht mal gegen Arbeiten.

    Der eine liefert nicht (in der nötigen Qualität, on Time), dann liefert man auch
    nicht und die ganze Kette fällt um. Und dann hat man häufig auch keine Lust
    sich dann auf 1500 Seiten Vertragswerk zu sehen was passieren hätte müssen
    damit man "korrekt" darauf reagiert. Das selbe gilt auch für Abteilungen, wo
    gewisse Menschen eben Sonnenschein-Typen sind, die bei Sturm und Regen
    einfach gar nichts mehr machen und jede Konfrontation scheuen.

    Und das Arbeitsrecht in DE ist da recht heftig. Da musst Du schon mit ständigen
    schriftlichen Abmahnungen kommen und ziemlich hart auftreten bis irgendein
    Blocker so richtig begreift was passiert. Das kostet häufig immens viel Kraft
    und Zeit, nicht mit dem Projekt, nicht mit dem Weiterkommen.

    Sondern die Blocker aus dem Weg zu räumen. Manchmal ist es einfacher den
    Tisch zu säubern. Nicht optimal. Aber was ist schon optimal?

    Apple hätte für die Chefs sicherlich auch einen anderen Platz gefunden. Das
    war alles Topleute. Doch die Schmach ist wohl so groß dass der Abgang
    wohl "akzeptabler" ist. Gut so!

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