Ehrlich, meine erste Reaktion auf die 500 Dollar war: Wofür?
Was macht man mit diesem Gerät? Es ist kein Laptop, es ist kein Handy, und es ist schon mal gar kein E-Book-Reader. Also was... WAS macht man mit diesem Flippi-Floppi-"Gadget"?
Medien konsumieren, statt mit dem Betriebssystem zu kämpfen?
Medien konsumieren?
Für Ebooks eignet es sich nicht sonderlich gut, Flash-Video gibt es nicht, der Anschluß eines externen Dvd-Players wird durch die fehlende USB-Buchse erschwert, der geringe Speicherplatz reicht nicht für eine größere Musiksammlung. Eine Festplatte oder ein USB-Stick mit Musik läßt sich nur durch umständliches Nachrüsten anschließen. Medien zu konsumieren war auch schon mal einfacher.
Man könnte glatt meinen, WLAN, 3G und digitale Medienformate wären nie erfunden worden, wenn man das hier immer so liest. Wer an ein solches Gerät einen klobigen Externen DVD Player anschließen will, hat den Sinn echt nicht verstanden. Auch Flash lasse ich nur begrenzt gelten (ZDF mediathek zB) aber das Problem könnte durch HTML 5 auch bald von selbst erledigt sein. Und diverse Seiten bieten ja jetzt schon Alternativen an, die sich auch mit einem iPhone betrachten lassen.
Preis und Nutzungsmöglichkeiten haben eher selten was miteinander zu tun. Ein Klotz Gold kostet einige 1000 Euro und man kann noch viel weniger damit veranstalten...
Nein ernsthaft, ich raff es nicht. WAS macht man mit dem Ding?
Also Filme gucken, oder was? Ich schleppe also ein Gerät mit mir rum, das nichts Halbes und nichts Ganzes ist, damit ich mich im Zug mit einem Film berieseln lassen kann? Und dafür sind 500 Euro angemessen?
Ich kapier's nicht.
Schau dir doch einfach mal die Videos an, dann bekommst Du vielleicht eine Idee...
Das Haupteinsatzgebiet wird wohl neben Reisen die Wohnung sein - um auf der Couch, am Frühstückstisch oder abends im Bett mal eben schnell ins Netz zu gehen, ein eBook zu lesen, einen Film anzuschauen oder ein Spiel zu spielen. Und das mit einer Zugriffszeit die kürzer ist ist als die Zeit die du brauchst um diesen Satz zu lesen. Fingerbewegung über den Bildschirm, und man ist sofort da wo man hinwollte, ohne den Bruchteil einer Sekunde an Wartezeit.
Apple wird das iPad an viele Leute verkaufen, die damit eben keine mobile Workstation und keinen Desktop ersetzen möchten. Leute, die sich bei Windows nicht merken können, ob man für eine bestimmte Funktion jetzt einen Linksklick oder einen Doppelklick braucht - oder war es doch ein Rechtsklick? Ich kenne viele solcher Leute, auch mit abgeschlossener Berufsausbildung und nicht dumm. Aber für die ist ein Computer nur ein Mittel zum Zweck, mit dem sie sich nicht mehr auseinandersetzen möchten als unbedingt nötig.
Apple punktet bei diesen Leuten mit Bedienkomfort, ohne sie mit allen möglichen, für sie unwichtigen Dingen, zu verwirren. Das wird für viele hier nicht nachvollziehbar sein, weil die Leser hier viel zu tief in der Materie drin sind und Dinge im Schlaf können, die den durchschnittlichen Anwender dort draußen überfordern.
Viele Leute wollen einen Computer benutzen wie einen Kühlschrank: Dinge reinstellen, dort aufbewahren, herausholen. Nur das es sich in diesem Fall um Daten handelt, nicht um Lebensmittel. Apple kommt dieser Vereinfachung deutlicher näher als Microsoft es je geschafft hat. Von Linux gar nicht erst zu reden.
Ich kenne Leute, die auch nach mehreren Jahren noch daran scheitern, eine Datei, die sie gerade erst heruntergeladen haben, auf ihrer Festplatte zu finden. Solche Leute lieben Software wie iTunes, die in der Standardeinstellung alles selbst erledigt und weiß, wo sich eine Datei befindet und was damit zu machen ist.
Vielleicht werde ich mir das iPad kaufen, um es als eBook-Reader zu missbrauchen. Es kommt meinen Bedürfnissen näher als Kindl und Co, trotz TFT statt eInk. Natürlich sind Geräte angekündigt, gegen die das iPad jämmerlich aussieht, das Adam von NotionInk zum Beispiel ( http://www.ebook-reader.de/ereader-news/notionink-bringt-erstes-tablet-mit-dem-lang-erwarteten-pixel-qi-display ). Aber wann wird das Lieferbar sein, vielleicht im Juni in den USA, aber ist das sicher? Die Zeit könnte ein iPad für mich überbrücken.
Was man mit dem Teil macht? Angeben und sich freuen, dass man zuviel Geld hat. :D
Richtig.
Diese Benutzergruppe hat meist eine sehr genaue Vorstellung, was sie mit einem Gerät anfangen will. Dafür wird das Gerät benutzt und dann wieder beiseite gelegt um etwas Anderes zu tun.
Das macht es jedoch auch vergleichsweise einfach, eine Speziallösung für diese Anwender zu stricken.
Einem passionierten Fotographen stellt man einen Rechner hin, mit dem er seine alten Dias einscannen, reparieren und sortieren kann.
Für die passionierten Köche gibt es einen speziell eingerichteten Browser, der alle wichtigen Kochseiten kennt. (welch ein Aufwand ;-) )
Und glaubt mir: Wenn ein Rechner perfekt eingerichtet ist, ist es dieser Benutzergruppe scheißegal, ob darauf Windows, OS X, Linux oder BSD läuft!
Ich persönlich verwende gerne Debian (wegen der einfachen automatischen Updates) oder wenn ich aktuellere Pakete brauche Ubuntu. Damit habe ich nach der Einrichtung nie wieder Ärger.
Früher habe ich Windowssysteme so angepasst. Nach spätestens einem Monat kamen die ersten Anrufe, dass irgendwas aufgehört hat zu funkionieren.
Das Apple-Logo kostet ja normalerweise schon 50% mehr ;)
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